Review: Air New Zealand Business Class Boeing 777 Sydney nach Auckland

Kaum eine Airline hat ein solch positives Image, wie Air New Zealand. Damit stand fest, dass wir auf unserem Flug von Australien nach Neuseeland das Business Class Produkt der Airline fliegen würden. Flug NZ110 sollte uns in etwas über drei Stunden von Sydney nach Auckland bringen. Geflogen wurde die Strecke von einer Boeing 777-200 mit Langstreckenbestuhlung. Bei der Buchung sollte man gezielt darauf achten, denn Air New Zealand setzt auf dieser Strecke sowohl Flugzeuge mit einer Kurzstrecken- als auch Langstrecken Business Class ein. Ob die Air New Zealand ihrem Ruf gerecht wird, erfahrt ihr in diesem Review…


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Air New Zealand Boeing 777-200 am Flughafen Sydney

Air New Zealand Business Class Boeing 777-200 – Die wichtigsten Daten

  • Airline: Air New Zealand
  • Flugzeugtyp: Boeing 777-200
  • Reiseklasse: Business Class
  • Kabinen-Konfiguration: 1 – 2 – 1
  • Kabinen-Größe: 26 Sitze
  • Pitch/Sitzabstand: 79,5 Zoll / 202 cm
  • Sitzbreite: 22 Zoll / 56 cm
  • Recline: 180 Grad

Air New Zealand Business Class Buchung

Air New Zealand ist dafür bekannt nur vergleichsweise wenig Plätze in ihren Premium Klassen für die Buchung mit Meilen von Partnervielfliegerprogrammen freizugeben. Vergleichsweise gute Chancen hat man aber auf dem kurzen Flug von Auckland nach Sydney. Nicht alle dieser Flüge verfügen aber über eine echte Langstrecken Business Class. Man sollte also bei der Buchung auf den Flugzeugtypen oder die Flugnummer achten.

Da viele Vielfliegerprogramme, darunter Miles & More, Australien, Neuseeland und meist auch noch die Inseln im Pazifik in die gleiche Zone im Awardchart einordnen, erfordern Prämienflüge in dieser Region meist recht wenig Meilen. Wir zahlten 27.000 Miles & More Meilen und 83€ Steuern und Gebühren pro Person. Ein guter Preis für einen 3 Stunden Business Class Flug. Tendenziell noch mehr lohnen sich natürlich Verbindungen, die die Größe der Region voll ausnutzen. So würde ein Flug von Perth über Auckland nach Fiji ebenfalls nur 27.000 Miles & More Meilen oneway erfordern, hätte aber eine Flugzeit von insgesamt 9 Stunden. Vor allem, wenn man die Preise für Flüge in dieser Ecke der Welt in Betracht zieht, ein echter Sweetspot.

Air New Zealand Business Class Boeing 777-200 – Die Kabine

Die Business Class an Bord des Air New Zealand Boeing 777-200ER verfügt über insgesamt 26 Sitze, die in einer 1 – 2 – 1 Konfiguration verbaut sind und sich daher über 7 Reihen erstrecken. Hinter der Business Class schließt dann die Premium Economy mit insgesamt 40 Sitzen an. Erst dann folgt die Economy mit 246 Sitzplätzen. Insgesamt finden an Bord der Air New Zealand Boeing 777-200 also 314 Fluggäste Platz.

Air New Zealand Boeing 777-200 Business Class Kabine

Air New Zealand ordnet die Sitze nach einem Herringbone Layout an, eher ungewöhnlich im Vergleich mit anderen Airlines, die meist auf ein Reverse Herringbone Layout setzen, bei dem die Sitze vom Gang weggedreht sind. Bei Air New Zealeand sind also die Fensterplätze vom Fenster abgewendet und man schaut auf den Gang zur Linken oder Rechten. Auch die beiden Plätze in der Mitte sind voneinander abgewandt und zum Gang gedreht. Man ist dem Sitznachbar zwar recht nahe, sitzt aber eher Rücken an Rücken als nebeneinander zu sitzen. Hier der entsprechende Sitzplan von der Air New Zealand Webseite:

Sitzplan für die Air New Zealand Business Class an Bord der Boeing 777-200 © airnewzealand.com

Die Mittelsitze eignen sich also nicht wirklich um nebeneinander zu sitzen. Wer zu zweit reist, sollte also eher einen Fenster und einen Mittelplatz wählen, auch wenn man dann durch den Gang getrennt bleibt. Diese Variante wählten auch wir und nahmen in Platz 3A und 3B Platz.

Ich konnte mich mit der Anordnung nicht so wirklich anfreunden. Durch die Drehung der Sitze zum Gang ist die Privatssphäre doch recht eingeschränkt. Zudem ist man irgendwie gezwungen die gesamte Zeit den Vordermann schräg gegenüber anzustarren und spürt irgendwie auch die Blicke des Hintermanns bzw. hat diesen “direkt im Nacken”. Das ärgerlichste dabei ist, dass man trotz dieser mangelnden Privatsphäre nicht wirklich neben der Person sitzen kann mit der man reist und direkten Kontakt wünscht. Insgesamt einfach eine unangenehme Anordnung für alle und irgendwie in jeder Konstellation.

Air New Zealand Boeing 777-200 Business Class – Die Sitznachbarn auf der anderen Seite des Gangs hat man immer gut im Blick.

Auch optisch ergibt sich durch die Anordnung nicht das schönste Ergebnis. Wer den Gang hoch oder runter läuft, sieht jede Menge Füße und Beine, die in den Gang hängen und hinter der Verschalung des Sitzes hervorschauen.

Air New Zealand Business Class Boeing 777-200 – Sitz/Bett

Deutlich besser durchdacht als die Anordnung ist zum Glück der Sitz an sich. Diesen habe ich als sehr bequem empfunden. Auch hier bringt aber die Anordnung wieder ein paar Nachteile mit sich. Durch die kopfhohe Verschalung verfügt man auf einer Seite des Sitzes über recht viel Bewegungsfreiheit, während die Schulter auf der anderen Seite durch die Sitzverschalung etwas eingeengt wird.

Auch wer, wie ich, gerne während des Fluges aus dem Fenster schaut, wird nicht ganz glücklich sein. Das Fenster hat man quasi im Rücken. Um nach draußen zu schauen, muss man sich etwas verrenken. Nächster Schwachpunkt ist der 11 Zoll Bildschirm, der sich in der Verschalung des Vordermanns befindet. Daher blickt in der Ausgangsposition zunächst seitlich auf diesen. Erst nach Erreichen der Reiseflughöhe kann man den Monitor ausklappen und dann gerade darauf blicken. Auch das Decken des Tisches vor dem Essen wird dadurch natürlich nicht einfacher, auch wenn sich sowohl Tisch, als auch Monitor flexibel genug bewegen lassen.

Sehr positiv scheint generell das Feedback zum Bett zu sein. Denn der Sitz kann, auch wenn es irgendwie nicht so wirkt, komplett umgeklappt werden und verwandelt sich damit in ein Bett. Wie bei Singapore Airlines auch, schläft man also auf einer anderen Oberfläche als auf der man sitzt. Das Entertainment System bietet ein kurzes Video, dass die Features des Sitzes und das Umklappen erläutert. Sehr hilfreich auch, wenn man den Anschluss für den Kopfhörer nicht finden sollte. Auf unserem kurzen Tagflug haben wir aber nicht von dieser Option Gebrauch gemacht, denn sitzen könnten man auch in aufrechter oder leicht geneigter Position sehr gut.

Air New Zealand Business Class Boeing 777-200 – Entertainment

Das Entertainmentsystem von Air New Zealand hat mir wiederum ganz gut gefallen. Neben einer guten Auswahl an Filmen und Serien, gibt es eine ordentliche Flightshow und ein paar individuelle Features, wie Tipps zum Fahren in Neuseeland und eine Chatfunktion mit Sitznachbarn.

Die Bedienung des Entertainmentsystems erfolgt über eine kleine herausnehmbare Fernbedienung, wie man aus so vielen Flugzeugtypen kennt. Die zur Verfügung gestellten Kopfhörer wirkten dagegen nicht besonders hochwertig.

Air New Zealand Business Class Boeing 777-200 – Menü/Essen

Nach dem obligatorischen Champagner zum Boarding folgte kurz nach dem Start der Essensservice. So richtig überzeugen konnte mich dieser nicht. Folgend ein paar Fotos…

Air New Zealand Business Class Boeing 777-200 – Amenity Kit

Ein Amenity Kit gab es auf diesem Flug nicht.

Air New Zealand Business Class Loungezugang

Mit einem Air New Zealand Business Class Ticket habt ihr natürlich Zugang zu den Air New Zealand Lounges. In unserem Fall war es die Air New Zealand Sydney International Lounge, die vollends überzeugt hat. Einen Review findet ihr hier:

Review: Air New Zealand Sydney International Lounge in 10 Bildern

Air New Zealand Business Class Boeing 777-200 – Fazit

Ich glaube bei kaum einem Business oder First Class Review habe ich bisher so viel gemeckert wie bei diesem Air New Zealand Flug. Größter Schwachpunkt ist für mich einfach die Sitzanordnung. Dass der Flug trotzdem keine Enttäuschung war, liegt an einer absolut fantastischen und aufrichtig freundlichen Crew. Hinzu kommt die beeindruckende Landschaft Neuseelands im Landeanflug, die den eigentlichen Flug schnell vergessen lässt…

Landeanflug auf Auckland
Landeanflug auf Auckland

Die wichtigsten Links


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2 Comments

  1. Kann/muss ich dir voll und ganz zustimmen!
    Bin vor kurzem die entgegengesetzte Richtung geflogen und habe mich auf noch keinem C-Flug so unwohl gefühlt wie in dem Sitz von NZ. Zur Schau gestellt und eingequtescht wie eine Presswurst.
    Ich kann den Hype um Air NZ überhaupt nicht nachvollziehen und alleine die Vorstellung, in diesem Sitz echte Langstrecke fliegen zu müssen, ist schon fast ein Alptraum.
    Der Service und das Catering waren jedoch gut-sehr gut, möchte ich fairerweise auch erwähnen. Aber wie kann man nur so einen Sitz verbauen?
    Für mich: Never ever again – zumindest in dieser Konfiguration.

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