Klm Boeing 747 Flughafen Unsplash
22. März 2020 Lothar 1 Coronavirus, News

Ausflottung der 747 & Co schreitet durch Coronavirus beschleunigt voran

Ein Nebeneffekt der Krise um den Coronavirus ist es, dass die Ausflottung von älteren, besonders treibstoffhungrigen Flugzeugtypen umso schneller voranschreitet. Dabei trifft es vor allem Vierstrahler – während viele Airlines ihre Airbus A380 während der Krise temporär außer Dienst stellen, werden ältere Boeing 747 und Airbus A340 gleich ganz in den Ruhestand geschickt.

KLM flottet Boeing 747-400 aus

Die niederländische Fluglinie hatte eigentlich geplant, ihre verbleibenden 10 Boeing 747-400 bis Oktober 2021 sukzessive auszuflotten. In Folge der Krise um den Coronavirus wurde die Ausflottung vorgezogen, die letzten Flüge sollen bereits Ende März stattfinden. Das Besondere an den Jumbos der KLM ist, dass fünf der derzeit noch zehn verbleibenden Maschinen sogenannte Boeing 747-400M “Combi” sind. Das bedeutet, dass das hintere Mitteldeck ebenfalls für Fracht genutzt wird, Fracht und Passagiere finden sich somit auf einem Deck:

Klm Boeing 747 Combi Seatmap Copyright
Die Seatmap der KLM Boeing 747-400M © KLM

Die Boeing 747 der KLM waren zudem auch ein äußerst ikonisches Fotomotiv beim Anflug auf den Flughafen der Karibikinsel St. Maarten:

Klm Boeing 747 St Maarten Landung Copyright
Eine Boeing 747-400 der KLM beim Landeanflug auf St. Maarten © KLM

In Zukunft verbleiben somit in Europa nur noch British Airways und Lufthansa als größere 747-Betreiber. Bei der britischen Fluglinie ist eine Ausflottung der 747-400 bis 2024 geplant, aktuell wird jedoch spekuliert, ob die Coronakrise nicht auch hier zu einer beschleunigten Ausflottung beitragen könnte. Bei der Lufthansa ist die Ausflottung der 747-400 bis 2025 geplant – die größeren, moderneren Boeing 747-8i sollen hingegen auch darüber hinaus in der Flotte verbleiben.

Virgin Atlantic flottet Airbus A340-600 aus

Die Airbus A340-600 der Virgin Atlantic hätten eigentlich bereits im Oktober 2019 durch neuere Boeing 787 ersetzt werden sollen. Auf Grund von Triebwerksproblemen bei den neuen Dreamlinern wurde die Ausflottung jedoch immer wieder nach hinten verlegt. Nunmehr dürfte die Zeit der Vierstrahler bei Virgin Atlantic jedoch tatsächlich vorbei sein, der letzte Flug fand am 08. März diesen Jahres statt – eine nochmalige “Reaktivierung” scheint angesichts der derzeitigen Nachfrageverhältnisse unrealistisch.

Virgin Atlantic A340 600 Speziallackierung Copyright
Ein Airbus A340-600 der Virgin Atlantic in Speziallackierung © Virgin Atlantic

Neben einer Verjüngung der Flotte führte Virgin Atlantic im vergangenen Jahr in den neuen Airbus A350-1000 ein neues Business Class Produkt ein (Virgin Atlantic enthüllt die neue Upper Class Suite und “The Loft”).

In Europa verbleiben als A340-Betreiber nur noch Iberia, Lufthansa und Swiss (inkl. Edelweiss). Innerhalb der Lufthansa Gruppe soll der A340 (in den Varianten -300 und -600) bis 2025 Geschichte sein. Bezüglich einer Ausflottung der A340 bei Iberia liegen uns derzeit keine Informationen vor – die spanische Fluglinie fliegt viele hoch gelegene südamerikanische Ziele an und die Airbus A340 sollen auf solchen “Hot and High”-Flughäfen besonders gut performen.

Iberia verfügt neben A340-600 zudem auch über A340-500, heutzutage fast schon so etwas wie ein weißes Einhorn unter den Flugzeugen. Es handelt sich dabei um die Ultralangstreckenvariante der A340, mit der etwa Singapore Airlines bereits in der Vergangenheit den längsten Flug der Welt von Singapur nach New York geflogen war – das Flugzeug war jedoch zu ineffizient und die Route wurde wieder eingestellt, bis die Route im Herbst 2018 wieder aufgenommen wurde und seither erfolgreich von einem A350-900ULR bedient wird (Review: Der längste Flug der Welt – Singapore Airlines Business Class von Newark nach Singapur). Von den Airbus A340-500 wurden insgesamt nur 34 Exemplare produziert.

American Airlines flottet Boeing 757 & 767 aus

American Airlines ist die größte Fluglinie der Welt und verfügt derzeit noch über 17 Boeing 767-300ER sowie 34 Boeing 757-200. Dabei handelt es sich zwar nicht um Vierstrahler, doch auch diese Flugzeugtypen sind zumindest in den Passagierversionen bereits einigermaßen in die Jahre gekommen. Die Ausflottung der 767 bei American Airlines soll auf Grund der Krise um den Coronavirus bereits bis Mai 2020 (statt Ende 2021) erfolgen, bei letztgenannten hingegen bis zum Sommer 2021. Gerade die Boeing 757 sind in Europa äußerst selten und bedienen bei American Airlines vor allem internationale Nischenrouten, sind dafür auch mit Flachbetten in der Business Class ausgestattet. Diese Rolle werden in Zukunft Airbus A321XLR einnehmen – die amerikanische Fluglinie bestellte im vergangenen Jahr 50 Maschinen dieses Musters.

American Airlines Boeing 767 Copyright
Eine Boeing 767-300ER der AA © American Airlines

Die Boeing 767 ist in Europa inzwischen auch relativ selten geworden. Einer der größten Betreiber, British Airways, flottete die letzte Maschine dieses Typs bereits Ende 2018 aus. Als bekannte, europäische Betreiber verbleiben derzeit noch Condor und Austrian Airlines. Bei der Condor sollten die 767 nach der Übernahme durch die polnische LOT voraussichtlich durch Boeing 787 ersetzt werden, doch aktuell scheint die Übernahme wieder zu wackeln (Zwischen Luftbrücke und Übernahme – Was wird aus Condor?). Bei Austrian ist wohl auch innerhalb der nächsten 2-3 Jahre mit einer Ausflottung der 6 Boeing 767 zu rechnen, die älteste Maschine (OE-LAT) hat bereits 28,5 Jahre auf dem Buckel – bei Langstreckenmaschinen ist gewöhnlich nach spätestens 30 Jahren Schluss.

Mittelfristige Ausflottung der Airbus A380-800 bei vielen Fluglinien

Wie wir bereits berichteten, hat Lufthansa die gesamte A380-Flotte bis mindestens Mai gegroundet. Bereits im vergangenen Jahr gab die Fluglinie bekannt, das 6 der insgesamt 14 A380 der Lufthansa zurück an Airbus verkauft werden.

Auch zahlreiche weitere A380-Betreiber wie etwa Qantas oder Air France haben sämtliche A380 vorübergehend stillgelegt. Bei letzterer soll der Riesenjumbo unabhängig vom Coronavirus überhaupt bis 2022 komplett ausgeflottet werden. Als europäische A380-Betreiber werden mittelfristig also nur Lufthansa und British Airways übrig bleiben.

lufthansa airbus a380 frankfurt flughafen
Ein Airbus A380-800 der Lufthansa

Ausflottung der 747 & Co schreitet durch Coronavirus beschleunigt voran – Fazit

Wer bisher noch nicht in das Vergnügen gekommen ist, in einer 747 oder sonstigen Vierstrahlern zu fliegen, für den wird die Zeit langsam knapp. Ohnehin planten die meisten Fluglinien bereits die Ausflottung dieser Flugzeugtypen, da sie mit vier Triebwerken einfach nicht mehr treibstoffeffizient sind – die Krise um das Coronavirus und der damit gesunkene Kapazitätsbedarf ist die perfekte Gelegenheit, derartige Flottenentscheidungen vorzeitig zu vollziehen. Als Flugzeugenthusiast ist es fast schon schade, wenn ganze 747-Flotten in Folge ohne große Verabschiedung verschwinden.

Aus deutscher Sicht hat man es hier insofern zumindest noch recht gut – die Lufthansa bietet mit Airbus A340-300, A340-600, Boeing 747-400, Boeing 747-8 und Airbus A380-800 eine nahezu maximale Auswahl der gängigen Vierstrahler und auch die Töchter haben noch teils ältere Maschinen in ihren Flotten – konkret die Airbus A340-300 bei der Swiss/Edelweiss und die Boeing 767-300ER bei Austrian. Besonders interessant sind hierfür die alle paar Monate stattfindenden Einsätze dieser Maschinen auch auf der Kurzstrecke (Lufthansa setzt im Sommer Langstreckenmaschinen auf der Kurzstrecke ein) – sobald es wieder dazu kommt, berichten wir natürlich darüber! Inzwischen findet ihr unten Reviews zu den genannten Flugzeugtypen.

Was ist euer Lieblings-Vierstrahler und welche Flugzeugtypen stehen noch auf eurer Bucket List?

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