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21. April 2020 Mark 2 Coronavirus, Sonstiges

Welche Auswirkungen hat Corona auf die Lufthansa First Class?

Das Coronavirus zwingt Lufthansa zu bisher beispiellosen Maßnahmen. Ein Großteil der Flotte steht derzeit am Boden. Auch die ersten Restrukturierungen wurden bereits angekündigt. So verabschiedet sich Lufthansa vorzeitig von sechs A380 und legt die gesamte A340-600 Flotte still – ob vorübergehend oder dauerhaft ist derzeit noch unklar. Corona hat damit auch Auswirkungen auf die Lufthansa First Class. Wir schauen uns an wie sich die Kapazitäten entwickeln könnten.

Bereits vor der Krise unterlag die Anzahl der Lufthansa First Class Sitzplätze einem negativen Trend. Nicht nur verschwand die First Class aus Flugzeugtypen, wie dem A330 oder der Boeing 747-400, auch Neuzugänge der Flotte, wie der Airbus A350 oder die Lufthansa Boeing 777-9, werden ohne First Class Kabine ausgeliefert. Fans der First Class müssen daher mit dem A380, der Boeing 747-8 oder dem A340-600 Vorlieb nehmen.

Vor der Krise sprach der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Lufthansa AG, Carsten Spohr, zuletzt noch davon den Anteil der Lufthansa-Langstreckenmaschinen mit First Class Kabine bei 50 Prozent halten zu wollen. Doch angesichts der aktuellen Situation dürfte diese Zielgröße bedroht sein. Die vorgezogene Stilllegung von 6 Lufthansa A380 und allen 17 Lufthansa A340-600 führt zu einer drastischen Reduktion der First Class Kapazitäten um fast 200 Plätze. Gegenüber dem Vorkrisen-Niveau von 400 Sitzplätzen entspricht dies einer Reduktion um fast 50%.

Lufthansa A340-600 First Class – Vollständige Stilllegung

Lufthansa verfügt über insgesamt 17 Airbus A340-600. Diese wurden zwischen 2003 und 2009 ausgeliefert und sind damit deutlich älter als A380 und 747-8. Im Anfang April vorgestellten Lufthansa Restrukturierungspaket fielen die A340 daher als erstes dem Rotstift zum Opfer. Die Airline kündigte an sieben Flugzeuge vom Typ A340-600 stillzulegen. Mitte April folgte die nächste Hiobsbotschaft und Lufthansa verkündete die gesamte Airbus A340-600 Flotte vorübergehend stillzulegen. Der Einsatz dieser Flugzeuge im regulären Liniendienst der Lufthansa ist mindestens für die kommenden ein bis eineinhalb Jahre nicht vorgesehen.

Die insgesamt 17 A340-600 sollen in den kommenden zwei bis drei Monaten nach Teruel im Nordosten Spaniens geflogen und eingelagert werden. Die Flugzeuge mit der Kennung D-AIHC, D-AIHE und D-AIHF sind bereits überführt worden und ruhen in der spanischen Sonne. Über die zukünftige Verwendung der Flugzeuge wird zu einem späteren Zeitpunkt entschieden. Laut Lufthansa sollen jedoch maximal 10 der 17 Flugzeuge reaktiviert werden.

Lufthansa A340-600StatusAusgeliefert
D-AIHBGeparkt/Stillgelegt11/2003
D-AIHCGeparkt/Stillgelegt12/2003
D-AIHDGeparkt/Stillgelegt12/2003
D-AIHEGeparkt/Stillgelegt1/2004
D-AIHFGeparkt/Stillgelegt2/2004
D-AIHHGeparkt/Stillgelegt3/2004
D-AIHIGeparkt/Stillgelegt4/2004
D-AIHKGeparkt/Stillgelegt5/2004
D-AIHLGeparkt/Stillgelegt5/2004
D-AIHPGeparkt/Stillgelegt11/2006
D-AIHTGeparkt/Stillgelegt4/2008
D-AIHUGeparkt/Stillgelegt5/2008
D-AIHVGeparkt/Stillgelegt3/2008
D-AIHWGeparkt/Stillgelegt12/2008
D-AIHXGeparkt/Stillgelegt2/2009
D-AIHYGeparkt/Stillgelegt3/2009
D-AIHZGeparkt/Stillgelegt5/2009

Bleiben alle 17 A340-600 dauerhaft stillgelegt fallen 136 First Class Plätze weg. Im Falle einer Reaktivierung von 10 Flugzeugen würden immerhin 80 Plätze erhalten bleiben.

lufthansa first class a330

Lufthansa A380 First Class – Bedroht von der Stilllegung

Auch wenn sich der A380 bei Passagieren hoher Beliebtheit erfreut, stellt sich der wirtschaftliche Betrieb des Superjumbos für die meisten Airlines als Herausforderung heraus. Das gilt auch für Lufthansa. Bereits Anfang 2019 gab Lufthansa bekannt, dass 6 der insgesamt 14 A380 Lufthansa an Airbus verkauft wurden und die Flotte in den Jahren 2022 und 2023 verlassen werden. Angesichts der Corona-Krise wurde dieser Prozess beschleunigt. Sechs Flugzeuge vom Typ Airbus A380 werden stillgelegt und werden wohl bis 2022/2023 nicht mehr für Lufthansa abheben. Es verbleiben nunmehr acht A380 in der Lufthansa Flotte, die in Frankfurt oder München geparkt sind und auf bessere Tage hoffen. Zuletzt durfte sich noch ein Lufthansa A380 in Neuseeland nützlich machen und gestrandete Deutsche in die Heimat zurückfliegen.

Lufthansa A380StatusAusgeliefert
D-AIMAGeparkt/Stillgelegt5/2010
D-AIMBGeparkt/Stillgelegt7/2010
D-AIMCGeparkt/Stillgelegt8/2010
D-AIMDGeparkt/Stillgelegt10/2010
D-AIMEGeparkt/Stillgelegt3/2011
D-AIMFGeparkt/Stillgelegt3/2011
D-AIMGGeparkt/Stillgelegt5/2011
D-AIMHGeparkt/Stillgelegt7/2011
D-AIMIGeparkt/Stillgelegt5/2012
D-AIMJGeparkt/Stillgelegt6/2012
D-AIMKGeparkt/Stillgelegt3/2014
D-AIMLGeparkt/Stillgelegt5/2014
D-AIMMGeparkt/Stillgelegt3/2015
D-AIMNGeparkt/Stillgelegt4/2015

Mittelfristig verbleiben im besten Fall acht Lufthansa A380 mit insgesamt 64 First Class Sitzen in der Lufthansa Flotte. Doch ob ein Ende des Superjumbos tatsächlich langfristig hinausgezögert werden kann, wird sich erst entscheiden, wenn der Flugverkehr wieder anzieht.

Lufthansa Boeing 747-8 First Class – Der First Class Garant

Lufthansa verfügt über insgesamt 19 Flugzeuge des gestreckten Jumbos und ist neben Korean Air und Air China nur eine von drei Airlines, die das Flugzeug im Passagierbetrieb einsetzt. Der Kranich hat dabei die größte Anzahl an 747-8 weltweit in seiner Flotte. Sämtliche Lufthansa Boeing 747-8 wurden in den Jahren 2012 bis 2015 ausgeliefert und verfügen über eine einheitliche First Class Bestuhlung von 8 Sitzen in der Nase des Flugzeugs.

Aktuell ist die 747-8 der einzige Lufthansa Flugzeugtyp mit First Class, der noch regelmäßig abhebt. Von den 19 Maschinen sind immerhin noch drei aktiv. So flogen D-ABYL und D-ABYP im Rahmen des Lufthansa Sonderflugplans zuletzt nach Sao Paulo, während D-ABYO in Richtung Chicago abhob. Die restlichen 16 Maschinen stehen in Frankfurt oder Hamburg und warten auf ein Ende der Krise.

Lufthansa 747-8StatusAusgeliefert
D-ABYAGeparkt/Stillgelegt4/2012
D-ABYCGeparkt/Stillgelegt6/2012
D-ABYDGeparkt/Stillgelegt8/2012
D-ABYFGeparkt/Stillgelegt10/2012
D-ABYGGeparkt/Stillgelegt3/2013
D-ABYHGeparkt/Stillgelegt3/2013
D-ABYIGeparkt/Stillgelegt5/2013
D-ABYJGeparkt/Stillgelegt6/2013
D-ABYKGeparkt/Stillgelegt8/2013
D-ABYLAktiv2/2014
D-ABYMGeparkt/Stillgelegt2/2014
D-ABYNGeparkt/Stillgelegt3/2014
D-ABYOAktiv4/2014
D-ABYPAktiv6/2014
D-ABYQGeparkt/Stillgelegt8/2014
D-ABYRGeparkt/Stillgelegt1/2015
D-ABYSGeparkt/Stillgelegt2/2015
D-ABYTGeparkt/Stillgelegt3/2015
D-ABYUGeparkt/Stillgelegt4/2015

In Summe bieten die 19 747-8 der Lufthansa 152 First Class Sitze. Bisher gibt es keine Anzeichen, dass sich Lufthansa von der 747-8 trennen könnte. Dauerhafte Stilllegungen sind nach aktuellem Stand nicht geplant. Damit dürfte auch die First Class weiter erhalten bleiben.

Welche Auswirkungen hat Corona auf die Lufthansa First Class? – Fazit

Das Coronavirus hat die Anzahl der Lufthansa First Class Sitze nach aktuellem Stand von ehemals 400 auf derzeit 216 Plätze reduziert – ein Rückgang um 46 Prozent. Von den derzeit verbleibenden Sitzen entfallen 152 auf die Boeing 747-8 und 64 auf den A380. Kommt es zu einer Reaktivierung der 10 A340-600 könnte die Anzahl um weitere 80 Plätze auf 296 steigen. Im besten Fall gibt es nach der Krise also ca. 25% weniger First Class Kapazitäten als vor der Krise. Schlimmstenfalls sind es noch deutlich weniger, denn eine Zukunft der Vierstrahler kann derzeit wohl niemand garantieren.

Darüber hinaus stellt sich die Frage nach der Sinnhaftig- und Wirtschaftlichkeit einer First Class Kabine in der Zukunft. Kommt die Maskenpflicht beim Fliegen stellen sich Champagner- und Kaviar-Service als deutlich komplizierter heraus. Doch wer weiß, vielleicht erlässt man First Class Passagieren aufgrund der größeren Sitzabstände auch die Maskenpflicht. Damit gäbe es ein ganz neues Verkaufsargument für die First Class…

Was ist eure Meinung zur Zukunft der Lufthansa First Class? Hinterlasst einen Kommentar!

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