austrian 767 flughafen wien abflug copyright
21. April 2020 Lothar 0 Coronavirus, News, Österreich

Deutliche Flottenverkleinerung bei Austrian Airlines

Lufthansa CEO Carsten Spohr hatte es bereits kurz nach Beginn der Krise angekündigt – die Lufthansa Gruppe wird kleiner aus der Coronakrise hervorgehen. Nachdem es zuletzt bereits mehrere Ankündigungen zur Lufthansa Flotte (Lufthansa beschließt erste Restrukturierungen) gab, hat nun auch Austrian Airlines die Pläne für eine Flottenverkleinerung vorgestellt. Es dürfte nicht die letzte Fluglinie bleiben, die ihre Flotte in den nächsten Monaten und Jahren notgedrungen verkleinern muss.

Sowohl Kurz- als auch Langstreckenflotten betroffen

Austrian präsentierte die Flottenverkleinerung heute in einer Pressemitteilung als Neustart nach der Corona-Krise. Für das restliche Jahr 2020 rechne man nur noch mit einer Auslastung von 25 bis 50% im Vergleich zum Vorjahresniveau und selbst bis Ende des Jahres 2021 erwarte man maximal eine Auslastung von 75% im Vergleich zur Zeit vor der Krise. Eine Flottenverkleinerung sei eine Reaktion auf diese Umstände und somit unumgänglich. Folgende Flugzeuge werden im Rahmen der Flottenverkleinerung ausgeflottet:

  • Sämtliche noch verbleibende Dash-8 Turboprops
  • Alle sieben Airbus A319-100
  • Die drei ältesten der insgesamt sechs Boeing 767-300ER

Von den zuletzt rund 80 Flugzeugen werden im Jahr 2022 also nur noch 60 Maschinen übrig sein, eine Verkleinerung um 25%. Da mit den Dash-8 und A319 tendenziell eher kleinere Flugzeuge ausgeflottet werden (die inzwischen recht alten A321 bleiben hingegen etwa erhalten), sinkt das Sitzangebot zum Vergleich jedoch “nur” um 20%. Die Ausflottung der Turboprops war bereits 2019 beschlossen worden, damals allerdings noch mit dem Motiv im Kampf gegen die LCC-Konkurrenz am Heimatmarkt Wien-Schwechat verstärkt auf größere Maschinen des Typs A320 setzen zu wollen.

Auf der Langstrecke kommt es zur Ausflottung der drei ältesten Boeing 767 – bei einem Durchschnittsalter von 28 Jahren (ehemalige Flieger der früheren Lauda Air!) wäre ohnehin ein baldiger Austausch notwendig geworden. Die Pläne einer Gesamterneuerung der Langstreckenflotte dürften durch die vorgezogene Ausflottung der ältesten Maschinen hingegen vermutlich erst mal wieder um einige Jahre nach hinten fallen. Die Boeing 777-200ER Flotte ist durchschnittlich 19,3 Jahre alt und auch die verbleibenden drei Boeing 767 könnten mit durchschnittlich 20,5 Jahren auch noch etwas weniger als ein Jahrzehnt im Passagierbetrieb fliegen.

Deutliche Flottenverkleinerung bei Austrian Airlines – Fazit

Eine Flottenverkleinerung war in Folge der Coronakrise leider absolut absehbar. Es bleibt zu hoffen, dass möglichst viele Arbeitsplätze erhalten bleiben können, diesbezügliche Gespräche mit dem Betriebsrat dürften bereits im Gange sein. Ein kleiner Trost ist vielleicht, dass es zumindest die kleinsten und ältesten Flugzeuge der Austrian Flotte erwischt hat und diese Ausflottungen somit gewisserweise ohnehin erfolgt wären und lediglich ersatzlos vorgezogen werden. Spannend wird die Flottenentwicklung bei Austrian dann erneut sobald das Vorkrisenniveau – nach derzeitigen Schätzungen frühestens 2023 – wieder erreicht wird. Spätestens zu diesem Zeitpunkt wird man sich endgültig über eine Gesamterneuerung der Langstreckenflotte Gedanken machen müssen und auch die Airbus A321 Flotte wird zu diesem Zeitpunkt ersetzt werden müssen – es bleibt zu hoffen, dass Austrian bis zu diesem Zeitpunkt wieder erholt und finanzstark genug ist, um entsprechende Investitionen stämmen zu können.

Das könnte dich auch interessieren: