Steuern und Gebühren auf Prämienflügen: Wie hoch sind sie und wie kann man sie vermeiden? | Executive Club Tutorial Teil 7

Wer im Executive Club von British Airways Prämienticket mit Avios bucht, muss neben den Meilen auch noch Steuern und Gebühren zahlen. Wer schon einmal einen Langstreckenflug mit British Airways selbst gebucht hat, sollte über das Thema gestolpert sein, denn neben den einzulösenden Avios werde gerne mal mehrere hundert Euro Zuzahlungen fällig. Darunter finden sich nicht nur Flughafengebühren, Sicherheitsgebühren und nationale Steuern, wie die Air Passanger Duty (APD), sondern auch die berühmten Treibstoffzuschläge, die mittlerweile etwas treffender als Carrier imposed surcharges bezeichnet werden. Dieser Post erläutert zunächst, nach welchem System sich die Höhe der Treibstoffzuschläge auf einem Executive Club Prämienicket bestimmt. In einem zweiten Schritt schauen wir uns dann an, mit welchen Strategien sich im Executive Club von British Airways und Gebühren vermeiden lassen…


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Dieser Artikel ist Teil unseres umfangreichen Executive Club Tutorials. Neben den Grundlagen und Besonderheiten des Programms erfahrt ihr wie man auf einfache Weise Avios Meilen sammelt und auf der anderen Seite möglichst gewinnbringend und effizient einlöst. So werdet ihr im Handumdrehen zum Executive Club Experten.

Steuern und Gebühren, Carrier Imposed Surcharges und Treibstoffzuschläge – Was ist das?

Was umgangssprachlich oft als Treibstoffzuschlag bezeichnet wird, ist der Teil der Steuern und Gebühren auf einem Prämienticket, der nicht nur von der Airline eingezogen sondern auch einbehalten wird. Dieser wurde zu Zeiten hoher Öl- und Kerosinpreise eingeführt, längst aber nicht von jeder Airline wieder abgeschafft, nachdem die Ölpreise wieder gefallen waren. Geändert hat man alleinig die offizielle Bezeichnung: Aus Treibstoffzuschlägen wurden Carrier imposed surcharges – von der Fluggesellschaft erhobene Gebühren. Durch die Aufführung dieser Zuzahlung unter dem Kürzel YQ/YR (im Executive Club „von der Fluggesellschaft auferlegter Zuschlag“) können diese für den Laien zunächst wie eine echte Steuer wirken, zu deren Einzug die Airline verpflichtet ist. Doch die Einnahmen werden im Gegensatz zu den echten Steuern und Gebühren weder an den Staat noch an Flughäfen o.Ä. abgeführt. Die Einnahmen gehen direkt an die Airline. Prinzipiell sollten Carrier Imposed Surcharges daher in die Basisfare eines Tickets mit eingegliedert werden. Das dies nicht so ist, hat vorallem einen Grund: Mit Meilen gebuchte Prämientickets.

Wer über den Executive Club einen Prämienflug mit Cathay Pacific bucht, muss dafür auch die ungeliebten Treibstoffzuschläge bezahlen, welche bei Cathay Pacific allerdings sehr gering sind

Für jemanden, der ein Ticket ganz regulär kauft, ist in der Regel natürlich völlig egal, aus welchen Preiskomponenten sich ein Ticket zusammensetzt. Entscheidungsrelevant für den Kauf ist ja nur der Gesamtpreis. Wichtig wird es aber für diejenigen, die ein Ticket mit Meilen buchen wollen. Denn der Preis eines Prämientickets setzt sich immer zusammen aus den erforderlichen Meilen und den zusätzlich erhobenen Steuern und Gebühren. Preislich macht es dann nätürlich einen großen Unterschied, ob man nun die Carrier Imposed Surcharges dazu zählt oder nicht – insbesondere wenn diese mehrere hundert Euro hoch sind. Im Endeffekt sind Treibstoffzuschläge also eine Stellschraube, die es Airlines ermöglicht den Preis eines mit Meilen gebuchten Prämienticket zu verteuern – und zwar auf recht intransparente Weise für den Kunden/Vielflieger. Vermutlich ist das der Hauptgrund dafür, warum diese Zuzahlungen auch in Zeiten niedriger Ölpreise weiter Bestand haben.

Wer sich mit dem Thema Steuern und Gebühren auf Flügen im Detail und über die Treibstoffzuschläge hinaus, auseinandersetzen möchte, sei auf diesen Artikel verwiesen: Wie setzen sich die Steuern und Gebühren auf einem Flugticket zusammen? 

Wann müssen Treibstoffzuschläge gezahlt werden und wann nicht? –  Die Grundlagen

Ob man Treibstoffzuschläge bzw. Carrier Imposed Surcharges bei der Buchung eines Meilentickets zahlt, hängt im Allgemeinen von zwei Faktoren ab. Erstens: Sind Carrier Imposed Surcharges Bestandteil des Tickets der Airline, mit der man fliegen möchte. Und zweitens: Gibt das Vielfliegerprogramm, mit dem man besagte Airline buchen möchte, diese Zuschläge weiter?

Der Executive Clug gibt Treibstoffzuschläge zum Beispiel generell weiter, wenn sie von der Airline mit der man fliegen möchte auf einem Kaufticket erhoben werden. Beispiel: Qatar erhebt auf allen Tickets Treibstoffzuschläge. Auch wer über den Executive Club einen Prämienflug mit Qatar bucht, zahlt diese. Wer Treibstoffzuschläge bei der Buchung mit Avios vermeiden möchte, muss also Flüge buchen auf denen von vorneherein von der ausführenden Airline kein Treibstoffzuschlag erhoben wird. Denn dann können diese etwas vereinfachend gesagt vom Vielfliegerprogramm auch nicht weitergeben werden.

Andere Vielfliegerprogramme, wie zum Beispiel American Airlines Vielfliegerprogramm AAdvantage geben Treibstoffzuschläge dagegen generell nie weiter – unabhängig davon, ob die Airline mit der man fliegt prinzipiell Treibstoffzuschläge erhebt oder nicht. Als Vielflieger bei AAdvantage braucht man sich also keine Sorgen machen (fast keine Sorgen, denn ein paar Ausnahme gibt es auch bei AAdvantage). Neben den Meilen für das Prämienticket, zahlt man nur die echten Steuern und Gebühren…

Wie hoch sind die Steuern und Gebühren auf Executive Club Prämienflügen mit British Airways?

Nicht wenige stolpern das erste Mal über die Thematik der Treibstoffzuschläge, wenn es darum geht mit Avios einen Prämienflug mit British Airways zu buchen. Doch gerade bei der Mutterairline des BA Vielfliegerprogamms sind die Zuzahlungen besonders hoch. Neben den eingesetzten Avios sollen auch noch mehrere hundert Euro an Zuschlägen gezahlt werden. Sucht man beispielsweise nach einem Flug mit British Airways von London nach New York und zurück, soll man neben 16.500 Avios auch noch 416 Euro Zuzahlungen entrichten:

Die Steuern und Gebühren auf einem Avios Prämienticket für einen British Airways Prämienflug betragen schnell mehrere hundert Euro

Damit macht das Einlösen von Avios wenig bis gar keinen Sinn. Schließlich kann man ein Ticket nach New York für diesen Preis auch einfach kaufen, ob nun bei BA selbst oder vielen anderen Airlines.

Dass es sich bei diesen 416 Euro keinesfalls nur um echte Steuern und Gebühren handelt, wird spätenstens dann klar, wenn man sich in der Buchungsübersicht die Steuern und Gebühren aufschlüsseln lässt:

  • Fluggast-Zwangsabgabe – United Kingdom: 85,10€
  • Tier- und Pflanzengesundheits-Benutzergebühr (Aphis) – USA: 3,35€
  • Sicherheits-Serviceggebühr für Passagiere in der zivilen Luftfahrt – USA: 4,73€
  • Einreisenutzergebühr – USA: 5,91€
  • Transportsteuer (Ankunft) – USA: 15,20€
  • Kundennutzergebühr – USA: 4,65€
  • Transportsteuer (Abflug) – USA: 15,20€
  • Passagier-Servicegebühren – United Kingdom: 50,96€
  • Passagiereinrichtungszuschlag: 3,80€
  • Von der Fluggesellschaft auferlegter Zuschlag: 230,34€

Verantwortlich für die hohen Zuzahlungen sind also nicht nur die Flughafenabgaben und die Air Passenger Duty (hier übersetzt mit Fluggast-Zwangsabgabe – United Kingdom) von 75 GBP (85 EUR), die vom Staat für alle Abflüge aus dem Vereinigten Königreich erhoben wird. Den Großteil macht mit 230€ der von der British Airways auferlegte Zuschlag aus. Mit einer Steuer hat diese Zuzahlung nichts zu tun…

Wie hoch dieser Zuschlag bei im Executive Club gebuchten Prämienflügen genau ist, hängt im Wesentlichen davon ab, wohin geflogen wird. Auf Langstreckenflügen mit British Airways von London nach Nordamerika, Asien etc. liegt dieser in einer Größenordnung von ca. 100€ bis 200€ je Richtung. Zusammen mit den echten Steuern und Gebühren sind die Zuzahlungen für British Airways Prämienflüge in vielen Fällen so hoch, dass man das Ticket auch direkt kaufen könnte. Das gilt zumindest für Tickets in der Economy Class. Bei einem Business oder First Class Ticket mit BA lassen sich mehrere hundert Euro Zuzahlungen noch eher verschmerzen.

Auf Reward Flight Saver Flügen (zu erkennen am kleinen blauen Symbol) auf der Kurz- und Mittelstrecke sind die Steuern und Gebühren gedeckelt. Für einen Flug von Frankfurt nach London zahlt man deshalb nur 21€ zu…

Anders sieht es auf British Airways Kurzstreckenflügen innerhalb Europas aus. Wer die vorangegangen Artikel unseres Executive Club Tutorials gelesen hat, weiß, dass auf diesen kurzen Flügen mit einer Länge von bis zu 2.000 Meilen die sogenannte Rewards Flight Saver Regelung zum Tragen kommt (Executive Club Tutorial – British Airways Executive Club: Steuern und Gebühren sparen mit dem Reward Flight Saver). Das Besondere an den Reward Flight Saver Flügen im Executive Club sind die gedeckelten Steuern und Gebühren für einen Prämienflug. Auf einem Economy Flug werden diese mit maximal 21€ je Flug abgegolten, für einen Business Class Flug sind es maximal 30€. Bei einem Returnflug verdoppeln sich diese Werte. So fliegt man beispielsweise für 8.000 bis 9.000 Avios und 42€ Zuzahlungen mit British Airways von Frankfurt nach London und zurück.

Wer British Airways auf der Kurzstrecke fliegt, profitiert von gedeckelten Steuern und Gebühren. Treibstoffzuschläge spielen hier also keine Rolle…

Auf Flügen, bei denen die Reward Flight Saver Regelung zum Einsatz kommt, ist es also egal, wie hoch Flughafengebühren, Sicherheitszuschläge usw. tatsächlich sind, es werden einfach pauschal die oben genannten Beträge in Rechnung gestellt. Aus dem gleichen Grund sind auch Treibstoffzuschläge bei diesen Flügen irrelevant.

Zwischenfazit: Wer Avios für Prämienflüge mit British Airways einlösen möchte, sollte dies innerhalb Europas tun, denn hier werden aufgrund des Reward Flight Savers keine Treibstoffzuschläge fällig. Langstreckenflüge mit BA sollte man in diesem Hinblick dagegen eher vermeiden.

Nun kann man mit Avios natürlich nicht nur Flüge mit British Airways buchen. Über 20 Partnerarlines stehen ebenfalls zur Auswahl. Doch für Prämienflüge mit welchen dieser Airlines sollte man Avios einlösen? Bei welcher Airline werden hohe Zuzahlungen fällig und bei welcher nicht?

Exkurs: Über welche Partnerairlines verfügt der Executive Club von British Airways?

Als Oneworld Airline kooperiert British Airways bzw. der Executive Club natürlich mit allen Oneworld Airlines, auf deren Flügen ihr Meilen sowohl sammeln als auch einlösen könnt. Dazu kommen noch einige unabhängige Airlines. In Kombination habt ihr die Möglichkeit bei den folgenden Airlines Meilen zu sammeln und einzulösen. Mit einem * versehene Airlines lassen sich online über die Executive Club Webseite buchen, alle anderen Airlines nur telefonisch über das Service Center des Executive Clubs.

  • Aer Lingus
  • Alaska Airlines
  • American Airlines*
  • British Airways*
  • Cathay Pacific*
  • Cathay Dragon*
  • Comair (British Airways Franchise)*
  • Finnair*
  • Flybe*
  • Iberia*
  • Japan Airlines (JAL)*
  • LAN*
  • Malaysia Airlines*
  • Meridiana
  • Niki*
  • OpenSkies
  • Qantas*
  • Qatar Airways*
  • Royal Jordanian*
  • SriLankan*
  • Sun Air of Scandinavia
  • S7 Airlines*
  • TAM*

Übertragt ihr Avios zu Iberia Plus (mehr dazu in Executive Club Tutorial – Mit Iberia Steuern und Gebühren sparen) könnt ihr außerdem bei den folgenden Airlines Prämienflüge buchen:

  • Avianca
  • Binter Canarias
  • Iberia Express
  • Iberia Regional Air Nostrum
  • LEVEL
  • Royal Air Maroc
  • Taca
  • Vueling

Steuern und Gebühren auf Flügen mit den Partnerairlines von British Airways

Hier wird es spannend. Wer den ersten Artikel des Executive Club Tutorials (Executive Club Tutorial – Die besten British Airways Avios Prämienflüge) gelesen hat, weiß, dass man beim Einlösen von Avios in vielen Fällen auf Prämienflüge mit den Partnerairlines ausweichen sollte. Deren Treibstoffzuschläge sind zum Teil deutlich niedriger bzw. im besten Fall gar nicht vorhanden.

Bei über 20 Partnerairlines verliert man schnell den Überblick. Ich habe die erforderlichen Zuzahlungen für die wichtigsten Partnerairlines deshalb mal systematisch ausgewertet und in der folgenden Tabelle aufgelistet. Diese enthält neben der Info ob bzw. wann eine Airline Treibstoffzuschläge (YQ) erhebt, auch ein konkretes Beispiel für die Treibstoffzuschläge auf einer stellvertretenden Strecke. In den meisten Fällen handelt es sich dabei um einen Onewayflug von Deutschland zum Hub der jeweiligen Airline. Sollte Deutschland von der Airline nicht angeflogen werden, habe ich auf einen Flughafen in einem europäischen Nachbarland zurückgegriffen.

AirlineTreibstoffzuschläge (YQ)?Höhe YQ (oneway)BeispielstreckePreis Economy (oneway)
Aer LingusJaKurzstrecke: <50 Euro / Langstrecke: <50 EuroDublin - Los Angeles25.000 Avios + 72 Euro (davon 18 Euro YQ)
Alaska AirlinesNein-Seattle - Honolulu12.500 Avios + 21 Euro (davon 0 Euro YQ)
American Airlines*Nein (ausgenommen Transatlantikflüge)Transatlantik: 100 - 200 EuroFrankfurt - Dallas25.000 Avios + 275 Euro (davon 161 Euro YQ)
British Airways*Ja (ausgenommen Reward Flight Saver)Kurzstrecke: n.a. / Langstrecke: 100 - 200 EuroLondon - New York20.000 Avios + 280 Euro (davon 115 Euro YQ)
Cathay Pacific*JaKurzstrecke: <10 Euro / Langstrecke: <50 EuroFrankfurt - Hongkong30.000 Avios + 126 Euro (davon 41 Euro YQ)
Cathay Dragon*JaKurzstrecke: <10 Euro / Langstrecke: <10 EuroPeking - Hongkong10.000 Avios + 16 Euro (davon 4 Euro YQ)
Comair*Ja (ausgenommen Reward Flight Saver)Kurzstrecke: 50 - 100 EuroJohannesburg - Windhoek6.500 Avios + 32 Euro (davon 0 Euro YQ)
Finnair*JaKurzstrecke: <100 Euro / Langstrecke: 100 - 200 EuroHelsinki - Hongkong25.000 Avios + 140 Euro (davon 125 Euro YQ)
Flybe*Nein-Birmingham - Berlin4.500 Avios + 30 Euro (davon 0 Euro YQ)
Iberia*Ja (ausgenommen Kurzstrecke)Kurzstrecke: 0 Euro / Langstrecke: 100 - 200 EuroMadrid - Miami21.250 Avios + 191 Euro (davon 136 Euro YQ)
Japan Airlines (JAL)*Ja (ausgenommen Japan Inlandsflüge)Kurzstrecke: <10 Euro / Langstrecke: <50 EuroFrankfurt - Tokio30.000 Avios + 122 Euro (davon 37 Euro YQ)
LAN*Nein-Madrid - Santiago de Chile30.000 Avios + 26 Euro (davon 0 Euro YQ)
Malaysia Airlines*Ja (nur auf der Langstrecke)Kurzstrecke: 0 Euro / Langstrecke: 100 - 200 EuroLondon - Kuala Lumpur35.000 Avios + 268 Euro (davon 132 Euro YQ)
Qantas*Nein (ausgenommen Flüge ab London)Kurzstrecke: 0 Euro / Langstrecke: 100 - 200 EuroSydney - Singapur20.000 Avios + 58 Euro (davon 0 Euro YQ)
Qatar Airways*JaKurzstrecke: <50 Euro / Langstrecke: 50 - 150 EuroFrankfurt - Doha12.500 Avios + 189 Euro (davon 121 Euro YQ)
Royal Jordanian*JaKurzstrecke: <50 Euro / Langstrecke: 50 - 200 EuroFrankfurt - Amman10.000 Avios + 181 Euro (davon 115 Euro YQ)
SriLankan*JaKurzstrecke: <50 Euro / Langstrecke: 50 - 150 EuroLondon - Colombo25.000 Avios + 253 Euro (davon 113 Euro YQ)
S7 Airlines*JaKurzstrecke: <50 Euro / Langstrecke: <50 EuroMünchen - Moskau10.000 Avios + 59 Euro (davon 22 Euro YQ)
TAM*Nein-Frankfurt - Sao Paulo30.000 Avios + 85 Euro (davon 0 Euro YQ)

Anmerkung: Beachtet, dass es sich bei allen Angaben letztlich nur um Richtwerte handelt. Die genaue Systematik für die Festlegung der Treibstoffzuschläge ist bei jeder Airlines anders. Während viele Airlines recht systematisch vorgehen, kann prinzipiell für jede Strecke im Streckennetz der Airline ein anderer Zuschlag festgelegt sein. In Summe sollte euch die Tabelle aber einen guten Überblick geben, was man an Zuzahlungen prinzipiell erwarten kann.

Auf einen Blick ist ersichtlich, dass viele der British Airways Partnerairlines ebenfalls Treibstoffzuschläge erheben und diese daher auch bei der Buchung eines Prämienfluges über den Executive Club zu entrichten sind. Bei vielen dieser Airlines sind Zuschläge aber niedriger als bei einem vergleichbaren Prämienflug mit British Airways selbst. So werden bei Flügen mit Aer Linugs, Japan Airlines (JAL) oder Cathay Pacific zwar generell Treibstoffzuschläge erhoben, doch diese betragen auf den meisten Flügen, ob Kurz- oder Langstrecke, weniger als 50 Euro. So fliegt man mit Cathay Pacific zum Beispiel für 30.000 Avios und 126 Euro von Frankfurt nach Hongkong. Nur 41 Euro davon fallen auf die YQ. Bei den restlichen 85 Euro handelt es sich um echte Steuern und Gebühren, wie Flughafengebühren und die deutsche Luftverkehrabgabe.

Treibstoffzuschläge für Cathay Pacific Flüge sind recht niedrig. Von den 126 Euro Zuzahlungen auf dem Flug Frankfurt – Hongkong sind nur 41 Euro auf die Treibstoffzuschläge zurückzuführen.

Bei manchen Airlines, darunter Alaska Airlines, Flybe, LAN und TAM werden sogar gar keine Treibstoffzuschläge fällig. Bucht man über den Executive Club einen Prämienflug mit diesen Airlines, zahlt man also nur echte Steuern und Gebühren und keine Treibstoffzuschläge.

Auf LAN Prämienflügen werden keine Steuern und Gebühren fällig
Auf TAM Prämienflügen werden keine Steuern und Gebühren fällig

Auch American Airlines gehört eigentlich zu den Airlines, die keine Treibstoffzuschläge erheben. Aufgrund des transatlantischen Joint Ventures mit British Airways, Iberia und Finnair, muss man diese auf Transatlantikflügen aber dennoch erwarten. Wer dagegen einen American Airlines Flug innerhalb von Nordamerika oder von Nordamerika nach Asien mit Avios bucht, bleibt von den Zuzahlungen verschont. Einen Sonderfall stellt außerdem Qantas dar, welche jahrelang recht hohe Zuzahlungen gefordert hat, sich mittlerweile aber fast auf allen Strecken von Treibstoffzuschlägen verabschiedet hat. Eine der wenigen Ausnahmen sind Flüge ab London (das einzige Ziel von Qantas in Europa). Hier muss man nachwievor mit einer YQ-Zuzahlung von über 100 Euro rechnen.

Zwischenfazit: Durch die Wahl der richtigen Airline kann man Avios mehr oder weniger weltweit einlösen ohne Treibstoffzuschläge zu entrichten. Dies ist definitiv die einfachste und beste Strategie um den Gegenwert von Avios zu maximieren. Es gibt allerdings noch eine weitere Möglichkeit…

Executive Club Steuern und Gebühren vermeiden – Wahl des Abflugortes

Neben der Airline hat aber noch ein weitere Faktor Einfluss auf die Treibstoffzuschläge – nämlich der Abflugort. Einige Länder, wie Brasilien, Japan, Hongkong und die Philippinen untersagen diese nämlich gesetzlich oder beschränken zumindest deren Höhe. Um von diesen Gesetzgebungen Gebrauch machen zu können, muss allerdings der Abflug in diesem Land erfolgen. Beispiel: Während ein Prämienflug mit British Airways von London nach Rio de Janeiro und zurück 403€ Zuschläge nach sich zieht, entfallen diese auf dem Ticket Rio – Frankfurt – Rio komplett, da Brasilien die Zuschläge gesetzlich untersagt. Übrig bleiben nur die zu entrichtenden Flughafensteuern etc, wie an den beiden folgenden Screenshots schön zu erkennen ist.

Wer mit British Airways von London nach Brasilien und zurück fliegt, zahlt hohe Treibstoffzuschläge
Wer einen Flug in Brasilien antritt, zahlt keine Treibstoffzuschläge. Abgaben werden nur für Flughafengebühren und Sicherheitsgebühren fällig.

Auch auf British Airways Onewaytickets mit Abflug in Japan, Hongkong bzw. Brasilien lässt sich dies schön erkennen. In allen Fällen betragen die Zuzahlungen weniger als 100€, was auf die Abwesenheit von Treibstoffzuschlägen zurückzuführen ist (Achtung: Oft werden die Steuern und Gebühren erst in der Zahlungsübersicht korrekt angezeigt.)

Nun kann zugegebenermaßen nicht jeder etwas mit einem Flug von Japan nach London anfangen, ohne vorher dorthin geflogen zu sein. Die meisten wollen ihre Reise ja vermutlich in Deutschland bzw. Europa beginnen. Jedoch kann man auf ähnliche Weise auch die Zuzahlungen auf einem Returnflug reduzieren. Dazu bucht man den gewünschten Flug einfach als zwei Oneways. Aus ca. 386€ Zuzahlungen für den British Airways Economy Flug London – Hongkong – London werden dann zum Beispiel ca. 245€ für London – Hongkong und nur 35€(!) für Hongkong – London. In Summe hat man immerhin gut 100€ gespart.

Wo findet man die Angaben zu Steuern und Gebühren?

Möglicherweise fragt ihr euch wo man die Höhe und Aufschlüsselung der Zuzahlung für einen Prämienflug herausfinden kann, um zu ermitteln welchen Anteil der YQ ausmacht. Dies hängt von der Airline ab, mit der ihr fliegen möchtet. Ist diese online über die Executive Club Suche buchbar, kann man sich die Steuern und Gebühren während der Buchung einfach aufschlüsseln lassen. Dazu klickt man in der Preisübersicht einfach auf  das kleine Infosymbol:

British Airways Executive Club Steuern und Gebühren aufschlüsseln

Es öffnet sich ein neues Fenster, das die Zuzahlungen in die einzelnen Bestandteile aufteilt.

British Airways Executive Club Steuern und Gebühren aufschlüsseln

Neben dem echten Steuern und Gebühren („Gesamte Regierungs-, Behörden- und Flughafenzuschläge“) in Höhe von 19,57€, findet man auf diesem Ticket (Tokio – Seoul mit Japan Airlines) auch noch 4,96€ von der Fluggesellschaft auferlegte Zuschläge, welche wir umgangssprachlich oft als Treibstoffzuschläge oder YQ bezeichnen.

Natürlich findet man diese Information auf der BA Seite nur für die Airlines, die sich online über die Executive Club Webseite buchen lassen. Dies sind die weiter oben mit einem Sternchen markierten Airlines. Doch auch bei den restlichen Airlines kann man sich mit einem Trick vorher einen Überblick über die Steuern und Gebühren verschaffen: ITA Matrix.

Höhe der Steuern und Gebühren selbst ermitteln mit der ITA Matrix

Wer herausfinden möchte, wie hoch die Steuern und Gebühren auf einem Executive Club Prämienticket mit einer der Partnerairlines sind und dafür nicht die Executive Club Hotline bemühen möchte, benutzt dafür am besten die ITA Matrix, eine Flugsuchmaschine von Google (ITA Matrix Anleitung – Teil 1: Die Grundlagen). Wer dort nach einem Flug sucht, kann sich die Steuern und Gebühren für einen Flug im Detail aufschlüsseln lassen. Wenn wir dort zum Beispiel nach einem Flug mit Cathay Pacific von Frankfurt nach Hongkong suchen, bekommen wir folgendes Ergebnis:

Unter den Bestandteilen ist der Posten „CX YR surcharge“ zu finden, welcher am Kürzel YQ bzw. YR zu erkennen ist. Das heißt Cathay Pacific erhebt auf diesem Flug Treibstoffzuschläge in Höhe von 41,11€. Bucht ihr genau diesen Flug über den Executive Club, müsst ihr genau die aufgeführten Steuern und Gebühren inkl. des Treibstoffzuschlags neben den eingelösten Avios für euren Prämienflug zahlen. Diese summieren sich auf insgesamt 126,14€ (= 9,56€ + 33,48€ + 41,99€ + 41,11€). Irrelevant für eure Prämienflugbuchung ist dagegen die eigentliche Basisfare des Tickets (Fare 1), denn diese wird bei einem Prämienticket quasi durch die Avios ersetzt.

Wie sammelt man Avios?

Der British Airways Executive Club ist in Deutschland natürlich längst nicht so stark mit Partnern vertreten, wie es beispielsweise bei Miles & More der Fall ist. Trotzdem ergeben sich auch für deutsche Vielflieger und Meilensammler zahlreiche Möglichkeiten Avios abseits von Flügen mit den oneworld Airlines zu sammeln.

Avios kaufen

Sowohl der Executive Club als auch Iberia Plus bieten über ihre Webseite die Möglichkeit Avios zu kaufen. Dabei kostet ein Avios in Abhängigkeit von der Anzahl gekaufter Avios im Schnitt 1,8 bis 3,6 Cent. Wer möchte, kauft bis zu 300.000 Avios pro Jahr. Bei diesem Preis lohnt sich der Kauf allerdings nur in den wenigsten Fällen. Deutlich lohnender ist es Avios während einer der mehrmals im Jahr angebotenen Promoaktionen zu kaufen. Dann sind nämlich auch Preise von im besten Fall 1,2 Cent/Avios möglich. Auch die Portale Groupon und Ventee Privee verkaufen immer mal wieder Avios. Mehr Infos gibt es in den folgenden Artikeln:

Avios sammeln mit den deutschen American Express Kreditkarten

Wer an einer etwas langfristigeren Strategie Avios zu sammeln interessiert ist, sei auf die deutschen American Express Kreditkarten verwiesen. Mit diesen sammelt man zunächst die sogenannten Membership Rewards Punkte. Für jeden Euro Umsatz erhält man 1 Membership Rewards Punkt. Da die Punkte im Verhältnis 5 zu 4 zu insgesamt einem Dutzend Vielfliegerprogrammen übertragbar sind, sammelt man auf diese Weise umgerechnet 0,8 Avios oder alternativ zum Beispiel 0,8 Flying Blue, EuroBonus oder Skywards Meilen. Bucht man den optionalen Membership Rewards Turbo hinzu, sammelt man sogar 1,5 Membership Rewards Punkte bzw. 1,2 Avios je 1€ Umsatz. Für die meisten American Express Kreditkarten gibt es außerdem einen Willkommensbonus für Neukunden. Für den Abschluss der American Express Gold, der aus meiner Sicht besten Kreditkarte für Meilensammler auf dem Deutschen Markt, bekommt ihr beispielsweise bis zu 20.000 Membership Rewards Punkte, die sich in 16.000 Avios umwandeln lassen. Alle wichtigen Infos zu den American Express Kreditkarten findet ihr in dieser Übersicht:

Meilen sammeln mit den American Express Kreditkarten – Alle Infos, Tipps und Tricks

Executive Club Steuern und Gebühren – Fazit

Treibstoffzuschläge bzw. Carrier Imposed Surcharges sind nicht ohne Grund ein ständiges Diskussionsthema bei Vielfliegern und Meilensammlern. Hunderte Euro Zuzahlung können einem das Einsetzen von Meilen schnell vermiesen. Doch die Situation ist nicht hoffnungslos. Wer im Executive Club Steuern und Gebühren vermeiden möchte, nutzt einfach eine der oben vorgestellten Strategien. Insbesondere im Ausland ergeben sich zahlreiche Möglichkeiten kostengünstig Avios einzulösen, ob es nun australische Inlandsflüge mit Qantas oder inneramerikanische Flüge mit American Airlines sind…

Zum weiterlesen:

Alle Artikel im Executive Club Tutorial...

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2 Kommentare

  1. Noch günstiger fliegt man mit Cathay Pacific ab Zürich. Hab nur 30000 Avios und 57€ Gebühren für einen oneway Flug nach Hong Kong bezahlt.

    • Hey Peter,
      ja ein Abflug aus der Schweiz ist generell ein guter Tip! Allerdings beträgt auch in Zürich der Treibstoffzuschlag 41€, ist also genauso hoch wie bei Abflug in Deutschland. Dass es insgesamt trotzdem günstiger ist, hängt damit zusammen, dass die echten Steuern und Abgaben in der Schweizer niedriger sind. So muss man z.B. die deutsche Luftverkehrabgabe nicht zahlen…

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