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10. Januar 2020 Kai 0 News

Flugzeugabsturz über Iran – auch Lufthansa reagiert

Nach dem Absturz einer Passagiermaschine der Ukraine International Airlines auf dem Flug PS752 kurz nach dem Start vom Flughafen der iranischen Hauptstadt Teheran nehmen die Spekulationen über einen möglichen Abschuss der Maschine durch iranische Luftabwehrraketensysteme weiter zu. Nun hat neben vielen anderen internationalen Airlines auch die deutsche Lufthansa reagiert: Man holte eine Maschine auf dem Weg nach Teheran zurück und umfliegt ansonsten den iranisch/irakischen Luftraum.

Flugzeugabsturz über Iran: Die Untersuchungen

Seit am 08.01.2020 um kurz nach sechs Uhr Ortszeit 179 Menschen beim noch ungeklärten Absturz ums Leben kamen, werden die Spekulationen über einen versehentlichen Abschuss durch die iranische Luftabwehr vor allem von den USA befeuert, während der Iran sich sehr schnell auf einen technischen Defekt an den Triebwerken als Absturzursache fokussierte. Obwohl man angesichts der politischen Spannungen in der Golfregion keine vorschnellen Schlüsse ziehen sollte, spricht die derzeitige Faktenlage tendenziell offenbar eher für ein von außen auf das Flugzeug einwirkendes Ereignis. Die Untersuchungen zu dem Unfall werden nach dem Chicagoer Abkommen über die internationale Zivilluftfahrt federführend von dem Land übernommen, in dessen Luftraum sich das Unglück ereignet hat – in diesem Fall also vom Iran. Experten aus dem Ursprungsland der Maschine (Ukraine) sowie der US-Untersuchungsbehörde NTSB als dem Vertreter aus dem Produktionsland der Maschine sind nach den Regularien des Chicagoer Abkommens ebenfalls an der Untersuchung zu beteiligen. Der Iran hat zudem angekündigt, Experten aus Schweden und Kanada ebenfalls an den Untersuchungen teilhaben zu lassen, weil zehn der Opfer schwedische und 63 Opfer kanadische Staatsbürger waren.

Lufthansa lässt Flugzeug umkehren

Die Absturzursache ist natürlich für andere Airlines ebenfalls immens wichtig, denn während technische Ursachen keinen unmittelbar lokalen Bezug hätten und im Zweifel überall auf der Welt auftreten können, wäre ein Abschuss im iranischen Luftraum eine gänzlich neue Sicherheitslage, auf die die Airlines mit Anpassung ihrer Flugpläne und -routen reagieren müssten.

Nachdem die deutsche Lufthansa die Flüge nach Teheran aufgrund der iranischen Vergeltungsmaßnahmen gegen US-Ziele im Irak und der damit verbundenen Sorge um eine Ausweitung des Konflikts erst am Vortag vorsorglich ausgesetzt hatte, war die Route am 09.01.2020 mit Flug LH600 wieder aufgenommen worden. Als jedoch während des Flugs die Informationen über einen möglichen Abschuss als Absturzursache konkreter wurden, handelte Lufthansa umgehend und ließ die bereits in der Luft befindliche Maschine umkehren. Auch am heutigen Tag, dem 10.01.2020 werde der Flug nach Teheran ausgesetzt. Für die folgenden Tage werde man die Sicherheitslage genau im Blick behalten und dann neu entscheiden. Die Sicherheit der Passagiere und des Personals habe aber immer Vorrang, erklärte ein Lufthansa-Sprecher. Auch Flüge in den Nordirak nach Erbil wurden für den Moment von der Lufthansa gestrichen.

Bei allen anderen Flügen als dem LH600 in die iranische Hauptstadt habe die Lufthansa den iranischen und irakischen Luftraum ohnehin schon gemieden. Hiervon betroffen sind vor allem “eine Handvoll” Flüge nach Indien, die umgeroutet werden müssten. Hier müsse mit einer Verspätung von zehn bis fünfzehn Minuten gerechnet werden.

Auch andere Airlines reagieren

Natürlich beobachten auch andere Airlines die Situation in der Golfregion sehr genau: Die US-Luftfahrtaufsicht FAA hatte schon vor dem Absturz sämtlichen US-Airlines den Überflug über die gesamte Golfregion, also neben dem Irak und Iran auch den Persischen Golf und den Golf von Oman, verboten. Auch das europäische Pendant, die europäische Flugaufsicht (EASA), erklärte, man empfehle aktuell, den irakischen und iranischen Luftraum zu meiden. Neben der Lufthansa haben auch Air France und die niederländische KLM bereits angekündigt, den betreffenden Luftraum zu umfliegen.

Weltweit meiden auch viele weitere Airlines die Gefahrenzone, wie Air Canada, Singapore Airlines oder die australische Qantas. Qantas muss dabei auf seinen Flügen von Perth nach London das Passagieraufkommen verringern, um genügend Treibstoff für den 40 bis 50 Minuten längeren Flug laden zu können (hier gibt es eine Aufstellung über die einzelnen Reaktionen der Airlines). Korean Airlines, ANA, Japan Airlines sowie THAI Airways erklärten, dass sie den Luftraum schon vor der jüngsten Eskalation gemieden hätten. Ähnlich äußerten sich Air India und Cathay Pacific. Emirates und die Billigtochter Flydubai haben Flüge von und nach Bagdad gestrichen, fliegen aber die irakischen Provinzen Basra und Nadschaf weiter an. Auch russische Behörden haben den dort beheimateten Airlines geraten, die gesamte Golfregion im Moment großräumig zu umfliegen. Die ukrainische Flugsicherheit hat ihren Airlines Flüge über den Iran verboten. Lediglich der aserbaidjanische Billigflieger Buta Airways erklärte, seine täglichen Flüge nach Teheran wie gewohnt fortsetzen zu wollen.

Im Bundesverkehrsministerium hieß es unterdessen, eine behördliche Empfehlung für in Deutschland ansässige Airlines werde noch beraten. Die Deutsche Flugsicherung hatte bereits am 06.01.2020 eine Sicherheitswarnung wegen des Risikos von Militäroperationen ausgesprochen.

Flugzeugabsturz über Iran: Fazit

So schlimm und verheerend jedes Flugzeugunglück natürlich ist, werden die Auswirkungen auf den internationalen Flugplan anders als beim Absturz der Boeing 737-MAX oder bei der Schließung des pakistanischen Luftraums vermutlich überschaubar bleiben. Dies kann sich aber natürlich abhängig vom Verlauf der Untersuchungen auch schnell ändern. Insofern sollte jeder, der in näherer Zukunft Richtung Asien oder Australien fliegt, den Fortgang der Untersuchungen im Auge behalten und für etwaige Umsteigeverbindungen genug Zeit einzuplanen.

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