air namibia
06. Februar 2021 Markus 0 News

Letzte Chance vom Staat für Air Namibia?

Dass neben South African Airways auch die Staatsairline des Nachbarlandes, Air Namibia (SW), finanziell stark angeschlagen ist, ist seit Monaten publik. Letzten Sommer wirkte es so, als hätten die Behörden genug und wären bereit, die Air Namibia zu liquidieren. Doch eine allerletzte Chance scheint die Air Namibia noch einmal zu bekommen. Ob sie diese nutzt?

Denn schon in den vergangenen 10 Jahren musste die namibische Regierung rund 8,4 Milliarden NAD an Staatshilfe in die Air Namibia pumpen. Das entspricht ungefähr 470 Millionen EUR. Und offenbar kann sich das Kabinett erneut vorstellen, nochmals Geld in den defizitären Carrier zu schießen. Doch sind die Überlebenschancen des Flagcarriers gestiegen? Dagegen spricht die Information, dass 15 von 19 Strecken der Air Namibia nicht rentabel sind. Unrühmlicher Spitzenreiter ist offenbar die einzige interkontinentale Strecke zwischen der Hauptstadt Windhuk und Frankfurt. Aber auch andere Routen innerhalb des südlichen Afrikas sind defizitär. Im Sommer 2019 warfen einzig die Flüge zu den Victoria Falls und ins südafrikanische Durban Gewinn ab. Gerne wollte die Regierung Namibias auch ausländische Investoren bzw. Airlinepartner ins Boot holen, die sich an der SW beteiligen. Doch dieses Vorhaben scheiterte bisher. Erst kürzlich gaben die Lufthansa und die SWISS den Start einer Kooperation mit der südafrikanischen Airlink bekannt. Airlink hat ebenfalls sein Streckennetz über das südliche Afrika gespannt und wird zukünftig die Anschlussflüge von LH- und LX-Kunden durchführen.

Warum entschied sich der namibische Staat also für ein „Weiter so“? Vermutlich aus Mangel an Alternativen. Denn laut „The Namibian“ hat die Regierung die Möglichkeit einer Liquidierung der Air Namibia und einer anschließenden Neugründung einer neuen Fluglinie durchkalkuliert. Das Ergebnis: Eine Neugründung und die Implementierung eines neuen Business Plans würde wohl mehr als 7 Milliarden NAD kosten. Einigkeit herrscht in Namibia definitiv nicht. Offenbar hat sich die Regierung mit dem Aufsichtsrat der Air Namibia überworfen. Dieser trat mittlerweile geschlossen zurück. Das Chaos scheint perfekt. Doch irgendwie muss man aus dieser Schleife auch herauskommen, sonst spielt man dieses Spiel in Windhuk noch Jahre lang.

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