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23. April 2020 Kai 0 News

Lufthansa baut A330 zu Frachtflugzeugen um

Mit dem Zusammenbruch des internationalen Flugverkehrs, den wir in den letzten Wochen erlebt haben, ist nicht nur der Passagierverkehr zum Erliegen gekommen sondern es sind auch relevante Kapazitäten im Frachtverkehr verloren gegangen, denn jedes Passagierflugzeug – insbesondere auf der Langstrecke – transportiert neben dem Gepäck auch Frachtgut im Laderaum. Da nach Schätzungen von Experten so 50% der Frachtkapazität weggefallen sind, rüsten viele Airlines Teile ihrer Langstreckenflotte zu Not-Frachtflugzeugen um. So auch Lufthansa, die diese Woche vier A330-300 für den dauerhaften Frachteinsatz umgebaut haben.

Neues Geschäftsfeld für Lufthansa Technik?

Lufthansa hatte in den vergangenen Wochen bereits den A330 provisorisch für Frachteinsätze genutzt und medizinische Transporte aus Shanghai durchgeführt, wie Lufthansa Technik mitteilt. Dabei wurden volle Kartons einfach auf die Sitze gestellt. Das ist natürlich lange nicht so ergiebig, wie eine leere Kabine, die zusätzlich zum Frachtraum noch beladen werden kann. So wurden von Lufthansa Technik, der Wartungssparte des Lufthansa-Konzerns, in dieser Woche gleich vier A330 innerhalb von 36 Stunden für den dauerhaften Einsatz im Frachtverkehr umgerüstet und die erforderlichen Ausnahmegenehmigungen beim Luftfahrtbundesamt erwirkt. Eine stolze Leistung, wenn man bedenkt, dass für eine solche Umrüstung mehr erforderlich ist als der Ausbau der Sitzreihen. So muss beim Passagierverkehr z.B. die Sauerstoffversorgung an jedem einzelnen Sitzplatz gewährleistet sein, während für den Frachtverkehr umfangreiche Feuerschutzmaßnahmen ergriffen werden müssen. Im Ergebnis kann ein umgebauter A330-300 jetzt 37 Tonnen Fracht zuladen.

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Lufthansa A330-300 wird zu Frachtflieger umgebaut, © Lufthansa Technik

Zugelassen sind die Flieger für medizinische Transporte. Natürlich sind diese Not-Frachtflugzeuge keine vollwertigen Frachtflieger, so hat der Boden einer Passagierkabine andere Ladelimits als ein Frachtflieger und auch das Beladen an sich ist aus Mangel an technischen Einrichtungen für die Beladung improvisierter. Doch angesichts der weiterhin hohen Nachfrage nach Frachtkapazitäten müssen eben kurzfristige Lösungen her, die Lufthansa Technik auch anderen Airlines anbietet. Um schnell handeln zu können, bereitet Lufthansa Technik deshalb Musterzulassungen für alle gängigen Flugzeugtypen vor.

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Lufthansa A330-300 mit Fracht beladen, © Lufthansa Technik

Die umgebauten Flugzeuge werden auf der Strecke von Frankfurt nach Shanghai mit zwei täglichen Verbindungen und Frankfurt nach Peking mit einer täglichen Verbindung eingesetzt. Von München fliegen dazu noch täglich ein A350 nach Shanghai und einer nach Peking. Hier ist aber offenbar kein dauerhafter Umbau geplant. Auch Austrian Airlines setzt Passagierflugzeuge für den Güterverkehr ein. Hierfür werden Flugzeuge der Typen Boeing 767-300 und Boeing 777-200 eingesetzt. Bereits Mitte März hatte Lufthansa darüber nachgedacht, seine Boeing 747 für den Frachtverkehr einzusetzen.

Lufthansa baut A330 zu Frachtflugzeugen um – Fazit

Der Anteil, den der Passagierverkehr mittels Zuladung am weltweiten Frachtverkehr hat, ist vermutlich oft unterschätzt worden. Tatsächlich wird dies erst jetzt klar, wo diese Frachtkapazitäten zu über 90% weggefallen sind. Da der Bedarf an Warenlieferungen besonders nach Wiederanlaufen der Produktion in China besonders groß war, hat Not- und Zwischenlösungen für den Frachtverkehr notwendig gemacht. Da absehbar ist, dass der Passagierverkehr noch für eine ganze Weile nicht wieder auf das Niveau vor Corona zurückkehren wird, ist es folgerichtig, dass Lufthansa hier nun mit dem Umbau von Langstreckenfliegern für den Warentransport eine mittel- bis langfristige Lösung anstrebt.

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