Austrian Airlines A319 Kabine
04. Januar 2022 Markus 2 News

Weitere Verschärfung der Slotregelung – Lufthansa drohen tausende Leerflüge im Sommer

Die EU-Kommission hat bereits für den laufenden Winterflugplan 21/22 die Slotregelung verschärft und wird dies für den Sommerflugplan 2022 ein weiteres Mal tun. Das kommt bei den europäischen Fluglinien, wie Lufthansa, gar nicht gut an und die Airlines befürchten, tausende Leerflüge durchführen zu müssen, um ihre Slots behalten zu können.

64 Prozent der Slots müssen ab März genutzt werden

Im aktuellen Winterflugplan 21/22 müssen Fluggesellschaften mindestens 50 Prozent ihrer Start- und Landerechte an den stark frequentierten Flughäfen nutzen, sonst verfallen diese und können neu vergeben werden. Die EU begründet die Verschärfung der Slotregelung mit der Erholung des Luftverkehrs im Laufe des Jahres 2021 und einer günstigen Prognose für 2022. So geht Eurocontrol (Europäische Organisation zur Sicherung der Luftfahrt) davon aus, dass das Passagieraufkommen in diesem Jahr wieder rund 89 Prozent des Vorkrisenniveaus erreichen wird. Deshalb hat die EU-Kommission Mitte Dezember 2021 beschlossen, die Anforderungen zur Sloterhaltung erneut zu erhöhen. Fluggesellschaften müssen ab März (Beginn des Sommerflugplans) 64 Prozent ihrer Slots nutzen, um die historischen Rechte an diesen Zeitnischen zur Start und Landung zu behalten. Normalerweise müssen 80 Prozent genutzt werden. Im Frühjahr 2020 entschied die Europäische Union die Aufweichung dieser Regelung aufgrund einer Ausnahmesituation.

Lufthansa drohen tausende Leerflüge

Airlines, wie die Lufthansa Group, kritisieren die Erhöhung der Anforderungen. Wegen der geringen Nachfrage hat der Konzern bereits 33.000 Flüge in diesem Winter gestrichen. Die Zahl wäre höher ausgefallen, wenn nicht mindestens 50 Prozent der Slots genutzt werden müssten. Stattdessen werden Leerflüge, auch Geisterflüge, bzw. fast leere Flüge von den Fluggesellschaften durchgeführt, um die wertvollen Start- und Landerechte nicht zu verlieren. Gegenüber der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“ erklärte Lufthansa-Chef Carsten Spohr, dass man im Winter rund 18.000 Leerflüge durchführen müsste. Während des Sommerflugplans droht ein ähnliches Szenario. Zwar wird die Nachfrage aller Voraussicht wieder steigen, aber auch die 64 Prozent der Slots müssen genutzt werden. Die EU-Kommission verteidigt ihre Entscheidung. In ihrer Pressemeldung ist zu lesen:

„Die bisherige Erholungsrate des Luftverkehrs zeigt, dass sich der Luftverkehr trotz des Auftretens neuer Stämme (z. B. Delta) stetig erholt hat.“

Laut Adina Valean, EU-Kommissarin für Verkehr, beobachte man die Situation genau und könne schnell handeln, wenn nötig.

Was ist ein Slot und warum sind Slots so wichtig?

Ein Slot ist eine Zeitnische, die Airlines zum Starten und Landen ihrer Flugzeuge an einem Flughafen zur Verfügung gestellt wird. Die Anzahl der zu verteilenden Slots an einem Flughafen ist u.a. abhängig von der Anzahl der Start- und Landebahnen, der Kapazität der Passagier- sowie Flugzeugabfertigung und der möglichen Betriebszeit des Flughafens. Diese Slotkapazität wird in Koordinierungseckwerten angegeben, die praktisch die maximale Anzahl an planenden Start- und Landungen (=Flugbewegungen) innerhalb einer Stunde darstellen. Im Frühjahr 2020 betrug der Koordinationseckwert für den Frankfurter Flughafen 104 Flugbewegungen pro Stunde. Trifft dieser limitierende Koordinationseckwert auf eine zu hohe Nachfrage, müssen die Slots beantragt und von einem Koordinator vergeben werden. In Europa ist die Slotvergabe durch EU-Verordnungen geregelt.

Grundsätzlich gilt: Wenn eine Airline den jeweiligen Slot mindestens zu 80 Prozent nutzt ( 80/20-Regel), behält sie das Vorrecht auf diesen Slot. Das Vorrecht auf diese „historischen“ Slots hat zwei Vorteile für die Airlines: Zum Ersten ermöglicht es eine stabile und verlässliche Planung des eigenen Flugangebots und zum Zweiten erschwert es den Einstieg oder Expansion von Mitbewerbern, wenn die meisten bzw. besten Slots an einem Flughafen schon vergeben sind.

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