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10. November 2019 Benedikt 2 News

Miles & More erfindet sich neu – Änderungen bei der Statusvergabe und -Dauer

Bereits vor knapp 2 Wochen haben wir aufgrund eines Hinweises von einem unserer Leser über eine Änderung der Statusvergabe bei Miles & More ab 2021 berichtet (Plant Miles & More Änderungen bei der Vergabe von Statusmeilen zum 01.01.2021?). Inzwischen hat sich dieses Gerücht mehr und mehr gefestigt, wenn auch ohne konkrete Statements von Seiten der LH oder M&M, jedenfalls bis gestern. Offenbar hat man Briefe an einige HONs verschickt mit vagen Angaben über die Zukunft der Statusvergabe bei Miles & More…

Der letzte Stand der Dinge war eine kleine Infobox auf der englischsprachigen Miles & More Seite von LOT, in der Folgendes zu lesen war:

“Please note the programme changes for earning status miles taking effect on 1.1.2021.”

Besonders angeheizt wurden die Spekulationen dadurch, dass der Joint Venture Partner United erst kurz zuvor ein neues System zur Statusvergabe eingeführt hat, wobei der zu erreichende Status abhängig vom Umsatz ist. Wir alle kennen wohl die nach wie vor bestehenden Probleme von der Umstellung der Prämienmeilen vom distanzbasierten System auf das umsatzbasierte. Selbst nach über 1,5 Jahren ist man bei Miles & More offenbar nicht im Stande, dass die Meilengutschrift automatisch und zeitnah erfolgt. Mit einer solchen Aussicht auf die Statusvergabe gab es wohl zu recht einige Befürchtungen wo das nur Enden wird.

Nun sieht es so aus, als ob es erste Hinweise in Form eines Briefes an HON-Circle Member gibt. Der User MichielR hat im Flyertalk ein Bild gepostet, in dem es um die bevorstehenden Änderungen geht.

Erster Teaser zu den bevorstehenden Änderungen
Erster Teaser zu den bevorstehenden Änderungen

Der Brief wirkt glaubwürdig, denn MichielR ist nicht der Einzige, der ihn bekommen hat. So berichtet auch ein User im VFT von einem solchen Brief, und wir von meilenoptimieren.com haben eine Einladung für ein morgen in Frankfurt stattfindendes Event erhalten, in dem es offensichtlich um dieses Thema gehen soll (wir werden leider nicht daran teilnehmen können, werden aber dennoch unser Bestes geben, euch die Informationen zeitnah zur Verfügung zu stellen).

Widmen wir uns nun einmal den einzelnen Punkten und schauen uns im Detail an, was sie genau bedeuten könnten.

Miles & More erfindet sich neu – Weg mit Statusmeilen

Bereits vor einigen Wochen, noch vor dem Leak bei LOT, gab es in der Miles & More App einen kurzen Hinweis, der ein erster Indikator für die anstehenden Änderungen war:

“Für Flüge in 2021 oder später wird das Ergebnis auf Ihrem Kontoauszug in Punkten ausgewiesen.”

Nun wird in obigem Schreiben offenbar genau das bestätigt. Ab dem 01. Januar 2021 werden Statusmeilen durch ein Punktesystem ersetzt. Sehr präzise ist das noch nicht, und lässt nach wie vor viel Spielraum für Spekulationen. Bei Statuspunkten fallen uns sofort zwei Möglichkeiten ein:

  • Der British Airways Executive Club ist wohl das prominenteste Beispiel im Hinblick auf ein punktebasiertes System. Jede Destination befindet sich in einem gewissen Distanzband, und anhand dieses Distanzbands werden sogenannte Tierpoints vergeben. Kurze Strecken geben je nach Buchungs- und Reiseklasse zwischen 5 und 40 Tierpoints, Langstrecken geben bis zu 240 Tier Points, und anhand dieser Tierpoints wird der Status vergeben. Hierbei ist es nach wie vor möglich ein statusoptimiertes Routing zusammenzustellen, beispielsweise durch mehrere innereuropäische Umstiege und Layover im Osten der USA anstatt eines Direktfluges von London nach Los Angeles. Mehr Details zum Status bei British Airways findet ihr hier.
  • Statuspunkte als Kriterium basierend auf dem Umsatz, so wie es United neuerdings handhabt. Für jeden ausgegeben Euro gibt es eine festgelegte Anzahl Statuspunkte, unabhängig davon welche Reiseklasse ihr bucht und wie lang der Flug ist. Damit wäre Miles & More ein Vielzahlerprogramm und hätte nicht mehr viel mit dem Wort “Fliegen” zu tun.

Eine dritte Option, die ich zwar für nicht sehr wahrscheinlich halte, aber dennoch interessant finde, ist Christophs Sicht der Dinge: Die Vergabe von Statuspunkten nach Zonen, aber im Gegensatz zum Executive Club spielt hier das Routing keine Rolle mehr, und lediglich Start- und Zielort sind von Relevanz. Ob ihr also direkt fliegt oder zwei bis drei Layover macht ist irrelevant und die Anzahl der Statuspunkte bleibt die Gleiche.

Ich selbst hoffe natürlich auf Option 1, die Statusvergabe analog zum Executive Club, und sehe die Chancen hier auch bei 60:40. Ob man sich eine Statusvergabe mit dem Umsatz als Kriterium wirklich erlauben kann bei den derzeitigen Problemen (alte Hardware, Streiks, Prämienmeilen…) halte ich für zweifelhaft, und das würde man wohl auch zu spüren bekommen. Vor allem über den Atlantik sind die Alternativen mittlerweile ziemlich umfangreich, aber auch in Richtung Asien lässt sich problemlos ein Bogen um die Lufthansa machen. Und auch die Alternativen zu Miles & More sind durchaus vorhanden, fallen mir hier auf die schnelle der Asiana Club, Aegean Miles + Bonus oder SAS Eurobonus ein.

Miles & More erfindet sich neu – Flüge mit der LH-Gruppe stehen im Fokus

Die Bindung der eigenen Vielflieger an die Lufthansa Gruppe hat man sich offenbar zur Aufgabe gemacht und bezieht dies in die Statusvergabe mit ein. Dieser Punkt spricht aus meiner Perspektive gegen eine umsatzbasierte Vergabe. Denn ebenso wie bei United, und auch bei den eigenen Prämienmeilen, zahlt es sich derzeit vor allem aus “fremd zu gehen” und die Tickets auf fremden Ticketstock und Metall zu buchen, denn hier gibt es nach wie vor Meilen nach altem System, bzw. im Falle von United werden die Umsätze als Prozentsatz der geflogenen Distanz berechnet. Dadurch wird man meist besser gestellt wenn man keine Full-Fare Tickets bucht, sondern günstige Tarife in höheren Reiseklassen nutzt.

In welcher Form die Begünstigung für Flüge auf eigenem Metall ausfällt bleibt abzuwarten, aber eine höhere Anzahl an Statuspunkten auf eigenem Metall (zum Beispiel 50 anstatt 40 Punkte auf Deep-Discount Economy Class Flügen nach Nordamerika mit der LH-Gruppe gegenüber United) wäre hier erdenklich.

Miles & More erfindet sich neu – Status auf Lebenszeit

Dies ist wohl der einzige Punkt, der einen positiv aufhorchen lässt. Bisher gibt es nur einen Senator Status auf Lebenszeit, welcher frühestens ab dem 60. Lebensjahr nach Ermessen vergeben wird. Neu soll es offenbar sowohl den Frequent Traveller Status als auch Senator Status auf Lebenszeit geben, und dieses Mal hoffentlich ohne Altersdiskrimierung. Aufgrund der neuen Kriterien zur Statusvergabe masse ich es mir nicht an, hier irgendwelche Schätzungen abzugeben, aber vergleichbar mit anderen Vielfliegerprogrammen wie United Mileage Plus (1.000.000 geflogene Meilen) oder SAS Eurobonus (10 Jahre durchgehend Status) wird es wohl sein, wenn nicht sogar darüber.

Miles & More erfindet sich neu – Verkürzte Statusgültigkeit

Bisher war ein Status bei Miles & More mindestens 2 Jahre gültig (je nach Erreichung des Status sogar bis zu 4 Jahre), und zur Requalifikation musste man nur in einem der beiden Jahre mit Statusgültigkeit die erforderlichen Meilen erfliegen. Viele Vielflieger haben ihr totes Jahr offenbar dazu genutzt einen Status in einem anderen Vielfliegerprogramm zu erfliegen und haben dadurch die Lufthansa und/oder Miles & More gemieden. Da das natürlich nicht im Sinne eines Kundenloyalitätsprogramms sein kann, hat man sich wohl dazu entschieden die Statusgültigkeit zu reduzieren und diesen nur noch für mindestens ein Jahr zu vergeben. Ich vermute, dass das analog läuft wie bisher, also dass der Status bei Erreichen im Juni 2021 seine Gültigkeit bis Ende Februar 2023 hat.

Im Hinblick darauf werden besonders die neues Kriterien zum Erreichen des Status interessant sein, denn bei verkürzter Statusgültigkeit kann man den wohl am schwersten zu erreichenden Star Alliance Gold Status nicht noch viel schwerer machen.

Miles & More erfindet sich neu – Weg mit Unnötigem Ballast wie den Status Stars

Die Status Stars sind wohl der Inbegriff für unnötige Verkomplizierung eines Vielfliegerprogramms. Als wären umsatzbasierte Prämienmeilen, distanzbasierte Statusmeilen, Select Meilen auf Eigenmetall und Begriffe wie Executive Bonus sowie die verschiedenen Statuslevel mit ihren unterschiedlichen Zeiträumen zur Erreichung nicht schon kompliziert genug für den Normalbürger gibt es auch noch Status Stars, welche keinen wirklichen Zweck erfüllen. Dies hat man wohl ein Stück weit erkannt und will dass System einfacher gestalten. Ob es dabei bei der Entfernung der Status Stars bleibt oder wir noch weitere Änderungen sehen werden bleibt abzuwarten.

Miles & More erfindet sich neu – Fazit

Im Grunde ist alles geschrieben, und das ist schon lang genug, deshalb halte ich mich kurz. Ich bin ehrlich gespannt was die Lufthansa und Miles & More uns morgen für die Zukunft des Programms mitteilen werden, und ob man sich hier wirklich etwas überlegt hat, oder ob man einfach den Ansatz von United übernimmt und den umsatzstärksten Kunden einen Status hinterherwirft.

Danke travel-dealz!

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