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16. September 2020 Markus 0 News

Sanierungspläne: LATAM und Avianca müssen Rückschläge hinnehmen

Die beiden größten Fluggesellschaften Lateinamerikas – LATAM und Avianca – müssen Rückschläge in ihrem Sanierungsplan hinnehmen. In beiden Fällen legten zuständige Gerichte ihr Veto gegenüber der finanziellen Unterstützung von privater oder staatlicher Seite ein.

US-Gericht lehnt Sanierungsplan der LATAM ab

Der zuständige Konkursrichter in New York hat den vorgelegten Sanierungsplan der LATAM Group abgelehnt. LATAM benötigt im Rahmen eines Massedarlehens weitere finanzielle Mittel, um den Betrieb aufrecht zu erhalten. Ein Teil dieser Mittel (Tranche C) soll von den größten Anteilseignern, Qatar Airways und den Cueto- und Amaro-Familien eingesammelt werden. Diese Großaktionäre hätten der LATAM zusammen 1,15 Milliarden USD zur Verfügung gestellt.

Das Gericht äußerte jedoch Bedenken, dass diese Anteilseigner zukünftig bessergestellt werden könnten, als andere Aktionäre. Denn laut dem US-Insolvenzrecht nach Chapter 11 kann LATAM später diese Schulden in (vergünstigte) Anteile umwandeln. In einer reorganisierten LATAM wären diese Aktionäre dann noch stärker als zuvor.

Nach der kolumbianischen Avianca meldete mit LATAM der zweite große Carrier in Südamerika Insolvenz nach Chapter 11 des US-amerikanischen Insolvenzrechts in den USA an. Das amerikanische Insolvenzrecht, das nach dem 11. September bereits viele Unternehmen vor der Pleite gerettet hat, diente dem deutschen Schutzschirmverfahren gewissermaßen als Blaupause. Insolvenz nach Chapter 11 kann jedes Unternehmen beantragen, das in den USA entweder eine Niederlassung oder relevante Vermögenswerte besitzt. LATAM ist in den USA börsennotiert und hat, wie oben erwähnt, dort auch eine Tochtergesellschaft.

Vorerst kein Staatsdarlehen für Avianca

Auch die lateinamerikanische Konkurrentin Avianca muss einen Rückschlag hinnehmen. Denn ein kolumbianisches Gericht hat das Staatsdarlehen der Regierung für die angeschlagene Fluggesellschaft vorerst blockiert. Eigentlich sollte Avianca aus einem staatlichen Fonds finanzielle Unterstützung in Höhe von 370 Millionen USD (ca. 311 Millionen Euro) erhalten. Das Gericht stellte jedoch fest, dass weder die Bedingungen des Darlehens, noch die Garantien klar seien. Eigentlich sollte der Flugbetrieb durch die finanzielle Unterstützung des kolumbianischen Staates gesichert werden, das stieß aber in der Öffentlichkeit auf große Kritik.

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