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07. März 2020 Lisa 1 News

Doch erst ab April – South African Airways streicht München aus dem Flugplan

Das schwer angeschlagene Star Alliance-Mitglied South African Airways (SAA) muss aus Sparmaßnahmen sein Streckennetz auf regionaler und internationaler Ebene zum 29. Februar extrem verkleinern. Auch die Strecke Johannesburg – München, die bislang täglich bedient wird, sollte zum 01. März aus dem Flugplan der SAA gestrichen werden. Diese wurde nun jedoch bis Ende April verlängert…

Update 07.03.2020: Nachdem der Flug der SAA von Johannesburg nach München eigentlich schon zu Ende Februar eingestellt werden sollte, wurde er nun bis Ende April verlängert. Hintergrund: Der South African Airways wurden erst kürzlich erneut Hilfsgelder aus dem Staatshaushalt in Höhe von bis zu 940 Millionen Euro in Aussicht gestellt. Auf der Website der SAA findet man auf der Startseite nun einen Travel Advisory und darunter die folgenden Angaben:South African Airways Muenchen

Noch bis 20. bzw. 21. April soll die Strecke zwischen Johannesburg und München nun doch durchgeführt werden © SAA

Neben der Avianca Brasil und Adria Airways ist die South African Airways nun das dritte Star Alliance-Mitglied, das mächtig ins Straucheln gerät. Die südafrikanische Airline ist schon seit Langem stark verschuldet und hält sich nur noch durch staatliche Finanzierung am Leben, um zumindest den Flugbetrieb aufrecht erhalten zu können. Seit Dezember 2018 steht sie unter Gläubigerschutz. Nun soll das SAA Management bis Ende Februar einen Plan zur Rettung der Fluggesellschaft ausarbeiten. Ein Sonderverwalter teilte bereits mit, schon jetzt „dringende Maßnahmen zur Sicherung der Liquidität“ ergreifen zu wollen. Dies resultiert nun in der starken Dezimierung des Streckennetzes der South African. Deren Billigtochter Mango sei übrigens nicht vom Abbau betroffen.

Fast alle Inlandsflüge eingestellt

Bis auf die Strecke Johannesburg – Kapstadt wird die SAA alle Inlandsflüge ab März 2020 gänzlich einstellen. Doch auch dieser verbleibende Flug soll künftig seltener bedient werden. Komplett wegfallen werden damit die Flüge innerhalb Südafrikas nach Durban, Port Elizabeth und East London. Auch weitere innerafrikanische Verbindungen fallen dem Rotstift zum Opfer: Abidjan (Elfenbeinküste) via Accra, Luanda (Angola), Entebbe (Uganda) und Ndola (Sambia). Erhalten bleiben damit noch die folgenden innerafrikanischen Flüge:

  • Blantyre (Malawi)
  • Dar es Salaam (Tansania)
  • Harare (Simbabwe)
  • Kinshasa (Demokratische Republik Kongo)
  • Lagos (Nigeria)
  • Lilongwe (Malawi)
  • Livingstone (Sambia)
  • Lusaka (Sambia)
  • Maputo (Mosambik)
  • Mauritius (Mauritius)
  • Nairobi (Kenia)
  • Windhoek (Namibia)
kapstadt
Johannesburg – Kapstadt ist die einzige südafrikanische Inlandsstrecke, die erhalten bleibt

Interkontinentales Streckennetz – München wird gestrichen

Auch das Auslandsnetz wird ab März 2020 stark minimiert: die Metropolen Guangzhou, Hongkong und Sao Paulo werden nicht mehr angeflogen. Und auch die bayerische Landeshauptstadt hat es getroffen. South African streicht München ebenfalls, das seit 2007 Teil des Flugplans der SAA war. Frankfurt wird hingegen weiterhin täglich angeflogen – seit neuestem sogar mit dem Airbus A350. Außerdem bleiben die Strecken nach London-Heathrow, Perth, New York und Washington via Accra erhalten. Weitere signifikante Änderungen im Streckennetz seien nicht geplant, denn durch die Dezimierung habe man nun erreicht, dass das Streckennetz nachhaltig sei und sich finanziell lohne.

Weitere Sparmaßnahmen in Aussicht

Die Dezimierung des Streckennetzes reicht allerdings noch nicht aus, um das Überleben der South African Airways zu sichern. Bereits im vergangenen November hatte die Interimschefin angekündigt, dass ca. 18% der Stellen abgebaut werden könnten. Offizielle Aussagen diesbezüglich soll es mit Vorlage des Rettungsplans Ende Februar geben. Darüber hinaus suche man auch nach Sanierungsoptionen bei allen Töchtern oder prüfe sogar den Verkauf derer. Die neuen, versprochenen Gelder der Regierung verschaffen wohl nur kurzfristig Linderung. South African streicht München und ein paar weitere Strecken deshalb nun ca. 8 Wochen später als vorgesehen.

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