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16. Dezember 2020 Markus 5 News

SWISS CEO gegen eine Impfpflicht für Passagiere

Thomas Klühr ist CEO der Lufthansa-Tochter SWISS und wird diese im Januar 2021 verlassen. Dem SRF gab er noch einmal ein Interview. Hier lehnte er die von Qantas angestrebte Impfpflicht für Passagiere ab.

Impflicht sei Sache der Politik, nicht der Airlines

Die Aussagen von Alan Joyce, CEO der Qantas Group, auf internationalen Flügen seiner Airlines nur noch Passagiere zu befördern, die eine Coronaimpfung nachweisen können, hat Ende November für einige Diskussionen gesorgt. Bereits damals hatte die Lufthansa verlauten lassen, dass sie keine Impfpflicht für ihre Passagiere plane. Solche Maßnahmen auszusprechen sei Aufgabe der jeweiligen Regierungen. Diese Aussage hat Thomas Kühr, scheidender CEO der SWISS, in einem Interview mit dem SRF nun bekräftigt. Auf die Frage, ob er, ähnlich wie sein australischer Kollege, eine Impfpflicht für Fluggäste für sinnvoll hält, antwortete Klühr:

„Nein, das halte ich für nicht sinnvoll. Es ist nicht die Aufgabe von Airlines, Impfpflichten zu verlangen. Es ist Aufgabe der nationalen Behörden, hier Klarheit zu schaffen. Standardisierte, global organisierte Impfnachweise würden uns helfen, aber das muss politisch gelöst werden.“

Am Ergebnis ändert das womöglich nichts

Das bedeutet, sollten Staaten eine Coronaimpfung zur Voraussetzung einer Einreise machen, ist dies letztlich in vielen Fällen gleichbedeutend mit einer Impfpflicht für Fluggäste. Denn die Einreise in viele Länder erfolgt ja überwiegend über die Flughäfen. Die Impfpflicht wäre dann eben von politischer Seite initiiert, anstatt von den Fluggesellschaften. Das Ergebnis bleibt aber gleich. Ein solches Vorgehen findet man zum Beispiel auch bei Gelbfieber. So ist zum Beispiel bei der Einreise nach Uganda eine Gelbfieberimpfung verpflichtend.

Wenn die Fluglinie für sich aber eine Impfpflicht ablehnt, so bliebe nicht geimpften Personen immerhin die Möglichkeit, mit SWISS in Länder und Regionen zu reisen, die keinen Impfnachweis bei Einreise fordern. Langfristig rechnet Klühr aber mit einem oben erwähnten standardisierten (digitalen) Nachweis, der dokumentiert, ob die jeweilige Person geimpft oder in einer akzeptablen Zeitspanne negativ auf Corona getestet wurde. Der weltweite Airline-Dachverband IATA (International Air Transport Association) arbeitet mit dem IATA Travel Pass seit geraumer Zeit an solch einer Lösung und ist kurz vor dem Abschluss der Entwicklung.

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