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28. Mai 2020 Markus 0 Coronavirus, News

Welche Airline weltweit erhält die höchste Staatshilfe? – Eine Analyse der IATA

In Folge der Corona-Krise haben in den vergangenen Wochen zahlreiche Airlines staatliche Unterstützung erhalten oder verhandeln über diese. Während bei der Lufthansa ein Rettungspaket in Höhe von 9 Milliarden Euro im Raum steht, haben die großen US-amerikanische Airlines bereits Staatshilfen in Milliardenhöhe erhalten. Doch welche Airline weltweit erhält die höchste Staatshilfe? Eine Analyse der IATA stellt die Staatshilfe den Ticketerlösen im Heimatland der Airline gegenüber…

In einer vom Chef-Ökonom der IATA vorgestellten Analyse errechnet der Verband, dass die Airlines weltweit bisher insgesamt 123 Milliarden USD (ca. 112 Milliarden Euro) an Staatshilfen erhalten haben. Den größten Anteil an den staatlichen Unterstützungen machen Kredite (50,4 Milliarden USD) und Lohnkostenzuschüsse (34,4 Milliarden USD) aus. Gleichzeitig – so haben es die Analysten der IATA kalkuliert – sinken die liquiden Mittel der Airlineindustrie um ungefähr 60 Milliarden USD pro Quartal.

Wo gab es die meiste Unterstützung?

Die IATA hat eine Übersicht erstellt, die zeigt, wie hoch die Staatshilfen der einzelnen Länder im Verhältnis zu den Ticketumsätzen aus dem Jahr 2019 der dort beheimateten Airlines sind. Es zeigt sich, dass grundsätzlich Airlines aus Wachstumsmärkten bzw. aus Schwellen- und Entwicklungsländern bis jetzt weniger Staatshilfen erhalten haben als ihre Konkurrenz aus den Industrieländern. So erhielten beispielsweise Fluglinien aus Brasilien, Indien, China, Kasachstan oder Thailand staatliche Unterstützung, die weniger als 1 Prozent des letztjährigen Umsatzes durch Ticketverkäufe entspricht. Relativ am meisten Hilfe erhielten die Fluggesellschaften aus Singapur. Staatshilfen in Höhe von 10,95 Mrd. USD stehen Ticketerlösen in Höhe von 13 Mrd. USD in 2019 gegenüber. Die Staatshilfen belaufen sich folglich auf 84,2% der Ticketerlöse. Es folgen die Niederlande mit 41,1%, Frankreich mit 36,1% und die USA mit 32,7%. Deutschland liegt mit 19,5% auf Platz 7 der IATA-Rangliste. Staatshilfen in Höhe von 5,46 Mrd. USD stehen 28 Mrd. USD Ticketerlösen gegenüber.

Betrachtet man die Staatshilfen in absoluten Zahlen, so erhielten US-amerikanische Carrier mit 65,4 Milliarden USD die größte Unterstützung und sogar mehr als die Hälfte der weltweiten Staatshilfe für Airlines. Die US-Amerikaner haben mit Ticketerlösen in Höhe von 200 Milliarden USD aber auch mit Abstand den größten Markt. Die folgende Tabelle basiert auf den Daten der IATA.

LandTicketerlöse 2019 [Mrd. USD]Staatshilfe [Mrd. USD]Staatshilfe in Relation zu Ticketerlös [%]
Singapur1310.9584.2
Niederlande104.1141.1
Frankreich259.0336.1
USA20065.4032.7
Schweiz92.1523.9
Japan439.5022.1
Deutschland285.4619.5
Südkorea202.3211.6
Vereinigtes Königreich453.207.1
Russland150.956.3
Italien200.964.8
Spanien271.194.4
China1232.462
Australien260.471.8
Kanada240.311.3
Vietnam90.050.5
Griechenland70.030.4
Türkei120.040.3
Indonesien160.030.2
Malaysia80.010.1
Indien230.000
Thailand150.000
Philippinen90.000

Sind die Staatshilfen nachhaltig?

Neben der Höhe der genehmigten Staatshilfen stellt sich die Frage der Sinnhaftigkeit der Maßnahmen. Die IATA Analyse spricht an dieser Stelle zwei kritische Punkte an. Bei 67 Milliarden und damit 55% der gesamten Staatshilfen weltweit handelt es sich um direkte oder indirekte Schulden für die Airlines. Der Großteil der staatlichen Unterstützungen generiert also weitere Verbindlichkeiten, die irgendwann von den Fluggesellschaften zurückgezahlt werden müssen. Somit besteht die Gefahr, dass Insolvenzen nur aufgeschoben werden.

Ein Vergleich der Gesamtkapitalrenditen (Return on invested capital – ROIC) der Airlines zeigt laut IATA zudem, dass keine Korrelation zwischen der Höhe der Staatshilfen und der Rentabilität der Airlines besteht. So erhielten relativ rentable Airlines aus beispielsweise Neuseeland, Australien und Großbritannien recht geringe Staatshilfen. Staatshilfen-Spitzenreiter Singapur ist da das genaue Gegenteil. Es bestehe also kein Fokus auf den Erhalt besonders rentabler Unternehmen, sondern die Durchsetzung nationaler Interessen.

Weiteres Highlight aus der IATA Analyse: Im Median hatten die Airlines vor der Krise finanzielle Reserven für nur zwei Monate. Da dürfte es nicht überraschen, dass derart viele Airlines bereits nach so kurzer Zeit ins Straucheln gekommen sind.

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