condor boeing767 im flug
21. März 2020 Kai 0 Coronavirus, News

Zwischen Luftbrücke und Übernahme – Was wird aus Condor?

Scheitert die Übernahme von Condor durch LOT noch an der Coronakrise? Für den Ferienflieger Condor könnte die Covid-19-Pandemie zu keinem ungünstigeren Zeitpunkt kommen, hatte man sich doch nach der Pleite des Mutterkonzerns Thomas Cook gerade konsolidiert und die Vorbereitungen für das Verlassen des Schutzschirms getroffen, der für Condor mit einem staatlich verbürgten Kredit in Höhe von 380 Millionen Euro aufgespannt worden war, um dann Ende März von dem polnischen LOT-Mutterkonzern PGL übernommen zu werden. Mit den unabsehbaren Folgen der Coronakrise ist die Zukunft der Airline nun wieder ungewiss.

Es ist erst eine Woche her, dass Condor trotz des aufziehenden Corona-Gewitters Optimismus verbreitete. Die Auslastung der Flugzeuge sei mit 90% auf einem stabilen Niveau und man gehe davon aus, dass das auch in den kommenden Wochen so bleibe. Dann kam die erste Schockwelle mit dem Einreiseverbot für Europäer in den USA und seitdem werden es täglich immer mehr Länder, die Einreisebeschränkungen aussprechen – und in den Urlaub will im Moment auch niemand mehr fliegen, was zu einem Einbruch bei der klassischen Klientel von Condor führt. Derzeit ist Condor noch voll damit beschäftigt, Urlauber nach Deutschland zurückzuholen; zum einen eigene Passagiere, zum anderen mit anderen Reiseveranstaltern sowie dem Auswärtigen Amt im Rahmen der Aktion “Luftbrücke”. Doch wie es danach weitergehen soll, ist im Moment wieder unklar. Condor räumt ein, dass man vermutlich weitere staatliche Hilfe wie Kurzarbeit in Anspruch nehmen muss.

Condor-Übernahme durch PGL – Wie kommt LOT durch die Krise?

Rückblende: Im Januar hatte der polnische PGL-Konzern einen Kaufvertrag für Condor unterzeichnet, dem zwischenzeitlich auch alle Kartellbehörden zugestimmt haben. Bedingung für das Wirksamwerden der Vereinbarung war, dass Condor “besenrein” übergeben werde, also nach Abschluss des Schutzschirmverfahrens, damit die PGL sich nicht mit den Verbindlichkeiten aller einzelnen Gläubiger auseinandersetzen muss. Dafür musste die aus sieben Gläubigern bestehende Gläubigerversammlung mehrheitlich für die ausgehandelten Quoten stimmen, mit denen ihre Forderungen befriedigt werden. Diese Zustimmung ist inzwischen erfolgt. Der Kredit über die 380 Millionen zählt dagegen zu den Masseverbindlichkeiten und muss vollständig zurück gezahlt werden.

Inzwischen ist aber nicht nur unklar, ob Condor mit dem Kredit durch die Krise kommt, sondern es wird immer offener die Frage gestellt, ob sich die Polen bei dem Kauf nicht verhoben haben könnten. Ihre polnische Airline LOT war eine der ersten, die den Flugbetrieb komplett eingestellt haben. Das hat natürlich Auswirkungen auf die Liquidität und so werden erste Zweifel laut, ob die PGL denn den Kaufpreis eigentlich wird aufbringen können. Möglicherweise wird LOT selbst auf Staatshilfen angewiesen sein. In Warschau hingegen ärgert man sich über den ungünstigen Zeitpunkt des Kaufs. Die polnische Zeitung Fakt rechnet vor, dass die Übernahme von Condor heute in der Krise sehr viel billiger gewesen wäre als im Januar. Nicht vollkommen ausgeschlossen, dass die Polen noch auf Nachverhandlungen drängen werden, wenn man nach der Epidemie belastbare Zahlen über den Schaden durch Covid-19 haben wird.

Zwischen Luftbrücke und Übernahme – Was wird aus Condor? – Fazit

Schien die Zukunft des altehrwürdigen Ferienfliegers Condor im Januar noch gesichert, ist es heute vollkommen unklar, wie es mit Condor und LOT nach der Coronakrise weitergehen wird. Viel wird dabei natürlich davon abhängen, wie gut oder schlecht beide Airlines durch die Krise kommen werden.

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