easyJet ist mit rund 90 Millionen Passagieren pro Jahr einer der größten Low-Cost-Carrier Europas. Beim Aviation Day 2025 der Hochschule Worms, der am 3. April stattfand, sprach Thomas Haagensen, Group Markets Director von easyJet, darüber die Entwicklung des Streckennetzes, wie lange der Billigflieger an unprofitablen Verbindungen festhält und ob der Airbus A321XLR für easyJet eine Option sei.
Fokus auf profitablen Routen und starke Basen
Einer der Strategie-Leitsätze von easyJet lautet „Building Europe’s best network“. Dies schlägt sich in 1.100 Routen nieder, die in 35 Länder und zu 160 Flughäfen führen. Da easyJet auf Punkt-zu-Punkt-Verbindungen setzt, besitzt die britische Fluglinie 30 Basen an denen die rund 350 Flugzeuge der Flotte – allesamt Teile der Airbus A320-Familie – stationiert sind. Dabei ist Großbritannien weiterhin ein führender Markt. In London Gatwick sind über 70 Maschinen stationiert sowie in Luton und Manchester jeweils zwischen 20 und 30. Einzige Basis in Deutschland ist Berlin, wo zwischen 10 und 19 Flugzeuge stationiert sind.

Bei der Streckenauswahl sei es nicht so, dass easyJet ausgelastete Flughäfen scheuen würde und nur die typischen Low Cost-Flughäfen anfliege, so Haagensen. 85 Prozent der Kapazität von easyJet wird an an vollständig oder teilweise slot-beschränkten Flughäfen angeboten. Deshalb hat easyJet auch die Slots von ITA Airways in Mailand Linate und Rom übernommen und fliegt von dort aus u.a. nach Frankfurt und München. Man fokussiere sich mit der Kapazität auf die Flughäfen, die den höchsten Ertrag bringen. Und der Ertrag steht nun mal im Vordergrund. easyJet streicht neu aufgenommene Routen spätestens nach sechs Monaten wieder, wenn sie nicht so profitabel sind wie erwartet – auch wenn in die Entwicklung der Verbindung investiert wurde und dies auch mit einer gewissen Emotionalität bei denjenigen Mitarbeitern verbunden ist, die diese Routen entwickelt haben.
Kein Interesse an Langstrecken
Auf die Frage, ob easyJet Interesse am Airbus A321XLR habe, antwortete Thomas Haagensen mit Nein. Europa biete noch genug Optionen zu wachsen und deshalb blicke der britische Low Cost Carrier nicht auf die Langstrecke und somit auch nicht auf potenzielle Langstreckenflugzeuge. Ein Markt, in dem Wachstum möglich sei, wäre Deutschland, doch hier sind dem Billigflieger die Kosten zu hoch. Doch vor allem an mittelgroßen Flughäfen in Deutschland wäre noch Platz für easyJet.
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