In der Miles & More Suche tauchen auf einzelnen Lufthansa Langstreckenflügen zwischen Nordamerika und Europa Economy Class aktuell Prämienflüge für nur 88 Meilen auf. Da die Zuzahlungen hoch sind, stellt sich die Frage, ob ein solcher Flug ein Sweetspot sein kann.
Lufthansa Economy Class über den Atlantik für 88 Meilen
Lufthansa Economy Class Prämienflüge für nur 88 Miles & More Meilen lassen sich aktuell zum Beispiel für Flüge von Los Angeles, San Francisco, Miami, New York, Boston, Atlanta und Detroit nach Frankfurt finden. Doch auch auf anderen Strecken und für die umgekehrte Flugrichtung sind Preise von unter 1.000 Meilen möglich.
Ein Preis von nur 88 Miles & More Meilen klingt zunächst nach einem Fehler. Tatsächlich ist der niedrige Meilenpreis aber vor allem ein gutes Beispiel dafür, wie stark sich die Preislogik bei Miles & More seit der Einfühung dynamischer Preise verändert hat. Während früher ein Award Chart den Meilenpreis bestimmte, kann der erforderliche Meilenbetrag heute stark schwanken. In einzelnen Fällen führt das offenbar dazu, dass der Meilenpreis nahezu auf null fällt. Die hohen Steuern, Gebühren und Airline-Zuschläge bleiben allerdings bestehen.
Beispiel: Los Angeles – Frankfurt für 88 Meilen + 414 USD
Besonders anschaulich wird das am Beispiel eines Lufthansa Direktfluges von Los Angeles nach Frankfurt. In der Miles & More Suche wird der Flug in der Economy Class für 88 Meilen plus rund 414 USD Zuzahlung angezeigt.

Der reguläre Kaufticketpreis für denselben Flug auf der Lufthansa Webseite liegt dagegen bei 1.103,50 USD. Durch den Einsatz von 88 Meilen reduziert sich der zu zahlende Betrag in diesem Beispiel also um rund 690 USD.

Rein rechnerisch ergibt sich dadurch ein extrem hoher Gegenwert von fast 8 USD pro eingesetzter Meile. Normalerweise bezeichnen wir bereits Gegenwerte von über 1 bis 2 Cent als Sweetspots. Diese Betrachtung ist bei einem Preis von nur 88 Meilen aber nur bedingt sinnvoll. Der Meilenanteil ist so niedrig, dass er gegenüber dem Cash-Anteil praktisch keine Rolle mehr spielt. Interessanter ist der Umstand, dass sich durch den Einsatz von Meilen hunderte Euro sparen lassen.
Warum hohe Zuschläge nicht automatisch schlecht sind
Miles & More ist bekannt für hohe Zuzahlungen auf Prämienflügen mit Lufthansa Group Airlines. Das macht viele Economy Class Einlösungen unattraktiv, weil günstige Kauftickets häufig kaum teurer sind als die Steuern, Gebühren und Airline-Zuschläge des Prämienfluges.
Die dynamische Preislogik kann dieses Verhältnis aber in Einzelfällen verändern. Wenn der Meilenpreis stark fällt, bleibt zwar der hohe Cash-Anteil bestehen, gleichzeitig kann der Prämienflug aber dennoch deutlich günstiger sein als ein reguläres Ticket.
Das ist der zentrale Unterschied zu vielen klassischen Miles & More Economy Class Prämienflügen. Früher kamen häufig ein hoher Meilenpreis und hohe Zuschläge zusammen. Bei den aktuell beobachteten Preisen fällt der Meilenpreis dagegen fast vollständig aus der Rechnung heraus. Übrig bleibt im Kern ein Vergleich zwischen der Zuzahlung des Prämientickets und dem regulären Kaufticketpreis.

Wann sich ein Prämienflug für 88 Meilen lohnen kann
Ein Preis von 88 Meilen und Zuzahlungen von rund 414 USD für einen Flug von Nordamerika nach Europa ist nicht automatisch ein guter Deal. Auf vielen Transatlantikstrecken gibt es regelmäßig günstige Economy Class Angebote, die preislich in einer ähnlichen Größenordnung oder sogar darunter liegen können.
Interessant wird die Einlösung vor allem in Szenarien, in denen reguläre Kauftickets besonders teuer sind. Das kann insbesondere bei kurzfristigen Buchungen, festen Reisedaten oder Oneway-Flügen der Fall sein. Gerade Oneway-Tickets über den Atlantik sind bei klassischen Kauftickets häufig überproportional teuer, während Prämienflüge bei Miles & More grundsätzlich auch oneway gebucht werden können. Ein Prämienflug für 88 Meilen kann daher sinnvoll sein, wenn mehrere Bedingungen erfüllt sind:
- Der reguläre Kaufticketpreis liegt deutlich über der Zuzahlung des Prämienfluges.
- Ihr seid auf eine bestimmte Verbindung oder ein bestimmtes Reisedatum festgelegt.
- Alternative Abflughäfen oder Reisedaten sind keine realistische Option.
- Ihr möchtet oder müsst einen Oneway-Prämienflug buchen.
Der Vorteil schrumpft dagegen schnell, wenn ihr flexibel seid. Wer auch ab einem nahegelegenen Flughafen fliegen kann oder ein paar Tage früher oder später reist, findet unter Umständen ein günstiges Kaufticket, das den Prämienflug weniger attraktiv macht.
Lufthansa über den Atlantik ab 88 Meilen – Fazit
Lufthansa Economy Class Prämienflüge über den Atlantik für nur 88 Meilen sind kein klassischer Sweetspot, sondern vor allem ein Effekt der dynamischen Miles & More Preise. Wegen der hohen Zuzahlungen lohnt sich die Buchung eines solchen Prämienfluges nur, wenn das reguläre Kaufticket deutlich teurer ist. Wer kurzfristig und zeitlich starr Economy Class fliegen muss und auf hohe reguläre Preise trifft, sollte den Flug bei Miles & More gegenprüfen.
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