Der Aeroplan Awardchart galt zwar lange Zeit als einer der am besten strukturierten und verständlichsten. doch seit der Erweiterung des dynamischen Preismodells auf mehrere Partnerairlines im März 2025 hat sich das System deutlich verkompliziert. Während für viele Partnerairlines weiterhin ein fester, zonen- und distanzbasierter Awardchart gilt, sind Flüge mit Air Canada und einigen weiteren Partnern nun dynamisch bepreist und können je nach Nachfrage stark schwanken.
Hintergrund der Änderung sind laut Aeroplan besondere Vereinbarungen mit diesen Airlines. Diese sollen Aeroplan Mitgliedern einen verbesserten Zugang zu Prämienflügen ermöglichen – etwa durch zusätzliche Sitzplatzkontingente. Tatsächlich dürfte Aeroplan mit diesen Partnern neue kommerzielle Abmachungen getroffen haben, die teils mit höheren Vergütungssätzen für Prämienplätze verbunden sind. Durch die Einführung dynamischer Preise kann Aeroplan auf diese gestiegenen Kosten reagieren – und gleichzeitig flexibler auf Nachfrage und Verfügbarkeit eingehen. So wurde beispielsweise angekündigt, dass Etihad Business Class Prämienflüge nun wieder systemweit buchbar sind – etwas, das zuvor monatelang kaum möglich war.
Air Canada Aeroplan Awardchart – Die Grundlagen
Seit März 2025 gelten für Prämienflüge mit Air Canada sowie ausgewählten Partnerairlines, die Aeroplan als “Select Partners” bezeichnet, dynamische Preise. Das bedeutet, dass der erforderliche Meilenpreis je nach Angebot und Nachfrage stark variieren kann. Gleichzeitig verspricht Aeroplan, dass hierdurch langfristig mehr Prämienflugplätze verfügbar sein sollen. Für die weiteren Partnerairlines des Programms bekennt sich Aeroplan jedoch nach wie vor zu einem festen und öffentlich einsehbaren Awardchart. Diese Airlines sind nicht Teil der “Select Partners” und unterliegen deshalb klar definierten Punktepreisen, die sich offiziell weder nach Buchungszeitpunkt noch nach Auslastung ändern.
Ein Awardchart-PDF mit allen Preisen und Regeln findet ihr hier auf der Aeroplan Webseite. Aeroplan bietet insgesamt vier Awardchart-Zonen: Nordamerika, Atlantik, Pazifik und Südamerika. Basierend auf diesen vier Zonen gibt es insgesamt zehn Awardcharts: Vier Awardcharts für Prämienflüge innerhalb einer Zone und weitere sechs Awardcharts für Prämienflüge zwischen jeweils zwei Zonen.

Folgend ein paar weitere Hinweise und Regeln zum Aeroplan Awardchart:
- Aeroplan erlaubt das Kombinieren verschiedener Airlines auf einem Ticket
- Aeroplan erlaubt das Kombinieren verschiedener Reiseklassen auf einem Ticket (es gilt der Preis der höchsten Reiseklasse)
- Es können sowohl Oneway- als auch Return- und Open-Jaw Tickets gebucht werden
- Für Prämienflüge, die nicht von Air Canada ausgeführt werden, fällt eine Buchungsgebühr pro Ticket an
- Prämienflüge können auch für Freunde und Familienmitglieder gebucht werden
Aeroplan Awardchart für Air Canada und Select Partners
Neben Flügen mit Air Canada gelten seit März 2025 für ausgewählte Partnerairlines dynamische Preise. Zu diesen sogenannten „Select Partners“ zählen United Airlines, Etihad Airways, Emirates, Flydubai sowie die kanadischen Regionalfluggesellschaften Calm Air, Canadian North und PAL Airlines.
Der Awardchart gibt lediglich einen Startwert und – sofern die Strecke in Nordamerika startet oder endet – einen Medianwert auf Basis historischer Einlösungen aus dem Jahr 2024. Tatsächlich können Flüge jedoch deutlich teurer sein, als es die Start- und Medianwerte vermuten lassen. Im Folgenden seht ihr den Awardchart für Prämienflüge zwischen Europa und Nordamerika:

Ein zentrales Problem der dynamischen Preise ist die große Spannweite möglicher Punktwerte. Gerade bei kurzfristigen oder stark nachgefragten Reiseterminen können die Preise deutlich steigen und schwer vorhersehbar sein. Zwar lassen sich mit etwas Flexibilität vereinzelt sogar Economy Flüge unterhalb des Startwerts von 35.000 Punkte finden – gleichzeitig fallen Business Class Flüge oftmals erheblich teurer aus. So liegt der Preis für einen Air Canada Business Class Flug von Frankfurt nach Toronto im Sommer 2025 bei über 140.000 Punkten. Für kurzfristige Abflüge auf derselben Strecke konnten wir sogar Tickets für weit mehr als 200.000 Punkte finden.

Wir haben allerdings gleich mehrere United Business Class Flüge von Frankfurt nach New York für 80.000 Punkte gefunden. Dieser Preis entspricht also dem für diese Strecke angegebenen Medianwerts der aktualisierten Aeroplan Awardchart für Air Canada und “Select Partners” Flüge. Zum Vergleich: Ein Singapore Airlines Flug auf derselben Strecke bleibt – bei Verfügbarkeit – weiterhin bei 60.000 Punkten.

Aeroplan Awardchart für alle übrigen Partnerairlines
Wer hingegen mit anderen Partnerairlines fliegt (zum Beispiel Lufthansa, SWISS und Singapore Airlines), profitiert weiter vom bekannten und klar strukturierten Awardchart. Diese Transparenz macht es vielen Sammlern leichter, den Wert ihrer Punkte abzuschätzen. Die Preise für diese Airlines finden sich im zonen- und distanzbasierten Awardchart unter “All other Partners”. Im Folgenden seht ihr den Awardchart für Prämienflüge in der Atlantik Zone (Europa, Afrika, Naher Osten und der Westen Asiens):

Innerhalb und zwischen den Zonen gelten also feste Punktwerte für alle übrigen Aeroplan Partnerairlines. Zum Beispiel lässt sich für 60.000 Punkte und vergleichsweise niedrige Steuern und Gebühren in Höhe von 96 CAD ein SWISS Business Class Flug von Zürich nach Johannesburg buchen.

Besonders lohnenswert wäre beispielsweise auch die Einlösung von Aeroplan Punkten für einen Singapore Airlines Business Class Flug von Frankfurt nach New York für 60.000 Punkte zuzüglich 294 CAD Steuern und Gebühren. Zum Vergleich: Der United Business Class Flug kostet auf derselben Strecke 20.000 Punkte mehr.

Air Canada Aeroplan Awardchart – Fazit
Das Air Canada Aeroplan Vielfliegerprogramm ist bisher für seinen klaren, öffentlich zugänglichen Awardchart bekannt. Doch mit der Ausweitung des dynamischen Systems auf wichtige Partnerairlines wie Emirates und United entfernt sich Aeroplan immer mehr von starren Preisgrenzen und nähert sich einem Modell, in dem die Punkt-Startwerte eher Orientierung statt Garantie sind. Dennoch bleibt ein großer Teil der Partnerairlines – darunter viele Star Alliance Mitglieder – im fixen, zonen- und distanzbasierten Awardchart. Gleichzeitig steigt aber das Risiko, bei hoch ausgelasteten Flügen oder kurzfristigen Buchungen sehr viel mehr Punkte zahlen zu müssen. Unterm Strich ist Aeroplan damit zu einem Hybridsystem geworden: teils fix, teils dynamisch. Auffällig dabei ist, dass gerade Airlines mit stark nachgefragten Premium-Kabinen wie beispielsweise Emirates ins dynamische System aufgenommen wurden. Das lässt vermuten, dass Aeroplan damit auf gestiegene Kosten reagiert. Zwar verspricht Aeroplan bessere Verfügbarkeiten, doch bislang sind diese nur vereinzelt erkennbar. Wer gezielt Business oder First Prämienflüge mit diesen Airlines buchen will, muss künftig deutlich mehr Punkte einkalkulieren – oder auf klassische Partner wie SWISS oder Singapore Airlines ausweichen, bei denen weiterhin feste Punktwerte gelten.
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