Miles & More verschärft die Bedingungen für Prämienflüge erneut. Auf ausgewählten Langstrecken ist selbst der Flex-Tarif nicht mehr automatisch kostenlos erstattbar. Je nach Reiseklasse werden bis zu 1.500 Euro Erstattungsgebühr fällig.
Neue Tarifstruktur bei Miles & More Prämienflügen
Es ist die nächste unerfreuliche Entwicklung im Zuge der Überarbeitung der Miles & More Tariflogik. Nachdem Miles & More erst am 27. Mai 2026 einen neuen Business Light Tarif eingeführt und die Tarifnamen für interkontinentale Prämienflüge überarbeitet hat (Light, Saver, Base und Flex), werden für Business Class Prämienflüge im Flex Tarif auf ausgewählten Strecken nun erstmals Erstattungsgebühren erhoben. Über die hohen Erstattungsgebühren im Lufthansa Flex-Tarif bei bezahlten Tickets hatten wir bereits im April 2026 berichtet. Gleichzeitig wurden die Erstattungsgebühren für den Base Tarif erhöht.
Miles & More führt Business Light Tarif und neue Tarifnamen für interkontinentale Prämienflüge ein
Flex-Tarif nicht mehr immer kostenlos erstattbar
Auf ausgewählten Strecken zeigt Miles & More inzwischen auch im Flex-Tarif eine Erstattungsgebühr an. Die Änderung betrifft alle Reiseklassen. Das ist deshalb bemerkenswert, weil der Flex-Tarif bisher vor allem mit einem höheren Maß an Flexibilität verbunden wurde. Eine kostenlose Umbuchung ist auf den betroffenen Strecken zwar weiterhin möglich, für eine Rückerstattung kann aber eine sehr hohe Gebühr fällig werden. Wie hoch diese ausfallen kann, hängt von der Reiseklasse ab.
- Economy Class: bis zu 400 Euro Erstattungsgebühr
- Premium Economy Class: bis zu 700 Euro Erstattungsgebühr
- Business Class: bis zu 1.000 Euro Erstattungsgebühr
- First Class: bis zu 1.500 Euro Erstattungsgebühr
Besonders auffällig ist die Entwicklung in der First Class. Auf der Strecke Frankfurt – Johannesburg wird für den Lufthansa First Flex Tarif nun eine Erstattungsgebühr von 1.500 Euro angezeigt. Im First Base Tarif sind sogar 2.000 Euro für eine Rückerstattung fällig.

Auch in der Business Class können die Erstattungsgebühren hoch ausfallen. Während einige Strecken weiterhin ohne ausgewiesene Erstattungsgebühr im Business Flex-Tarif erscheinen, zeigt Miles & More auf anderen Verbindungen 1.000 Euro Erstattungsgebühr pro Passagier an. Im Business Base-Tarif können es sogar 1.500 Euro sein.

Damit stellt sich die Frage, welche Bedeutung der Begriff “Flex” bei Miles & More künftig noch hat. Denn Flex bedeutet offenbar nicht mehr automatisch, dass ein Prämienflug auch kostenfrei storniert werden kann. Entscheidend sind nicht die Tarifnamen, sondern ausschließlich die konkreten Bedingungen, die in der Buchungsmaske für die jeweilige Verbindung angezeigt werden.
Hohe Erstattungsgebühren nur auf ausgewählten Strecken
Die neuen Erstattungsgebühren für den Flex Tarif scheinen allerdings nicht flächendeckend zu gelten. Nach unseren Stichproben sind sie derzeit nur auf ausgewählten Strecken nach Afrika und Asien sichtbar. Auf anderen Langstrecken nach Nord- und Südamerika tauchen vergleichbare Gebühren im Flex-Tarif dagegen nicht auf. Der Business Flex-Tarif ist beispielsweise auf der Strecke Frankfurt – New York weiterhin vollständig erstattbar.

Auf anderen Strecken, wie Frankfurt – Singapur und Frankfurt – Shanghai, wird der Flex Tarif basierend auf unseren Stichproben dagegen gar nicht erst angeboten.
Stichprobe: Erstattung im Business Flex-Tarif
Eine Stichprobe in der Miles & More Buchungsmaske zeigt, dass die Erstattungsbedingungen im Business Flex-Tarif je nach Strecke unterschiedlich ausfallen können. Während einige Verbindungen weiterhin als erstattbar ohne ausgewiesene Gebühr erscheinen, wird auf anderen Strecken eine Erstattungsgebühr von 1.000 Euro pro Passagier angezeigt. Die Auflistung ist als Momentaufnahme zu verstehen.
- Frankfurt – Dubai: Rückerstattung kostenlos erlaubt
- Frankfurt – New York JFK: Rückerstattung kostenlos erlaubt
- Frankfurt – Sao Paulo: Rückerstattung kostenlos erlaubt
- Frankfurt – Buenos Aires: Rückerstattung kostenlos erlaubt
- Frankfurt – Delhi: Rückerstattung möglich (Gebühr: 1.000 Euro)
- Frankfurt – Johannesburg: Rückerstattung möglich (Gebühr: 1.000 Euro)
- München – Bangkok: Rückerstattung möglich (Gebühr: 1.000 Euro)
- Frankfurt – Seoul: Rückerstattung möglich (Gebühr: 1.000 Euro)
Miles & More Erstattungsgebühren – Fazit
Wie bei gekauften Tickets, gilt nun auch für Miles & More Prämienflüge, dass der teuerste Flex-Tarif nun nicht mehr automatisch kostenlos erstattbar ist. Wer für den Flex-Tarif bucht, erhält möglicherweise zwar eine kostenlose Umbuchung, aber nicht zwingend eine kostenlose Erstattung. Gerade bei teuren Langstrecken-Prämienflügen kann eine Rückerstattungsgebühr von bis zu 1.500 Euro den praktischen Wert eines vermeintlich flexiblen Tickets massiv reduzieren.
Auffällig sind die hohen Erstattungsgebühren vor allem auf ausgewählten Strecken nach Asien, Indien und Südafrika. Ob dies mit der aktuellen Wettbewerbssituation oder der Lage im Nahen Osten zusammenhängt, lässt sich von außen nicht sicher beurteilen. Denkbar ist jedoch, dass die Lufthansa Group und Miles & More auf Strecken mit starkem Wettbewerb durch die Golfcarrier kurzfristigen Stornierungen bei einer Verbesserung der Lage entgegenwirken wollen.
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