Lufthansa Allegris Business Class Airbus A350 Privacy Seat Sitz 11k
21. Juni 2026 Mark 3 Meilen & Punkte einlösen, Miles & More Analysen

Warum Lufthansa Business Class Prämienflüge nach Nordamerika ein schlechter Deal sind

Dass Lufthansa Business Class Prämienflüge nach Nordamerika bei Miles & More im Vergleich selten ein guter Deal sind, wissen viele Meilensammler intuitiv. Schließlich fallen für keine andere Zielregion so hohe Steuern und Gebühren an. Doch wie schlecht sind diese Einlösungen wirklich und liegt es tatsächlich nur an den Zuzahlungen?

Wir haben 74 Miles & More Business Class Prämienflüge ab Frankfurt und München analysiert. Das Ergebnis ist eindeutig: Nordamerika schneidet nicht nur schlechter ab als andere Regionen, sondern bildet in der Auswertung ein eigenes, deutlich teureres Segment. Die Kombination aus hohen Zuzahlungen, relativ kurzen Langstrecken und hohem Meileneinsatz macht Flüge in diese Region zu den teuersten Einlösungen.

Wichtig: Unsere Auswertung bezieht sich ausschließlich auf Lufthansa Business Class Prämienflüge auf der Langstrecke. Sie erlaubt keine direkten Rückschlüsse auf Flüge in anderen Reiseklassen oder mit anderen Miles & More Partnerairlines.

Achtung: Die Preise für Miles & More Prämienflüge mit Lufthansa sind dynamisch und können sich im Laufe der Zeit ändern. Unsere Preisabfragen erfolgten Mitte Juni 2026.

So berechnen wir den effektiven Preis

Um die Prämienflüge vergleichbar zu machen, haben wir für jede Langstrecke von Lufthansa ab Frankfurt und München einen effektiven Flugpreis berechnet. Dieser setzt sich aus zwei Bestandteilen zusammen. Erstens bewerten wir die eingesetzten Miles & More Meilen mit 1,17 EUR-Cent pro Meile. Das entspricht dem Preis, zu dem Miles & More Meilen aktuell über Bundle&Go indirekt gekauft werden können, und damit dem Preis, zu dem ihr euch die benötigten Meilen rechnerisch beschaffen könntet. Zweitens addieren wir die bei der Buchung fälligen Steuern und Gebühren. Diese müsst ihr zusätzlich zu den Meilen ohnehin in Euro bezahlen.

Der so entstehende Gesamtpreis für den Flug wird anschließend durch die Flugdistanz geteilt. Als Kennzahl ergibt sich daraus der effektive Preis in Cent pro geflogener Meile. Je niedriger dieser Wert ausfällt, desto mehr Flugstrecke erhaltet ihr rechnerisch für eure eingesetzten Meilen und Zuzahlungen.

Ein Beispiel: Ein Business Class Prämienflug von Frankfurt nach Boston kostet in unserem Datensatz 60.973 Miles & More Meilen und 843 Euro Steuern und Gebühren. Bewertet man die Meilen mit 1,17 EUR-Cent, entsprechen sie einem Preis von rund 713 Euro. Zusammen ergibt sich ein effektiver Gesamtpreis von 1.556 Euro. Verteilt auf 3.659 Meilen Flugdistanz entspricht das effektiven Kosten von 42,5 Cent pro geflogener Meile.

Nicht verwechseln solltet ihr die beiden Meilenbegriffe: Miles & More Meilen sind die Programmwährung, mit der ihr den Prämienflug bezahlt. Die geflogenen Meilen beschreiben dagegen die rechnerische Flugdistanz.

Lange Strecken liefern meist den besseren Gegenwert

Eine bekannte Faustregel für das Einlösen von Meilen bestätigt sich auch in dieser Auswertung. Je länger die Strecke, desto niedriger fallen die effektiven Kosten pro geflogener Meile tendenziell aus. Das liegt daran, dass die Preise für Prämienflüge eher einer regionsbasierten Logik folgen und der Meileneinsatz nicht linear mit der Distanz steigt. Auf langen Strecken verteilt sich die Anzahl der eingesetzten Meilen daher über deutlich mehr Flugdistanz. Deshalb schneiden Ziele wie Singapur, Buenos Aires, Tokio, Johannesburg oder Rio de Janeiro in der Regel besser ab als kürzere Langstrecken.

Grafik Kosten Lufthansa Business Class Praemienfluege Ohne Region
Effektive Kosten pro geflogener Meile. Jeder Punkt steht für einen untersuchten Business Class Prämienflug ab Frankfurt oder München.

Die obige Grafik zeigt den erwartbaren Zusammenhang: Je weiter rechts ein Flug liegt, desto länger ist die Strecke. Gleichzeitig fallen die effektiven Kosten pro geflogener Meile mit zunehmender Distanz tendenziell. Der Zusammenhang ist allerdings nicht stark genug, um allein das gesamte Bild zu erklären.

Entscheidend sind die Steuern und Gebühren

In den Daten ist der Zusammenhang zwischen Distanz und effektivem Preis pro geflogener Meile zwar sichtbar, die Distanz erklärt jedoch nur einen Teil der Unterschiede. Noch stärker fällt der Zusammenhang mit den Steuern und Gebühren aus. Die Höhe der Zuzahlungen erklärt den schlechten Gegenwert eines Prämienflugs besser als die reine Flugdistanz. In der folgenden Grafik haben wir alle analysierten Lufthansa Ziele den Regionen Nahost, Afrika, Asien, Nordamerika und Südamerika zugeordnet und farblich markiert.

Grafik Kosten Lufthansa Business Class Praemienfluege Mit Region
Effektive Kosten pro geflogener Meile. Jeder Punkt steht für einen untersuchten Business Class Prämienflug ab Frankfurt oder München.

Besonders negativ fällt Nordamerika auf. Die nordamerikanischen Ziele bilden in der Grafik ein eigenes, teures Band oberhalb der übrigen Regionen. Im Durchschnitt liegen Business Class Prämienflüge nach Nordamerika bei 34,5 Cent pro geflogener Meile. Alle übrigen untersuchten Ziele kommen zusammen nur auf 26 Cent. Besonders positiv fällt Südamerika auf. Alle Ziele liegen bei nur etwa 20 bis 22 Cent pro geflogener Meile. Erklären lässt sich das durch die hohen Flugdistanzen und gleichzeitig niedrigeren Steuern und Gebühren.

Warum Nordamerika bei Miles & More so schlecht abschneidet

Der zentrale Kostentreiber sind die Steuern und Gebühren. Während Business Class Prämienflüge nach Asien, Afrika oder Südamerika im Schnitt etwa 450 Euro Zuzahlungen aufweisen, sind es für die nordamerikanischen Ziele im Mittel etwa 830 Euro. Das ist fast doppelt so viel. Besonders problematisch ist, dass diese hohen Zuzahlungen auf Strecken treffen, die für Langstreckenverhältnisse eher kurz bis mittellang sind. Ein Flug an die US-Ostküste bietet schlicht weniger Distanz, über die sich der hohe Meileneinsatz und die hohen Gebühren verteilen können.

Dadurch entsteht der schwache Gegenwert: hoher Meileneinsatz, hohe Zuzahlungen und eine vergleichsweise kurze Flugstrecke. Boston ist dafür das deutlichste Beispiel. Frankfurt – Boston kommt in der Auswertung auf 42,5 Cent pro geflogener Meile und ist damit der schlechteste Deal im Datensatz. Deutlich besser ist da schon Frankfurt – San Francisco mit 28,4 Cent pro geflogener Meile – die beste Nordamerika-Strecke.

Kürzere Langstrecken können ebenfalls schlechte Deals sein

Nordamerika ist nicht allein wegen der Gebühren problematisch. Die Auswertung zeigt auch, dass kürzere Langstrecken mit hohem Meileneinsatz grundsätzlich schlechte Einlösewerte produzieren können. Das aussagekräftigste Beispiel ist Frankfurt – Abuja (ABV). Die Steuern und Gebühren sind mit 386 Euro vergleichsweise niedrig, dennoch gehört Abuja mit 40,4 Cent pro geflogener Meile zu den fünf schlechtesten Einlösungen. Der Grund ist die kurze Distanz von nur 2.836 Meilen. Der Meileneinsatz verteilt sich hier auf zu wenig Flugstrecke.

Die besten Business Class Prämienflüge im Vergleich

Die besten Einlösungen finden sich fast ausschließlich auf langen Strecken nach Afrika, Asien und Südamerika. Besonders stark schneiden Johannesburg, Singapur, Rio de Janeiro, Bogotá und Kuala Lumpur ab.

StreckeDistanz in MeilenMiles & More MeilenSteuern und GebührenEffektiver GesamtpreisCent pro geflogener Meile
Frankfurt – Johannesburg5.40056.998408 €1.074,88 €19,9
Frankfurt – Singapur6.38778.914403 €1.326,29 €20,8
Frankfurt – Rio de Janeiro5.94562.634508 €1.240,82 €20,9
Frankfurt – Bogotá5.64656.483520 €1.180,85 €20,9
Frankfurt – Kuala Lumpur6.21369.375488 €1.299,69 €20,9

Auffällig ist, dass die Top fünf sehr eng beieinanderliegen. Alle fünf Strecken kosten effektiv rund 20 bis 21 Cent pro geflogener Meile. Lange Flugdistanzen und vergleichsweise moderate Zuzahlungen führen zum besten Ergebnis.

Die schlechtesten Business Class Prämienflüge im Vergleich

Am anderen Ende der Rangliste dominieren nordamerikanische Ziele. Vier der fünf schlechtesten Einlösungen führen nach Nordamerika. Die einzige Ausnahme ist Abuja. Boston sticht besonders hervor. Sowohl ab Frankfurt als auch ab München zählt die Strecke zu den schwächsten Einlösungen. Der Grund dafür ist nicht, dass Boston absolut gesehen teuer wäre, sondern dass der effektive Gesamtpreis auf eine relativ kurze Langstrecke verteilt wird.

StreckeDistanz in MeilenMiles & More MeilenSteuern und GebührenEffektiver GesamtpreisCent pro geflogener Meile
Frankfurt – Boston3.65960.973843 €1.556,38 €42,5
Frankfurt – Detroit4.15074.361843 €1.713,02 €41,3
Frankfurt – Montreal3.63857.150808 €1.476,65 €40,6
Frankfurt – Abuja2.83664.967386 €1.146,11 €40,4
München – Boston3.84161.452826 €1.544,99 €40,2

Was bedeutet das für eure Miles & More Meilen?

Die wichtigste Erkenntnis lautet: Wer Miles & More Meilen für Business Class Prämienflüge mit Lufthansa einsetzen möchte, sollte möglichst lange Strecken mit moderaten Steuern und Gebühren vorziehen. Besonders attraktiv sind in dieser Auswertung Ziele wie Johannesburg, Singapur, Rio de Janeiro, Bogotá, Kuala Lumpur oder Buenos Aires. Hier liegt der effektive Preis pro geflogener Meile oft nur etwa halb so hoch wie bei schwachen Nordamerika-Einlösungen.

Für Nordamerika gilt dagegen: Rechnet vor der Buchung besonders genau nach. Wenn ein Business Class Prämienflug effektiv mehr als 1.500 Euro kostet, davon rund 800 Euro allein in Form von Steuern und Gebühren, kann ein bezahltes Ticket die bessere Alternative sein. Das gilt insbesondere dann, wenn es günstige Business Class Angebote oder Sales gibt. Für alle, die zu einem bestimmten Termin fliegen müssen und keine günstigen regulären Tarife finden, kann die Buchung mit Meilen attraktiv bleiben. Aus rein rechnerischer Sicht gibt es für Miles & More Meilen aber deutlich bessere Einsatzmöglichkeiten.

Methodische Hinweise zur Auswertung

Die Auswertung umfasst 74 Business Class Prämienflüge ab Frankfurt und München. Sie bezieht sich ausschließlich auf die untersuchten Routen und ist nicht ohne Weiteres auf Economy Class, Premium Economy Class oder First Class übertragbar.

Der angesetzte Meilenpreis von 1,17 EUR-Cent pro Miles & More Meile entspricht dem indirekten Kaufpreis über die Miles & More Bundles, kann erfahrungsgemäß mehrmals im Jahr erzielt werden, stellt jedoch letztlich eine Annahme dar. Wer seine Meilen günstiger oder teurer gesammelt hat, kommt individuell zu anderen effektiven Kosten. Die Rangfolge der Strecken ändert sich dadurch jedoch nur begrenzt, da alle Prämienflüge nach derselben Methode bewertet werden.

Zu beachten ist außerdem, dass sich Steuern und Gebühren jederzeit ändern können. Das gilt insbesondere für die von Lufthansa erhobenen Airline-Zuschläge, die einen Großteil der Zuzahlungen ausmachen. Vor einer konkreten Buchung solltet ihr die Zuzahlungen daher immer tagesaktuell prüfen.

Lufthansa Business Class Prämienflüge nach Nordamerika – Fazit

Unsere Auswertung zeigt klar: Wer Miles & More Meilen in der Business Class mit maximalem Gegenwert einlösen möchte, sollte Nordamerika eher meiden und den Blick auf längere Strecken nach Afrika, Asien oder Südamerika richten. Hier kommen lange Flugdistanzen und moderate Zuzahlungen zusammen. Prämienflüge nach Nordamerika sind aufgrund hoher Meilenpreise, hoher Zuzahlungen und vergleichsweise kurzer Flugdistanzen dagegen strukturell ein schlechterer Deal.

Das könnte dich auch interessieren:


meilenoptimieren empfiehlt
Rekord: Hilton Kreditkarte mit 60.000 Punkten
  • Rekord: 60.000 Hilton Honors Punkte Willkommensbonus (bis 31.07.2026)
  • Sofortiger Hilton Honors Gold Status (unter anderem Zimmerupgrades sowie kostenloses Frühstück oder Guthaben für Speisen und Getränke)
  • Fast Track zum Hilton Honors Diamond Status
  • 1 Hilton Honors Punkt je 1 Euro Umsatz
  • 2 Hilton Honors Punkte je 1 Euro Umsatz in Hilton Hotels
  • Hilton Honors 5th Night Free Award: fünf Nächte zum Preis von vier bei Punktebuchung
  • Keine Auslandseinsatzgebühr
  • Reiseversicherung inklusive
  • Kontaktloses Bezahlen
  • Jahresgebühr: 72 Euro