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15. Oktober 2026 Markus 2 News

Lufthansa gewinnt Bieterverfahren um TAP Air Portugal

Die Lufthansa Group hat das Bieterverfahren um TAP Air Portugal gewonnen. Am 14. Oktober 2026 entschied sich die portugiesische Regierung für das Angebot des deutschen Luftfahrtkonzerns und gegen Air France-KLM. Lufthansa will zunächst 44,9 Prozent der Anteile für 1,025 Milliarden Euro übernehmen. Einschließlich zusätzlicher Mitarbeiteranteile und einer Kaufpreisanpassung könnte das Transaktionsvolumen auf rund 1,2 Milliarden Euro steigen.

Portugal entscheidet sich für Lufthansa als TAP-Investor

Nach monatelangen Verhandlungen hat die portugiesische Regierung die Lufthansa Group als bevorzugten Investor für TAP Air Portugal ausgewählt. Ausschlaggebend war insbesondere das finanzielle Angebot. Nach Angaben von Premierminister Luís Montenegro lag dieses um bis zu 16 Prozent über dem Konkurrenzangebot von Air France-KLM und war mit geringerer finanzieller Unsicherheit verbunden.

Lufthansa bietet 1,025 Milliarden Euro für 44,9 Prozent der Anteile an TAP. Weitere bis zu fünf Prozent sind für TAP-Beschäftigte reserviert. Werden diese nicht vollständig gezeichnet, kann Lufthansa die verbleibenden Anteile zusätzlich erwerben. Bei einem Erwerb von insgesamt 49,9 Prozent und unter Berücksichtigung einer zeitabhängigen Kaufpreisanpassung könnte der Kaufpreis auf bis zu 1,2 Milliarden Euro steigen.

Der portugiesische Staat soll zunächst mindestens 50,1 Prozent der Anteile halten und damit Mehrheitsgesellschafter bleiben. Die operative Führung der Airline soll dennoch die Lufthansa Group übernehmen. Schon 2015 hatte die portugiesische Regierung die Airline mehrheitlich privatisiert, später jedoch wieder vollständig verstaatlicht. Im Sommer 2025 startete Portugal einen neuen Anlauf. Nach unverbindlichen Angeboten vom 2. April 2026 hatten Air France-KLM und die Lufthansa Group am 29. Juli 2026 verbindliche Angebote bei Parpública, der portugiesischen Gesellschaft für Staatsbeteiligungen, eingereicht. IAG, der Mutterkonzern von British Airways und Iberia, hatte sich zuvor aus dem Verfahren zurückgezogen.

Lufthansa will TAP und das Drehkreuz Lissabon stärken

Die Lufthansa Group will TAP Air Portugal langfristig weiterentwickeln und insbesondere ihre Position auf den Südatlantik-Strecken stärken. Für den Konzern sind die Marktanteile in Südamerika, insbesondere auf den Brasilien-Routen, von Interesse. TAP Air Portugal bietet von ihrem Drehkreuz in Lissabon sowie ab Porto zahlreiche Verbindungen nach Brasilien an.

In einer Pressemitteilung vom 14. Oktober 2026 begrüßte die Lufthansa Group die Entscheidung der portugiesischen Regierung. Lufthansa-Chef Carsten Spohr bezeichnete TAP als starke und profitable Airline sowie langjährigen Partner innerhalb der Star Alliance. Der Einstieg sei ein weiterer Schritt in der Internationalisierungsstrategie des Konzerns. Die Pläne sehen auch einen Ausbau der Flotte vor. Nach Angaben der portugiesischen Regierung soll diese bis 2035 auf 117 Flugzeuge und anschließend auf bis zu 130 Flugzeuge wachsen. Zudem besteht die Möglichkeit, nach 2030 bis zu acht Airbus A350-900 an TAP zu übertragen.

Bereits Ende Juni 2026 hatte Spohr beim offiziellen Spatenstich für die neue Lufthansa Technik-Anlage in Santa Maria da Feira die strategische Bedeutung Portugals für den Konzern und das Interesse an TAP unterstrichen.

Groundbreaking Ceremony Lufthansa Technik Portugal Copyright
© Lufthansa Technik

Für Vielflieger könnte ein Einstieg ebenfalls interessant werden. TAP Air Portugal und Lufthansa arbeiten bereits über ihre Mitgliedschaft in der Star Alliance zusammen. Perspektivisch wäre eine engere Anbindung von TAP an Miles & More denkbar. Konkrete Änderungen am bisherigen Vielfliegerprogramm TAP Miles&Go oder an der Zusammenarbeit mit Miles & More wurden bisher allerdings nicht angekündigt.

TAP-Übernahme muss noch genehmigt werden

Mit der Entscheidung der portugiesischen Regierung ist die Übernahme noch nicht abgeschlossen. Die Lufthansa Group arbeitet nun gemeinsam mit Parpública und der Regierung an den endgültigen Vertragsunterlagen. Nach Angaben des Konzerns soll die Unterzeichnung kurzfristig erfolgen. Anschließend müssen die zuständigen Behörden der Transaktion zustimmen. Dazu gehört insbesondere die kartellrechtliche Prüfung durch die Europäische Kommission.

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