In Portugal plant der Staat weiterhin seine Anteile an der nationalen Fluggesellschaft TAP Air Portugal zu veräußern. Von Air France-KLM und der Lufthansa Group ist jeweils ein Übernahmeangebot eingegangen. IAG hat sich aus aus dem Verfahren zurückgezogen.
Teilprivatisierung von TAP Air Portugal erneut gestartet
Schon im Jahr 2015 hatte die portugiesische Regierung die Airline mehrheitlich verkauft, übernahm die Anteile aber später wieder komplett. Nun geht Portugal erneut die (Teil-)Privatisierung seines Flagcarriers an. Die portugiesische Regierung will 44,9 Prozent der Anteile an TAP an einen Investor aus der Branche verkaufen. Weitere fünf Prozent der Anteile sind für TAP-Beschäftigte reserviert. Der Staat soll weiterhin über 50 Prozent der Anteile halten und somit Mehrheitsgesellschafter bleiben. Im November 2024 erklärte Infrastrukturminister Miguel Pinto Luz, dass es Interessenbekundungen von mehr als 12 nationalen und internationalen Interessenten, auch außerhalb Europas, gegeben habe. Für die Investoren sind die Marktanteile nach Südamerika, insbesondere die Brasilien-Routen, von Interesse. TAP Air Portugal bietet ab ihrem Drehkreuz in Lissabon und ab Porto eine Vielzahl an Routen nach Brasilien an.
Lufthansa und Air France-KLM reichen Angebote ein
Schlussendlich wurden zwei Übernahmeangebote vor Ablauf der Frist am 2. April 2026 eingereicht. Air France-KLM und die Lufthansa Group bestätigten die firstgerechte Abgabe eines Angebots bei Parpública, der portugiesischen Gesellschaft für Staatsbeteiligungen. IAG, Mutterkonzern von British Airways und Iberia, verzichtete auf die Abgabe eines Angebots.
Bereits am 20. November 2025 hatte die Lufthansa Group offiziell ihr Interesse an TAP Air Portugal in einer Pressemeldung bekundet und dies wiederholt bekräftigt. In einem Interview mit der “FAZ” am 14. April 2026 erklärte Lufthansa-Chef Carsten Spohr, dass man weiterhin an einem Einstieg bei TAP Air Portugal interessiert sei. Zwar favorisiert der Konzern eine 100-Prozent-Beteiligungen, doch auch die aktuelle Auflage, die nur eine Übernahme mit knapp 44,9 Prozent vorsieht, “ist für uns kein Hinderungsgrund”, so Spohr. Das TAP-Drehkreuz in Lissabon würde die Lufthansa Group-Hubs in Frankfurt, München, Zürich, Wien, Brüssel und Rom ideal ergänzen. Der Lufthansa Group schwebt Lissabon eine Funktion als atlantisches Drehkreuz innerhalb des Netzwerks vor.
Air France-KLM würde Lissabon zum “einzigen Drehkreuz der Gruppe in Südeuropa” machen, so Benjamin Smith, CEO der Air France-KLM Group. Von dort würde der Konzern den Fokus auf Verbindungen vor allem nach Brasilien und Afrika legen.
Wahrscheinlich ist außerdem, dass TAP Air Portugal in das jeweilige Vielfliegerprogramm des Investors integriert wird. Lufthansa und TAP sind bereits Partner im Rahmen ihrer Star Alliance-Mitgliedschaft.
Bewertung der Angebote im Sommer 2026
Im Sommer 2026 erfolgt durch Parpública die Bewertung der unverbindlichen Angebote und deren Weitergabe an den Ministerrat. Im nächsten Schritt müssen verbindliche Angebote abgegeben werden. Nach erneuten Gutachten von Parpública entscheidet die Regierung über die Annahme eines Angebots oder darüber, ob weiter verhandelt wird.
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