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07. September 2019 Kai 21 Sonstiges

Als Onboard Kurier um die Welt fliegen

„James Bond der Lüfte“ nennt sich ein Onboard Kurier, der ein bisschen Sinn für Humor hat. Denn der Job, der gerade für Studierende mit ein bisschen Zeit in den Semesterferien hoch attraktiv ist, hat tatsächlich wenig Glamouröses zu bieten. In einer kleinen Artikelserie wollen wir euch das Berufsbild des Onboard Kuriers etwas näher bringen…

Was macht ein Onboard Kurier?

Onboard Kuriere sind Kuriere, die zeitkritische Fracht von A nach B bringen. Dabei müssen sie natürlich schneller sein als weltweit operierende Logistikunternehmen wie beispielsweise DHL. Der Zusatz „Onboard“ deutet es schon an: Es handelt sich um Sendungen, die in der Regel über größere Entfernungen und damit mit dem Flugzeug transportiert werden müssen.

In der Praxis ist es nicht unüblich, dass Aufträge mit einem Vorlauf von ungefähr einer Stunde über die Apps der großen Unternehmen der Branche reinkommen. Eine gewisse Nähe zu einem größeren internationalen Flughafen ist also erste Voraussetzung für angehende Onboard Kuriere; zeitliche Flexibilität eine weitere. Weitere Voraussetzungen neben wichtigen Charaktereigenschaften wie Zuverlässigkeit und Stressresistenz gibt es eigentlich nicht. Flugerfahrung ist natürlich ein großer Vorteil. Gern gesehen sind natürlich auch Inhaber eines Vielfliegerstatus wie dem Star Alliance Gold, weil er zum einen zusätzliches Freigepäck beinhaltet, was dem Auftraggeber Geld sparen kann, wenn die Fracht einmal etwas umfangreicher ist. Zum anderen haben Statusinhaber durch die Priority- Privilegien bei Check-In und Sicherheitskontrolle einen zusätzlichen Zeitvorteil gegenüber Nicht-Statusinhabern.

Von der Registrierung zum Auftrag: Der Weg zur ersten Onboard-Mission

Die Aufträge werden bei den meisten Vermittlern „Mission“ genannt, was die Ernsthaftigkeit des Einsatzes zusätzlich unterstreicht. Ein Onboard Kurier wird üblicherweise nicht von der Oma beauftragt, die ihrem Enkel ein Geburtstagsgeschenk schicken will, sondern von großen Firmen, denen z.B. durch den Ausfall einer Maschine massive finanzielle Nachteile drohen, wenn nicht von einem anderen Standort am anderen Ende der Welt schnellstmöglich ein Ersatzteil geliefert wird. Ein anderer Fall können wichtige Dokumente sein, die im Original für eine Patentierung o.ä. vorliegen müssen. Ein Sonderfall ist der Transport von medizinischen Produkten wie Transplantaten oder Stammzellen, für den die Auswahlkriterien für die Kuriere noch mal strenger sind.

Ihr seht schon: In dem Job eines Onboard Couriers (OBC) steckt eine Menge Verantwortung und die Ausführung ist selbst dann wegen der Dringlichkeit schon stressig genug, wenn alles nach Plan läuft. Da Flugverkehr am Ende auch nur von Menschen gemacht ist, könnt ihr euch denken, dass in dem Job nicht immer alles nach Plan läuft.

Bewerbung für den Job als Onboard Courier

Um an einen Job als Onboard Kurier zu kommen, müsst ihr euch zunächst bei verschiedenen Vermittlern online registrieren. Der Registrierungsprozess ist bei den Anbietern natürlich unterschiedlich; bei den größten beginnt der Einstieg aber recht niedrigschwellig mit dem Ausfüllen eines Online-Formulars. Dabei geht es neben euren persönlichen Daten und einem Führungszeugnis vor allem auch um Vielfliegerstatus und eventuelle Visa, die ihr in eurem Reisepass habt.

Beim größten Anbieter in Deutschland, der Lufthansa-Tochter time:matters, wird euch ein Online- Zugang zum Courier-Portal eingerichtet, in dem ihr eine Reihe von Dokumenten hochladen müsst, bevor ihr freigeschaltet werdet. Dazu gehören Reisepass, vorhandene Visa oder ESTA, Vielfliegerstatus, Führungszeugnis sowie unterschriebene Vertraulichkeitserklärung. Bei all diesen Dokumenten ist ein Upload erforderlich, damit Einreiseerlaubnis oder z.B. Befristung eures Vielfliegerstatus belegt sind. Bei time:matters gibt es dann noch eine Trainings-Sektion mit Videos, in denen ihr auf eure erste Mission vorbereitet werdet. Einen darüberhinausgehenden persönlichen Kontakt wie ein Telefonat gibt es erstaunlicherweise nicht.

Bei Wings Onboard Global Recruitment bekommt ihr nach Registrierung einen Fragebogen, den ihr online ausfüllen könnt. Hier werden euch ein paar Fragen gestellt, wie ihr in bestimmten typischen Situationen, die im Job eines OBC aufkommen können, reagieren würdet. Ein typisches Beispiel, das in der Realität leider auch häufiger vorkommt, als einem lieb ist: Euer Flug ist verspätet und ihr verpasst euren Anschlussflug in Dubai. Was macht ihr?

Bei Chapman & Freeborn setzt man dagegen auf das persönliche Gespräch. Hier werdet ihr in einem ca. 30-minütigen Telefonat auf euren Job vorbereitet. Hier bekommt ihr auch tatsächlich einen schriftlichen Dienstleistungsvertrag, den ihr unterschrieben zurückschicken müsst, bevor ihr registriert werdet.

Bei allen mir bekannten Vermittlern müsst ihr über ein angemeldetes Gewerbe verfügen, also selbstständig sein, um den Firmen Rechnungen schreiben zu können.

Checkliste:

Ihr benötigt für eure Bewerbung als OBC:

  • Gewerbeschein
  • Reisepass (gerne auch mehr als einen)
  • Führungszeugnis, nicht älter als 90 Tage
  • Mobilfunkvertrag mit Roaming
  • Kreditkarte
  • Vielfliegerstatus (optional, aber gerne gesehen)
  • Visa für einschlägige Länder (optional)
  • Impfnachweise (optional, nicht bei allen Anbietern)

Mission Requests

Nach erfolgreicher Registrierung werdet ihr in einen Pool von Kurieren aufgenommen. Wenn nun ein Auftraggeber sich an einen Vermittler wendet, bei dem ihr registriert seid, schickt dieser eine Anfrage per App, per SMS/WhatsApp oder per Mail an alle Kuriere, die aufgrund der Nähe zu dem Einsatzort und ihren persönlichen Angaben in Frage kommen. Ein Beispiel: Ein Zulieferer aus der Automobilindustrie im Umkreis von Frankfurt soll ein seltenes Ersatzteil zu einem Hersteller in Mumbai, Indien liefern. Da es sehr dringend ist, erfolgt der Abflug in zwei Stunden ab FRA.

Die Mission Request geht in diesem Fall an alle Kuriere, deren Standort im unmittelbaren Umfeld des Frankfurter Flughafens ist UND die über eine Einreiseerlaubnis für Indien verfügen. Daran wird deutlich: Neben zeitlicher Flexibilität und Nähe zu einem Flughafen können Geschäfts-Visa für große Länder mit Visumpflicht wie Russland, China oder Indien von Vorteil sein, weil sie euch aus der Masse an „Freizeit- Kurieren“ hervorheben.

Onboard- Courier Mission Request
Onboard- Courier Mission Request

Wenn ihr Zeit habt, könnt ihr eure Bereitschaft für die Mission durch Anklicken eines Buttons in der Email oder in der App (time:matters) oder Zusage per WhatsApp (Chapman & Freeborn) übermitteln. Dabei müsst ihr natürlich sehr schnell sein, denn eine solche Anfrage ist meist nur für wenige Minuten geöffnet. Schließlich kann der Vermittler nicht 30 Minuten mit der Abgabe eines Angebotes warten, wenn der Flieger schon in zwei Stunden geht. Gegebenenfalls werdet ihr jetzt schon von eurem Vermittler angerufen und gefragt, ob ihr die Zeitlimits tatsächlich erfüllen könnt.

Damit habt ihr natürlich noch nicht den Job. Vielmehr geht diese Mission Request an mehrere Dutzend potentielle OBC’s. Der Vermittler weiß nun aber, dass er den Auftrag tatsächlich ausführen könnte und unterbreitet dem Auftraggeber nun ein Angebot. Der Auftraggeber entscheidet dann, ob er das Angebot annimmt oder einen anderen Anbieter mit dem Transport beauftragt. Bekommt euer Vermittler den Zuschlag, so wird er unter den Kurieren, die ihre Verfügbarkeit signalisiert haben, einen Kurier auswählen. Ihr werdet also wieder von eurem Vermittler angerufen, der euch den Job erteilt und euch über die Details des Auftrags informiert. Falls ihr noch keinen kleinen Einsatz-Rucksack vorgepackt habt, ist es nun an der Zeit, das ganz schnell nachzuholen und dann geht’s los.

Im nächsten Teil unserer kleinen Serie zu Onboard Kurieren geht es dann um den tatsächlichen Ablauf einer Mission und was dabei so schieflaufen kann.

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