Das Avianca LifeMiles Programm weist eine im Vergleich zu anderen Vielfliegerprogrammen ungewöhnliche Preislogik für Mixed Cabin Prämienflüge auf. Richtig eingesetzt, könnt ihr damit unter gewissen Umständen Meilen sparen – insbesondere bei Langstreckenflügen mit Umstieg. Wir erklären das Prinzip.
Was bedeutet Mixed Cabin bei LifeMiles?
Bei einer Mixed-Cabin-Buchung kombiniert ihr auf einem Ticket unterschiedliche Reiseklassen. Viele Vielfliegerprogramme, darunter zum Beispiel Miles & More, bepreisen solche Buchungen pauschal auf Basis der höchsten gebuchten Reiseklasse. Bei LifeMiles hingegen werden die einzelnen Segmente im Buchungsprozess separat ausgewiesen. Der Gesamtpreis setzt sich dann aus den jeweiligen Segmentpreisen zusammen. Das Interessante: Es handelt sich dabei nicht um die Preise, die bei einer Einzelbuchung der involvierten Segmente gelten würden. Stattdessen werden die Preise basierend auf den Anteilen der unterschiedlichen Reiseklassen am Gesamtrouting gewichtet.
Beispiel: Für die Strecke von Hamburg nach Bogota findet sich über LifeMiles eine Verbindung mit Lufthansa von Hamburg über Frankfurt nach London mit anschließenden Avianca-Flug nach Bogota. Laut LifeMiles Awardchart erfordert die Verbindung 40.000 LifeMiles in der Economy bzw. 80.000 LifeMiles in der Business Class.

Über eine Mixed-Cabin-Prämienbuchung könnt ihr nun zum Beispiel die beiden Kurzstrecken von Hamburg über Frankfurt nach London in der Lufthansa Business Class fliegen und zahlt dafür nur einen moderaten Aufpreis. Statt 40.000 LifeMiles in der Economy Class werden 44.680 (=3.690 + 5.670 + 35.320) Meilen fällig – also lediglich 4.680 LifeMiles mehr.
Oder andersherum betrachtet: Fliegt ihr Hamburg – Frankfurt – London in der Economy Class und London – Bogota in der Business Class, ergibt sich ein Gesamtpreis von 75.320 (=1.850 + 2.830 + 70.640) Meilen – eine Ersparnis von 4.680 Meilen gegenüber einem Routing, das vollständig in der Business Class erfolgt.
Längerer Flug = Potenziell günstigerer Preis
Die Gewichtung der Teilsegmente kann dazu führen, dass ein Business Class Flug auf der Langstrecke durch das Anhängen bzw. Vorschalten eines (langen) Economy Fluges günstiger ist als ohne diesen. Als weiteres Beispiel kann ein Flug von Hamburg über Frankfurt und Singapur nach Auckland dienen. Dabei sind Hamburg – Frankfurt und Frankfurt – Singapur nur in der Economy Class verfügbar, während Singapur – Auckland in der Business Class buchbar ist. Der Gesamtpreis liegt in diesem Fall bei 68.050 (=1.100 + 29.240 + 37.710) Meilen und 58 USD Steuern und Gebühren.

Der Preis dieses Fluges liegt damit unter dem Einzelpreis für das Business Class Segment von Singapur nach Auckland. Denn für dieses werden bei LifeMiles 74.500 Meilen fällig, dazu kommen rund 87 USD an Steuern und Gebühren.

So funktioniert die Mixed Cabin Buchung
Mixed Cabin Awards können online über die LifeMiles Suche gebucht werden. In den Suchergebnissen werden euch die einzelnen einzelnen Flugsegmente getrennt angezeigt. Für jedes Segment könnt ihr – sofern Verfügbarkeit besteht – die Reiseklasse auswählen. Der Gesamtpreis aktualisiert sich automatisch, sobald ihr Kabinen kombiniert.
Achtung: Technische Fallstricke bei LifeMiles
Das LifeMiles Programm ist nicht unbedingt für eine zuverlässige IT bekannt. Plant ihr eine Buchung solltet ihr euch der technischen Schwächen von LifeMiles bewusst sein – gerade bei komplexeren Routings.
Eine tatsächliche Buchung meinerseits verdeutlicht das Risiko: Mir wurde über die LifeMiles Suche ein Prämienflug von Hamburg über Frankfurt und San Francisco nach Auckland für insgesamt 75.390 LifeMiles und rund 75 USD Steuern und Gebühren angezeigt. Das Teilsegment Hamburg – Frankfurt erfolgte in der Lufthansa Business Class, Frankfurt – San Francisco in der United Economy Class, und San Francisco – Auckland in der Air New Zealand Business Class.
Kurz vor Abschluss der Buchung erschien eine Fehlermeldung und statt des Checkouts landete ich im Live-Chat. Dort stellte ein Agent das Ticket manuell aus – allerdings mit insgesamt 225 USD an Steuern und Gebühren. Die Zahlung erfolgte anschließend über einen separaten Payment-Link.

Die im Buchungsprozess angezeigten Steuern und Gebühren sind daher leider nicht immer final bzw. korrekt berechnet. Gerade bei komplexen Routings und Mixed Cabin Prämienflügen kann es zu technischen Problemen oder abweichenden Gebühren kommen – verbindlich ist der Preis erst, wenn das Ticket ausgestellt ist.
Meilen sparen mit LifeMiles Mixed Cabin Prämienflügen – Fazit
LifeMiles ist ein technisch schwaches Vielfliegerprogramm mit einer teils holprigen Buchungs-Abwicklung und der ein oder anderen Inkonsistenz. Dennoch kann es in manchen Szenarien Sinn machen über das Programm zu buchen. In meinem Fall wollte ich ursprünglich nur einen Air New Zealand Business Class Flug von San Francisco nach Auckland buchen und mich anderweitig um einen Flug von Deutschland nach San Francisco kümmern. Doch schlussendlich stellte sich heraus, dass sich mit einem “Zubringer” von Hamburg über Frankfurt nach San Francisco, bei dem das lange Teilstück in der Economy Class erfolgte, eine Ersparnis erzielen ließ. Insgesamt war der Preis trotz weniger Komfort auf dem Weg nach San Francisco für mich unschlagbar.
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