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06. April 2020 Markus 0 News

EU-Urteil: Lufthansa darf LSG Skychefs an Gategroup verkaufen

Eine weitere Hürde ist genommen. Lufthansa darf LSG Skychefs an Gategroup verkaufen, zumindest unter Auflagen. So hat die EU-Kommission entschieden. Um ein Monopol zu verhindern, muss Gategroup nämlich einige Geschäftszweige an verschiedenen Standorten veräußern. Lufthansa möchte sich in Zukunft stärker auf das Fliegen konzentrieren und verkauft deshalb das Europageschäft ihrer Catering-Tochter LSG Skychefs an einen der Konkurrenten.

Bereits Ende letzten Jahres hatten sich der Kranich und das schweizer Unternehmen Gategroup auf einen Verkauf verständigt. Auf welche Kaufsumme sich die beiden Kontrahenten geeinigt haben, ist bis jetzt noch nicht nach außen gedrungen. Der Deal sieht neben dem Kauf von LSG vor, dass Lufthansa die Bordverpflegung an den Standorten Frankfurt, München und Zürich von ihrem ehemaligen Konkurrenten bezieht. Außerdem werden in Frankfurt und München Joint Ventures gegründet, wovon Lufthansa 40 Prozent der Anteile halten wird. Weltweit sind bei LSG über 35.000 Mitarbeiter beschäftigt. Von dem Verkauf der Europasparte sind über 7.000 Angestellte betroffen.

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Wird wohl zukünftig von Gategroup hergestellt – die Bordverpflegung auf Lufthansa-Flügen

Prinzipiell wurde dieser Vorgang von der EU nun genehmigt. Jedoch gibt es Auflagen, die Gategroup erfüllen muss, um den Wettbewerb – zumindest ansatzweise – zu gewährleisten. Denn an einigen Flughäfen würde nach der Übernahme ein Quasi-Monopol entstehen. Deshalb muss Gategroup die Geschäftsteile verkaufen, die sich mit denen von LSG Skychefs überschneiden. Damit sollen Airlines und indirekt auch Passagiere an den Flughäfen Berlin-Tegel, Düsseldorf, Frankfurt, Hamburg, Hannover, Köln, München, Brüssel, Paris Charles de Gaulle und Rom Fiumicino vor einem Quasi-Monopol geschützt werden. Ohne diese Auflagen hätte Gategroup, die ohnehin ein Schwergewicht der Branche ist, an diesen Stationen eine zu starke Marktmacht und maximal einen Konkurrenten gehabt. Der Schweizer Caterer gab Anfang des Jahres bekannt, dass er im vergangenen Geschäftsjahr den Gewinn vor Steuern um 28 Prozent auf ca. 417 Millionen Euro steigern konnte.

Sicherlich geht die aktuelle Krise durch das Coronovirus auch an Gategroup nicht spurlos vorbei. Mal abwarten, ob der Verkauf noch wie geplant über die Bühne gehen kann. Vielleicht ist das EU-Urteil, dass Lufthansa LSG Skychefs verkaufen darf, mittlerweile nicht mehr so wichtig.

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Danke airliners!