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30. November 2019 Kai 14 Flugrecht, Tipps & Tools für Vielflieger

Global Entry – Wie funkioniert die schnellere Einreise in die USA?

Wer häufiger in die USA reist, kennt die langwierigen und oft nervigen Einreiseprozeduren, auf die man nach einem Langstreckenflug so überhaupt keine Lust hat. Da sowohl die Immigration als auch die Customs ihre Aufgabe sehr ernst nehmen, bilden sich bei der Einreise oft lange Schlangen vor den entsprechenden Schaltern. Auch bei der Ausreise aus den USA sollte man genügend Zeit für die Sicherheitskontrolle einplanen. Die US Customs and Border Protection hat für Vielreisende aber eine Reihe von Programmen aufgelegt, die den Zeitaufwand bei Ein- und Ausreise deutlich reduzieren. Wir zeigen euch was ihr beachten müsst, wenn ihr die Aufnahme in das Global Entry Programm beantragen wollt.

Was steckt hinter Global Entry?

Der Sinn des Global Entry Programmes ist es, Personen mit einem geringen Sicherheitsrisiko eine schnellere Einreise zu ermöglichen, so dass auf der anderen Seite die Grenzkontrollen für alle anderen Personen effektiver gestaltet werden können. Dabei helfen Global Entry Kioske, an denen man die Passkontrolle selbstständig durchführen kann, weil die eigenen biometrischen Daten in dem System der Custom and Border Protection-Behörde gespeichert sind. Man legt also seinen Reisepass auf den Scanner, gibt seine Fingerabdrücke auf dem Scanner-Glas ab und füllt die Zollerklärung aus. Schließlich wird noch ein Foto gemacht. Die Funktionsweise ähnelt der automatisierten Pass-Kontrolle an deutschen Flughäfen. Daraufhin bekommt man einen Zettel ausgedruckt, auf dem ausgeführt ist, wie man sich weiter verhalten soll.

Eingeführt wurde Global Entry im Jahr 2008 zunächst ausschließlich für US-amerikanische Staatsbürger und lediglich an ein paar ausgewählten großen Flughäfen: dem John F. Kennedy Airport in New York, Washington Dulles International Airport und George Bush Intercontinental Airport. Im Laufe der Zeit wurde das Programm auf immer mehr Flughäfen und auch auf immer mehr Länder ausgedehnt. Seit 2013 können sich auch deutsche Staatsangehörige für das Global Entry-Verfahren bewerben. Im April 2018 hatte das Programm weltweit bereits fünf Millionen Teilnehmer (plus noch mal zwei Millionen Mitglieder ähnlicher Programme in Kanada und Mexiko, die für Global Entry qualifiziert sind).

Anmeldung und Mitgliedschaft im Global Entry Programm

Um überhaupt einen Antrag stellen zu können, müsst ihr euch einem grenzpolizeilichen Sicherheitscheck unterziehen. Diesen müsst ihr an einem der Flughäfen Berlin-Tegel, Düsseldorf, Frankfurt Main, Hamburg oder München in den Servicebüros der Bundespolizei durchführen. Die gesammelten Daten werden an die amerikanischen Behörden übermittelt. Viele Mitglieder des Global Entry Programms weisen darauf hin, dass die Informationen für deutsche Antragsteller auf der gesonderten Webseite in einigen Punkten veraltet sind. So kann heute offenbar der Antrag auch schon vor dem Besuch bei der Grenzpolizei erfolgen.

Um in das Global Entry Programm aufgenommen zu werden und als “Trusted Traveller” von den Vorzügen der beschleunigten Einreise profitieren zu können, müsst ihr dann einen Antrag bei der US Customs and Border Protection (CBP) stellen. Dieser Antrag kann online gestellt werden und die Bearbeitungsgebühr von 100 US Dollar ist bei Antragstellung zu entrichten. Die Gebühr wird bei einem negativen Bescheid nicht erstattet. Vor der Aufnahme in das Programm wird euer Hintergrundcheck ausgewertet und ihr müsst ein Interview mit einem CBP-Beamten durchführen. Der erste Schritt ist, über den genannten Link zur Webseite der CBP zu gehen, dort aus den verschiedenen Trusted Traveller Programmen das Global Entry auswählen und den Antragsprozess zu starten. Ihr werdet dazu auf einen Government-Server weitergeleitet, auf dem ihr einen Login.gov Account erstellen müsst. Ist dieser erstellt, werdet ihr zurück zu CBP geleitet, wo ihr das Antragsformular ausfüllen könnt. Mit dem Antragsformular werden die 100 Dollar Bearbeitungsgebühr fällig.  In eurem Account ist der Status eures Antrags nun “Pending Review”.

In den folgenden Wochen wird ein Background Check zu euer Person ausgewertet. Was dabei genau überprüft wird, ist nicht richtig klar. Bei einigen Ländern wie Großbritannien wird der Background Check durch britische Behörden durchgeführt. In Deutschland ist wie gesagt eine Registrierung bei der Bundespolizei an einem der genannten Flughäfen erforderlich. An dem aufwendigen Prozedere ist ersichtlich, wie ernst die USA ihren Grenzschutz nehmen. Global Entry ist nicht vergleichbar mit irgendeiner Fastlane an einem Flughafen sondern berührt hoheitliche Aufgaben des amerikanischen Grenzschutzes. Auf der CBP-Webseite werden Gründe genannt, die gegen eine Aufnahme in das Global Entry Programm sprechen:

  • Falsche oder unvollständige Angaben im Antrag
  • Verurteilung wegen einer Straftat, strafrechtliche Verfolgung, ausstehende Haftbefehle
  • Verstöße gegen Zoll- oder Einwanderungsbestimmungen in irgendeinem Land der Welt
  • Wer Gegenstand einer Untersuchung durch eine Bundes-, Landes- oder lokale Strafverfolgungsbehörde ist
  • Wer die CBP nicht von seinem Niedrig-Risiko-Status überzeugen kann

In verschiedenen Foren ist die Rede von Ablehnung des Antrags wegen weit in der Vergangenheit liegender Drogen- oder Verkehrsdelikte. Global Entry beantragen ist jedenfalls kein Selbstläufer. Wenn ihr die erste Hürde übersteht und der Sicherheitscheck bei der Bundespolizei euch nicht schon aus dem Rennen genommen hat, taucht in eurem Online-Account der Hinweis “Conditionally approved” als Status zu eurem Antrag auf. Hat die Bundespolizei Kompromittierendes über euch in die USA gesendet, habt ihr stattdessen ein “Denied” und euer Weg zu Global Entry ist am Ende. Werdet ihr dagegen akzeptiert, sollt ihr in einem Enrollment Center einen Termin für ein persönliches Interview machen. Die Enrollment Center sind in der Regel in den Vereinigten Staaten. Teilweise befinden sie sich in der City, oft zusätzlich auch am Airport. Im Rahmen von Enrollment Events werden gelegentlich auch Termine in Deutschland durchgeführt, die dann z.B. in der US- Botschaft stattfinden.

Ihr begebt euch mit dem Letter of Approval aus eurem Account, eurem Reisepass – oder wenn ihr mehrere habt – euren Reisepässen und einem weiteren Dokument zur Identifizierung (z.B. Personalausweis oder Führerschein) zu dem Termin. Das Interview mit dem CBP-Officer dauert in der Regel 15 bis 20 Minuten. Ihr werdet darlegen müssen, warum ihr in das Global Entry aufgenommen werden wollt (z.B. regelmäßige Business Termine in den USA) und welche Länder ihr in den letzten Jahren bereist habt und ob es sich um dienstliche oder touristische Reisen gehandelt hat. Schließlich werden eure Fingerabdrücke genommen und ein Foto gemacht und dann solltet ihr “approved” sein. Ihr bekommt dann eine “Known Traveller Number”, die ihr bei Flugbuchungen angeben müsst und die euch dann die Nutzung der Global Entry Kioske bei der Einreise und die TSA PreCheck Counter bei der Ausreise oder der Weiterreise nach Transit ermöglichen.

Die Dauer der Mitgliedschaft beträgt grundsätzlich fünf Jahre. Deutsche Mitglieder des Global Entry mussten in der Anfangsphase des Programms allerdings nach ungefähr zwei Jahren einen zweiten Sicherheitscheck bei der Bundespolizei durchführen lassen. Dazu wurde von man der CBP rechtzeitig per Mail aufgefordert. Kam man der Aufforderung nicht nach, wurde die Mitgliedschaft vorzeitig beendet. Dieser zweite Sicherheitscheck wird aktuell offenbar nicht mehr durchgeführt, wie mehrere Programm-Mitglieder berichten. Die Informationen mit den speziellen Anforderungen für deutsche Staatsangehörige hier sind daher wie gesagt mit Vorsicht zu genießen.

Global Entry – Aktuelle Probleme bei der Antragstellung

Viele Antragsteller berichten derzeit von unglaublich lange Wartezeiten, bis sie zum Interview zugelassen werden. Teilweise ist von sechs Monaten und länger die Rede, die Antragsteller auf das “Conditional Approved” warten müssen. Die Vielflieger-Seite ThePointsGuy aus den USA berichtet, dass die Trump-Administration Officer vom Global Entry Programm abgezogen und an die mexikanische Grenze beordert habe, so dass viel zu wenig Personal nun einer wachsenden Zahl von Antragstellern gegenübersteht. Offiziell werden die langen Wartezeiten mit dem Shutdown der Regierung zu Jahresbeginn begründet, was nicht wirklich überzeugend ist. Wie dem auch sei: seid darauf eingestellt , dass sich die Aufnahme in das Programm hinziehen kann und das auch die Gefahr besteht, dass ihr abgelehnt werdet und 100 US Dollar versenkt habt.

Das gleiche Problem haben Menschen, die aktuell ihre Mitgliedschaft nach den ersten fünf Jahren verlängern möchten. Auch hier gibt es einen enormen Rückstau, so dass die amerikanischen Behörden Mitgliedern, die einen Antrag auf Verlängerung gestellt haben, derzeit eine Weiterführung der Mitgliedschaft bis zu zwölf Monate über den eigentlichen Termin hinaus zugestehen, weil sie mit der Bearbeitung der Verlängerungen einfach nicht hinterher kommen.

Andere ähnliche Programme

Die CBP hat eine Reihe von Programmen für den einfacheren Weg in die USA oder durch Flughäfen aufgelegt. Für deutsche Vielflieger ist Global Entry das interessanteste. Daneben gibt es TSA PreCheck, das in Global Entry enthalten ist und nur von US Bürgern separat beantragt werden kann. Während Global Entry euch den Weg durch Immigration und Zoll bei der Einreise erleichtert, ist TSA PreCheck ein verkürzter Sicherheitscheck bei der Aus- und Weiterreise. Dann gibt es Nexus, das eine beschleunigte Einreise von Kanada aus ermöglicht, aber nur für Kanadier, US-Bürger und Mexikaner zu haben ist. Sentri schließlich ist ein Programm für alle Nationalitäten, die von Kanada oder Mexiko in die USA einreisen möchten, gleich ob per Flugzeug oder über Land. Für deutsche Staatsangehörige bietet dieses Programm keinen Mehrwert im Vergleich zu Global Entry.

Neben dieser Erleichterung des Immigrationsprozesses bietet Global Entry übrigens keinerlei Bevorzugung bei der Einreiseerlaubnis. Auch Mitglieder von Global Entry müssen also weiterhin ihre ESTA bzw. ein Visum beantragen.

Global Entry beantragen – Fazit

Der Antrag auf Aufnahme in das Global Entry Programm ist sehr viel aufwändiger als eine Kreditkarte zu beantragen oder sonst irgendeine Mitgliedschaft. Die Tatsache, dass man von der Bundespolizei durchleuchtet wird, verdeutlicht welchen Aufwand man hier betreiben muss. Wer allerdings regelmäßig in die USA fliegt und bei wem es dabei vielleicht sogar noch auf Schnelligkeit ankommt (z.B. Onboard-Kuriere), der kommt langfristig um Global Entry nicht umhin. Bleibt zu hoffen, dass die Antragsbearbeitung bald wieder deutlich zügiger vonstatten gehen wird.

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