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09. Januar 2024 Markus 0 News

Flugverbot von Boeing 737 MAX 9 von FAA aufgehoben

Nachdem es am 05. Januar bei einer Boeing 737 MAX 9 von Alaska Airlines zu einem Zwischenfall kam, hatte die Federal Aviation Administration alle US-amerikanischen Fluggesellschaften aufgefordert, die Boeing 737 MAX 9 zu grounden und eine Inspektion durchzuführen. Nachdem die Behörde das Verfahren für die angeordneten Inspektionen genehmigt hat, dürfen die überprüften Maschinen wieder starten.

Verlauf des Groundings in den USA

Kurz nach dem Zwischenfall, am 06. Januar 2024, forderte die US-amerikanische Luftfahrtbehörde FAA alle Fluggesellschaften in den USA auf, ihre Boeing 737 MAX 9 am Boden zu lassen und die Flugzeuge zu überprüfen. Wenig später wurde bekannt, dass Alaska Airlines und United Airlines bei der Inspektion bei mehreren gegroundeten Flugzeugen lose Teile an der Rumpfabdeckung fanden. Zwei Wochen darauf erweiterte die FAA ihre Anweisung auch auf die Boeing 737-900ER. Es handelt sich hierbei zwar um ein Modell der Vorgängerreihe, doch die 737-900ER verfügt über die gleiche Vorrichtung für zusätzliche Notausgänge wie die 737 MAX 9. Andere Varianten der MAX-Reihe sind von dem Grounding nicht betroffen.

Die US-Luftfahrtbehörde genehmigte nun das Verfahren für die angeordnete Inspektion der Maschinen. Eine solche Überprüfung dauert rund zehn Stunden pro Flugzeug. Ist diese abgeschlossen, kann das Flugzeug wieder starten. Alaska Airlines und United Airlines planen die Rückkehr der kontrollierten Maschinen in den kommenden Tagen.

For the latest information about our Boeing 737-9 MAX return to service, visit: https://t.co/EWhHuhrkje pic.twitter.com/Iixiwj6zVB

— Alaska Airlines (@AlaskaAir) January 25, 2024

Gleichzeitig kündigte die FAA an, eine Ausweitung der 737 MAX-Produktion nicht zu genehmigen. Boeing wollte eigentlich die Zahl der produzierten 737 MAX von rund 30 auf 50 Maschinen pro Monat erhöhen. Die FAA schiebt diesen Plänen nun einen Riegel vor, für den Flugzeughersteller ein herber Rückschlag im Wettbewerb mit Airbus.

We grounded the Boeing 737-9 MAX and made clear it would not return to flight until it was safe. The enhanced review our team completed gives me and the FAA confidence to proceed to the inspection and maintenance phase prior to returning to operation. https://t.co/xcC5CjdU6p

— FAA Mike Whitaker (@FAA_Mike) January 24, 2024

Der Zwischenfall bei AS1282

Am 05. Januar 2024 musste eine Boeing 737 MAX 9 von Alaska Airlines, mit Flugnummer AS1282, die eigentlich von Portland nach Ontario fliegen sollte, kurz nach dem Start notlanden. Denn wenige Minuten nach dem Start hatte sich ein Paneel aus dem Rumpf des Flugzeuges gelöst und das entstandene Loch im Rumpf hat für einen Druckabfall gesorgt. Mehrere Passagiere wurden leicht verletzt. Dass es nicht zu einem größeren Unglück kam, liegt vor allem daran, dass alle Passagiere sowie die Crew angeschnallt auf ihren Sitzen saßen. So wurden nur Gegenstände durch das Loch gezogen.

AS1282 from Portland to Ontario, CA experienced an incident this evening soon after departure. The aircraft landed safely back at Portland International Airport with 171 guests and 6 crew members. We are investigating what happened and will share more as it becomes available.

— Alaska Airlines (@AlaskaAir) January 6, 2024

Das Loch im Rumpf entstand an der Stelle, an der Fluggesellschaften zusätzliche Notausgänge anbringen lassen können. Dies ist nötig, wenn man mehr Sitze in die Boeing 737 MAX 9 einbauen lassen möchte. Benötigt die Fluggesellschaft diesen zusätzlichen Notausgang nicht, wird die Stelle im Rumpf mit einem Paneel abgedeckt.

Situation in Europa

Die Europäische Luftfahrtbehörde EASA hatte die Anweisung der FAA am 07. Januar 2024 zum Grounding und zur Überprüfung der Boeing 737 MAX 9 übernommen. Jedoch wies die EASA daraufhin, dass keine europäische Fluggesellschaft eine Boeing 737 MAX 9 in dieser speziellen Konfiguration betreibt. Die EASA übernahm auch die FAA-Sicherheitswarnung für Boeing 737-900ER, die eine Überprüfung des Flugzeugtyps beinhaltet. Laut EASA werden fünf Boeing 737-900ER mit dem fraglichen Bauteil in Europa betrieben.

#EASA has adopted an Emergency Airworthiness Directive issued by @FAANews grounding some @Boeing 737-9 aircraft for inspection. To our knowledge, no EU airline is using this version of the 737-9. EASA will follow further developments closely. https://t.co/NaCCLbVje4#flightsafety

— EASA (@EASA) January 7, 2024

 

Die Varianten der Boeing 737 MAX in Überblick

Abschließend ein kurzer Überblick, welche Varianten es von der Boeing 737 MAX gibt. Boeing streicht im Sprachgebrauch auch gern den Zusatz „MAX“ aus der Bezeichnung, was zu Verwirrung führen kann. Die Baureihe gibt es in den folgenden fünf Versionen:

  • 737 MAX 7 (von Boeing auch 737-7 genannt)
  • 737 MAX 8 (von Boeing auch 737-8 genannt)
  • 737 MAX 8-200 (von Boeing auch 737-8-200 genannt)
  • 737 MAX 9 (von Boeing auch 737-9 genannt)
  • 737 MAX 10 (von Boeing auch 737-10 genannt)

Bei der 737 MAX 8-200 handelt es sich um eine Spezialversion, die für Low-Cost-Carrier entwickelt wurde. Durch Anpassungen lassen sich mehr Sitzplätze in das Flugzeug einbauen. Alaska Airlines ist überzeugter Nutzer der MAX-Reihe und hat erst vor wenigen Tagen ihre erste Boeing 737 MAX 8 erhalten. Auch die 737 MAX 10 wurde bestellt.

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