Der österreichische Markt für Reisekreditkarten zum Meilen sammeln befindet sich im Umbruch. Wie bekannt wurde, wird die Kooperation zwischen cardcomplete und Miles & More zum Jahresende 2025 eingestellt. Dafür gibt es ab Anfang 2026 neue Austrian Miles & More Kreditkarten von der Erste Bank und Sparkasse. Alle Details findet ihr hier.
Ende der Kooperation zwischen Austrian Airlines – Miles & More und cardcomplete
Wie heute angekündigt wurde, endet die Kooperation zwischen Austrian Airlines – Miles & More und cardcomplete zum 31. Dezember 2025. Das bedeutet, dass die Austrian Miles & More World Platinum und Austrian Miles & More World Gold Kreditkarten sowie die Business-Varianten des Kartenprodukts dann nicht mehr verwendet werden können. Im Herbst des Jahres wird cardcomplete nähere Informationen zur Vorgehensweise an die Kunden übermitteln. Bis zum 31. Dezember 2025 können die Kartenleistungen noch wie gehabt eingesetzt werden.
Das Ende kommt nicht ganz überraschend – so hatten die bisherigen Eigentümer von cardcomplete, die UniCredit Bank Austria und Raiffeisen Bank International, bereits im Frühjahr 2025 ihre Anteile an den neuen Eigentümer EAVISTA verkauft und alle bisher von den beiden Banken in Kooperation mit cardcomplete ausgestellten Kreditkarten zum Jahresende 2025 gekündigt. Während es damals aber noch hieß, dass die unmittelbar durch cardcomplete selbst ausgestellten Karten – wie dies bei den Austrian Miles & More World Mastercards der Fall war – weiter bestehen sollen, haben sich die neuen Eigentümer nun offensichtlich doch anders entschieden. Besonders kurios ist dabei, dass die Jahresgebühr der Austrian Miles & More Mastercard Platinum erst vor wenigen Wochen für Neukunden deutlich von 144 Euro auf 199 Euro angehoben wurde.
Während nun in Bezug auf die von cardcomplete ausgestellten Austrian Miles & More World Mastercard Produkte Gewissheit herrscht, ist das Schicksal der Diners Club Kreditkarten noch offen. Die Diners Club Kreditkarten in Österreich werden bisher ebenfalls von cardcomplete herausgegeben. Interessanterweise wurde auch hier gerade erst die Jahresgebühr von bisher 149,90 Euro auf 199 Euro angehoben und gleichzeitig die Lounge-Leistungen für Bestandkunden massiv verschlechtert. Es liegt hier auf Grund der Parallelen die Vermutung nahe, dass das Produkt bewusst immer unattraktiver gemacht wird und eine Einstellung in naher Zukunft ebenso bevorstehen könnte (Abwertung: Weniger Loungezugänge bei den Diners Club und Miles & More Kreditkarten in Österreich).
Neue Austrian Miles & More Kreditkarten der Ersten Bank und Sparkasse ab 1. Januar 2026
Ab 1. Januar 2026 werden neue Austrian Miles & More Kreditkarten angeboten, ausgestellt von der Ersten Bank und Sparkasse. Für Privatkunden wird es künftig nur noch eine Option geben, nämlich eine Austrian Miles & More Premiumcard. Aus den ersten Stellungnahmen ist zu entnehmen, dass es sich wieder um eine Mastercard handeln wird. Für Geschäftskunden gibt es hingegen künftig zwei statt drei Optionen – eine Austrian Miles & More Business Premiumcard sowie eine Austrian Miles & More Business Smartcard. Wie bisher werden die Karten für Privat- und Geschäftskunden unterschiedliche Miles & More Sammelraten haben, die konkreten Raten sind jedoch noch nicht bekannt.
Die Vorteile der neuen Karten werden von der Erste Bank und Sparkasse wie folgt angegeben:
- Meilensammeln für Kartenumsätze
- Meilenschutz vor Meilenverfall
- Willkommensmeilen (nur für Austrian Miles & More Premiumcard)
- Meilentausch-Funktion für den flexiblen Umtausch von Meilen in Points und Qualifying Points
- Austrian Airlines Business Class Check-in und Fast Track am Flughafen Wien
- Zugang zu über 1.700 Flughafen-Lounges weltweit mit dem Priority Pass
- Neue Bezahloptionen: Unterstützung von Apple Pay und Google Pay für das einfache und schnelle Bezahlen mit Smartphones und Smart Watches
- Geld zurück bei Fremdwährungszahlungen: Die Spesen für Fremdwährungszahlungen zurückholen.
- Umfangreiche Reiseversicherung, weitere Vorteile und innovative Kreditkartenfeatures der Erste Bank und Sparkasse
Auf wesentliche Fragen wie nach der Meilensammelrate für Kreditkartenumsätze sowie der Höhe des Willkommensbonus gibt es daher bisher keine Antwort. Interessant erscheint auf den ersten Blick, dass der Fast Track Zugang am Flughafen Wien – der zuletzt bei den cardcomplete Kartenprodukten als Vorteil weggefallen ist – explizit erwähnt wird. Allerdings werden bei der regulären Premiumcard (ohne Branding) auch Reisevorteile am Flughafen Wien erwähnt, bei genauerem Hinsehen entpuppt sich dies aber lediglich als 15% Rabatt auf den Kauf des Fast Track Zugangs (sowie Vergünstigungen des Loungezugangs). Noch spannender ist der sogar mit extra dicker Schrift hervorgehobene Loungezugang mittels Priority Pass – auch hier ist unklar ob und in welcher Ausführung ein Priority Pass tatsächlich als Leistung bei der Karte inkludiert sein wird, oder ob es sich auch hier lediglich um einen Rabatt auf den Kaufpreis eines Priority Passes handeln könnte.

Zwei weitere wichtige Hinweise, die wir entdeckt haben – zum einen wird die Karte aktiv beantragt werden müssen, es wird keinen automatischen Übergang von cardcomplete zur Erste Bank und Sparkasse geben. Zum Anderen werdet ihr euch für George, das Online-Banking-Portal der Erste Bank & Sparkasse registrieren müssen, um die Kreditkarte verwalten zu können. Dies soll nach aktuellen Angaben kostenlos sein, es scheint sich dabei also nicht um ein Girokonto sondern lediglich um eine Onlineplattform zu handeln.
Alle Details findet ihr auch auf den Homepages von Miles & More und der Erste Bank und Sparkasse aufgelistet.
Neue Austrian Miles & More Kreditkarten – Fazit
Wir erleben spannende Zeiten für Meilensammler in Österreich – der Kreditkartenmarkt für Meilensammler befindet sich hier gerade durchaus im Umbruch. Nach den auffälligen Verschlechterungen der cardcomplete Produkte folgt nun die Einstellung der bisherigen Austrian Miles & More World Mastercards. Die neuen Austrian Miles & More Kreditkarten von der Erste Bank und Sparkasse sind auf Basis der aktuell verfügbaren Informationen noch sehr schwer einzuschätzen – von ernstzunehmender Konkurrenz für die American Express Platinum Card Österreich bis hin zu einem zurückgefahrenen Schmalspurprodukt könnte uns hier alles erwarten. Wir hoffen auf Grund des mangelnden Wettbewerbs im österreichischen Kreditkartenmarkt naturgemäß auf Ersteres, der Vergleich mit den bisherigen Premiumcards (ohne Branding) der Erste Bank und Sparkasse legt aber eher zweitere Vermutung nahe. Wir sind jedenfalls schon auf weitere Informationen gespannt und halten euch am Laufenden!
