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28. Mai 2020 Markus 0 Coronavirus, News

Ryanair will gegen Rettungspaket für Lufthansa vorgehen

Seit Wochen macht Michael O’Leary, Chef des Billigfliegers Ryanair, aus seiner Ablehnung gegenüber der Staatshilfe für Lufthansa und anderen Flagcarriern kein Geheimnis. Lufthansa sei verhalte sich wie ein Drogenabhängiger oder wie ein betrunkener Onkel auf einer Hochzeit. Doch O’Leary will es nicht nur beim Pöbeln belassen, sondern auch rechtlich gegen das Rettungspaket für die Lufthansa vorgehen.

Bereits im Mai klagte Ryanair beim europäischen Gerichtshof gegen Staatshilfen für Air France-KLM und SAS Scandinavian Airlines. Der Billigflieger sieht die beschlossenen Hilfspakete als rechtswidrig an. Diese würden den Wettbewerb verzerren und Billigflieger wie Ryanair und EasyJet, aber auch British Airways entscheidend benachteiligen. Bei Air France und SAS war der Stein des Anstoßes die Stundung bzw. der Erlass von Steuern. Die Beihilfen waren so konzipiert, dass Ryanair – obwohl die Airline ab diesen Ländern viele Strecken anbietet – nicht von der Erlassung oder Stundung der Steuern profitieren konnte. O’Leary sieht darin einen klaren Wettbewerbsvorteil für Air France und SAS.

Darum will Ryanair gegen das Rettungspaket für Lufthansa vorgehen

O’Leary ist überzeugt, dass Lufthansa durch das Rettungspaket des Bundes ihre Monopolstellung in Deutschland weiter festigen wird. Im Gegensatz zu Ryanair und EasyJet, die ebenfalls in Deutschland Inlandsflüge anbieten, müsste Lufthansa aufgrund der Finanzspritze ihre Tickets nicht kostendeckend anbieten. Ryanair hat nur einen Kredit, der durch die britische Regierung gestützt wird, in Höhe von 600 Millionen GBP erhalten, was ungefähr 670 Millionen Euro entspricht. Während die meisten europäischen Airlines mithilfe von Lohnzuschüssen überleben könnten, würde Lufthansa durch Europa stolpern und Milliarden bei den Regierungen von Deutschland, Österreich, der Schweiz und Belgien einsammeln.

Ryanair schmiedet Pläne für nach der Krise

O’Leary will sich nicht nur mit der Konkurrenz beschäftigen, sondern ist schon wieder ganz auf Angriff gepolt. Ryanair plant, bereits ab Juli ca. 40% des ursprünglichen Flugplanes wieder aufzunehmen und geht von einer Auslastung der Flüge von 50% bis 60% aus. Nach der Coronakrise plant der irische Billigflieger ein starkes Wachstum und weitere Kostenreduzierungen. So sollen Mitarbeiterverträge, sowie Vereinbarungen mit kleineren Flughäfen, die durch den Wegfall der Passagiere in Schwierigkeiten geraten sind, neu verhandelt werden. Laut der Gewerkschaft Verdi will die Ryanair-Tochter Malta Air ungefähr 1.200 Angestellte entlassen und innerhalb der nächsten fünf Jahre die Gehälter um bis zu 20% kürzen. Die Basis der anderen Ryanair-Tochter LAUDA in Wien wird Ende Mai geschlossen und 370 Mitarbeiter werden, unter Berücksichtigung der Kündigungsfristen, gekündigt. Dazu erwartet Ryanair Ende dieses Jahres ihre erste Boeing 737-MAX. Mit diesem Flugzeugtyp sollen die Kosten weiter optimiert werden. Über 130 Maschinen dieses Typs sind bestellt.

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