Pläne zum Airbus A321-XLR werden konkreter

Seit Mitte Februar ist es offiziell: Die Produktion des Airbus A380 wird in zwei Jahren eingestellt. Was als Erfolgsgeschichte geplant war, endete bereits nach 10 Jahren als Rückschlag für den europäischen Flugzeugbauer Airbus. Die Kunden, in Form der Airlines, nahmen das Produkt nicht an und so scheidet dieses aus dem Markt aus. Nun bleibt der Markt nicht stehen und deshalb versucht Airbus, seine Produkte den Bedürfnissen der Kunden anzupassen. Daher werden Pläne zum Airbus A321-XLR immer konkreter. Welcher Plan und welche Art von Flugzeug sich hinter dem Kürzel A321-XLR verbirgt, lest ihr hier…

A321 von Finnair
A321 von Finnair

Die Idee, ein Kurz- bzw. Mittelstreckenflugzeug so zu modernisieren, dass es auch Langstrecken durchführen kann, ist nicht neu. Schon seit geraumer Zeit schwirren Spekulationen über eine Ultralangstreckenversion des A321 durch die Branche. Denn der Markt entwickelt sich weg von den Superjumbos hin zu rentableren und kleineren Jets.

Was ist der Airbus A321-XLR?

Der Airbus A321 ist das längste Mitglied der erfolgreichen Airbus-A320-Familie. Weitere Familienmitglieder sind der A318, A319 und der A320. Wer verschiedene Typen der A320-Familie nebeneinander sieht, kann den A321 anhand seiner Länge erkennen. Immerhin ist er ca. 7 Meter länger als der A320. Ein A321 ermöglicht damit auch das Boarding über zwei Türen, eine vordere und eine hintere. Lufthansa trennt auf diesen Flügen zum Beispiel das Boarding nach Reiseklassen. Einfacher ist es, wenn man das Flugzeug von außen betrachtet. Denn der A321 verfügt, im Gegensatz zu seinen kürzeren Verwandten, über insgesamt vier Türen an der Seite des Rumpfes. Dennoch handelt es sich hierbei um ein sogenanntes Single-Aisle oder Narrow-Body-Flugzeug. Das bedeutet, den Passagieren steht nur ein einzelner Mittelgang zwischen den Sitzreihen zur Verfügung.

Nun kennen wir die Grundstruktur der Maschine und nähern uns dem letzten Teil des Namens: XLR. Eine wichtige Weiterentwicklung der Ursprungsversion war der Airbus A321-NEO (New Engine Option), der mit sparsameren Triebwerken ausgestattet wurde. Diese Version wurde wiederum zum A321-LR (Long Range) weiterentwickelt, die eine Reichweite bis zu 7.400 Kilometer hat. Damit sind Flüge von Frankfurt an die Ostküste der USA oder nach Indien prinzipiell möglich.

Der Airbus A321-XLR wäre dann eine weitere Verbesserung des A321-LR. XLR stünde in diesem Fall dann für Extra Long Range. Der A321-XLR soll eine maximale Reichweite von bis zu 8.400 km bekommen. Von Frankfurt aus wären also alle Destinationen, die im hellen Bereich der unteren Karte liegen, theoretisch erreichbar. Mit 100 Tonnen Startgewicht wäre der Airbus A321-XLR noch einmal mehrere Tonnen schwerer als das Vorgängermodell.

Theoretische Reichweite des Airbus A321-XLR bei maximalen Startgewicht von 100 Tonnen
Theoretische Reichweite des Airbus A321-XLR bei maximalen Startgewicht von 100 Tonnen © gcmap.com

Tipp: Wie du mit dem Great Circle Mapper Entfernung berechnen und Karten wie die obige erstellen kannst, lernst du hier: Flugdistanzen ermitteln mit dem Great Circle Mapper.

Wann kommt der Airbus A321-XLR?

Ob und wann der A321-XLR kommt, kann aktuell nur gemutmaßt werden. Gerade klopft Airbus wohl den Markt ab und sammelt Interessensbekundungen von potenziellen Käufern, auch aus den Vereinigten Staaten, ein. Wichtig für Airbus sind dabei zwei Dinge: Erstens, potente und marktführende Kunden und zweitens, schneller mit einem Produktlaunch sein, als der große Konkurrent Boeing. Denn aktuell klafft im Produktportfolio von Boeing eine Lücke zwischen den Modellen 737 und 787. Boeing möchte diese Lücke mit einem neuentwickelten New Midsize Airplane, der möglichen 797, schließen. Doch bis dieses neue Flugzeug ausgeliefert werden kann, gehen noch einige Jahre ins Land. Airbus hätte mit dem A321-XLR einen zeitlichen Vorsprung von drei bis fünf Jahren für dieses Marktsegment, da es sich hierbei nur um ein Update eines bestehenden Produktes und nicht um eine vollständige Neukonzipierung handelt. Man kann also davon ausgehen, dass, wenn der A321-XLR kommt, er in drei bis vier Jahren erscheint.

Pläne zum Airbus A321-XLR werden konkreter – Fazit

Der König ist tot, es lebe der König! So ähnlich könnte man es bei Airbus sehen. Nachdem der A380 nicht den gewünschten Erfolg brachte und Boeing frohlockte, möchte man nun mit dem A321-XLR der Konkurrenz ein Schnippchen schlagen. Mit der neuen Single-Aisle-Maschine möchte Airbus mehrere hundert Flugzeuge recht schnell verkaufen, bevor die “B797” auf dem Markt ist. Rivale Boeing sieht diesen Markt offensichtlich größer und langfristiger und plant hierfür ein komplett neues Modell. Potenzielle Kunden für ein Langstreckenflugzeug mit ca. 200 – 270 Sitzen scheint es offensichtlich zu geben. Vielleicht werden dann durch die kleineren Langstreckenmaschinen auch mehr kleinere Carrier Langstrecken anbieten können.

Ich persönlich kann nur hoffen, dass die Netzcarrier die kleineren Flugzeuge nicht zum Anlass nehmen, an der Hardware und dem Service zu sparen. Dass es kein Wide-Body braucht, um Langstrecken durchzuführen, kann ich nachvollziehen und ich kann mir auch vorstellen, mit einem A321 über den Atlantik zu fliegen. Dennoch sollte die Qualität des Sitzes oder des Entertainments nicht darunter leiden. Vielleicht überdenken dann ein paar europäische Airlines ihr Business Class Produkt in den Narrow-Bodies.

Was haltet ihr von kleineren Langstreckenmaschinen? Habt ihr schon mit einem A321 den Atlantik überquert?

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