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09. Mai 2018 Benedikt 23 Schweiz, Sonstiges

Erfahrungen mit Miles & More aus Schweizer Sicht

Direkt vorweg: Eigentlich bin ich kein Schweizer, ich wohne nur als Deutscher seit bald 15 Jahren in der Schweiz, aber es wäre kein sehr schöner Titel zu schreiben “…aus Sicht eines in der Schweiz wohnhaften Deutschen”. Wie einige von euch sicherlich schon gemerkt haben bin ich neu im Team von meilenoptimieren.com und nutze  mit diesem Artikel die Gelegenheit um mich vorzustellen und gleichzeitig etwas über meine bisherigen Erfahrungen mit Miles & More darzulegen. Welche Möglichkeiten gibt es um an Meilen zu kommen? Welche Kreditkarten? Ist Payback möglich? Was ist mit Altpapier? Derlei fragen versuche ich hier zu beantworten während ihr auch etwas über mich erfahrt. Los geht es….

Erfahrungen mit Miles & More – Mein Profil

Es gibt ja die verschiedensten demographischen Merkmale, anhand derer man eine Person einordnen kann. Alter, Wohnort, Beruf etc. Damit ihr einen kurzen Eindruck von mir habt halte ich diesen Teil kurz: Ich heisse Benedikt, bin 25 Jahre jung und Student. In die Schweiz bin ich vor knapp 15 Jahren gekommen und nenne die Region um den Zürichsee mein zu Hause. Zu Mark und seinem Team bin ich auf die altmodische Art gestossen, als es vor etwa 6 Wochen die Möglichkeit gab sich als Mitschreiber zu bewerben. Das ging dann alles recht schnell und ich freue mich, Teil des Teams zu sein und hier mitwirken zu dürfen.

Derzeit bearbeite ich vor allem den Schweizer Kreditkartenmarkt wie einige von euch sicher bemerkt haben. Welche verschiedenen Kreditkarten gibt es überhaupt? Ist der Schweizer Markt wirklich so klein wie er scheint oder ist hier doch mehr möglich? Welche Anbieter gibt es und wie unterscheiden sich die verschiedenen Duos und Karten voneinander? Ist die American Express Karte auch in der Schweiz die unangefochtene Nummer 1 oder gibt es hier bessere Alternativen? Derlei Themen versuche ich euch so verständlich und vergleichbar wie möglich näherzubringen. Aber auch Flug-Deals und Reviews werdet ihr in Zukunft von mir lesen, schliesslich möchten wir euch auch abseits von Kreditkartenangeboten die Welt zeigen :)

Erfahrungen mit Miles & More – Der Anfang

Wie alles im Leben hat auch meine Geschichte mit Miles & More einen Anfang. Der Account besteht schon seit Ewigkeiten und wurde lange vor meiner Zeit in der Meilenwelt genutzt, hier hat mein Vater alles richtig gemacht. Dann kam die Zeit, in der Eltern leider nicht mehr für Ferien aufkommen, und der Account vegetierte vor sich hin, die Meilenreste verfallen. Anfang 2016 dann bekam ich die Chance für Praktika nach Hongkong und Singapur zu reisen. Erstmals bin ich auf den Vielfliegertreff gestossen und habe mich ein wenig eingelesen, um möglichst günstig nach Asien zu kommen. Gleichzeitig habe ich gesehen, dass Business Class nicht immer teuer sein muss, sondern dass es auch immer wieder Sales und Meilenschnäppchen gibt. Kurzerhand hatte ich dann im März meine ersten Business Class Flüge für den Sommer mit American Airlines nach Südamerika gebucht und im Oktober das Meilenkonto eines Bekannten geplündert. So bin ich zunächst mit Kollegen im Sommer nach Rio zum baden (In Rio war es Herbst/Winter, warm genug war es dennoch), und dann mit meinem Bruder im Februar 2017 mit dem Meilenschnäppchen nach Vancouver geflogen und in Whistler 2 Wochen Ski fahren gegangen. Seit da hatte es mich gepackt und ich war und bin mehrmals täglich im VFT unterwegs.

Von den Kreditkarten von Swisscard wusste ich schon länger, mein Vater hatte seit Jahren das Gold Duo, allerdings war es mir nie möglich eines der Duos zu beantragen, da ich als Student ohne Einkommen keine Chance auf Kreditkarten hatte. Irgendwann habe ich dann angefangen neben dem Studium zu arbeiten, und nach einem Monat im Büro gab es wieder mal eine 20.000 Meilen Willkommensbonus Aktion von Swisscard, welche ich natürlich umgehend genutzt habe. (Zugegeben, als Student das erforderliche Mindesteinkommen von 35.000 Franken zu erreichen erfordert etwas Kreativität bei der Arbeitszeitplanung für den Lohnausweis, aber es ist möglich und vor allem lohnt es sich. Mittlerweile ist auch das Limit auf einem vernünftigen Niveau, pünktlich die Rechnung bezahlen und nach einem halben Jahr anrufen und nach einer Limiterhöhung fragen reichen hier schon aus). Was mache ich aber mit 20.000 Meilen, wenn ein Meilenschnäppchen nach Nordamerika doch 55.000 Meilen kostet? Sie wachsen lassen!

Erfahrungen mit Miles & More – Das Wachstum des Meilenstandes

Eine Kreditkarte zu beantragen ist wohl so ziemlich die einfachste Möglichkeit um an Meilen zu kommen, und diese hatte ich bereits genutzt. Wie also, außer durch möglichst häufigen Einsatz der Karten, komme ich an Meilen? Ab in den VFT, eine der besten Quellen im deutschsprachigen Raum für den Austausch von Aktionen. Zu der Zeit haben sich die Angebote gehäuft. Es gab das Handelsblatt Digitalabo für 9.99€ und 3.000 Meilen, eine SIM-Karte aus Russland für 20€ und 5.000 Meilen und weitere Leserangebote der WELT und FAZ und wie sie alle heißen. Der Haken: Diese Angebote waren jeweils nur über die deutsche Miles & More Webseite verfügbar, wenn man aktiv das Land von “Schweiz” auf “Deutschland” umstellt, und eine deutsche Adresse war auch nötig. Ein bisschen tiefer gegraben und es stellte sich heraus, dass das letztendlich kein Problem ist. Entweder hat man Familie/Bekannte in Deutschland, wie das bei mir der Fall ist, oder man frägt im VFT ob jemand gratis Zeitung lesen möchte, zur Not tut es auch eine Arztpraxis (Unbedingt vorher fragen, nicht einfach hinschicken lassen). Seit dem lesen meine Tante und Großeltern immer wieder mal gratis die FAZ, die Welt oder Handelsblatt, erhalten SIM-Karten oder sind auf sonst eine Art meine Lieferadresse in Deutschland. Win-win nenne ich das. Mit derlei Aktionen wuchs mein Meilenstand stetig an, so dass es bald für Meilenschnäppchen für die ganze Familie reicht. Da ich sonst eher Oneworld fliege und meine Meilen auf AAdvantage und den BAEC verteilt habe, sind lediglich etwa 10% meiner Miles & More Meilen durch Flüge gesammelt worden. Wer also zusätzlich noch häufig mit der Star Alliance fliegt und bei Miles & More sammelt, der dürfte sein Ziel noch schneller erreichen.

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Das “Altpapier” – Ebenfalls eine hervorragende Möglichkeit Prämienmeilen aus der Schweiz heraus zu sammeln

Erfahrungen mit Miles & More – Weitere Möglichkeiten Meilen zu sammeln

Aber wie sieht es mit Payback aus? Offiziell funktioniert Payback für Schweizer nicht, da es einen deutschen Wohnsitz dazu braucht. Letztendlich benötigt man aber nur eine deutsche Adresse, muss aber mit ein paar Stoplersteinen wie der eventuellen Sperrung des Kontos und dem Einfrieren der Punkte leben. Also auf eigene Gefahr! Solltet ihr aber Familie oder Bekannte in Deutschland haben die nichts mit Payback anzufangen wissen, so lasst das doch über sie laufen und die Punkte dann einfach auf euren Miles & More Account übertragen, dies sollte kein Problem darstellen, solange immer Punkte auf den gleichen Account übertragen werden. Für alle anderen gibt es in der Schweiz Coop und das Superpunkte-Programm. Es bietet zwar nicht die gleichen Möglichkeiten, wie z.B. den Leserservice von Payback in Deutschland, aber auch hier gibt es immer wieder Aktionen um seinen Superpunkte-Vorrat aufzustocken und letztendlich in Miles & More Meilen zu tauschen. Wer sowieso schon treuer Coop Kunde ist der weiß von welchen Aktionen ich spreche: Einkauf über 100 Franken für 1000 Superpunkte oder auch die Sammel-Challenges, bei denen ihr in einem bestimmten Zeitraum eine gewisse Anzahl Einkäufe über einen Mindestbetrag erreichen müsst. Meist sind solche Challenges durch normales Einkaufen zu erreichen, die Superpunkte fallen also als Nebenprodukt an. In Zeiten solcher Aktionen geh ich dann doch hin und wieder mal gerne für das ganze Wochenende einkaufen ;)

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Meilen erhalten über Coop – Superpunkte gegen Miles & More Prämienmeilen eintauschen

Mittlerweile ist der Meilenstand doch schon recht ansehnlich, aber wachsen geht immer. Also wird nach ein wenig Recherche und einer laufenden Aktion das Cornèrcard Miles & More Kreditkarten Duo Gold beantragt, erhalten habe ich jedoch “nur” das Classic Duo. Trotz der beiden Duos habe ich noch nicht genug und schau was noch möglich ist. Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass ich in Deutschland bei der DKB problemlos die Hilton Honors Kreditkarte inklusive gratis Girokonto beantragen konnte. Anfang dieses Jahres gab es eine Miles and More Kreditkarte Gold Aktion mit 20.000 Miles & More Meilen als Willkommensbonus, zusätzlich weitere 5.000 Meilen wenn das Abrechnungskonto ein DKB-Konto ist. Gesagt, getan, und schon zwei Wochen später war die Kreditkarte im Briefkasten. Der Prozess war noch einfacher und schneller als bei Swisscard oder Cornèrcard und ging problemlos als Schweizer bzw. in der Schweiz wohnhafter Deutscher. Lediglich die American Express Gold Karte fehlt mir derzeit noch. Da hier aber derzeit keine wirklich interessante Promo läuft und das Tauschverhältnis deutlich schlechter als bei Swisscard und Cornèrcard ausfällt, zumindest was Miles & More Meilen betrifft, warte ich hier erst einmal noch ab.

Ich habe also vor etwas weniger als 2 Jahren damit angefangen, Miles & More Meilen aktiv zu sammeln und verschiedene Aktionen mitzunehmen. Wieviele Meilen und Kreditkarten sind das aber nun insgesamt und was haben mich die Meilen letztendlich gekostet? Im Folgenden eine kurze Auflistung über mein Kreditkartenportfolio und die verschiedenen Boni die ich dadurch sammeln konnte sowie die Preise dazu:

KreditkarteWillkommensbonusKosten in CHFRatio
SWISS Miles & More Classic Kreditkartenduo20.000603 CHF pro 1.000 Meilen
SWISS Miles & More Gold Kreditkartenduo (Upgrade)15.00022014.67 CHF pro 1.000 Meilen
Cornèrcard Miles & More Kreditkarten Duo Classic10.00014014 CHF pro 1.000 Meilen
Miles & More Credit Card Gold World Plus25.0001305.20 CHF pro 1.000 Meilen
Total70.0005507.86 CHF pro 1.000 Meilen

Wie ihr sehen könnt ist die Ratio mit deutlich unter 10 Franken pro 1.000 Meilen mehr als in Ordnung! Ähnlich sieht es für die anderen Aktionen mit dem Altpapier, den Zeitungen oder dem Worldshop aus, hier reicht meine Kontohistorie allerdings nicht weit genug zurück um eine vernünftige Tabelle zu erstellen, aber die Ratio bewegt sich auf dem gleichen Niveau.

Erfahrungen mit Miles & More – Fazit

Mittlerweile beträgt mein Meilenstand etwa 185.000 Miles & More Meilen. Für den geneigten Vielflieger nicht die Welt, für einen Studenten, der seinen Status bei Oneworld hat und nur einmal bezahlt LH geflogen ist aber ganz in Ordnung würde ich meinen. Klar, die Meilen waren nicht kostenlos, aber der potentielle Gegenwert dürfte deutlich höher ausfallen als die Kosten, selbst mit Fantasiezuschlägen. Auch richtig: Man sollte Meilen nicht horten. Eigentlich wollte ich das Meilenschnäppchen im April nach LAX nutzen, leider hat LH keinerlei Verfügbarkeiten frei gemacht und Mitte des Monats wurde es dann komplett rausgenommen. Also warte ich derzeit immer noch auf eine passende Gelegenheit; aber das Jahr ist schliesslich noch jung und ich bin zeitlich flexibel…

Sonstige Erfahrungen aus meiner Sicht

Mit der S-Bahn bin ich in etwa 40 Minuten am Flughafen Zürich, somit ist dieser auch mein Hub. Zürich wird zu über 60% von der Lufthansa Gruppe bedient, der Star Alliance Anteil ist noch höher. Wie komme ich also zum Status und sammeln bei British Airways? Die Frage lässt sich mit “Qatar Airways Tokyo Sale” beantworten, als es Anfang des letzten Jahres für rund 700€ in Business Class nach Tokyo ging. Also wieder einen Kollegen gefragt und im Juli ging es dann mit dem Routing ZRH-LHR-BRU/BRU-DOH-HND für 2 Tage in Japans Hauptstadt. Gleichzeitig gab es genug Tier Points für den Silver Status bei British Airways, und wenn man schon einen Status hat will man diesen ja auch nutzen. Da ich sowieso ein Fan von Finnair und deren Stopover-Regeln und Short-Connections bin, versuche ich möglichst immer die Verbindung über Helsinki zu nehmen wenn es nach Asien geht. Und sind wir ehrlich, in Asien, speziell Hongkong, kriegt man noch einiges an Lounges geboten für den Silver Status :) Gen Westen bin dann lieber mit der Konkurrenz unterwegs, hier überzeugen weder British Airways noch American Airlines wie ich finde.

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Trotz Star Alliance Hub in Zürich ist ein Status dort nicht Pflicht – Es geht auch gut mit der Konkurrenz © oneworld

Schlusswort

Ich hoffe ihr konntet neben meinen Erfahrungen mit Miles & More auch etwas über mich aus dem Artikel erfahren. Wie ihr seht, lohnt es sich schon so früh wie möglich mit dem Meilen Sammeln zu beginnen, auch wenn ihr noch studiert oder Kinder im Schulalter habt, einen Account für allfällige Flüge sollte man immer besitzen. Im schlimmsten Fall verfallen einmal ein paar Meilen, im besten Fall erhält man einen Freiflug.

Habt ihr ähnliche Erfahrungen mit Miles & More und Schweizer Wohnsitz gemacht? Komplett gegenteilige? Ihr habt noch Fragen über meine Erfahrungen oder wollt etwas von mir wissen? Lasst es mich in den Kommentaren wissen!

Zum weiterlesen:


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