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22. Juli 2022 Markus 1 News

Sommerchaos: Flughafen Frankfurt verringert Koordinierungseckwert

Um das vorhandene Chaos an den Flughäfen in Deutschland einzudämmen, haben die Protagonisten einige Maßnahmen durchgeführt. So streichen die Fluggesellschaften der Lufthansa Group seit Wochen Flüge aus ihrem Flugplan. Und der Betreiber des Frankfurt Flughafens möchte seine Kapazität reduzieren, indem er den Koordinierungseckwert verringert.

Koordinierungseckwert am Flughafen Frankfurt soll gesenkt werden

So wird nun der Flughafen Frankfurt bei der Flugsicherung die Reduzierung des Koordinierungseckwerts auf 88 Flugbewegungen pro Stunde beantragen. Dieser Wert wurde bereits von 106 auf 96 Starts und Landungen pro Stunde verringert. Koordinierungseckwert beschreibt die Slotkapazität des jeweiligen Flughafens pro Stunde und ist u.a. abhängig von der Anzahl der Start- und Landebahnen, der möglichen Betriebszeit des Flughafens und der Kapazität der Passagier- sowie Flugzeugabfertigung. In diesem Sommer ist Letzteres der kapazitätsmindernde Faktor in Spitzenzeiten. Mit dieser Maßnahme möchte der Flughafenbetreiber Fraport den Flugbetrieb weiter stabilisieren. Dass die Flugsicherung dem Antrag auf Verringerung des Eckwerts zustimmt, gilt als wahrscheinlich, da weniger Flüge kein zusätzliches Sicherheitsrisiko darstellen.

Mehr als die Hälfte der Flüge im Juni verspätet

Aktuell sind die Bodenverkehrsdienste während den Zeiten mit dem höchsten Flugaufkommen nicht in der Lage, die Flugzeuge rechtzeitig abzufertigen. Das äußerte sich in den vergangenen Wochen auch durch die fehlende Pünktlichkeit der abgehenden Flugzeuge. Wer sich die Verkehrszahlen des Frankfurt Flughafens vom Juni ansieht, wird feststellen, dass nur 48 Prozent, also weniger als die Hälfte, der abgefertigten Flüge in Frankfurt pünktlich waren. Betrachtet man das ganze Jahr, waren immerhin zwei Drittel der Flüge in Frankfurt pünktlich. Im Juni 2019, also dem Vergleichsmonat vor dem Beginn der Pandemie, lag die Pünktlichkeit am Flughafen Frankfurt bei 64,4 Prozent, obwohl rund 1,59 Millionen Passagiere und 10.000 Flüge mehr in diesem Monat abgefertigt wurden.

Die Lufthansa, wichtiger Partner des Frankfurter Flughafens, begrüßt diese Entscheidung der Fraport AG. Jens Ritter, CEO der Lufthansa Airline, sagt in einer Pressemeldung der Fluglinie:

„Da die bereits aufgestockten Kapazitäten der Bodenverkehrsdienste in Frankfurt auch für den mehrfach reduzierten Flugplan aufgrund von hohen Krankenständen noch nicht ausreichen, ist die heutige Entscheidung der Fraport richtig.“

Gleichzeitig bedankt sich der Flughafenbetreiber bei seinem wichtigsten Kunden, der für 80 Prozent der täglichen Starts und Landungen in Frankfurt verantwortlich ist für die Annullierung von mehreren Tausend Flügen. Doch nicht nur das. Auch die Fastlanes an den Sicherheitskontrollen für Miles & More Mitglieder muss Lufthansa aussetzen.

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