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26. Juli 2025 Markus 0 Portraits

Zweistrahler im Portrait: Die COMAC C929

Der chinesische Flugzeughersteller COMAC entwickelt derzeit mit der C929 ein Langstreckenflugzeug, das in Konkurrenz zum Airbus A350 und zur Boeing 787 treten soll. Eine Zertifizierung wird frühestens 2032 erwartet, der erste kommerzielle Einsatz ist für 2035 geplant.

COMAC – Entstehungsgeschichte des chinesischen Herstellers

Die Commercial Aircraft Corporation of China, kurz COMAC, ist Chinas ambitionierter Versuch, sich im globalen Flugzeugbau als ernstzunehmender Wettbewerber zu etablieren. Gegründet im Jahr 2008 mit Sitz in Shanghai, verfolgt COMAC das Ziel, die jahrzehntelange Abhängigkeit vom Duopol Airbus und Boeing zu durchbrechen – insbesondere im Bereich ziviler Verkehrsflugzeuge.

Die Gründung war politisch motiviert und Teil eines nationalen Großprojekts zur Entwicklung eigener Verkehrsflugzeuge. Als staatlicher Konzern erhält COMAC direkte Unterstützung aus Peking – finanziell wie strategisch.

Erstes Projekt war der Regionaljet ARJ21, der hauptsächlich als Lernplattform diente. Mit der C919 wagte sich COMAC an die direkte Konkurrenz zur Boeing 737 und dem Airbus A320. Der Jet absolvierte seinen Erstflug 2017 und wurde 2022 in China zugelassen. Erste kommerzielle Einsätze finden ausschließlich auf dem chinesischen Markt statt.

Aktuell arbeitet COMAC an der C929, einem Langstreckenflugzeug, das mit der Boeing 787 und dem Airbus A350 konkurrieren soll. Der erste kommerzielle Einsatz ist frühestens 2035 zu erwarten. Ob COMAC international Fuß fassen kann, bleibt offen – auf dem chinesischen Heimatmarkt ist der Hersteller aber bereits ein ernstzunehmender Akteur.

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Die oben abgebildete Shanghai Y-10 war ein frühes chinesisches Großraumflugzeugprojekt aus den 1970er-Jahren. COMAC war daran nicht beteiligt, doch das Projekt gilt als historischer Vorläufer der heutigen Ambitionen.

COMAC C929 – Die Entwicklung

Ursprünglich wollten Russland und China gemeinsam ein Langstreckenflugzeug entwickeln. Eine entsprechende Vereinbarung wurde 2004 getroffen. Das eigentliche Joint Venture CRAIC (China-Russia Commercial Aircraft International Company) wurde jedoch erst 2017 gegründet. Die COVID-Pandemie verzögerte den Fortschritt der Entwicklung jedoch erheblich. Berichten zufolge hat sich Russland 2023 faktisch aus dem Projekt zurückgezogen – unter anderem wegen westlicher Sanktionen und strategischer Differenzen. Seitdem arbeitet COMAC allein an der C929, ist derzeit aber noch in einem frühen Entwicklungsstadium. Der Erstflug wird frühestens gegen Ende dieses Jahrzehnts stattfinden. Eine Zulassung des Flugzeugtyps in China ist für das Jahr 2032 geplant.

Ein paar Eckdaten zur C929 sind bereits bekannt. Der Zweistrahler soll in der Basisvariante über eine Passagierkapazität von rund 280 Sitzen (in einer Drei-Klassen-Konfiguration) verfügen und eine Reichweite von 12.000 Kilometer haben. Die C929 soll somit in direkter Konkurrenz zum Airbus A350 und zur Boeing 787 stehen. Zum Vergleich: Der Airbus A350-900 kann 325 Passagiere in einer typischen Drei-Klassen-Konfiguration über eine Distanz von 15.000 Kilometern befördern. Die Boeing 787-8, das Basismodell der Reihe, kann in einer typischen Zwei-Klassen-Konfiguration rund 250 Passagiere über eine Distanz von 13.530 Kilometern befördern. Wie auch bei der A350- und der Boeing 787-Reihe soll es eine kürzere und eine gestreckte Version der C929 geben. Der Erstkunde steht ebenfalls fest: Air China. Am 12. November 2024 unterzeichnete die staatliche Air China auf der Zhuhai Airshow eine Absichtserklärung zum Kauf von C929-Jets. Eine konkrete Anzahl bestellter Flugzeuge und Lieferzeiträume wurden nicht veröffentlicht.

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