Wie setzen sich die Steuern und Gebühren auf einem Flugticket zusammen?

Die Steuern und Gebühren auf einem Prämienticket sorgen immer wieder für Verwirrung, oder im Falle der sog. Treibstoffzuschläge auch für Verärgerung, da sie ein Prämienticket unnötig teuer machen können. Dieser Post erläutert zunächst, wie sich die Steuern und Gebühren auf einem regulären Kaufticket zusammensetzen. In einem zweiten Schritt schauen wir uns dann an, wie sich das Ganze auf mit Vielfliegermeilen gebuchte Tickets auswirkt…

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Beispiel: Returnflug Frankfurt – New York

Wer aufschlüsseln möchte, wie sich der Preis eines regulär gekauften Flugtickets zusammensetzt, benutzt dafür am besten die ITA Matrix, eine Flugsuchmaschine von Google. Wenn wir dort zum Beispiel nach einem Flug von Frankfurt nach New York und zurück suchen, bekommen wir folgende Übersicht:

Steuern_und_Gebühren_Flugticket_YQ_Treibstoffzuschlag

Der Flug als Ganzes kostet 661,27€. Neben dem Gesamtpreis sind alle Teilkomponenten, aus denen sich der Ticketpreis zusammensetzt, aufgeführt. Insgesamt sind es 14 getrennte Posten. Diese lassen sich gruppieren in die eigentliche Basisfare (1), Steuern und Gebühren (2), sowie von der Fluggesellschaft erhobene Zuschläge (3).

Wichtig zu verstehen ist, dass zwar alle Posten von der Airline vom Kunden gefordert werden, die Airline jedoch die echten Steuern und Gebühren an die betroffenen Staaten und Flughäfen weiterreicht. Die Airline verdient an obigem Ticket also nicht die vollen 661€. Schauen wir uns die einzelnen Posten genauer an:

1] – Die eigentliche Basisfare

Die eigentliche Basisfare besteht aus den als Fare 1 und Fare 2 bezeichneten Rechnungsposten. Diese betragen 112,50€ + 111,50€ = 223€. Diese beiden Posten gehen direkt als Einnahme an die Airline.

2] – Echte Steuern und Gebühren

Bei den folgenden Bestandteilen des Tickets handelt es sich um Steuern und Gebühren, die die Airline im Namen Dritter (Staat und Flughäfen) einsammelt. An diesen verdient die Airline also nichts.

Auf dem Flug Frankfurt – New York – Frankfurt werden zum Beispiel folgende Steuern und Gebühren fällig:

USDA APHIS Fee (XA): US-Gebühr für das Amt für Gesundheitsüberwachung von Tieren und Pflanzen. Wird erhoben für alle Flüge aus dem Ausland mit Ankunft in den Vereinigten Staaten. Höhe 5USD.

US Immigration Fee (XY): US-Gebühr für Einwanderung und Einbürgerung. Wird erhoben für alle Flüge aus dem Ausland mit Ankunft in den Vereinigten Staaten. Höhe 7USD.

US Customs Fee (YC): Benutzergebühr US-Zoll. Höhe 5,50USD.

Germany Airport Security Charge (DE): Sicherheitsgebühren Deutschland.

German Passenger Service Charge (RA): Servicegebühren für deutsche Flughäfen.

German Air Transport Tax (OY): Die Luftverkehrabgabe ist eine Steuer, die in Deutschland seit dem 1. Januar 2011 beim Abflug eines Fluggastes von einem deutschen Startort erhoben wird. Sie beträgt seit Anfang 2012 pro Fluggast:

  • 7,50€ für Kurzstreckenflüge oder für innerdeutsche Zubringerflüge zu einer Langstrecke
  • 23,43€ für Mittelstreckenflüge
  • 42,18€ für Langstreckenflüge

US International Arrival Tax (US): Wird erhoben für alle internationalen Flüge, die die USA erreichen. Höhe 17,70 USD.

US International Departure Tax (US): Wird erhoben für alle internationalen Flüge, die die USA verlassen. Höhe 17,70 USD.

US September 11th Security Fee (AY): 11. September-Sicherheitsgebühr – Gebühr der US-Regierung mit Flugzeugeinstieg in den USA für Sicherheitskosten. Höhe: 5,60 USD.

US Passenger Facility Charge (XF): Abfertigungsgebühr zur Verbesserung der Abfertigungsanlagen. Höhe 4,50 USD.

In der Summe betragen die aufgeführten Steuern und Gebühren 140,27€. Wie hoch Steuern und Gebühren im Allgemeinen sind, hängt natürlich davon ab auf welcher Strecke man fliegt, denn die Zuschläge unterscheiden sich sowohl von Flughafen zu Flughafen als auch von Land zu Land. Die deutsche Luftverkehrabgabe lässt sich zum Beispiel sparen, wenn statt aus Deutschland in den Niederlanden startet.

Insgesamt gilt aber: Es handelt sich hier um echte Steuern und verpflichtende Gebühren, die man nicht vermeiden kann. Deswegen sorgen diese Steuern und Gebühren auch dafür, dass ein mit Meilen gebuchtes Ticket nie ganz umsonst ist. Denn die Steuern und Gebühren müssen immer aus eigener Tasche gezahlt werden und werden auch bei einem Prämienticket nicht von der Airline übernommen.

3] – Von der Fluggesellschaft erhobene Zuschläge

Etwas verwirrender wird die Ganze Thematik erst durch die sogenannten “Carrier imposed surcharges”, also von Fluggesellschaften erhobene Gebühren, gerne auch als Treibstoffzuschläge bezeichnet oder zumindest dadurch gerechtfertigt. Diese sind im obigen Ticket unter YQ bzw. YR zu finden, betragen stattliche 298€ und machen damit fast den halben Ticketpreis aus. Durch die separate Aufführung von YQ/YR wirken für den Laien zunächst wie eine echte Steuer, sodass man denken könnte, dass die Einnahmen an den Staat etc. gehen. So ist es aber nicht. Die Einnahmen gehen direkt an die Airline. Von der Logik sollten YQ und YR also eigentlich in die Basefare mit eingegliedert werden.

Warum ist das Alles wichtig?

Für jemanden, der ein Ticket wie oben für 661€ kauft, dem ist natürlich in der Regel völlig egal, aus welchen Preiskomponenten sich ein Ticket zusammensetzt. Entscheidend ist ja nur der Gesamtpreis. Wichtig wird es aber für diejenigen, die ein Ticket mit Meilen buchen wollen. Und das hat folgenden Grund:

Welche Auswirkungen haben YQ/YR auf mit Meilen gebuchte Prämientickets?

Der Preis eines Prämientickets setzt sich immer zusammen aus den erforderlichen Meilen und den außerdem erhobenen Steuern und Gebühren. Nach obigem Beispiel sollte klar sein, dass es preislich einen großen Unterschied macht, ob nun YQ/YR dazu gezählt werden oder nicht. Es geht schließlich um fast 300€ mehr oder weniger. Im Endeffekt kann es sein, dass echte Steuern und Gebühren in Kombination mit YQ/YR so hoch sind, dass man das Meilenticket auch direkt kaufen könnte. Die Treibstoffzuschläge sind also die Stellschraube, die es Airlines möglich macht ein Prämienticket zu verteuern – und zwar auf recht intransparente Weise für den Kunden/Vielflieger. Genau deswegen sind Treibstoffzuschläge der Gegner jedes Vielfliegers.

Wann muss ich Treibstoffzuschläge zahlen und wann nicht?

Ob man Treibstoffzuschläge bzw. YQ/YR zahlt, hängt im Allgemeinen von 2 Faktoren ab. Erstens: Sind YQ/YR Bestandteil eines Tickets der Airline, mit der man fliegen möchte. Und zweitens: Gibt das Vielfliegerprogramm, mit dem man besagte Airline buchen möchte, YQ/YR weiter?

So gibt Uniteds Vielfliegerprogramm Mileage Plus zum Beispiel nie Treibstoffzuschläge weiter. Egal welche Airline man über Mileage Plus bucht, man braucht sich nie Sorgen machen. Neben den Meilen für das Prömienticket, zahlt man nur die echten Steuern und Gebühren…

Ein anderes (negatives) Beispiel ist Miles & More, das Treibstoffzuschläge weitergibt, wenn sie von der Airline mit der man fliegen möchte auf einem Kaufticket erhoben werden. Sich die YQ ersparen kann man sich aber auch bei Miles & More, indem man Flüge bucht auf denen von vorneherein von der ausführenden Airline keine YQ erhoben wird. Denn dann kann Miles & More auch nicht weitergeben. Dies sind zum Beispiel über Miles & More gebuchte Flüge mit United innerhalb Amerikas.

Dazu kommen noch ein paar Sonderregeln und Ausnahmen, die von Programm zu Programm unterschiedlich sind und den Umfang dieses Posts sprengen würden. Festzuhalten ist, möchte man Vielfliegermeilen möglichst effizient einlösen, sollte man sich im Klaren darüber sein, wie sich Treibstoffzuschläge vermeiden lassen.

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Autor: Mark

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