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11. Februar 2026 Markus 11 News

Deutsche Bahn erster intermodaler Partner der Star Alliance – Wie ist der aktuelle Stand?

Seit dem 1. August 2022 ist die Deutsche Bahn intermodaler Partner der Star Alliance. Die Bahngesellschaft war damit der erste Partner des Luftfahrtbündnisses, der keine Fluggesellschaft ist. Ziel der Partnerschaft ist es, die Deutsche Bahn (und später auch andere Verkehrsträger) auf intelligente Art und Weise mit den Systemen der Star Alliance zu verbinden. Doch mehr als drei Jahre später steht die Integration noch immer am Anfang.

Deutsche Bahn ist erster intermodaler Partner der Star Alliance

Im Juli 2022 gaben die Deutsche Bahn und die Star Alliance in einer Pressemeldung bekannt, dass die Deutsche Bahn der erste intermodale Partner der Star Alliance werden würde. Die Ankündigung kam nicht völlig überraschend, denn wenige Monate zuvor erklärte der damalige CEO der Star Alliance, Jeffrey Goh, in einer Presserunde, dass man an einem „intermodalen Partnerschaftsmodell“ arbeite. Unter Intermodalität versteht man die Verknüpfung verschiedener Verkehrsmittel innerhalb einer Reise.

Deutsche Bahn Intermodaler Partner Star Alliance Copyright
© Lufthansa

Mithilfe des Intermodal-Partnerschaftsmodells will die Star Alliance Flüge ihrer Mitgliedsgesellschaften intelligent mit Bahn, Bus oder anderen Verkehrsträgern kombinieren und das über die gesamte Allianz hinweg. Ein weiteres Ziel ist es, Loyalitätssysteme zu verknüpfen und einen nahtlosen Übergang zwischen Flughafen und Bahnhof zu ermöglichen.

Lufthansa Express Rail als Basis der Partnerschaft

Die Partnerschaft zwischen der Deutschen Bahn und der Star Alliance baut auf dem Lufthansa Express Rail-Produkt auf. Durch dieses Angebot können Lufthansa-Kunden bereits seit mehr als 20 Jahren in einem Buchungsschritt ein kombiniertes Ticket für Zug und Flug kaufen. Dabei unterscheidet sich Lufthansa Express Rail deutlich vom klassischen Rail&Fly. Der gebuchte Zug verfügt über eine Lufthansa-Flugnummer (nach der Codeshare-Logik) und wird wie ein Flugsegment behandelt. Dadurch können Lufthansa-Kunden mit dem Zubringerzug auch Meilen sammeln, checken für die Zugfahrt ein und haben bei Verspätungen einen Anspruch auf Umbuchung. Bei der Buchung wird auch der konkrete Bahnhof als Start- oder Zielort angegeben und eine reale Verbindung ausgewählt, denn es gilt Zugbindung.

Das klassische Rail&Fly-Programm, das viele Star Alliance-Mitglieder für die Deutsche Bahn nutzen, ist rudimentärer. Das Zugticket ist flexibel und es gilt keine Zugbindung, weil als Start- oder Zielbahnhof ein Platzhalter für das Netz der Deutschen Bahn angegeben wird. Die Zugverbindungen im Buchungsprozess sind fiktiv. Deshalb existiert auch keine Anschlussgarantie und auch Meilen können mit einer Rail&Fly-Verbindung im Flugticket nicht gesammelt werden. Durch die intermodale Partnerschaft sollen künftig alle Mitgliedsfluggesellschaften der Star Alliance die Zugverbindungen der Deutschen Bahn nach dem Lufthansa Express Rail-Prinzip intelligent anbieten können.

“Von Freiburg nach Singapur: Dafür braucht es nur noch ein einziges Ticket. Durch attraktive innerdeutsche Verbindungen bei gleichzeitiger Verknüpfung mit internationalen Reiseketten leisten Deutsche Bahn und Star Alliance einen signifikanten Beitrag zur Reduktion der CO2-Emissionen im Verkehrssektor.” – Michael Peterson, Vorstand DB Personenfernverkehr im Jahr 2022

Integration der Deutschen Bahn stockt

Doch seit der Verkündung der Partnerschaft hat sich wenig bei der Integration getan. Das Lufthansa Express Rail-Angebot wird weiterhin fast ausschließlich von der Lufthansa Group angeboten. Einzig bei United Airlines und Air Canada kann man ICE-Verbindungen der Deutschen Bahn unter United oder Air Canada-Flugnummer buchen. Bei Air Canada liegt das wohl weniger an der Star Alliance-Partnerschaft als vielmehr an einer Erweiterung des Codeshare-Abkommens mit Lufthansa. Bei den anderen Star Alliance-Mitglieder wie z. B. Singapore Airlines steht weiterhin maximal die Rail&Fly-Option zur Verfügung.

Air Canada Deutsche Bahn Verbindung

Statusvorteile werden noch nicht gewährt

Neben einem kombinierten Ticket für Zug und Flug kündigten die Partner auch zusätzliche Vorteile für Statusinhaber der Vielfliegerprogramme der Mitglieder an. So sollten  Business- und First-Class-Kunden von Mitgliedsfluggesellschaften der Star Alliance Zugang zu den DB Lounges erhalten. Doch seit dem Sommer 2022 wurden keine weiteren Informationen hierzu veröffentlicht.

Lufthansa HON Circle Member und Senatoren haben mit einer gültigen Lufthansa Express Rail Bordkarte bereits seit längerem Zugang zu einer DB Lounge. Statuskunden bei United MileagePlus und Air Canada Aeroplan haben diesen Vorteil nicht. Der Flug im Kombiticket muss in der Business Class gebucht sein, um in die DB Lounge zu können. Auch eine Verknüpfung mit BahnBonus, dem Loyalitätsprogramm der Deutschen Bahn, fand bislang nicht statt.

Deutsche Bahn ist der erste intermodale Partner der Star Alliance – Fazit

1997 wurde die Star Alliance als erstes Luftfahrtbündnis ins Leben gerufen. 25 Jahre später war die Star Alliance die erste Allianz, die intermodale Partner in das Bündnis aufnahm und damit ein Zeichen auf dem Weg hin zu mehr Nachhaltigkeit im Mobilitätssektor setzte. Doch seitdem schreitet die Integration der intermodalen Partner kaum voran, auch wenn die Star Alliance im März 2025 mit den ÖBB die zweite Bahngesellschaft als Partner aufgenommen hat. Einen allianzweiten Mehrwert bietet die Partnerschaft mit der Deutschen Bahn noch nicht.

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