Seit dem Frühjahr 2023 bietet die Lufthansa Group ihren Passagieren eine Green Fare als Tarifoption an. Der spezielle Tarif beinhaltet automatisch die Kompensation der flugbezogenen CO₂-Emissionen und ist bei nahezu allen Airlines der Lufthansa Group verfügbar. Laut Lufthansa haben bisher vier Millionen Passagiere diesen Tarif genutzt.
Fast sieben Millionen Fluggäste nutzen Green Fare und andere nachhaltigere Optionen
Die Lufthansa Group meldet eine weiter steigende Nachfrage nach Tarifen und Zusatzoptionen für nachhaltigeres Fliegen. Laut einer Pressemeldung vom 16. März 2026 entschieden sich im Jahr 2025 rund sieben Millionen Passagiere für entsprechende Angebote. Das entspricht mehr als fünf Prozent aller Fluggäste. Im Jahr 2021 lag der Anteil noch bei unter 0,1 Prozent. Eine zentrale Rolle spielt dabei der seit Frühjahr 2023 angebotene Green Fare. Seit seiner Einführung haben sich mehr als vier Millionen Passagiere für diesen Tarif entschieden.
„Die steigende Nachfrage nach unseren Angeboten für nachhaltigeres Fliegen bestätigt unseren Weg. Jede Unterstützung unserer Fluggäste erhöht den Einsatz nachhaltiger Flugkraftstoffe in unserem Netzwerk und senkt CO₂-Emissionen. Wir entwickeln unser Portfolio stetig weiter, um nachhaltigeres Fliegen noch einfacher und attraktiver zu machen. Wir zeigen, dass es nicht nur eine Vision, sondern bereits heute eine etablierte Option ist.“ [ Dieter Vranckx, Chief Commercial Officer der Lufthansa Group]
Entwicklung der Green Fare
Im August 2022 teilte die Lufthansa Group mit, dass man auf Flügen mit Start in Skandinavien den sogenannten Green Fare teste. Ein halbes Jahr später, im Februar 2023, informierte der Konzern über die flächendeckende Einführung des Tarifs auf Kurz- und Mittelstrecken. Seit dem 4. Dezember 2024 wird der Tarif zudem auf fast allen interkontinentalen Langstrecken der Lufthansa Group Airlines angeboten.
Seit Ende Januar 2026 ist der Green Fare zudem erstmals auch für Gruppenbuchungen mit mehr als neun Personen auf Langstreckenflügen in allen Reiseklassen verfügbar. Damit erweitert die Airline-Gruppe den Einsatzbereich des Tarifs insbesondere für größere Reisegruppen und Veranstalter.
Parallel dazu baut die Lufthansa Group ihr Angebot weiter aus: Zur Sommersaison 2026 wurde mit „TO Green“ ein neuer Tarif speziell für Reiseveranstalter eingeführt. Dieser orientiert sich am bestehenden Green Fare, ist jedoch gezielt auf die Anforderungen von Pauschalreise-Anbietern zugeschnitten.
Die Green Fare im Detail
Der Green Fare ist keine Zusatzleistung, die separat hinzugebucht werden muss. Stattdessen bildet er, neben den konventionellen Economy-, Premium Economy-, Business- oder First-Tarifen, einen eigenständigen und direkt buchbaren Tarif bei Lufthansa, Austrian Airlines, Brussels Airlines, SWISS, Edelweiss, Discover Airlines und Air Dolomiti.
Der Green Fare beinhaltet bereits den Ausgleich der flugbezogenen CO₂-Emissionen. Das bedeutet, im Preis dieses Tarifs ist die vollständige CO₂-Kompensation des Fluges bereits inkludiert. Der CO₂-Ausgleich erfolgt auf innereuropäischen Strecken zu 80 Prozent über „hochwertige Klimaschutzprojekte“ und zu 20 Prozent über den Einsatz sogenannter Sustainable Aviation Fuels (SAF), also nachhaltige Kraftstoffe. Auf interkontinentalen Strecken der Lufthansa Group ist es ein 10/90-Verhältnis. Der Green Fare steht in allen Reiseklassen zur Verfügung.

Als Buchungsanreiz gewährt die Lufthansa Group ihren Kunden zusätzliche Meilen, Points, Qualifying Points und HON Circle Points bei Miles & More sowie die Möglichkeit der Umbuchung ohne Gebühren. Auf Europa-Strecken liegt der Meilen- und Points-Bonus bei 20 Prozent, auf interkontinentalen Flügen bei 10 Prozent.
Lufthansa Group Green Fare – Fazit
Die Lufthansa Group meldet zwar Wachstum beim Green Fare, doch die Zahlen relativieren sich schnell: Rund 95 Prozent der Passagiere entscheiden sich weiterhin gegen entsprechende Angebote. Der Mehrwert dürfte für viele Reisende begrenzt bleiben. Die inkludierte CO₂-Kompensation sowie der anteilige Einsatz von Sustainable Aviation Fuel (SAF) sind zwar aus Nachhaltigkeitssicht sinnvoll, führen aber in der Praxis zu einem spürbaren Aufpreis, der meist in keinem klaren Verhältnis zu den zusätzlichen (Miles & More) Vorteilen steht.
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