Review: ANA First Class Boeing 777 Chicago nach Tokio Narita

ANA ist laut Skytrax die einzige 5-Sterne Airline in Japan und wird immer wieder für ihren exzellenten Service gelobt und ausgezeichnet. Nachdem ich letztes Jahr bereits das Glück hatte in der hervorragenden Japan Airlines First Class fliegen zu dürfen, war ich umso gespannter auf meinen ANA First Class Flug. Dieser sollte mich  von Chicago nach Tokio Narita bringen. Erfahrt hier was euch an Bord erwartet…


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ANA Boeing 777-300ER im Star Wars Design am Flughafen Tokio Narita
ANA Boeing 777-300ER im Star Wars Design am Flughafen Tokio Narita

ANA First Class Boeing 777 – Die wichtigsten Daten

  • Airline: All Nippon Airways (ANA)
  • Flugzeugtyp: Boeing 777-300ER
  • Reiseklasse: First Class
  • Kabinen-Konfiguration: 1 – 2 – 1
  • Kabinen-Größe: 8 Sitze
  • Pitch/Sitzabstand: 76 Zoll / 193 cm
  • Sitzbreite: 33 Zoll / 84 cm
  • Recline: 180 Grad

ANA First Class Boeing 777 – Die Kabine

Die Langstreckenflotte von ANA besteht aus Flugzeugen des Typs Boeing 767, Boeing 777 und Boeing 787. Dabei sind die 787 Dreamliner die neuesten Zugänge. Diese werden auf vielen Strecken zwischen Japan und Europa, sowie Japan und den USA eingesetzt. Für mich sollte es allerdings in einer Boeing 777-300ER über den Nordpazifik gehen. Nur an Bord der Maschinen dieses Typs findet sich nämlich eine First Class Kabine. Maximal 8 glückliche Passagiere finden an Bord Platz. Die Anzahl an Business, Premium Economy und Economy Flügen variiert dagegen in Abhängigkeit von der Konfiguration des Flugzeugs. Insgesamt passen daher je nach Ausführung 264, 250 oder 212 Passagiere in das Flugzeug.

ANA First Class Sitzplan &copy ANA
ANA First Class Sitzplan © ANA

Die 8 First Class Sitze finden sich, wie nicht anders zu erwarten, im vorderen Bereich des Flugzeuges und sind in einer 1 – 2 – 1 Konfiguration angeordnet. Damit gibt es genau zwei First Class Reihen. Der Einsteig für First Class Passagiere erfolgte über die Tür vor der First Class Kabine. Alle anderen Passagiere stiegen über die zweite Tür hinter der First Class Kabine ein. Da es sich um den BB-8 Star Wars Jet von ANA handelte, wurde ich bei Einstieg nicht nur von der Crew, sondern auch von einer Yoda-Puppe begrüßt – nicht unbedingt meins, aber besser als die Hello Kitty Flieger von EVA Air ist es allemal… (Wer mehr über die Star Wars Jets von ANA erfahren möchte, findet unter ana-sw.com eine Gallerie und News zu den vier Fliegern in Sonderlackierung).

Die ANA First Class Kabine gehört zwar nicht mehr zu den neuesten First Class Produkten am Himmel, doch die Kabine machte trotzdem einen hervorragenden Eindruck. Während andere Airlines, wie zum Beispiel Emirates, auf viel Gold, Glitzer und sonstige Verzierungen und Spielereien in ihren First Class Kabinen setzen, findet sich die ANA First Class Kabine eher am anderen Ende dieses Spektrums. Die Kabine ist sehr neutral und unspektakulär eingerichtet. Die Sitz- und Wandpanele sind in hellen Holztönen gestaltet, während man beim Sitz auf blauen Stoff setzt.

Alle 8 Kabinen sind fast perfekt rechteckig und identisch, unabhängig davon, ob man am Fenster oder Gang sitzt.

ANA First Class Boeing 777 – Sitz/Bett

Ich entschied mich wie immer für einen Sitz am Fenster um den Blick auf die Landschaft Kanadas und Alaskas auf diesem 12 Stunden Tagflug genießen zu können. Allerdings stellte sich schnell heraus, dass es fast keinen Unterschied macht, ob man in der Mitte oder am Fenster sitzt. Die Verschalung des Sitzes ist auf beiden Seiten sehr weit nach vorne gezogen. Damit bietet der Sitz zwar maximale Privatsphäre, es führt aber auch dazu, dass man nicht aus dem Fenster schauen kann ohne sich sehr weit nach vorne zu lehnen. Ein ähnliches Problem erwartet Passagiere in den Mittelsitzen. Ohne sich weit nach vorne zu lehnen kann man den Sitznachbarn nicht sehen, was Unterhaltungen recht schwierig machen dürfte. Sehr schade, denn genug Platz für ein besser durchdachtes Design bietet die Kabine natürlich.

Mal abgesehen davon war ich mit meinem Sitz aber hochzufrieden. Bei 193 cm Sitzabstand bietet der Sitz mehr als genug Platz um sich auszubreiten und war überaus bequem. Da ingesamt 6 Passagiere an Bord der First Class reisten, blieben 2 der 8 Sitze frei, so auch der Platz neben mir. Sobald man sitzt, sieht man von den anderen Passagieren aber ohnehin nichts mehr. Die Verschalung sorgt für maximale Privatsphäre, auch wenn man auf eine Tür und der Möglichkeit die Suite vollständig zu schließen verzichtet hat. Da sich die zwei Bordtoiletten vor der First Class Kabine befinden, kann ich euch einen Sitz in Reihe 2 empfehlen. Mit Ausnahme der Crew läuft dann auch niemand an einem vorbei.

Der ANA First Class Sitz bietet natürlich auch genügend Stauraum. So findet unter dem Ottomanen ohne Weiteres eine Laptoptasche oder kleiner Koffer Platz. In der Seitenablage ist Platz für Zeitschriften oder auch einen Laptop. Darüberhinaus lassen sich links und rechts in der Sitzverschalung verschiedene kleinere Staufächer nutzen. Jacken und Hemden lassen sich einem persönlichen Schrank, der in die Sitzverschalung integriert ist, unterbringen. Dieser ist von außerhalb der Suite zugänglich.

Lichtschalter, Kopfhörer- und Stromanschluss,  sowie die Bedienung für das Entertainmentsystem finden sich allesamt an einer Stelle in der Sitzverschalung. Prinzipiell eine Anordnung, die gut funktioniert, würde sie nicht, wie bereits erwähnt, den Blick aus dem Fenster verhindern. Alle Fächer und Knöpfe lassen sich über einen Druckmechanismus öffnen und schließen. So macht der Sitz stets einen aufgeräumten Eindruck.

Der ANA First Class Sitz ist nicht ganz so individuell verstellbar, wie andere First Class Sitze. Neben der aufrechten Sitzposition lässt sich der Sitz auf Knopfdruck in eine Lounge Position bringen. In beiden Postionen ließ es sich sehr bequem sitzen. Nach wenigen Stunden Flug, ließ ich meinen Sitz von der Crew in ein flaches Bett umwandeln. Dank Matratzenauflage war dieses extrem bequem, auch wenn es eher zur etwas härteren Sorte gehört.

Matratzenauflage und Kissen sind vom japanischen Hersteller Nishikawa Sangyo. Die Tenerita Decke besteht aus Baumwolle und Cashmere, war recht dünn, bot aber genau die richtige Temperatur zum Schlafen.

ANA First Class Boeing 777 – Bad

Das Bad an Bord der ANA First Class war zwar eher unspektakulär, da es sich aber um eine japanische Airline handelt, darf man dann doch ein paar Besonderheiten erwarten. So gibt es nicht nur eine japanische Toilette an Bord, auch für das Umziehen an Bord hat man eine sehr clevere Lösung gefunden. Um beim Wechseln der Kleidung nicht den Boden des WCs betreten zu müssen, gibt es ein kleines „Brett“, das sich auf den Boden klappen lässt. So kommen Füße und Kleidung nicht mit dem Boden in Kontakt.

ANA First Class Boeing 777 – Entertainment

Alle ANA First Class Sitze verfügen natürlich über einen persönlichen 23 Zoll Bildschirm. Die Bedienung erfolgt über die kleine Fernbedienung in der Seitenkonsole oder per Touch-Bedienung über den Bildschirm selbst. Natürlich erhält man von ANA Noise Cancelling Kopfhörer, die ausnahmsweise mal nicht von Bose, sondern von Sony, waren.

Die Filmauswahl war mit 69 Filmen in Ordnung, wenn auch nicht besonders umfangreich. Ein passender Film ließ sich aber finden…

Natürlich gibt es auch eine Flightshow mit schönem Kartenmaterial. Darüberhinaus verfügt die ANA Boeing 777-300ER auch noch über eine Kamera mit der man die Landschaft unter dem Flugzeug beobachten kann.

Insgesamt würde ich das Entertainment an Bord der ANA First Class an solide, aber nicht hevorragend bezeichnen. Andere Airlines, wie bspw. Emirates bieten an dieser Stelle einfach deutlich mehr. Und das nicht nur für First Class Passagiere…

ANA First Class Boeing 777 – Menü/Essen

Das eigentliche Highlight meines ANA First Class Fluges von Chicago nach Tokio war aber das Essen und der hervorragende Service an Bord. Generell bietet ANA Passagieren die Möglichkeit zwischen einem japanischen und westlichen Menü zu wählen. Ich entschied mich für Ersteres. Natürlich kannte ich längst nicht alle Speisen des fast 10-gängigen Menüs. Die beiden Flugbegleiterinnen waren über meine Wahl sehr erfreut und haben sich jede Menge Zeit genommen hier als Botschafter der japanischen Küche zu fungieren und mir ihre Favoriten zu präsentieren. Vermutlich war es bei einigen Dingen aber besser, dass ich nicht genau verstanden habe was ich esse :)

Für die genauen Bezeichnungen der Speisen, werft am besten einen Blick auf die Menükarte in den Fotos oben. Ich lassen im Folgenden die Bilder weitgehend für sich sprechen. Schon der Tisch macht bei ANA etwas her. Statt des üblichen Airline Grau-Beiges war dieser blau und hochglänzend. Die Servietten waren natürlich wie der Flieger selbst im Star Wars Design gehalten. Auch die Präsentation des Essens war hervorragend. Jedes Gericht wurde in einem separaten Schälchen und mit sehr viel Detail serviert. Sehr umfangreich war auch die Getränkeauswahl. Ich entschied mich letztlich für Sake. Da auch hier mehrere zur Auwahl standen wurder kurzerhand sogar eine kleine Sake-Verkostung organisiert. Erst beim Nachtisch setzte ich dann wieder auf die westliche Variante. Folgend ein paar Bilder:

Insgesamt war die aufrichtige Art der Crew und der tolle persönliche Service ein super Erlebnis. Ich habe selten eine solche bemühte und begeisterte Crew erlebt.

ANA First Class Boeing 777 – Amenity Kit

Da First Class Flüge im Normalfall eine große Pyjamaparty sind, lässt sich ANA an dieser Stelle natürlich nicht lumpen. Am meinem Sitz warteten bereits Slipper, Pyjama-Hosen und Oberteil auf mich. Darüberhinaus erhält man sogar noch einen Cardigan. Alles war sehr hochwertig und absolut angenehm zu tragen. Auch das Amenity Kit von ANA ist einfallsreich. In einem kleinen Samsonite Köfferchen erhält man Augenmaske, Ohrstöpsel, Zahnbürste und Zahnpasta, sowie eine Creme und Energizing Lotion von The Ginza.

ANA First Class Boeing 777 – Internet

ANA bieten in Flugzeugen des Typs Boeing 777-300ER, Boeing 767-300ER, Boeing 787 und A320neo kostenpflichtiges Internet an Bord. Zur Auswahl stehen verschiedene Pakete, die zeitbasiert sind, jedoch auch ein begrenztes Datenvolumen ausweisen.

  • 30 Minuten-Tarif - 4,95 USD (15MB Limit)
  • 60 Minuten-Tarif - 8,95 USD (30MB Limit)
  • Gesamte Flugdauer - 19,95 USD (100MB Limit)

Genutzt habe ich es nicht und kann deshalb nicht über Geschwindigkeit und Zuverlässigkeit berichten. Hier sind aber ein paar Screenshots von meinem Smartphone.

ANA First Class Boeing 777 Routen

Eine First Class Kabine findet man bei ANA wie bereits erwähnt nur an Bord der Boeing 777-300ER. Flugzeuge des Typs 787, die auf vielen internationalen Langstrecken eingesetzt werden, verfügen dagegen nur über eine Business Class. Laut aktuellem Flugplan (01.02.2018 – 24.03.2018) fliegt man mit der Boeing 777-300ER derzeit auf folgenden Strecken:

  • Tokio Narita – Los Angeles
  • Tokio Narita – San Francisco
  • Tokio Narita – Washington
  • Tokio Narita – New York JFK
  • Tokio Narita – Houston
  • Tokio Narita – Chicago
  • Tokio Narita – Bangkok
  • Tokio Haneda – Los Angeles
  • Tokio Haneda – London
  • Tokio Haneda – Frankfurt
  • Tokio Haneda – Peking

Der ANA First Class begegnet man also vornehmlich auf Flügen zwischen Japan und Europa und den USA und Europa.

ANA First Class Boeing 777 mit Meilen buchen

ANA First Class Prämienflüge können prinzipiell natürlich mit jedem Star Alliance Vielfliegerprogramm gebucht werden. Folgend die Anzahl erforderlicher Meilen für einen First Class Oneway-Flug der drei der wichtigsten Star Alliance Programme:

Europa – Japan

  • Miles & More: 105.000 Meilen
  • United Mileage Plus: 115.000 Meilen
  • Singapore Airlines KrisFlyer: 138.000 Meilen

Japan – Nordamerika

  • Miles & More: 105.000 Meilen
  • United Mileage Plus: 110.000 Meilen
  • Singapore Airlines KrisFlyer: 125.000 Meilen

Das günstigste Programm ist in diesem Fall also Miles & More. Auch sind die Zuzahlungen bei ANA Prämienflügen recht gering. So fliegt man für 105.000 Miles & More Meilen und 152 Euro in der ANA First Class von Frankfurt nach Tokio Haneda.

 

Für 105.000 Miles & More Meilen und 152 Euro fliegt man in der ANA First Class von Frankfurt nach Tokio
Für 105.000 Miles & More Meilen und 152 Euro fliegt man in der ANA First Class von Frankfurt nach Tokio

Wer sich die Steuern und Gebühren aufschlüsseln lässt, stellt fest, dass die Treibstoffzuschläge (bei Miles & More als Internationaler/Nationaler Zuschlag bezeichnet) mit ca. 68 Euro sehr gering sind. Ein vergleichbarer Lufthansa Flug würde mehrere hundert Euro Zuschläge nach sich ziehen.

Treibstoffzuschläge für einen ANA First Class Prämienflug von Frankfurt nach Tokio
Die Treibstoffzuschläge für einen ANA First Class Prämienflug von Frankfurt nach Tokio sind gering

Ähnlich niedrige Zuzahlungen dürft ihr auch bei der Buchung über KrisFlyer oder Mileage Plus erwarten. Uniteds Vielfliegerprogramm erhebt sogar generell nie Treibstoffzuschläge, sodass auch die 68 Euro aus dem obigen Beispiel noch wegfallen.

Falls euch noch Meilen für einen ANA First Class Flug fehlen, könnt ihr in 19 Arten auf die man Miles & More Meilen sammeln kann | Miles & More Tutorial und Alle Möglichkeiten Singapore Airlines KrisFlyer Meilen zu sammeln nachlesen, wie ihr schnell und günstig ein paar weitere Meilen sammelt.

ANA First Class Boeing 777 – Fazit

Mein Flug in der ANA First Class von Chicago nach Tokio Narita gehört zu meinen besten First Class Flügen bisher. Zwar ist die First Class Kabine nicht ganz so spektakulär wie bei anderen Airlines und ist insbesondere nicht mit der neuesten Singapore Airlines Suite und Emirates Suite vergleichbar. Trotzdem fehlte es mir an Bord an nichts. Der Sitz war super bequem und es ließ sich gut schlafen. Vor allem war es aber die Crew, die diesen Flug zu einem tollen Erlebnis gemacht hat. An Freundlichkeit und Aufmerksamkeit war diese einfach nicht zu überbieten.

Was haltet ihr von der ANA First Class?

Zum weiterlesen:

5 Kommentare

  1. Mmm… Am Anfang steht, dass es nur auf den Nordpazifikstrecken eine ANA First gäbe. Dabei fliegt ANA doch auch von FRA mit einer First Class. Oder wolltest Du schreiben, dass es die First nur an Bord von 777s gibt?
    PS: Und kein Wort zum Krug Champagner? ;o)

    • Es ist vielleicht nicht ganz eindeutig formuliert, aber gemeint waren die 777 und nicht die Nordpazifikstrecken…
      Der Champagner war gut ;)

  2. Vielen Dank fuer den Erfahrungsbericht. Bin mit mir auch noch am Hadern die ANA First Class auszuprobieren. Das ANA Business Class Produkt ist phaenomenal. Die First Class scheint mir da im Vergleich etwas aus der Zeit gefallen zu sein (Design und Komfort).

    • Ja, vom Design sind sie halt schon ein bisschen älter. Dafür war der Service genial. Eine Alternative wäre vielleicht die Asiana First im A380. Die ist deutlich moderner (Review folgt) :)

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