Review: Asiana First Class A380 Seoul nach Frankfurt

Nach einigen Tagen Aufenthalt in Japan und Korea hieß es für mich die Rückreise nach Europa anzutreten. Dabei fiel die Wahl schnell auf Asiana, die nach Korean Air zweitgrößte koreanische Airline. Asiana ist eine recht junge Airline, die erst vor 30 Jahren gegründet wurde. Sehr neu sind auch die A380 in der Flotte der Airline, die erste Auslieferung erfolgte erst 2014. Ein Grund mehr einen Asiana First Class Flug von Seoul nach Frankfurt im A380 zu buchen…

Asiana A380 am Flughafen Seoul Incheon
Asiana A380 am Flughafen Seoul Incheon

Asiana First Class A380 – Die wichtigsten Daten

  • Airline: Asiana
  • Flugzeugtyp: Airbus 380-800
  • Reiseklasse: First Class
  • Kabinen-Konfiguration: 1 – 2 – 1
  • Kabinen-Größe: 12 Sitze in 3 Reihen
  • Pitch/Sitzabstand: 84 Zoll / 213 cm
  • Sitzbreite: 25,2 Zoll / 64 cm
  • Recline: 180 Grad

Asiana First Class A380 – Die Kabine

Asiana hat den ersten von insgesamt 6 bestellten Airbus A380 im Mai 2014 in Toulouse bei Airbus in Empfang genommen und war damit die 11. Airline die den Superjumbo in ihre Flotte aufnahm. Dieser wurde zunächst auf regionalen Flügen zwischen Seoul und Tokio, Hongkong und Bangkok eingesetzt. Mittlerweile sind alle sechs A380 ausgeliefert und werden derzeit auf den Langstrecken nach Frankfurt, Los Angeles und New York eingesetzt. Aus deutscher Sicht ergibt sich damit eine der angenehmsten Möglichkeiten in den Fernen Osten zu reisen, denn die Asiana First Class im A380 muss sich vor der Konkurrenz nicht verstecken. Alle A380 verfügen über ein 3 Kabinen Layout. Neben 12 First Class Suiten finden sich 66 Business Class Sitze und 417 Economy Sitz an Bord. Insgesamt haben also 495 Passagiere an Bord Platz. Folgend der Sitzplan für die First Class Kabine:

Asiana A380 First Class Kabine &copy Asiana
Asiana A380 First Class Kabine © Asiana

Die 12 First Class Sitze finden sich, wie nicht anders zu erwarten, im vorderen Bereich des Flugzeuges und sind in einer 1 – 2 – 1 Konfiguration angeordnet. Damit gibt es genau drei First Class Reihen. Die Asiana First Class Kabine befindet sich dabei auf dem unteren Deck des A380. Viele andere Airlines mit einer First Class an Bord des A380 haben sich dagegen entschieden diese auf das Oberdeck zu legen. Auch Singapore Airlines neue Suite (Die neue Singapore Airlines Suite und Business Class im A380 ist da) ist im Gegensatz zur alten Suite (Review: Singapore Airlines Suites Class A380 Sydney nach Singapur) nun auf dem Oberdeck zu finden. Auschlaggebend hierfür ist meist die Treppe, welche einen Großteil des Platzes vor der Kabine einnimmt. Auf dem Oberdeck lässt sich der verbleibende Platz links und rechts der Treppe etwas besser nutzen.

Bei meinem Flug erfolgte der Einsteig für First Class Passagiere über die Tür vor der First Class Kabine. Ich wurde freundlich begrüßt und dann zu meinem Sitzplatz 3A geleitet. Wie sich schnell herausstellte, sollten 9 der 12 Suiten an Bord auf diesem Flug frei bleiben. Hier ein paar Fotos der weitgehend leeren Kabine:

Den A380 gibt es zwar nunmehr seit fast 11 Jahren (die Erstauslieferung erfolgte im Oktober 2007 an Singapore Airlines), doch Asiana gehört zu den späteren Abnehmern des Flugzeugs. Erst seit 2014 ist der A380 für Asiana im Einsatz. Entsprechend neu wirkt die gesamte Kabine. Farblich hält man sich eher zurück und setzt auf verschiedene Grau- und Beigetöne. Die Ablageflächen sind mit einer hellen Holzmaserung verziert.

Alle 12 First Class Suiten sind rechteckig, vom Platzangebot großzügig gestaltet und verfügen über zwei Türen mit denen sich jede Suite individuell verschließen lässt. Wer Privatstphäre bevorzugt, ist bei Asiana also richtig aufgehoben.

Asiana First Class A380 – Sitz/Bett

Im Gegensatz zu meinem vorherigen Flug in der ANA First Class, gefiel mir das grundsätzliche Layout der Asiana Suite deutlich besser. Zwar ist das Platzangebot bei beiden Airlines im Wesentlichen das Gleiche, doch die Asiana First Class Suite ist aus meiner Sicht besser durchdacht. Hatte die Sitzverschalung der ANA First Class den Blick aus dem Fenter noch quasi unmöglich gemacht, war der Blick aus dem Fenster in der Asiana First Class uneingeschränkt. Und auch wer zusammen reist, sollte sich in den Mittelsitzen bei Asiana im Gegensatz zu ANA gut unterhalten können. Wer dagegen seine Ruhe haben möchte, fährt einfach die Trennwand in der Mitte hoch. Dominiert wird die Suite am Ende von einem riesigen 32 Zoll HD-Bildschirm, der die gesamte Breite der Kabine einnimmt.

Da sich das Bad und der Crew Bereich vor der First Class befinden kann ich nur jedem empfehlen einen Platz in der letzten Reihe zu wählen. Hier ist man weitgehend ungestört und andere Passagiere laufen nicht an einem vorbei.

Auch der Stauraum in der Asiana First Class Suite ist gut durchdacht. Unter dem Ottomanen findet ohne Weiteres eine größere Tasche oder oder kleiner Koffer Platz. Auch kann dieser als zweiter Sitz fungieren, sodass man zu zweit an einem Tisch essen kann, wenn dies gewünscht ist.

Wer ein Hemd oder Sakko aufhängen möchte, kann dies in einem kleinen Schrank in der Verschalung der Kabine tun. Darüberhinaus nimmt einem die Crew natürlich Mäntel und Jacken beim Einsteig ab und hängt diese in der Garderobe auf. Weitere kleine Gegenstände, wie das Smartphone, lassen sich in einem der kleineren Staufächer in der Seitenablage unterbringen. In einem dieser Fächer sind auch USB- und Kopfhörer-Anschluss integriert.

Ebenfalls in die Seitenablage integriert ist die Fernbedienung für das Entertainmentsystem. Diese verfügt über einen eigenen kleinen Touch-Bildschirm und lässt sich bei Bedarf auch aus der Halterung nehmen. Licht- und Einstell-Möglichkeiten für den Sitz finden sich dagegen auf der anderen Seite der Suite – wiederum in der Form eines herausnehmbaren Touchscreens. Mit wenigen Klicks hat man Licht und Sitz so eingestellt wie man es möchte. Auch eine Bitte-Nicht-stören Einstellung findet sich.

Groß experimentieren musste ich hier aber nicht, denn bereits in der Ausgangspostion ließ es sich sehr bequem sitzen. Nach ein paar Stunden Flug ließ ich meinen Sitz dann von der Crew in ein flaches Bett umbauen. Dank 210 Zentimeter Länge und geschlossener Suite-Tür ließ es sich insgesamt sehr gut und ungestört schlafen. Einen kleinen Kritikpunkt gibt es aber: Wie am ersten Foto zu erkennen ist schläft man letztendlich fast direkt auf dem Sitz. Eine echte Matratzenauflage, wie bei anderen Airlines, gibt es nicht. Die stattdessen genutze dünne Auflagedecke macht beim Komfort kaum einen Unterschied. Auch beim Kopfkissen gibt es definitiv Verbesserungsbedarf. Während ich beim Schlafen durchaus ein kleines bzw. dünnes Kissen bevorzuge, fällt es einem schwer im Bett zu liegen und dabei eine bequeme Position zum Lesen oder Fernsehen zu finden. Ein größeres Kissen oder gepolsterte Rückwand würden hier einen großen Unterschied machen.

 

Asiana First Class A380 – Bad

Wer schonmal mit dem A380 geflogen ist, weiß, dass dies normalerweise bedeutet, dass an Bord etwas mehr Platz ist. Das gilt insbesondere für das Bad. Die Treppe zwischen Ober- und Unterdeck führt dazu, dass viele Airlines links und rechts der Treppe recht großzügige Bäder integriert haben. Zwar ist das Asiana First Class Bad nicht mit den Bädern anderer Airlines, wie Emirates (Review: Emirates First Class A380 Bangkok nach Hongkong) oder Etihad (Review: Etihad First Class Apartment A380 Abu Dhabi nach Sydney) vergleichbar, welche sogar eine Dusche verbaut haben, doch größer als der Durchschnitt ist auch das Asiana Bad allemal. Es ist zwar recht schmal, dafür aber sehr lang. Auf beiden Seiten des Bades gibt es jeweils einen großen Spiegel. Auf einer Seite befindet sich das Waschbecken, die andere Seite kann as Ablage genutzt werden. Dazwischen befindet sich eine lange gepolsterte Bank, deren eine Hälfte sich aufklappen lässt. Darunter ist dann die Toilette. Insgesamt ist ausreichend Platz um sich ohne Verrenkungen umzuziehen. Folgend ein paar Eindrücke.

Asiana First Class A380 – Entertainment

Zweifelslos beeindruckend ist die Entertainment-Hardware an Bord der Asiana A380 First Class. Der 32 Zoll Bildschirm ist einfach riesig. Die Bedienung erfolgt, wie bereits oben erwähnt über die kleine Fernbedienung in der Seitenkonsole. Natürlich erhält man von Asiana Kopfhörer von Bose. Leider handelte es sich dabei nicht um eines der Over-Ear Modelle.

Die Filmauswahl war dagegen eher unterdurchschnittlich. Neben Hollywood Filmen, stehen auch koreanische, chinesische und japanische Filme zur Auswahl. Während ich die letzten drei Kategorien nicht beurteilen kann, muss man in der Hollywood Sektion aufgrund der begrenzten Auswahl dann schon etwas Glück haben um einen passenden Film zu finden. Positiver zu bewerten ist die Flightshow. welche über schönes Kartenmaterial verfügt. Darüberhinaus hat der A380 eine Kamera mit der sich das Geschehen vor dem Flugzeug beobachten lässt.

Asiana First Class A380 – Menü/Essen

Asiana bietet die Möglichkeit das Essen vor dem Flug auszuwählen. Zur Wahl stehen natürlich koreanische Gerichte oder auch ein westliches Menü. Beim Champagner zur Auswahl standen Laurent Perrier Brut und Barons de Rothschild Blanc de Blancs, welcher bereits vor dem Start mit ein paar Nüssen serviert wurde. Damit ist man nicht ganz so teuer unterwegs wie in der First Class anderer Airlines, beschweren würde ich mich aber trotzdem nicht. Optisch sehr ansprechend sind auch die Menü-Karten samt roter Kordel. Allerdings wurden diese recht zügig wieder eingesammelt, sodass ich euch leider keine Fotos des Menüs präsentieren kann und ihr mit den Fotos Vorlieb nehmen müsst.

Insgesamt war der Essensservice von Asiana hervorragend. Der Tisch wurde mühevoll und samt Rose eingedeckt und auch die Präsentation der verschiedenen Speisen war super. Sehr lecker war das Rind samt Reis und Gemüse. Eher weniger geschmeckt haben mir die Fischbeilagen. Auch der koreanische Nachtisch (Foto unten links) ist aus westlicher Sicht geschmacklich nicht wirklich interessant. Sehr zu loben ist der Service der Crew, welcher sich als sehr persönlich, aufmerksam und interessiert beschreiben lässt.

Asiana First Class A380 – Amenity Kit

Asianas First Class Amenity Kits sind, wie bei Singapore Airlines auch, von Salvatore Ferragamo. In einer hochwertigen Tasche erhält man Augenmaske, Ohrstöpsel, Zahnbürste und Zahnpasta, sowie verschiedene Cremes, Parfüm und After Shave. Auch der Pyjama war sehr hochwertig und angenehm zu tragen.

Asiana First Class A380 – Internet

Etwas überraschend ist, dass die Airbus A380 von Asiana trotz des recht späten Baujahrs kein Internet an Bord bieten. Bei den meisten Airlines ist mittlerweile Standard.

Asiana First Class A380 Routen

Der Asiana A380 wird derzeit auf Langstreckenflügen nach Frankfurt, Los Angeles und New York eingesetzt. Mit 11 Stunden und 30 Minuten Flugzeit ist der Flug zwischen Seoul und Frankfurt ähnlich lang wie der Flug nach Los Angeles (11h 10m). Nur die Flugzeit nach New York ist mit 14 Stunden und 20 Minuten deutlich länger. Wollt ihr ein reguläres Ticket auf einer dieser Strecken kaufen, müsst ihr übrigens mit Kosten von ca. 3.000 bis 4.000 Euro (oneway) rechnen.

Asiana First Class A380 mit Meilen buchen

Asiana First Class Prämienflüge können prinzipiell natürlich mit jedem Star Alliance Vielfliegerprogramm gebucht werden. Folgend die Anzahl erforderlicher Meilen für einen First Class Oneway-Flug mit drei der wichtigsten Star Alliance Programme:

Seoul – Frankfurt (oder umgekehrt)

  • Miles & More: 105.000 Meilen
  • United Mileage Plus: 115.000 Meilen
  • Singapore Airlines KrisFlyer: 138.000 Meilen

Seoul – Los Angeles/New York (oder umgekehrt)

  • Miles & More: 105.000 Meilen
  • United Mileage Plus: 110.000 Meilen
  • Singapore Airlines KrisFlyer: 125.000 Meilen

Das günstigste Programm ist in diesem Fall also Miles & More. Auch sind die Zuzahlungen bei Asiana Prämienflügen trotz anfallender Treibstoffzuschläge noch zu verkraften. So fliegt man für 105.000 Miles & More Meilen und 215 Euro in der Asiana First Class von Frankfurt nach Seoul.

Für 105.000 Miles & More Meilen fliegt man in der Asiana First Class von Frankfurt nach Seoul
Für 105.000 Miles & More Meilen fliegt man in der Asiana First Class von Frankfurt nach Seoul

Gegenüber einem Lufthansa First Class Flug spart man also ca. 100 Steuern und Gebühren. Wer sich die Steuern und Gebühren aufschlüsseln lässt, stellt fest, dass dies daran liegt, dass die Treibstoffzuschläge (bei Miles & More als Internationaler/Nationaler Zuschlag bezeichnet) mit ca. 131 Euro etwas geringer sind als bei Lufthansa.

Asiana First Class Flug von Frankfurt nach Seoul: Aufschlüsselung der Steuern und Gebühren
Asiana First Class Flug von Frankfurt nach Seoul: Aufschlüsselung der Steuern und Gebühren

Noch deutlicher zeigt sich dieser Effekt, wenn ihr einen Flug in die umgekehrte Richtung bucht, also von Seoul nach Frankfurt fliegt. Der Asiana First Class Flug weist dann Steuern und Gebühren in Höhe von 66.500 KRW (ca. 50€) auf, während für den Lufthansa First Class Flug Zuzahlungen in Höhe von 334.300 KRW (ca. 253€) fällig werden.

Für 105.000 Miles & More Meilen und ca. 50€ fliegt man in der Asiana First Class von Seoul nach Frankfurt
Für 105.000 Miles & More Meilen und ca. 50€ fliegt man in der Asiana First Class von Seoul nach Frankfurt

Ähnlich niedrige Zuzahlungen dürft ihr auch bei der Buchung über KrisFlyer oder Mileage Plus erwarten. Uniteds Vielfliegerprogramm erhebt sogar generell nie Treibstoffzuschläge, sodass auch die 131 Euro aus dem obigen Beispiel noch wegfallen. Falls euch noch Meilen für einen Asiana First Class Flug fehlen, könnt ihr in 19 Arten auf die man Miles & More Meilen sammeln kann und Singapore Airlines KrisFlyer Meilen sammeln – Alle Möglichkeiten nachlesen, wie ihr schnell und günstig ein paar weitere Meilen sammelt.

Asiana First Class A380 – Fazit

Trotz kleinerer Kritikpunkte war mein Flug in der Asiana First Class von Seoul nach Frankfurt ein wirklich guter Flug und tolles Erlebnis. Neben einer fast brandneuen Kabine erwartet einen ein sehr bequemer Sitz, jede Menge Platz, ein toller Service und sehr gutes Essen.

Was haltet ihr von der Asiana First Class?

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