Review: Qatar Airways Business Class A380 Doha nach Sydney

Nach unserem Flug in der Qatar Airways Boeing 787-800 von Oslo nach Doha und einem angenehmen Aufenthalt in der Qatar Airways Al Mourjan Business Class Lounge Doha, sollte es für uns in der Qatar Airways Business Class A380 von Doha nach Sydney weitergehen. Was euch an Bord der Qatar Airways Business Class A380 erwartet, erfahrt ihr in diesem Review…

Qatar Airways Business Class A380 Flugzeug Ansicht hinten
Qatar Airways A380

Qatar Airways Business Class A380 – Die wichtigsten Daten

  • Airline: Qatar Airways
  • Flugzeugtyp: Airbus A380-800
  • Flugnummer: QR908
  • Reiseklasse: Business Class
  • Kabinen-Konfiguration: 1 – 2 – 1
  • Kabinen-Größe: 48 Sitze in 12 Reihen
  • Sitzbreite: 22 Zoll / 56 cm
  • Seat Pitch: 80 Zoll / 203 cm
  • Bildschirmgröße: 17 Zoll / 43 cm
  • Recline: 180 Grad
  • Bettlänge: 80 Zoll / 203 cm

Qatar Airways Business Class A380 – Die Kabine

Das Boarding für unseren Flug von Doha nach Sydney erfolgte über Gate C12 des Hamad International Airport. Dieses befindet sich zirka 10 bis 15 Gehminuten von der Qatar Airways Al Mourjan Business Class Lounge entfernt. Der Boarding Bereich war aufgeteilt zwischen First/Business und Economy Class Passagieren. Business und First Class Gäste boardeten über Gate C12-B, alle anderen über C12-A. Das war recht angenehm, denn so gab es keine Schlange bei der erneuten Sicherheitskontrolle und auch genug Plätze zum Sitzen, während wir auf den Start des Boardings warteten. Geboarded wurde dann über die zweite Tür des Oberdecks des Qatar Airways A380.

Qatar Airways verfügt in ihrer Flotte über insgesamt 10 Flugzeuge des Airbus A380. In diesen gibt es 3 Kabinenklassen: First, Business und Economy Class. In allen anderen Flugzeugtypen von Qatar Airways findet ihr dagegen keine First Class. Weitere Besonderheit des Qatar Airways A380: Im Upper Deck befindet sich eine Lounge mit Bar, welche von allen Business und First Class Passagieren genutzt werden kann.

Qatar Airways Business Class Sitzplan A380 ©Seatguru
Qatar Airways Business Class Sitzplan A380 ©Seatguru

Angeordnet sind die 48 Business Class Recliner-Sitze in einer 1 – 2 – 1 Anordnung über insgesamt 12 Reihen. Mein Platz auf diesem Flug war 18K, was ungefähr in der Mitte ist (die vorderste Business Class Sitzreihe hat die Nummer 10). So war es nicht weit zur Premium Lounge.

Insgesamt gab es im Business Class Bereich vier Toiletten, zwei davon im Barbereich. Die Toiletten waren nicht besonders groß, aber das Design gefiel mir. Die Toilettendeckel waren in einem Braunton gepolstert und auch die Verzierung mit den kleinen Kacheln über dem Waschbecken war recht schön. An Amenities hat man Rasierer und Zahnbürste vorgefunden. Die Toiletten wurden auch während des Fluges regelmäßig gesäubert.

Qatar Airways Business Class A380 – Sitz/Bett

Wie in den meisten Flugzeugen von Qatar Airways ist in der Business Class ein Herringbone Seat verbaut. Die neuen Qsuites werden erst Schritt für Schritt in den alten Flugzeugen verbaut. Im Vergleich zum vorherigen Flug, dem Dreamliner 787-800, war hier allerdings eine neuere Variante des Herringbone Sitzes verbaut. Die Veränderungen hatten aber keine Auswirkung auf den Sitz oder den Komfort beim Schlafen.

Der Controller zum Bedienen des Monitors, Rufen der Servicekraft und An- bzw. Ausschalten des Lichtes befindet sich seitlich des Sitzes auf mittlerer Höhe. Leider lassen sich über den Controller keine Fluginformationen abrufen – eine Funktion, die immer dann ganz praktisch ist, wenn man auf dem Hauptmonitor einen Film gucken möchte.

Unter dem Controller befand sich eine Armlehne, die sich, wenn man die Bett-Funktion nutzt, komplett einfahren lässt. Im Dreamliner war die dagegen auch in der Sitzposition eingefahren und ließ sich nur gemeinsam mit der Armlehne auf der anderen Seite nach oben fahren. In der A380 Armlehne befanden sich zum Start die Kopfhörer. Später war hier Platz für eine Wasserflasche oder Ähnliches. Ein weiteres Staufach, in dem sich optimal ein kleines Notebook, Buch, Ipad oder Ähnliches unterbringen ließ, befand sich unten auf der Seite. Hier waren auch ein USB-Anschluss und eine Steckdose angeordnet.

Der Monitor ist fest verankert und lässt sich nicht verstellen. In der Liegeposition lässt es sich daher nicht mehr ganz so entspannt einen Film schauen. Der Tisch befindet sich direkt unter dem Monitor und wird zum Essen durch einen kleinen Hebel an den Fluggast herangezogen. Dieser hätte meiner Meinung nach noch ein paar Zentimeter weiter ausfahren können. Einen Ottomanen, um die Füße abzulegen, gab es. Jedoch war keine Möglichkeit gegeben unter diesem Schuhe oder Ähnliches zu verstauen. Hierfür gibt es stattdessen eine Schublade, die in den nächsten Sitz eingebaut ist. Bei Schuhgröße 46/47 haben meine Schuhe allerdings schon nicht mehr in die Schublade gepasst. Somit musste ich diese im Fußraum abstellen, was aber auch beim Umrüsten zum Bett nicht weiter gestört hat.

Auf der Fensterseite des Sitzes gibt es eine größere Ablagefläche. Dort waren beim Betreten des Flugzeugs bereits das Amenity Kit und die Decke abgelegt. Optimal eignete sich die Ablagefläche auch zum Ablegen eines Notebooks. Allerdings ist die Ablagefläche auch sehr rutschig und zum Start oder Landung sollte man dort wohl möglichst nichts Wertvolles ablegen.

Seitlich des Sitzes gibt es noch eine kleine Leselampe und eine Halterung für eine Wasserflasche. Diese Halterung gab es beim Sitz im Dreamliner 787-800 nicht. In der alten Variante des Herringbone Seats gibt es auch noch eine Art Sichtschutz vor dem hinteren Fenster. Auf diesen hat man beim Sitz im A380 verzichtet und so kann man während des Fluges gut aus beiden Fenstern gucken. Auf den mittleren Sitzen ist dieser aber nach wie vor vorhanden, so dass ihr keinen direkten Blick auf euren Sitznachbarn habt.

Ausgefahren zum Bett empfand ich den Sitz als überraschend bequem. In der Regel habe ich immer Probleme mit den Herringbone Seats, da diese vorne immer relativ eng sind, aber diesmal habe ich wirklich gut geschlafen. Ich bin auch beim Drehen nirgendwo mit meinen Knien angestoßen und habe tatsächlich 5 Stunden durchschlafen können. In der Qatar Airways 787 hatte ich auf meinen vorherigen Flügen immer Probleme beim Schlafen.

Qatar Airways Business Class A380 – Entertainment

Das Entertainment Programm bei Qatar Airways, Oryx One, finde ich persönlich eher durchschnittlich, ein Schwachpunkt, den ich auch schon auf meinen vorherigen Flügen mit Qatar Airways genannt hatte. Die Auswahl an neuen Filmen ist nicht besonders groß und Live TV wird auch nicht angeboten. Neben Filmen gibt es noch, Serien, Comedy, Dokumentation und Musik. Von Serien halte ich allerdings wenig, zumindest wenn es keine ganzen Staffeln sind und nur Folgen mitten aus einer Staffel angeboten werden. Angenehm ist die Option nach Filmen in einer bestimmten Sprache suchen zu können.

Der Airbus A380 verfügt über drei Außenkameras, die über das Entertainmentsystem den Blick nach draußen ermöglichen. Die Kameras sind nach unten, vorne und hinten ausgerichtet. Leider kann die Qualität der Bilder aber nicht wirklich überzeugen.

Die Flight Show stammt von GeoFusion und ermöglicht die üblichen Informationen und Karten.

Ein 14 Stunden Flug lässt sich alleine mit den Filmen, die bei Oryx One geboten werden, nur schwer überbrücken. So habe ich dann doch eher mal zum Buch oder auf mein IPad mit Netflix Serien zurückgegriffen.

Qatar Airways Business Class A380 – Service/Essen

Das Service-Erlebnis auf diesem Flug war sehr gut – vermutlich das beste bisher. Beim Einsteigen begrüßte mich einer der Stewards und wies mich in den richtigen Gang. An meinem Platz angekommen, begrüßte mich eine der zuständigen Stewardessen, Anna. Sie stellte sich kurz vor und erklärte mir alles an meinem Sitz. Sie sagte, dass sie später in der Lounge/Bar arbeiten würde und ihre Kollegin, sowie Alex, der Flight Manager dann für uns zuständig seien. Sie erklärte ebenfalls, dass die Amenities die Farbe Pink hätten, da Qatar Airways damit die Bekämpfung von Brustkrebs unterstützen würde. Der Inhalt des Amenity Kit bestand aus Ohrstöpseln, Schlafmaske, Socken, Gesichtscreme und ein Feuchtigkeitsspray.

Natürlich wurde ich auch nach meinem Getränkewunsch gefragt. Ebenso durfte ich zwischen einem warmen oder kalten Tuch wählen. Ich entschied mich – wie eigentlich immer – für den Rosé Champagner und ein kaltes Tuch. Eine weitere Kollegin brachte mir beides und stellte sich ebenfalls kurz vor. Im Anschluss brachte Anna noch den Pyjama, das Bord Menü und die Getränkekarte. Kurz vor dem Start kam Alex, stellte sich ebenfalls vor und erkundigte sich, was und wann ich etwas essen möchte (bei fast 14 Stunden Flugzeit ist man hier sehr flexibel). Ich bestellte mein Essen für ca. 90 Minuten nach Take-Off.

Direkt nach dem Start ging es für mich in die Lounge. Ich war noch nie in einem Flugzeug, das eine Bar an Bord hatte. Ich hätte auch nicht gedacht, dass eine Bar an Bord so cool sein kann. Als ich die Bar betrat wurden gerade Getränke, Snacks und kleine Häppchen aufgebaut. Witzig ist, dass die Flaschen dekorativ hinter der Bar aufgebaut werden, die Getränke aber mit den kleinen hochprozentigen Fläschchen vom Rollwagen gemixt werden.

Neben den üblichen Getränken auf der Karte, gibt es auch eine recht große Auswahl an Cocktails und Mocktails.

Die Bar war auf dem gesamten Flug nicht besonders stark frequentiert, was mich eigentlich wunderte, da es eine gute Gelegenheit war mal die Beine zu vertreten. Zudem ist es eine super Gelegenheit mit anderen Passagieren und den Angestellten ins Gespräch zu kommen. So erzählte uns Anna, wann man Moldawien bereisen sollte und dass der Wein vorzüglich sei. In Westeuropa sei dieser nicht so bekannt, da sich die kleinen Anbaugebiete nicht gegen die französischen oder deutschen Weine bei großen Ketten durchsetzen können. Sie schrieb uns die besten Vineyards auf eine Serviette auf, die wir unbedingt besuchen sollten, wenn wir einmal nach Moldawien reisen sollten. Vielleicht machen wir das nun tatsächlich einmal. Ein anderer Passagier erzählte uns, dass er in einer Kleinstadt in Skandinavien studiert hat, in der ich beruflich immer unterwegs bin und sein Bruder dort zwei Autohäuser hat. Ein Passagier aus Sydney gab uns noch ein paar Tipps für die besten Hikes in der Stadt. Erstaunt waren wir über die Aussage eines Passagiers, dass sein Business Class Flug (hin und zurück) um die 6.000 Euro gekostet hat. Da lagen wir mit unserem Preis dann doch ein ganzes Stück drunter und er war froh, dass seine Firma die Kosten übernommen hat, als er das hörte. Nach ca. zwei Stunden musste uns eine der Stewardessen aus der Bar holen. Während der netten Gespräche mit den anderen Fluggästen hatten wir komplett vergessen, dass wir Essen bestellt hatten.

So ging es rasch zurück zum Platz, der schnell gedeckt wurde. Los ging es mit dem Gruß aus der Küche, es gab Tofu, das einem Erbsenpüree ähnelte. Genaueres kann ich dazu nicht sagen, da mir der Name für das Gericht und Google ebenfalls nicht bekannt war. Schön fand ich übrigens die Salz- und Pfefferstreuer, die von WMF hätten sein können. Dressing und Olivenöl sind von Monte Vibiano. Auf die Suppe habe ich verzichtet und startete gleich mit dem Chicken Salat als Vorspeise. Bei der Hauptspeise entschied ich mich für das Grilled Beef Steak. Bei Qatar Airways habt ihr nicht, wie zum Beispiel bei Singapore Airlines oder EVA Air die Möglichkeit euer Hauptgericht vor dem Flug online zu bestellen. Dafür könnt ihr aber wann immer ihr wollt essen und nicht nur zu vorgegebenen Zeiten. Zum Essen wurden unterschiedliche Brote serviert, aber leider kein Garlic Bread. Bei der Nachspeise entschied ich mich für die Eiscreme. Ich kann mich bei keinen der Speisen beschweren, alles schmeckte, wie immer, sehr gut.

Nachdem die Stewardess mein Nachtisch abgeräumt hatte, fragte sie mich, ob sie den Sitz zum Bett umbauen solle. Ich bejahte dies und ging für zwei weitere Mojitos in die Bar. Danach schlüpfte ich in meinen Pyjama, der mir leider etwas zu klein war und schlief für die nächsten 5 Stunden durch. Nachdem ich aufgewacht bin, waren es noch ungefähr 3 Stunden bis zur Landung. Ich ging in die Bar, bestellte mir einen Kaffee und nahm mir eine der Zeitschriften zu lesen und relaxte auf der sehr komfortablen Sitzbank. Wir befanden uns bereits über Australien und so konnte man auch den Blick über das australische Outback von der Bar aus genießen.

Anna erzählte uns noch, dass sie am liebsten im Dreamliner arbeiten würde, da dort die Luft nach einem langen Flug immer noch am besten sei. Im Vergleich dazu, wirkt die Haut nach einem langen Flug im A380 wie ausgetrocknet. Sie erzählte uns noch einige andere spannende Dinge aus dem Leben eines Flugbegleiters, auf die ich an dieser Stelle aber nicht näher eingehen möchte. Zwei Stunden vor Ankunft hatte ich mir noch ein kleines Frühstück servieren lassen, das Emmental Cheese Omelett mit Chicken Medaillon. Super Gelegenheit das “Dine on Demand” zu nutzen, da der Hunger nach ein paar Stunden vor dem Schlaf und kurz vor der Ankunft bei jedem anders einsetzt. Kurz danach werden noch Pralinen von Godiva serviert, leider nichts mehr für mich.

Danach ging es für die letzten 30 Minuten und kurz bevor die Bar schloss noch auf ein Champagner in die Bar. Ihr merkt schon, überwiegend habe ich mich während des Fluges in der Bar aufgehalten. Da ich in der letzten Zeit viel geflogen bin, gab es auch keinen Film, der mich interessiert hat. Außerdem musste ich die Chance nutzen, wenn man schon mal eine Bar im Flugzeug hat. Die Getränke in der Bar wurden ca. 1:15 Stunden vor Ankunft abgebaut, was aber nicht heißt, dass man diese verlassen musste.

Ich ging dennoch zurück an meinen Platz und wartete die Landung ab. Kurz vor Ankunft kam Anna nochmal zu uns und bedankte sich für die netten Gespräche und wünschte uns einen schönen Urlaub. Die Landung erfolgte pünktlich gegen 18:30 Uhr Ortszeit und um 19:00 Uhr standen wir auch schon in der Ankunftshalle mit unserem Gepäck.

Qatar Airways Business Class A380 – WiFi

Ich habe mir tatsächlich zum ersten Mal WiFi auf einem Flug gekauft, allerdings auf dem vorherigen Flug von Oslo nach Doha. Neben 30 Minuten gratis WiFi auf jedem Qatar Airways Flug, empfand ich die Preise für zusätzliches WiFi fair. So kosteten 100 MB 10 USD. Die Verbindung klappte auch problemlos, 3 oder 4 Klicks und man war verbunden. Allerdings empfand ich das WiFi leider als recht langsam und so konnte man gerade einmal ein paar Nachrichten oder E-Mails verschicken. Bei dem Preis war es für mich aber die Gelegenheit das Internet an Bord einmal auszuprobieren. Jedoch bin ich immer noch der Meinung, dass man, sofern man nicht arbeiten möchte, kein Internet auf dem Flug benötigt. Habt ihr andere Erfahrungen mit dem WiFi gemacht? Dann schreibt es doch in die Kommentare.

Qatar Airways Business Class A380 – Fazit

Ich habe dieses Jahr recht viele Business und auch First Class Produkte testen können. Am Ende muss ich sagen, dass mir der Flug in der Qatar Airways Business Class A380 zusammen mit meinem EVA Air Business Class Flug am besten gefallen hat. Der Service war wirklich klasse und die Bar im Flugzeug ist eine super Sache. Ich habe die Zeit wirklich genossen und interessante Gespräche mit Mitreisenden geführt. Ich bleibe dabei, dass Qatar Airways das beste Business Class Produkt anbietet und ich jederzeit bei einem guten Angebot wieder damit fliegen würde.

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