Swiss Business Class Airbus A350 Kabine2
15. August 2026 Sebastian 2 Business Class Review, Newsletter

Review: Swiss Senses Business Class Airbus A350-900 von Zürich nach Seoul

Mit dem Airbus A350-900 führt SWISS nicht nur ein neues Langstreckenflugzeug, sondern auch die vollständig überarbeitete SWISS Senses Business Class ein. Seit dem Einsatz des Airbus A350 auf der Verbindung von Zürich nach Seoul kommt das neue Bordprodukt erstmals auf einer regulären Langstrecke nach Asien zum Einsatz. In diesem Review zeige ich euch die Kabine, den Sitz sowie das Service- und Reiseerlebnis auf dem Flug nach Südkorea.

Der Airbus A350-900 ist zugleich ein wichtiger Bestandteil der Flottenmodernisierung von SWISS. Bis 2031 sollen insgesamt zehn Flugzeuge dieses Typs zur Flotte stoßen und schrittweise die Airbus A340-300 ersetzen. Der Airbus A330-300 und die Boeing 777-300ER bleiben dagegen weiterhin Teil der Langstreckenflotte.

Für mich war dieser Flug gleich aus mehreren Gründen etwas Besonderes: Es war mein erster Langstreckenflug seit sechs Monaten – und gleichzeitig meine erste Reise in der neuen SWISS Senses Business Class. Eigentlich hatte ich bereits im vergangenen Dezember geplant, das neue Bordprodukt auf einer Europastrecke zu testen, auf der SWISS den Airbus A350 vorübergehend eingesetzt hatte. Eine hartnäckige Grippe machte diesem Vorhaben jedoch einen Strich durch die Rechnung.

Als SWISS den Airbus A350 anschließend auf der Strecke von Zürich nach Seoul einplante, ergab sich die perfekte Gelegenheit, meinen Jahresurlaub mit einem passenden Prämienflug zu verbinden. Ich konnte den Flug mit Miles & More Meilen buchen und war entsprechend gespannt, ob die neue SWISS Senses Business Class den hohen Erwartungen gerecht werden würde.

Durch Flugprämien, Upgrades sowie Partnerangebote von SWISS und Lufthansa hatte ich bereits mehrfach die Gelegenheit, in der SWISS First Class zu reisen. Mit der SWISS Business Class habe ich dagegen bislang deutlich weniger Erfahrung: Mein einziger vorheriger Flug fand im Airbus A330 statt.

Einen fundierten direkten Vergleich mit der bisherigen SWISS Business Class kann ich daher in diesem Review nicht ziehen. Wer sich speziell für das bisherige Produkt interessiert, dem empfehle ich Benedikts Review der SWISS Business Class in der Boeing 777-300ER von Zürich nach Los Angeles.

Grundsätzlich musste sich die bisherige Business Class von SWISS mit ihrer durchdachten Sitzanordnung jedoch auch im internationalen Vergleich nicht verstecken. Umso interessanter war für mich die Frage, welche Verbesserungen SWISS mit dem neuen Senses Konzept tatsächlich bietet – und wie überzeugend sich das Produkt auf einem rund zwölfstündigen Langstreckenflug präsentiert.

Swiss Business Class Airbus A350 Aussenansicht

SWISS Business Class Airbus A350-900 – Die wichtigsten Daten

  • Airline: SWISS
  • Flugzeugtyp: Airbus A350-900
  • Flugnummer: LX122
  • Flugzeit: 11:25 Stunden
  • Tag/Nacht: Tag-/Nachtflug
  • Reiseklasse: Business Class
  • Kabinenkonfiguration: 1-2-1
  • Kabinengröße: 45 Sitze von STELIA Aerospace in 13 Reihen
  • Sitzbreite: 21 Zoll / 54 Zentimeter
  • Bettlänge: je nach Sitztyp bis zu 2,2 Meter
  • Neigungswinkel: 180 Grad
  • Bildschirmgröße: 17,3 Zoll / 44 Zentimeter – Business Suite und Extra Space Seat: 24 Zoll / 61 Zentimeter

SWISS Business Class Airbus A350-900 – Buchung

Gebucht habe ich den Flug über Miles & More, rund drei Monate vor dem geplanten Abflug. Zu diesem Zeitpunkt war die Verfügbarkeit auf der Strecke von Zürich nach Seoul erfreulich hoch. SWISS bedient die Strecke derzeit dreimal pro Woche und setzt dabei den Airbus A350-900 ein. Genau das war, wie bereits eingangs erwähnt, der ausschlaggebende Grund, aus dem wir uns für Seoul als Reiseziel entschieden haben.

Aktuell wird der Airbus A350 neben Seoul auch auf der Strecke nach Boston eingesetzt. Ab September kommt zudem Shanghai hinzu. Mit dem Winterflugplan 2026/27 folgt schließlich Johannesburg als erstes Ziel in Afrika. Sowohl Shanghai als auch Johannesburg zählen zu den Strecken, auf denen bislang häufig noch der Airbus A340 zum Einsatz kommt.

Alle SWISS Senses Airbus A350 Strecken & Ziele

Da ich zum Zeitpunkt der Buchung über den Senator Status verfügte, kostete uns der Flug für zwei Personen insgesamt 115.850 Miles & More Meilen sowie insgesamt 930 CHF an Steuern und Gebühren. Für mich wurden 76.871 Meilen fällig; für meine Begleitung waren es dank Companion Award 38.436 Meilen. Wir entschieden uns bewusst für den Business Light Tarif und nahmen dabei das Risiko in Kauf, dass die eingesetzten Meilen bei einer Stornierung oder einem Nichtantritt der Reise nicht erstattet werden.

Swiss Business Class Airbus A350 Buchung Miles And More

Im Business Comfort Plus Tarif ist eine Rückerstattung der Meilen gegen Gebühr möglich. Bei meiner Buchung betrug diese Rückerstattungsgebühr 465 CHF; zudem waren 89.217 Meilen pro Person erforderlich. Eine kostenfreie Rückerstattung bietet erst der Business Flex Tarif.

Wie ihr bereits zahlreichen Artikeln auf meilenoptimieren entnehmen könnt, lohnt sich zudem ein Vergleich der verschiedenen Abflugorte. Bei einem alternativen Abflugort hätten wir insgesamt rund 30.000 Meilen sparen können. In unserem Fall war uns das jedoch nicht wert, da zusätzlich ein Zubringerflug innerhalb Europas sowie eine Hotelübernachtung erforderlich gewesen wären. Unter dem Strich hätte sich die Ersparnis daher schnell relativiert. Wer den günstigsten Startpunkt für einen SWISS Senses Business Class Prämienflug nach Seoul finden möchte, sollte sich unbedingt den Artikel zum günstigsten Abflugort für SWISS Senses Business Class Prämienflüge ansehen.

Die SWISS First Class lässt sich mit Miles & More Meilen grundsätzlich nur von Teilnehmern mit Senator Status oder HON Circle Status buchen. Einige Tage vor dem Abflug kontaktierte ich die Miles & More Hotline, um die Verfügbarkeit eines möglichen Wechsels in die First Class zu prüfen. Tatsächlich war noch ein Platz verfügbar, den ich für zusätzliche 154.000 Meilen sowie etwa 250 CHF hätte buchen können. Im Verhältnis zu den bereits eingesetzten Meilen war mir dieser Aufpreis jedoch zu hoch.

Bei meiner Buchung konnte ich nahezu jeden Sitzplatz frei auswählen. Lediglich die Business Suiten in der ersten Business Class Reihe waren ausgeschlossen beziehungsweise nur gegen einen Aufpreis von 690 CHF pro Sitz verfügbar. Dieser Preis ist aus meiner Sicht durchaus ambitioniert und persönlich wäre mir der Mehrwert den Aufpreis nicht wert. Natürlich bietet die Suite nochmals mehr Privatsphäre und ein exklusiveres Erlebnis, aber für einen Business Class Flug halte ich den Aufpreis für sehr hoch.

SWISS Business Class Airbus A350-900 – Check-in und Boarding

Bevor ich näher auf die neue SWISS Senses Business Class eingehe, möchte ich noch kurz auf den Check-in und das Boarding eingehen. Der Online-Check-in wurde, wie gewohnt, 24 Stunden vor Abflug freigeschaltet. Zu diesem Zeitpunkt kostete ein Upgrade auf einen der begehrten Sitze in den Business Suiten weiterhin 690 CHF pro Person.

Da ich die Hoffnung noch nicht aufgegeben hatte, fragte ich am nächsten Morgen erneut am Check-in-Schalter nach. Die Antwort fiel jedoch ernüchternd aus: Auch für Senatoren blieb der Aufpreis unverändert bei 690 CHF. Nach der Sicherheitskontrolle machten wir uns auf den Weg in die SWISS Senator Lounge in den E-Terminals, wo wir die verbleibende Zeit bis zum Boarding verbrachten.

Das Boarding war ursprünglich für 12:30 Uhr geplant. Gegen 12:20 Uhr machten wir uns daher auf den Weg zum Gate. Dort angekommen, wurde jedoch schnell klar, dass sich der Abflug verzögern würde. Das Flugzeug wurde zu diesem Zeitpunkt noch betankt und gereinigt, weshalb das Boarding zunächst um rund 15 Minuten verschoben wurde.

Interessanterweise war der Airbus A350 bereits gegen 06:30 Uhr aus Boston in Zürich angekommen und anschließend auf einer Außenposition abgestellt worden. Daher stellte sich mir die Frage, warum die Reinigung nicht bereits in den Stunden zuvor durchgeführt worden war.

Da wir nun ohnehin etwas Zeit hatten, versuchten wir unser Glück ein letztes Mal und fragten direkt am Gate nach einem Upgrade in die Business Suite. Diesmal erhielten wir allerdings eine andere Antwort. Der Mitarbeiter erklärte uns, dass die letzten freien Business Suiten rund 40 Minuten zuvor kostenlos an wartende Passagiere vergeben worden seien.

Meine Vermutung ist daher, dass SWISS die kostenpflichtigen Reservierungen für Business Suite Sitze bis zum Check-in aufrechterhält. Sind nach Schließung des Check-ins noch Business Suiten verfügbar, werden diese offenbar vereinzelt kostenfrei vergeben. Eine Garantie dafür gibt es natürlich nicht, aber es könnte sich durchaus lohnen, kurz vor dem Boarding noch einmal freundlich nachzufragen. Das Boarding begann schließlich mit rund 45 Minuten Verspätung gegen 13:15 Uhr.

SWISS Business Class Airbus A350-900 – Kabine

Mit der Einführung der SWISS Senses Business Class verabschiedet sich SWISS nach über zehn Jahren von ihrer bisherigen Business Class und setzt bei der Einflottung neuer Flugzeuge auf ein komplett neues Kabinenkonzept. Die neue Business Class basiert zwar auf dem Lufthansa Allegris Produkt, wurde jedoch optisch und in einigen Details an die Markenidentität von SWISS angepasst. Das Ergebnis ist eine moderne Business Class, die deutlich hochwertiger wirkt und den Fokus stärker auf Individualisierung legt.

Swiss Business Class Airbus A350 Sitzplan © aeroLOPA
SWISS Business Class Airbus A350 Sitzplan © aeroLOPA

Die Business Class des Airbus A350 ist in zwei separate Kabinenbereiche aufgeteilt. Die größere vordere Business Class Kabine befindet sich direkt hinter der First Class und umfasst den Großteil der insgesamt 45 Sitze. Persönlich bevorzuge ich grundsätzlich den vorderen Bereich einer Business Class Kabine. Meiner Erfahrung nach erfolgt der Service dort häufig etwas schneller und die Kabine wirkt insgesamt ruhiger und privater.

Bereits beim Betreten der Kabine fällt das neue Farbkonzept der SWISS Senses Business Class auf. Statt der bisher eher dunklen und klassischen Business Class Kabinengestaltung dominieren nun warme Grau- und Anthrazittöne, kombiniert mit hellen Holzdekoren sowie den für SWISS typischen Bordeaux- und Rottönen. Zusammen mit der neuen Ambientebeleuchtung entsteht eine ausgesprochen ruhige, elegante und moderne Atmosphäre. Die Kabine wirkt deutlich hochwertiger.

Eine der größten Neuerungen gegenüber der bisherigen SWISS Business Class ist die Auswahl unterschiedlicher Sitzkonzepte. Während zuvor alle Business Class Sitze nahezu identisch waren, können Passagiere nun zwischen fünf verschiedenen Sitztypen wählen. Alle Sitze verfügen selbstverständlich über direkten Gangzugang, lassen sich in ein vollständig flaches Bett verwandeln und bieten moderne Ausstattungsmerkmale wie Bluetooth-Konnektivität, kabelloses Laden sowie individuell beheiz- und kühlbare Sitze.

Auf die einzelnen Sitztypen möchte ich an dieser Stelle nicht im Detail eingehen, da wir diese bereits ausführlich vorgestellt haben. Daher empfehle ich euch unseren Artikel zu den Lufthansa Allegris Sitztypen, da das Grundkonzept sehr ähnlich aufgebaut ist.

SWISS Business Class Airbus A350-900 – Der Sitz & Sitztypen

Ursprünglich hatte ich mich für Sitz 3E, den Extra Space Seat in der Mitte der Kabine, entschieden, auch bekannt als „Throne Seat“. Da beim Online-Check-in jedoch kurzfristig noch ein Fensterplatz frei wurde, entschied ich mich spontan für Sitz 7A, einen Privacy Seat. Rückblickend war das definitiv die richtige Entscheidung.

Da ich direkt nach den First Class Gästen als einer der ersten Passagiere die Business Class betreten durfte, hatte ich ausreichend Zeit, die verschiedenen Sitztypen in Ruhe zu fotografieren. Meiner Meinung nach sind die Sitze 7A und 7K, abgesehen von den Business Suiten, die besten Plätze in der vorderen Business Class Kabine.

Meine Partnerin saß auf 3A, ebenfalls einem Privacy Seat. Im direkten Vergleich fiel jedoch auf, dass mein Sitz deutlich mehr Ablagefläche und Stauraum bot. Der Grund liegt im Kabinendesign. Während der Sitz 7A gerade an der Außenwand endet, verläuft die Seitenkonsole bei 3A schräg. Dadurch entsteht bei 7A eine wesentlich größere Ablagefläche. Zusätzlich konnte ich meinen Rucksack problemlos unter der seitlichen Konsole verstauen, da dort zwischen Boden und Sitz ausreichend Platz vorhanden ist. Auf dem Sitzplan weiter oben ist in diesem Bereich ein Babybett-Symbol eingezeichnet. Mein Rucksack ließ sich dort dennoch problemlos verstauen. Direkt darunter befindet sich außerdem ein weiteres Staufach für kleinere Gegenstände.

Ganz verschweigen möchte ich allerdings auch den größten Nachteil von Sitz 7A nicht: die Nähe zur Galley. Wer auf einem Nachtflug möglichst ungestört schlafen möchte, sollte bedenken, dass sich die Bordküche direkt hinter dem Sitz befindet. Während des Services sind dort regelmäßig Geräusche zu hören. Hinzu kommen die beiden Waschräume, die sowohl von den Passagieren der vorderen als auch der hinteren Business Class Kabine genutzt werden. Wer besonders geräuschempfindlich ist, sollte diesen Punkt bei der Sitzplatzwahl berücksichtigen.

Bei der Ausstattung des Sitzes gibt es dagegen kaum Anlass zur Kritik. Rechts neben dem Sitz befinden sich zwei Ablagefächer, eines im vorderen und eines im hinteren Bereich der Sitzschale. Das vordere Fach lässt sich verschließen und enthielt beim Boarding bereits die Kopfhörer. Im hinteren Fach befindet sich der Kopfhöreranschluss, der aufgrund der schwarzen Verkleidung allerdings nicht sofort ins Auge fällt und von mir erst nach kurzer Suche gefunden wurde.

Zwischen den beiden Ablagefächern befindet sich eine flexibel einstellbare Leselampe. Vor dem vorderen Staufach hat SWISS außerdem eine kabellose Ladefläche integriert. Ergänzt wird die Ausstattung durch eine universelle Steckdose sowie einen USB-C-Anschluss.

Der größte Fortschritt gegenüber der bisherigen SWISS Business Class ist für mich jedoch das neue Bedienkonzept. Jeder Sitz verfügt über ein herausnehmbares Tablet in etwa der Größe eines iPad mini. Dieses lässt sich während des Fluges bequem aus seiner Halterung entnehmen und dient als Fernbedienung für das gesamte Entertainment-System sowie sämtliche Sitzfunktionen. Gerade im Liegen empfand ich das als deutlich komfortabler, als ständig nach dem großen Bildschirm greifen zu müssen.

Mit meinen 1,88 Metern Körpergröße bin ich seit meiner letzten Airline-Review weder geschrumpft noch gewachsen und kann den Schlafkomfort der Sitze gut miteinander vergleichen. Ich würde sogar behaupten, dass ich in der SWISS Senses Business Class den bislang besten Schlafkomfort erlebt habe, den ich jemals in einer Business Class hatte.

Swiss Business Class Airbus A350 Sitz Bett

Die vollständig flache Liegeposition bot auch bei meiner Körpergröße ausreichend Platz. Besonders positiv fiel mir der großzügige Fußraum auf. Selbst beim Drehen während des Schlafens stieß ich nirgendwo an – ein Problem, das ich von vielen Herringbone-Sitzen anderer Airlines durchaus kenne. Auch der Dreipunktgurt störte mich während der Nacht überhaupt nicht. Dazu dürfte sicherlich auch die zusätzliche Matratzenauflage beigetragen haben, die bereits zusammen mit Decke und Kissen beim Boarding auf dem Sitz lag. Selbst die linke Armlehne mit den Sitzbedienelementen empfand ich während des Schlafens zu keiner Zeit als störend.

Insgesamt hat mir der Sitz ausgesprochen gut gefallen. Lediglich die Geräusche aus der Galley trübten den ansonsten hervorragenden Eindruck ein wenig. Gleichzeitig hatte ich jedoch zu keinem Zeitpunkt das Gefühl, dass dadurch mein Sitzkomfort oder meine Schlafqualität wesentlich beeinträchtigt wurden.

Natürlich habe ich mir auch die übrigen Sitztypen etwas genauer angesehen. Der Classic Seat wirkt im Vergleich deutlich enger. Obwohl es sich um einen Fensterplatz handelt, sitzt man relativ nah am Gang und hat keinen wirklich freien Blick aus dem Fenster. Zudem fällt die Ablagefläche deutlich kleiner aus.

Die Extra Space Seats bieten dagegen spürbar mehr Platz und wesentlich mehr Ablagefläche. Allerdings können sie ausschließlich von einer Seite betreten werden und befinden sich in der Mitte der Kabine. Dadurch könnte man zunächst vermuten, stärker im Blickfeld der übrigen Passagiere zu sitzen. Dieses Gefühl bestätigte sich während des Fluges jedoch nicht. Durch die hohen Seitenwände fühlt man sich erstaunlich gut abgeschirmt und verschwindet förmlich in seinem eigenen kleinen Bereich.

Wer gemeinsam mit seinem Partner reisen möchte, sollte beachten, dass die nebeneinanderliegenden Mittelsitze keine klassischen Couple Seats sind, da sie voneinander weggedreht sind. Zwischen beiden Sitzen befindet sich eine Trennwand, die den direkten Blickkontakt bei Bedarf verhindert. Echte Paarsitze bietet SWISS ausschließlich in den Business Suiten in den Reihen 2 und 8. Diese verfügen über eine absenkbare Trennwand und ermöglichen deutlich mehr Interaktion zwischen beiden Passagieren.

Die Business Suiten auf den Fensterplätzen 2A und 2K konnte ich mir leider nicht im Detail ansehen. Im Nachhinein habe ich mich allerdings gefragt, ob sie tatsächlich so viel mehr Komfort bieten als mein Sitz 7A beziehungsweise 7K. Zumindest auf den ersten Blick hatte ich nicht den Eindruck, dass der zusätzliche Platz den hohen Aufpreis vollständig rechtfertigt. Hier sind einige weitere Impressionen von den Sitzen.

Unabhängig davon stellt die neue SWISS Senses Business Class für mich eine deutliche Weiterentwicklung gegenüber dem bisherigen Produkt dar. Vor allem im Vergleich zur Boeing 777 sowie zu den Airbus A330 und A340 wirkt die Kabine moderner, hochwertiger und insgesamt deutlich komfortabler.

SWISS Business Class Airbus A350-900 – Service und Essen

Trotz des verspäteten Boardings wurden wir an der Flugzeugtür herzlich empfangen und mit einem freundlichen „Grüezi“ vom Maître de Cabine begrüßt. Solche Kleinigkeiten machen für mich oft den Unterschied und vermitteln direkt das Gefühl, willkommen zu sein. In diesem Moment hatte ich bereits den Eindruck, dass dies ein guter Flug werden würde.

Dass ich bereits einige Fotos von der neuen Kabine machte, blieb der Crew natürlich nicht verborgen. Das war jedoch überhaupt kein Problem. Im Gegenteil: Man bot mir sogar an, schnell noch ein paar Bilder von der hinteren Business Class Kabine zu machen, solange diese noch leer war. Diese Offenheit und Freundlichkeit zogen sich durch den gesamten Flug. Immer wieder ergaben sich nette Gespräche mit den Flugbegleitern über die neue Kabinenausstattung und den Airbus A350. Man merkte deutlich, dass die Crew stolz auf das neue Produkt war und gerne darüber sprach.

Zur Begrüßung wurde ein Glas Champagner serviert. Alternativ standen ein alkoholfreier Sparkling Wine, Wasser sowie verschiedene Säfte zur Auswahl. Bereits am Sitz lagen die Speisekarte sowie die Frühstückskarte bereit. Auf Letzterer konnte man vor dem Start auswählen, ob man zum Frühstück geweckt werden möchte und welche Speisen serviert werden sollen.

Bereits zwei bis drei Tage vor dem Abflug erhielt ich außerdem eine E-Mail von SWISS, über die sich das Hauptgericht vorab auswählen ließ. Da vor dem Urlaub noch einige Dinge zu erledigen waren, hatte ich keine Gelegenheit, mir das Angebot näher anzusehen. Daher kann ich nicht beurteilen, ob dort zusätzliche Gerichte oder lediglich dieselben Optionen wie an Bord angeboten wurden. Solltet ihr hierzu Erfahrungen gesammelt haben, schreibt sie gerne in die Kommentare.

Auf unserem Flug nach Seoul stand das Menü unter dem Motto „Taste of Switzerland – Kanton Nidwalden“.

Speisekarte

Brot

  • Hausgemachtes Brot von der Bäckerei Bertschi

Vorspeisen

  • Marinierte Lachsforelle mit Räucherforellenmousse
  • Stracciatella di Burrata mit Datterini-Tomaten

Dazu wurden ein saisonaler Salat sowie anschließend eine kalte Tomatensuppe serviert.

Hauptgerichte

  • Rinds-Brasato mit schwarzem Trüffeljus
  • Poulet Bulgogi mit Gurke und Sesam-Aubergine
  • Zander mit Erbsenvelouté
  • Indisches Auberginencurry mit Basmatireis

Dessert

  • Käseauswahl aus dem Kanton Nidwalden
  • Schokoladen-Marquise
  • Wassermelonensalat

Bei den Weinen setzte SWISS auf eine schweizerisch-französische Auswahl.

Rotweine

  • Zweigelt vom Rheinfall 2023 (Schweiz)
  • G d’Estournel 2018 (Frankreich)
  • Château de Haute-Serre Grand Vin Seigneur 2020 (Frankreich)

Weißweine

  • Riesling-Silvaner 2025 – Weingut Gehring (Schweiz)
  • Pinot Gris 2024 – Domaine Paul Blanck (Frankreich)
  • Ultimate Provence Rosé 2025 – Côtes de Provence AOC (Frankreich)

Als Champagner wurde der Jacquart Mosaïque Brut serviert. Er war durchaus solide, zählt für mich persönlich jedoch nicht zu den Highlights unter den Champagnern, die ich bislang an Bord genießen durfte.

Darüber hinaus standen selbstverständlich zahlreiche Spirituosen, Softdrinks, Kaffee- und Teespezialitäten zur Verfügung. Neu im Sortiment ist außerdem der Signature Cocktail „SWISS Alpine Essence“, den ich auf diesem Flug allerdings nicht probiert habe.

Beim Essen entschied ich mich für die marinierte Lachsforelle als Vorspeise und anschließend für das Rinds-Brasato. Geschmacklich konnten beide Gerichte überzeugen und waren hochwertig zubereitet.

Verbesserungspotenzial sehe ich allerdings bei der Präsentation des Caterings. Gerade auf dem sehr großen Esstisch wirkt die Darstellung etwas schlicht. Im Vergleich zu anderen Airlines, die beispielsweise einen Brotkorb, eine Stoffserviette, kleine Salz- und Pfeffermühlen, hochwertigere Tischdekoration oder sogar eine kleine LED-Kerze einsetzen, wirkt das Gesamtbild bei SWISS etwas nüchtern.

Dabei müsste SWISS aus meiner Sicht gar nicht viel verändern. Bereits Teller oder Besteck mit dezenten roten Akzenten würden das Markendesign stärker unterstreichen und das Essen hochwertiger wirken lassen. Gerade hier könnte sich SWISS meiner Meinung nach noch etwas stärker vom Mutterkonzern Lufthansa abheben und ein eigenständigeres Premium-Erlebnis schaffen.

Kurz nach dem Start wurden zunächst getrockneter Käse oder Nüsse als kleiner Snack zusammen mit einem weiteren Getränk serviert, um die Wartezeit bis zum eigentlichen Essen zu überbrücken.

Während des Fluges verteilte die Crew außerdem zweimal heiße Erfrischungstücher, einmal kurz nach dem Start und ein weiteres Mal vor der Landung.

Besonders positiv fiel mir die Aufmerksamkeit der Crew auf. Regelmäßig wurde nach weiteren Getränkewünschen gefragt, und zwischendurch ging das Kabinenpersonal mit einem Korb voller Eiscreme und Snacks durch die Business Class. Auch die Waschräume wurden in regelmäßigen Abständen kontrolliert und gereinigt, sodass sie den gesamten Flug über einen sehr gepflegten Eindruck hinterließen.

Nach dem Mittagessen wurde die Kabine abgedunkelt, damit die Passagiere, soweit es die relativ frühe Abflugzeit gegen 14:00 Uhr zuließ, etwas schlafen konnten.

Insgesamt hat mir der Service an Bord sehr gut gefallen. Die Crew war jederzeit freundlich, aufmerksam und wirkte ausgesprochen motiviert. Man hatte das Gefühl, dass die Flugbegleiter selbst Freude an ihrem neuen Arbeitsplatz im Airbus A350 hatten. Genau diese positive Stimmung übertrug sich am Ende auch auf die Passagiere. Zusammen mit dem guten Catering und der angenehmen Atmosphäre ergab sich ein rundes Business Class Erlebnis, auch wenn SWISS bei der Präsentation der Speisen durchaus noch etwas Luft nach oben hat.

SWISS Business Class Airbus A350-900 – Amenity Kit

Tja, was soll ich zum Amenity Kit sagen? Der Inhalt fällt mittlerweile recht überschaubar aus. Enthalten waren lediglich eine Zahnbürste inklusive Zahnpasta, Ohrstöpsel sowie ein Paar Socken. Gefühlt wird der Umfang der Amenity Kits bei vielen Airlines von Jahr zu Jahr kleiner, bis sie irgendwann ganz verschwinden. Bei Singapore Airlines ist dies in der Business Class beispielsweise bereits der Fall.

Positiv hervorzuheben ist allerdings, dass SWISS jedem Passagier zusätzlich ein Paar Slipper, eine Matratzenauflage für den Sitz sowie ein Schlafshirt zur Verfügung stellt. Gerade die Matratzenauflage trägt spürbar zum hohen Schlafkomfort bei.

Eine Schlafhose war hingegen nicht enthalten. Ob sie aktuell in der First Class oder in den Business Suiten ausgegeben wird, konnte ich nicht verifizieren. Falls ihr dazu aktuelle Erfahrungen habt, schreibt sie gerne in die Kommentare.

SWISS Business Class Airbus A350-900 – Entertainment

Das neue Entertainment-System mit dem 17,3-Zoll-Monitor und dem herausnehmbaren Tablet ist im Vergleich zu den bisherigen Langstreckenflugzeugen von SWISS ein deutlicher Schritt nach vorne. Sowohl die Hardware als auch die Bedienung wirken deutlich moderner und hochwertiger als in den Airbus A330 und A340 sowie in der Boeing 777.

Auch die Auswahl an Filmen und Serien konnte überzeugen. Es standen zahlreiche aktuelle Hollywood-Produktionen sowie beliebte Serien zur Verfügung. Tatsächlich habe ich diesmal sogar auf mein eigenes Tablet verzichtet, da ich im Bordprogramm genügend interessante Inhalte gefunden habe. Mehr zum Entertainment-Programm von SWISS findet ihr auf der offiziellen Website.

Im Gespräch mit dem Maître de Cabine erfuhr ich allerdings, dass die neue Technik derzeit noch nicht ganz fehlerfrei läuft. Gelegentlich kommt es wohl zu Systemabstürzen, insbesondere beim Wechsel von der Flight Map zurück ins Hauptmenü. Auch mir sind während des Fluges kleinere Softwareprobleme aufgefallen. Wenn ich die Flight Map auf dem Tablet geöffnet hatte und auf dem Hauptbildschirm lediglich die Wiedergabe pausierte oder die Lautstärke änderte, wurde die Kartenansicht auf dem Tablet beendet. Anschließend musste ich die Flight Map erneut starten und wieder an die aktuelle Position navigieren. Das war kein gravierendes Problem, könnte aber durch ein Software-Update behoben werden.

Die Flight Map selbst gehört für mich zu den Highlights des neuen Systems. Sie bietet deutlich mehr Informationen als klassische Flugkarten und zeigt unter anderem interessante Hintergrundinformationen zu Städten, Regionen oder Gebirgen an, die gerade überflogen werden. Teilweise werden sogar passende Wikipedia-Einträge eingeblendet. Die Idee dahinter gefällt mir ausgesprochen gut. Leider wechseln die Informationen recht schnell, sodass ich meist nicht einmal über den ersten Satz hinausgekommen bin. Hier wäre eine Möglichkeit, die Informationen anzuhalten oder manuell weiterzublättern, eine sinnvolle Ergänzung.

Eine weitere gelungene Funktion ist der Bild-in-Bild-Modus. Während eines Films oder einer Serie lässt sich beispielsweise eine der Außenkameras dauerhaft in einer kleinen Ansicht in der unteren rechten Ecke des Bildschirms einblenden. Insgesamt stehen fünf Kameraperspektiven zur Verfügung, wobei auf meinem Flug eine Kamera leider nicht funktionierte. Trotzdem ist dieses Feature eine schöne Ergänzung und sorgt gerade bei Start und Landung oder beim Überflug spektakulärer Landschaften für einen echten Mehrwert.

Auch die Over-Ear-Kopfhörer konnten überzeugen. Sie saßen angenehm auf den Ohren, verfügten über aktives Noise-Cancelling und boten eine gute Klangqualität.

Zwar reichen sie aus meiner Sicht nicht ganz an hochwertige Kopfhörer von Herstellern wie Bose oder Sony heran, für ein Business Class Produkt sind sie jedoch absolut angemessen und ermöglichen ein entspanntes Film- und Musikerlebnis.

SWISS Business Class Airbus A350-900 – WLAN

Einen Tag vor dem Abflug erhielt ich von SWISS eine E-Mail mit dem Betreff „Wichtiger Hinweis“. Darin wurde mitgeteilt, dass auf meinem Flug kein WLAN zur Verfügung stehen würde. Ehrlich gesagt war ich darüber etwas überrascht, da es sich beim Airbus A350 schließlich um ein brandneues Flugzeug handelt.

Allerdings stellte sich diese Information als Fehler heraus. Das WLAN war während des Fluges uneingeschränkt verfügbar und konnte wie gewohnt über den satellitengestützten Internetdienst SWISS Connect genutzt werden. Nachfolgend findet ihr einen Überblick über die aktuellen WLAN-Pakete und Preise von SWISS.

Selbst habe ich auf diesem Flug kein kostenpflichtiges WLAN-Paket gebucht und kann daher keine Aussage zur Geschwindigkeit oder Stabilität der Internetverbindung treffen. Den kostenlosen Messenger-Dienst habe ich jedoch genutzt. Dieser funktionierte während des gesamten Fluges problemlos und ermöglichte das Versenden und Empfangen von Nachrichten über die gängigen Messenger-Dienste.

SWISS Business Class Airbus A350-900 – Fazit

Mit der neuen SWISS Senses Business Class hat SWISS die Kabine aus meiner Sicht überzeugend weiterentwickelt. Das Produkt kann mit den neuen Kabinen anderer Airlines mithalten. Das neue Kabinenkonzept wirkt modern, hochwertig und bietet deutlich mehr Privatsphäre sowie Komfort als das bisherige Produkt. Besonders überzeugt haben mich der hervorragende Schlafkomfort und das moderne Entertainment-System, auch wenn dieses aktuell noch mit kleineren Softwareproblemen zu kämpfen hat. Auch der Service war während des gesamten Fluges aufmerksam, herzlich und stets freundlich, sodass ich mich von Anfang an gut aufgehoben gefühlt habe.

Natürlich gibt es auch ein paar Kritikpunkte. Die hohen Aufpreise für bestimmte Sitztypen, insbesondere für die Business Suite, dürften viele Passagiere abschrecken, und auch bei der Präsentation des Caterings sehe ich noch etwas Potenzial nach oben. Das sind für mich allerdings eher kleinere Schwächen, die den insgesamt sehr positiven Gesamteindruck kaum schmälern. Damit komme ich auf 4,2 von 5 Punkten. Da ich meine Bewertungen jedoch nur in 0,5-Punkte-Schritten vergebe, runde ich auf 4,0 Punkte ab.

Was ist eure Meinung zur neuen Business Class von SWISS? Konntet ihr diese bereits testen? Hinterlasst gerne einen Kommentar!

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