Die britische Regierung hat die Air Passenger Duty (APD) zum 01.04.2026 erneut erhöht. Bereits Anfang 2025 wurde aufgrund der hohen Inflation der letzten Jahre eine Sondererhöhung zum 01.04.2025 umgesetzt. Seit April 2026 ist sie nochmals deutlich teurer geworden. Economy Passagiere zahlen nun je nach Entfernung 13 bis 15 Prozent mehr. Passagiere, die mit einem Privatjet reisen, müssen sogar bis zu 70 Prozent mehr entrichten.
Wie funktioniert die Air Passenger Duty (APD)?
Die Air Passenger Duty (APD) ist eine Abgabe, die für alle Flugpassagiere mit Abflug im Vereinigten Königreich erhoben wird. Sie gilt nicht für ankommende Flüge und auch nicht für Passagiere, die nur im Vereinigten Königreich umsteigen und dabei weniger als 24 Stunden vor Ort sind. Die APD gilt als eine der höchsten Luftverkehrsteuern weltweit und beträgt aktuell zwischen 8 und 253 Pfund pro Passagier und Flug. Eine noch höhere Abgabe von bis zu 1.141 Pfund fällt für Flüge in Privatjets an.
Erhöhung der APD im April 2026 umgesetzt
Bereits in seiner Rede zum Spring Budget 2024 verkündete der britische Schatzkanzler, Jeremy Hunt, eine einmalige Sondererhöhung der APD zum 01.04.2025 um 8 bis 14 Prozent.
“I will make a one-off adjustment to rates of Air Passenger Duty on non-economy flights only to account for high inflation in recent years.” – Chancellor Jeremy Hunt
Zusätzlich wurde bereits damals eine weitere Anpassung zum 01.04.2026 angekündigt, die inzwischen umgesetzt wurde. Grundlage war erneut die Inflation.
“Rates will increase by forecast Retail Price Index (RPI) and will be further increased to account for previous high inflation that has not been reflected in previous years’ increases. The higher rates that apply to the larger private jets will increase by an additional 50%.”
Economy Passagiere zahlen nun je nach Entfernung 13 bis 15 Prozent mehr. Passagiere, die mit einem Privatjet reisen, müssen sogar bis zu 70 Prozent mehr entrichten.
Economy Class Passagiere, die vom Vereinigten Königreich nach Europa fliegen, zahlen seit April 2026 beispielsweise 15 GBP statt zuvor 13 GBP. Ein Business Class Passagier, der in die USA fliegt (2.000 – 5.500 Meilen Entfernung), zahlt nun 244 GBP statt zuvor 216 GBP. Ein Langstreckenflug in Preisband B (2.000 – 5.500 Meilen Entfernung) im Privatjet kostet nun 1.097 GBP statt zuvor 647 GBP. Sämtliche Zahlen lassen sich den Tabellen unten entnehmen.
Wie wird die Air Passenger Duty bemessen?
Die Höhe der APD hängt von der Reiseklasse bzw. Sitzabstand und der Länge des Fluges ab. Es gibt vier Distanzbänder, deren Bemessungsgrundlage die Entfernung zwischen London und der Hauptstadt des jeweiligen Landes ist. So fallen beispielsweise alle europäischen Staaten und einige Staaten in Nordafrika in Preisband A, während der Rest der Welt in Preisband B oder C fällt.
- UK Domestic: Flüge zwischen England, Schottland, Wales und Nordirland
- Preisband A: 0 – 2.000 Meilen Entfernung
- Preisband B: 2.001 – 5.500 Meilen Entfernung
- Preisband C: 5.500+ Meilen Entfernung
Ebenfalls für die Höhe der Abgabe entscheidend ist die Unterscheidung in Reduced Rate, Standard Rate und Higher Rate. Erstere lässt sich im Wesentlichen als Economy Class auffassen, während die Standard Rate Flüge in Premium-Reiseklassen betrifft. Die Higher Rate gilt schließlich für Flüge in Privatjets. Folgend die genaue Definition.
- Reduced Rate: Für Flüge in der niedrigsten Reiseklasse mit Sitzabstand < 1,016 Meter (40 Zoll)
- Standard Rate: Für Flüge in allen anderen Reiseklassen mit Sitzabstand > 1,016 Meter (40 Zoll)
- Higher Rate: Für Flüge in Flugzeugen mit einem Gewicht > 20 Tonnen mit weniger als 19 Passagieren
Wie hoch ist die Air Passenger Duty?
Die UK Air Passenger Duty wurde in den letzten Jahren kontinuierlich erhöht und liegt seit April 2026 zwischen 8 GBP für UK Inlandsflüge in der Economy Class und 1.141 GBP für Langstreckenflüge in Privatjets.
APD ab 01.04.2026
| Destination bands | Reduced rate | Standard rate | Higher rate |
|---|---|---|---|
| UK Domestic | 8 GBP | 16 GBP | 142 GBP |
| Band A (0 - 2.000 Meilen) | 15 GBP | 32 GBP | 142 GBP |
| Band B (2.000 - 5.500 Meilen) | 102 GBP | 244 GBP | 1.097 GBP |
| Band C (5.500+ Meilen) | 106 GBP | 253 GBP | 1.141 GBP |
APD ab 01.04.2025
| Destination bands | Reduced rate | Standard rate | Higher rate |
|---|---|---|---|
| UK Domestic | 7 GBP | 14 GBP | 84 GBP |
| Band A (0 - 2.000 Meilen) | 13 GBP | 28 GBP | 84 GBP |
| Band B (2.000 - 5.500 Meilen) | 90 GBP | 216 GBP | 647 GBP |
| Band C (5.500+ Meilen) | 94 GBP | 224 GBP | 673 GBP |
APD ab 01.04.2024
| Destination bands | Reduced rate | Standard rate | Higher rate |
|---|---|---|---|
| UK Domestic | 7 GBP | 14 GBP | 78 GBP |
| Band A (0 - 2.000 Meilen) | 13 GBP | 26 GBP | 78 GBP |
| Band B (2.000 - 5.500 Meilen) | 88 GBP | 194 GBP | 581 GBP |
| Band C (5.500+ Meilen) | 92 GBP | 202 GBP | 607 GBP |
APD ab 01.04.2023
| Destination bands | Reduced rate | Standard rate | Higher rate |
|---|---|---|---|
| UK Domestic | 6,50 GBP | 13 GBP | 78 GBP |
| Band A (0 - 2.000 Meilen) | 13 GBP | 26 GBP | 78 GBP |
| Band B (2.000 - 5.500 Meilen) | 87 GBP | 191 GBP | 574 GBP |
| Band C (5.500+ Meilen) | 91 GBP | 200 GBP | 601 GBP |
APD ab 01.04.2022
Bis April 2023 gab es nur zwei Preisbänder. Das Ultra-Longhaul Preisband für Flüge mit einer Entfernung von 5.500 Meilen oder mehr wurde im April 2023 eingeführt.
- Band A (0 – 2.000 Meilen): 13 GBP in der niedrigsten Reiseklasse / 26 GBP in allen anderen Reiseklassen
- Band B (2.000+ Meilen): 84 GBP in der niedrigsten Reiseklasse / 185 GBP in allen anderen Reiseklassen
APD ab 01.04.2021
- Band A (0 – 2.000 Meilen): 13 GBP in der niedrigsten Reiseklasse / 26 GBP in allen anderen Reiseklassen
- Band B (2.000+ Meilen): 82 GBP in der niedrigsten Reiseklasse / 180 GBP in allen anderen Reiseklassen
APD macht Prämientickets ab dem Vereinigten Königreich unattraktiv
Das Vereinigte Königreich hat eine der höchsten Luftverkehrssteuern weltweit. Die APD wird von den Fluggesellschaften automatisch als Teil der sogenannten „Tax Box“ in den Ticketpreis mit eingerechnet. Zusammen mit einem eventuell von der Airline erhobenen Treibstoffzuschlag und weiteren Abgaben wird die APD in der Regel auch an Nutzer von Vielfliegerprogrammen weitergegeben. Ein Prämienticket in der Business oder First Class, dessen Abflugort im Vereinigten Königreich liegt, weist daher oft mehrere hundert Pfund an Zuzahlungen auf.
Beispiel: Ein über das Miles & More Programm gebuchter Lufthansa Business Class Flug von London über Frankfurt nach New York und zurück erfordert aktuell 56.207 Meilen und 1.893 GBP (etwa 2.170 Euro) Steuern und Gebühren (oneway). Neben der APD in Höhe von 244 GBP sind es insbesondere auch die Lufthansa Treibstoffzuschläge, die diesen Flug so teuer machen.

Wenn ihr mehr zu diesem Thema erfahren möchtet und lernen wollt, wie man die Zusammensetzung der Steuern und Gebühren mit der ITA Matrix nachvollziehen kann, werft einen Blick auf die folgenden Beiträge:
- Wie setzen sich die Steuern und Gebühren auf einem Flugticket zusammen?
- Steuern und Gebühren auf Prämienflügen: Wie hoch sind sie und wie kann man sie vermeiden?
- Welche Länder haben die höchste Luftverkehrsteuer?
Vereinigtes Königreich erhöht Air Passenger Duty – Fazit
Die Air Passenger Duty zieht weiterhin viel Kritik auf sich – und das nicht nur aufgrund ihrer Höhe. So wird die Erhebung zwar gerne mit dem Ziel der Reduktion von CO2-Ausstößen und Umweltschutz begründet, doch ist die Verwendung der eingenommenen Mittel nicht auf entsprechende Ausgaben eingegrenzt. Auch die Reduktion der APD für Inlandsflüge erscheint unter diesem Gesichtspunkt ironisch, sind es doch gerade Kurzstreckenflüge, die am ehesten durch andere umweltfreundlichere Verkehrsmittel ersetzt werden können. Mit der erneuten Erhöhung zum April 2026 hat sich die Kostenbelastung für viele Passagiere nochmals deutlich verschärft.
Das könnte dich auch interessieren:
