Lufthansa Boeing 747 Flugzeug Unsplash
26. April 2026 Mark 5 Miles & More Tutorial, Must Reads, Newsletter

Wie Vielfliegerprogramme indirekt die Preise für Prämienflüge erhöhen

Früher war die Welt der Vielfliegerprogramme vergleichsweise einfach: Ein Blick in den Award Chart genügte, um zu wissen, wie viele Meilen ein Prämienflug kostet. Das wichtigste Instrument, um Prämienflüge zu verteuern, war die regelmäßige Anpassung dieses Award Charts. Heute steigen die Preise weiterhin, jedoch nicht mehr dort, wo man es erwartet. Vielfliegerprogramme setzen zunehmend auf indirekte Mechanismen, von dynamischen Preisen über steigende Airline-Zuschläge bis hin zu eingeschränkten Tarifen. Für Nutzer sind diese Veränderungen deutlich schwerer zu erkennen, wirken sich aber unmittelbar auf den effektiven Preis eines Prämienflugs aus. In vielen Fällen zahlen Nutzer heute mehr für Prämienflüge, auch wenn der der Meilenpreis teilweise nicht sichtbar gestiegen ist.

Warum Prämienflüge heute effektiv teurer sind

Auf den ersten Blick scheint sich bei vielen Vielfliegerprogrammen gar nicht so viel verändert zu haben. Award Charts existieren teilweise weiterhin und auch die beworbenen Einstiegspreise wirken ähnlich wie früher. In der Praxis hat sich der effektive Preis zahlreicher Prämienflüge jedoch deutlich erhöht. Der Grund dafür ist, dass sich die Preisstruktur grundlegend verändert hat. Während früher vor allem der Meilenpreis entscheidend war, setzt sich der effektive Preis eines Prämienflugs heute aus mehreren Komponenten zusammen:

  • dem Meilenpreis
  • den Zuzahlungen (Steuern, Gebühren und Airline-Zuschläge)
  • dem Leistungsumfang des Tarifs
  • der Verfügbarkeit günstiger Optionen
  • den indirekten Kosten bei Umbuchung und Stornierung

Jede dieser Komponenten kann von den Programmen individuell angepasst werden, oft ohne große Ankündigung. Während eine klassische Abwertung früher über eine transparente Erhöhung der Meilenwerte im Award Chart erfolgte, verteilt sich die Preiserhöhung heute auf mehrere Stellschrauben gleichzeitig.

Für Miles & More gibt es zum Beispiel das folgende Szenario: Der beworbene Meilenpreis für einen Flug ist stabil geblieben oder sogar leicht gesunken. Gleichzeitig stiegen jedoch die Zuzahlungen deutlich, der günstigste Tarif enthält nun weniger Leistungen als früher und ist nur noch gegen Aufpreis flexibel umbuchbar und stornierbar.

Warum Programme Preiserhöhungen verschleiern

Offene Preiserhöhungen, etwa durch Anpassungen im Award Chart, sind für Programme zunehmend unattraktiv geworden. Ein wesentlicher Grund dürfte die negative öffentliche Wahrnehmung sein. Klassische Abwertungen werden von Vielfliegern und Meilensammlern schnell erkannt, in Foren und Blogs diskutiert und häufig lautstark kritisiert.

Hinzu kommt die hohe Vergleichbarkeit: Ein transparenter Award Chart ermöglicht es Nutzern, Programme direkt miteinander zu vergleichen. Steigen die Meilenpreise sichtbar, wird ein Programm schnell unattraktiver als die Konkurrenz. Ebenso lassen sich Preiserhöhungen im Zeitverlauf auch über mehrere Abwertungen hinweg gut beobachten und analysieren.

Indirekte Anpassungen umgehen dieses Problem. Sie sind schwerer zu erkennen, verteilen sich über verschiedene Mechaniken und erfolgen in kleinen Schritten. Viele Nutzer nehmen die steigenden Kosten zwar wahr, können sie aber nicht eindeutig auf eine einzelne Änderung zurückführen.

Dynamisches Pricing als Haupttreiber steigender Preise

Der wohl wichtigste strukturelle Wandel der letzten Jahre ist die Abkehr vom klassischen Award Chart hin zu dynamischen Preisen. Während früher bei fast allen Vielfliegerprogrammen eine regions- oder distanzbasierte Logik den Preis für einen Prämienflug festlegte, setzen heute immer mehr Programme auf dynamische Preissysteme. Typischerweise werden die Meilenpreise für die Mutterairline dynamisch bestimmt, während Prämienflüge mit Partnerairlines weiterhin einem Award Chart unterliegen.

Die Einführung dynamischer Preise bei Vielfliegerprogrammen begann 2015, als Delta SkyMiles als eines der ersten großen Programme feste Award-Charts abschaffte und stattdessen die benötigten Meilen je nach Nachfrage und Ticketpreis flexibel gestaltete. Diesem Schritt folgten 2019 United MileagePlus und American AAdvantage, die ebenfalls teilweise auf dynamische Preise umstellten. In Europa stellte Flying Blue bereits 2018 auf dynamische Preise um. Die bedeutendste Entwicklung für deutsche Vielflieger war die Umstellung bei Miles & More: Seit dem 3. Juni 2025 gelten für Flüge mit Lufthansa, Austrian, SWISS und Lufthansa City Airlines dynamische Preise. Seit dem 3. März 2026 werden auch bei Discover Airlines und Air Dolomiti die Meilenwerte für Prämienflüge flexibel berechnet. Die Preise für Prämienflüge mit den meisten anderen Partnerairlines des Programms unterliegen jedoch weiterhin dem Miles & More Awardchart.

Für Nutzer bedeuten dynamische Preise weniger Transparenz und Planbarkeit. Denn es sind jederzeit Anpassungen durch das Programm möglich. Eine Preiserhöhung muss nicht mehr durch eine offensichtliche oder sogar öffentlich publizierte Anpassung erfolgen, sondern kann auch durch eine schleichende Verschiebung des durchschnittlichen Meilenpreises nach oben erfolgen.

Beispiel 1 – Steigende Preise bei Miles & More

Eine solche schleichende Abwertung ist fast unmöglich sauber nachzuvollziehen. Bei Miles & More können wir sie jedoch zumindest teilweise nachzeichnen, da wir die Preise zahlreicher Strecken monatlich abfragen und aufbereiten. Für Lufthansa Business Class Flüge ab Frankfurt lässt sich im Zeitraum September 2025 bis April 2026 zum Beispiel eine durchschnittliche Preiserhöhung von etwa 1 Prozent pro Monat beobachten. Im Monatsvergleich fällt so etwas kaum auf. Bleibt dieser Trend jedoch über mehrere Jahre bestehen, ergibt sich eine drastische Abwertung im zweistelligen Prozentbereich.

Beispiel 2 – Dynamische Preise bei Air France/KLM Flying Blue

Ein weiteres Beispiel ist Flying Blue. Das Programm bietet weiterhin attraktive Einstiegspreise zum Festpreis, zum Beispiel 60.000 Meilen für Business Class Flüge von Europa nach Nordamerika (oneway). In der Praxis liegen die tatsächlich verfügbaren Preise jedoch häufig deutlich darüber. So sind Business Class Flüge von Europa in die USA je nach Nachfrage regelmäßig für deutlich über 100.000 Meilen oneway zu finden. Besonders bei kurzfristigen Buchungen oder beliebten Reisedaten steigen die Preise deutlich an. Es kann der Eindruck stabiler Preise entstehen, obwohl sich der durchschnittliche Meilenpreis deutlich erhöht hat. Flying Blue Air France Beispeilbuchung Praemienflug Kalenderansicht Business Class Maerz 2026 New York Paris

Airline-Zuschläge als versteckte Preiserhöhung

Doch die Erhöhung der Meilenpreise ist längst nicht die einzige Stellschraube, die Airlines und Vielfliegerprogrammen zur Verfügung steht. Als besonders beliebtes Instrument haben sich in den letzten Jahren die sogenannten Airline-Zuschläge herausgestellt. Eingeführt wurden diese häufig als Reaktion auf hohe Kerosinpreise, weshalb umgangssprachlich auch häufig noch von Treibstoffzuschlägen gesprochen wird. Doch mit dem Preisniveau von Kerosin haben diese Zuschläge bei zahlreichen Airlines gar nichts mehr gemein. Im Gegensatz zu echten Steuern und Gebühren verbleiben Airline-Zuschläge bei der Airline beziehungsweise beim Vielfliegerprogramm und können als Gewinn verbucht werden. Während einige Airlines komplett auf Treibstoffzuschläge verzichten, erheben andere Fluggesellschaften zum Teil hunderte oder tausende Euro.

Kaum eine Airline geht dabei so aggressiv vor wie die Lufthansa Gruppe. Das Extrem-Beispiel: Seit der letzten Erhöhung fallen für einen Returnflug in der Lufthansa First Class von Nordamerika nach Europa und zurück über 3.000 USD an Airline-Zuschlägen an. Bei Abflug in Deutschland sind für Business Class und First Class Langstreckenflüge nun etwa 500 bis 1.600 Euro return die Regel. Selbst in der Economy Class sind 200 bis 500 Euro return gang und gäbe.

Lufthansa “Treibstoffzuschläge” – Bis zu ~3.300 USD auf der Langstrecke

Lufthansa ist das für deutsche Vielflieger wichtigste Beispiel, doch auch andere Airlines manipulieren mit Airline-Zuschlägen die Preise von Prämientickets. Besonders hohe Airline-Zuschläge findet man zum Beispiel auch bei British Airways und Emirates.

Da viele Vielfliegerprogramme Airline-Zuschläge in voller Höhe an ihre Programmteilnehmer weitergeben, wirkt sich die Erhöhung von Airline-Zuschlägen direkt auf den Preis eines Prämientickets aus.

Beispiel 1 – Airline-Zuschläge bei Lufthansa

Bei Lufthansa beziehungsweise Miles & More sind die Airline-Zuschläge auf einigen Strecken sogar das primäre Instrument der Preiserhöhung, wie das folgende Beispiel für einen Lufthansa Business Class Prämienflug von Frankfurt nach New York (oneway) zeigt:

März 2022

  • Preis laut Awardchart: 56.000 Miles & More Meilen + 343 Euro Steuern und Gebühren

April 2026

  • Preis dynamisch: 54.815 Miles & More Meilen + 843 Euro Steuern und Gebühren

Im März 2022 bestimmte sich der Preis für diesen Prämienflug noch nach dem Miles & More Awardchart und lag damit fest bei 56.000 Meilen oneway. Im April 2026 legt das dynamische System einen Meilenpreis von 54.815 Meilen fest. Auf den ersten Blick ist der Meilenpreis heute 2 Prozent niedriger als noch vor vier Jahren. Doch im Gegenzug stiegen die Zuzahlungen um etwa 500 Euro beziehungsweise 146 Prozent. Doch im obigen Beispiel versteckt sich noch eine Preiserhöhung. Während im Jahr 2022 noch jeder Miles & More Prämienflug als Flex Tarif angeboten wurde und damit flexible Stornierungs- und Umbuchungsbedingungen bot, ist der aktuelle Einstiegstarif bei Miles & More deutlich restriktiver. Mehr dazu im nächsten Kapitel.

Beispiel 2 – Airline-Zuschläge bei British Airways

Ein weiteres prominentes Beispiel sind die hohen Zuschläge bei British Airways. Für Business Class Prämienflüge auf der Langstrecke fallen meist mehrere hundert Euro an Zuzahlungen an. Besonders deutlich wird dies bei Flügen von Europa nach Nordamerika. So werden für einen British Airways Business Class Flug von London nach New York aktuell 730 Pfund (etwa 840 Euro) fällig. Der British Airways Club verschleiert dies, indem eine Preisoption mit niedrigeren Zuzahlungen aber deutlich mehr Avios angeboten werden. Programmteilnehmer können sich also aussuchen, ob sie mehr Steuern und Gebühren oder mehr Avios zahlen.
British Airways Club Praemienflug British Airways Business Class London New York

Tarifverschlechterungen erhöhen den effektiven Preis

Eine weitere versteckte Preiserhöhung ergibt sich durch Tarifverschlechterungen. Während noch vor ein paar Jahren fast alle Prämienflüge alle Leistungen beinhalteten, gibt es heute zunehmend differenzierte Tarife mit Einschränkungen, wie etwa:

  • Kein Loungezugang
  • Weniger Aufgabegepäck
  • Keine kostenlose Sitzplatzreservierung
  • Eingeschränkte oder kostenpflichtige Umbuchungsmöglichkeiten
  • Eingeschränkte oder kostenpflichtige Stornierungsmöglichkeiten

In der Theorie kann die Einführung zusätzlicher Tarifoptionen eine kundenfreundliche Lösung sein, die zu mehr Auswahl führt. Doch dem ist nur so, wenn der neue Light-Tarif auch günstiger verkauft wird und der zuvor angebotene Flex-Tarif nicht verteuert wird. In der Praxis passiert oft das Gegenteil. Der effektive Preis für vergleichbare Leistungen steigt.

Beispiel 1 – Basic Tarif bei Miles & More

Auch diese Strategie lässt sich bei Miles & More gut beobachten. Greifen wir das Beispiel von oben für einen Lufthansa Business Class Flug von Frankfurt nach New York noch einmal auf.

März 2022

  • Flex Tarif: 56.000 Miles & More Meilen + 343 Euro Steuern und Gebühren

April 2026

  • Basic Tarif: 54.815 Miles & More Meilen + 843 Euro Steuern und Gebühren
  • Basic Plus Tarif: 61.142 Miles & More Meilen + 843 Euro Steuern und Gebühren
  • Basic Flex Tarif: 68.877 Miles & More Meilen + 843 Euro Steuern und Gebühren

Miles And More Praemienflug Lufthansa Business Class Frankfurt New York Tarifoptionen

Da in der Miles & More Suche stets der Preis für den günstigsten Tarif am prominentesten angezeigt wird, wirkt es auf den ersten Blick so, als sei zumindest der Meilenpreis niedriger als noch vor ein paar Jahren. Doch wer die beiden Flex Tarife miteinander vergleicht, stellt fest, dass der gleiche Flug heute 23 Prozent mehr Meilen erfordert. Der günstige Basic Tarif ist dagegen gar nicht stornierbar und lässt sich nur gegen eine Gebühr von 250 Euro umbuchen.

Beispiel 2 – Value Tarif bei Etihad Guest

Seit November 2025 gibt es im Etihad Guest Programm drei Tarife für Prämienflüge: Value, Comfort und Deluxe. Diese Prämienflug-Tarife unterscheiden sich bei den Umbuchungs- und Stornierungsregeln, der Sitzplatzwahl, dem Freigepäck, dem Chauffeur-Service, der Gutschrift von Statusmeilen und insbesondere auch beim Loungezugang. Im Value Tarif ist kein Loungezugang enthalten, es gibt keine Statusmeilen, die Sitzplatzreservierung und Chauffeur kosten Geld, eine Stornierung ist nicht möglich und die Umbuchung kostet 600 AED (etwa 140 Euro).

Verlagerung der Verfügbarkeiten in teurere Tarife

Eine weitere Strategie, Preise indirekt zu erhöhen, ist die Verlagerung oder Beschränkung von Verfügbarkeiten. Die Grundidee ist wie folgt: Ein Programm bietet weiterhin günstige Prämienflugtarife an, allerdings mit beschränkten Verfügbarkeiten. Stattdessen werden vermehrt Kontingente in höhere, teurere Tarife verschoben. Das führt dazu, dass günstige Prämienflüge theoretisch existieren, in der Praxis aber kaum buchbar sind. Programmteilnehmer sehen zwar weiterhin niedrige „ab“-Preise, finden aber bei konkreten Suchen häufig nur deutlich teurere Optionen. Diese Form der indirekten Preiserhöhung ist besonders effektiv, da sie kaum sichtbar ist und sich nur durch umfangreiche Suchen erkennen lässt. Besonders perfide ist auch, dass sich der neue Tarif bei seiner Einführung als Verbesserung der Verfügbarkeiten verkaufen lässt. Langfristig findet jedoch nur eine Verlagerung in den teureren Tarif statt. Ein Nachweis dieses Vorgehens ist jedoch fast unmöglich.

Beispiel 1 – Flexi Awards im Privilege Club

Ein sehr gutes Beispiel für diese Strategie ist der Qatar Airways Privilege Club. Das Programm bietet im weltweiten Vergleich sehr attraktive Preise für Business Class Prämienflüge auf der Langstrecke. Mittlerweile lassen sich auf vielen Strecken jedoch vermehrt nur noch die sogenannten Flexi-Awards finden. Diese erfordern doppelt so viele Avios wie ein regulärer Prämienflug. Für Programmteilnehmer, die nicht flexibel auf die wenigen Daten mit den günstigsten Preisen ausweichen können, ist es effektiv eine Verdopplung der Meilenpreise.

Privilege Club Pramienflug Qatar Airways Berlin Doha Flexi

Beispiel 2 – Flying Blue Extra

Ein weiteres Beispiel ist Flying Blue Extra, ein kostenpflichtiges Abonnement, das Air France/KLM Ende 2025 als Ergänzung zu ihrem Vielfliegerprogramm Flying Blue eingeführt hat. Es handelt sich um eine Art Premium-Mitgliedschaft auf Jahresbasis, die Mitgliedern gegen Gebühr unter anderem exklusive Promo Awards, das heißt rabattierte Prämienflüge, bietet. Flying Blue Programmteilnehmer ohne Flying Blue Extra Mitgliedschaft sehen die günstigeren Preise erst gar nicht.

Erhöhung der Storno- und Umbuchungsgebühren

Auch Gebühren für Umbuchung oder Stornierungen werden zunehmend als Steuerungsinstrument genutzt. Höhere Gebühren führen dazu, dass Buchungen im Falle einer Änderung, also im Nachhinein, teurer werden. Damit sinkt der effektive Wert von Meilen insbesondere für Nutzer, die auf Flexibilität angewiesen sind. Ebenso kann die Einführung eines nicht stornierbaren oder umbuchbaren Tarifs dafür sorgen, dass mehr Meilen erzwungenermaßen verfallen, ein Gewinn für das Programm und ein Verlust für die Programmteilnehmer. Auch diese Entwicklung ist weniger sichtbar als steigende Meilenpreise, hat aber einen direkten Einfluss auf den Preis eines Prämienflugs.

Beispiel 1 – Umbuchungs- und Stornierungsgebühren bei Miles & More

Bei Miles & More lässt sich die zunehmende Differenzierung bei Umbuchungs- und Stornierungsbedingungen gut beobachten. Während Prämienflüge früher grundsätzlich als Flex-Tarif angeboten wurden und damit großzügige Umbuchungs- und Stornierungsmöglichkeiten boten, hat sich dies mit der Einführung der neuen Miles & More Tarifstruktur grundlegend geändert. Heute gilt:

  • Der günstigste Basic-Tarif ist nicht stornierbar
  • Umbuchungen sind nur gegen eine Gebühr von 250 Euro möglich
  • Flexiblere Tarife („Basic Plus“ und „Basic Flex“) erfordern deutlich mehr Meilen

In der Praxis bedeutet das: Wer die gleiche Flexibilität wie früher möchte, muss gezielt einen teureren Tarif buchen. Der effektive Preis eines Prämienflugs steigt damit, auch wenn der Einstiegspreis zunächst niedriger erscheint.

Beispiel 2 – Umbuchungs- und Stornierungsgebühren bei Etihad Guest

Seit November 2025 gibt es im Etihad Guest Programm drei Tarife für Prämienflüge: Value, Comfort und Deluxe. Diese Prämienflug-Tarife unterscheiden sich insbesondere auch bei den Umbuchungs- und Stornierungsregeln. Der Value-Tarif ist nicht stornierbar und für den Comfort-Tarif werden bei einer Stornierung 25 Prozent der eingelösten Meilen einbehalten. Nur im Deluxe Tarif ist eine Stornierung kostenlos möglich. Eine Umbuchung eines Prämienfluges im Value Tarif ist mit Kosten von 600 AED (etwa 140 Euro) verbunden. Beim Comfort-Tarif sind es 200 AED (etwa 45 Euro). Nur im Deluxe Tarif ist eine Umbuchung kostenlos möglich.

Wie Vielfliegerprogramme indirekt die Preise für Prämienflüge erhöhen – Fazit

Vielfliegerprogramme haben ihre Strategie in den letzten Jahren grundlegend verändert. Statt offener Preiserhöhungen setzen sie zunehmend auf indirekte Mechanismen, die den effektiven Preis von Prämienflügen erhöhen. Für Programmteilnehmer sind die Preise von Prämienflügen daher weniger transparent und schwerer vergleichbar geworden. Eine klassische Abwertung lässt sich heute oft nicht mehr eindeutig identifizieren, da sie sich über mehrere Stellschrauben gleichzeitig vorgenommen wird. Zudem hängt der tatsächliche Gegenwert von Meilen stärker denn je von der konkreten Einlösung ab. Sweetspots existieren weiterhin, pauschale Tipps werden aber immer schwerer. Nur wer die Mechaniken der Programme versteht, kann weiterhin einen hohen Gegenwert erzielen.

Das könnte dich auch interessieren:


meilenoptimieren empfiehlt
Amex Platinum Card (DE) mit 85.000 Punkten
  • Aktion: Bis zu 85.000 Punkte Willkommensbonus
  • 640 Euro Guthaben jährlich (Reise: 200€, Restaurant: 150€, Sixt Ride: 200€, Shopping: 90€)
  • Kostenloser Loungezugang + Gast (2× Priority Pass, Centurion, Plaza Premium, etc.)
  • Kostenloser Zugang zu fast allen Lufthansa Business und Senator Lounges weltweit
  • Bei 14 Vielfliegerprogrammen und 3 Hotelprogrammen gleichzeitig sammeln (inkl. Miles & More)
  • Bis zu 1,5 Punkte (1,2 Meilen) je 1 Euro Umsatz sammeln
  • Statusvorteile bei zahlreichen Hotelprogrammen
  • Umfangreiche Reise- und Mietwagen-Versicherungsleistungen

Tipp: Aktuell gibt es auch einen Rekordbonus für die Amex Gold Card (bis zu 55.000 Punkte) und die Amex Business Platinum Card (200.000 Punkte). Leser aus Österreich erhalten 30.000 Punkte für die Amex Platinum AT.