Der Billigflieger Wizz Air zieht sich aus dem Nahen Osten zurück und stellt zum 1. September 2025 alle Flüge nach Abu Dhabi ein. Dies teilte die Fluggesellschaft am 14. Juli mit. Man will den Fokus wieder vermehrt auf Zentral- und Osteuropa legen.
Wizz Air wurde im Jahr 2004 gegründet und hat ihre Wurzeln in Ungarn, auch wenn die Wizz Air Holdings PLC ihren Sitz auf Jersey hat. Die Wizz Air Holdings PLC vereint mehrere Tochtergesellschaften. Darunter sind die (originale) Wizz Air aus Ungarn, Wizz Air Malta, Wizz Air UK und Wizz Air Abu Dhabi.
Wizz Air Abu Dhabi stellt Flugbetrieb ein
Wizz Air Abu Dhabi ist ein Joint Venture zwischen Wizz Air und der staatlichen Abu Dhabi Developmental Holding Company, das im Dezember 2019 gegründet wurde. Der Erstflug fand im November 2020 statt. Insgesamt zwölf Airbus A321 wurden in Abu Dhabi stationiert. Durch die Tochtergesellschaft in den VAE konnte Wizz Air deutlich mehr Ziele im Kaukasus, dem Nahen Osten und in Zentralasien anbieten als ihre europäische Low-Cost-Konkurrenz. Doch knapp sechs Jahre später, am 14. Juli 2025, gab Wizz Air bekannt, dass man den Betrieb von Wizz Air Abu Dhabi zum 1. September 2025 einstellen wird.
Wizz Air Holdings PLC (“Wizz Air”) today announces a strategic realignment that reinforces the Company’s core strength and focus in Central and Eastern Europe and select Western European markets. This decision follows a comprehensive reassessment of market dynamics, operational… pic.twitter.com/KHYIvyIaWJ
— Wizz Air (@wizzair) July 14, 2025
Kunden mit gebuchten Flügen ab dem 1. September 2025 werden direkt per E-Mail kontaktiert und erhalten Optionen zur Rückerstattung oder alternativen Reiseplanung.
Zu viele Hürden am Persischen Golf
Zudem plant der Billigflieger den Rückzug aus dem Joint Venture, mit dem große Hoffnungen verbunden waren. Ziel war es, vom wachsenden Passagieraufkommen in Nahen Osten zu profitieren und neue Märkte außerhalb Europas zu erschließen. Wizz Air hatte langfristig eine Flotte von bis zu 100 Airbus A321 im Sinn.
Als Gründe für den Rückzug nennt Wizz Air in ihrer Mitteilung eine umfassende Neubewertung der Marktdynamik, operative Herausforderungen und geopolitische Entwicklungen im Nahen Osten. Wiederholte Sperrungen des Luftraums in der Region hätten zu operativen Unterbrechungen und zum Rückgang der Nachfrage geführt. Zudem wurde Wizz Air offenbar mit regulatorischen Hürden konfrontiert, die sie an der Expansion hinderten. Somit konnte keine mit den Kernmärkten in Zentral- und Osteuropa vergleichbare Profitabilität erreicht werden. Auf diese Kernmärkte will sich Wizz Air im Rahmen ihres Strategiewechsels wieder stärker fokussieren. Der Low-Cost-Carrier hat anscheinend zudem Österreich, Italien und Großbritannien im Blick.
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