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11. März 2020 Markus 0 Sonstiges

Im Portrait: Aircalin – Frankreichs Erbe im Pazifik

Kaum ein Teil der Welt ist von Europa so weit entfernt wie Ozeanien, bzw. der Südpazifik. Daher ist es nur verständlich, dass die meisten von uns nicht viel über diese Region wissen. Wer innerhalb der Südsee reisen möchte, kommt am Fliegen kaum vorbei. Mit unserem kleinen Pazifikguide möchten wir euch dabei helfen, euch besser in dieser riesigen und doch unbekannten Region zurechtzufinden und die dortigen Airlines besser kennenzulernen. In diesem Teil geht es um Neukaledonien, einer Inselgruppe, die formal zu Frankreich gehört. Das Überseeterritorium der Grand Nation hat eine eigene Airline namens Aircalin und einen sehr schicken Flughafen in Noumea.

Über Neukaledonien

Die Inselgruppe Neukaledonien liegt geografisch zwischen Australien und Vanuatu. Von Sydney sind es ungefähr 2,5 Flugstunden in nordöstliche Richtung, bis man die Haupstadt Noumea erreicht. Bezogen auf die Großstädte Australiens, gehört Neukaledonien daher zur den Destinationen im Pazifik, die am schnellsten zu erreichen sind. Die Einwohnerzahl marschiert geradewegs auf die 300.000 Marke zu. Knapp die Hälfte der Bevölkerung setzt sich aus dem Volk der Kanak, den Ureinwohnern, zusammen. Ein Drittel machen die Caldoches und die “Métropolitains” aus. Unter Caldoches versteht man die Nachfahren der ersten französischen Siedler, während Métropolitains Franzosen sind, die nur vorübergehend oder erst seit kurzem in Neukaledonien leben. Der europäische bzw. französische Einfluss ist auf der Hauptinsel Grand Terre und v.a. rund um die Hauptstadt Noumea klar sichtbar. Sei es durch die Architektur, die Anzahl großer globaler Marken und natürlich die französische Sprache. Umso weiter man sich von Noumea entfernt, umso eher pflegen die Einheimischen ihre ursprüngliche Sprache und Bräuche. Obwohl Neukaledonien ein Teil Frankreichs ist, gehört es nicht zur Europäischen Union. Das letzte Unabhängigkeitsvotum fand 2018 statt und ging überraschend knapp aus. Nur 57% der Wähler stimmten für den Verbleib unter der Territorialhoheit des französischen Staates. Es wird auch in Zukunft ein Thema in der neukaledonischen Gesellschaft bleiben.

Das neukaledonische Barriereriff ist eines der größten der Welt und bietet für alle Arten von Wassersport die passenden Spots. Doch Achtung: Es herrscht fast das ganze Jahr starker Wind und der Seegang hat es in sich. Wer von der Luft einen Blick auf die Lagunen werfen kann, wird sicherlich ähnlich begeistert sein wie ich.

Lage von Neukaledonien im Südpazifik
Lage von Neukaledonien im Südpazifik © gcmap.com

Eigene Erfahrung vor Ort

Wie gesagt, obwohl Neukaledonien offiziell zu Frankreich gehört, ist es weder Teil der EU, noch des Schengenraums. Man benötigt zur Einreise also einen Reisepass und erhält als Deutscher eine Aufenthaltsgenehmigung von 90 Tagen. Als ich mich in Port Vila (Vanuatu) im Büro der Aircalin wegen der Einreise erkundigte, erhielt ich die Auskunft, dass ich auch ein Rückflugticket bräuchte. Bei der Einreise wurde dies jedoch nicht kontrolliert. Wer keinerlei Französisch spricht, hat es – unserer Erfahrung nach – in Neukaledonien nicht leicht. Auch Mitarbeiter an Flughäfen, der Aircalin oder Häusern der großen Hotelketten bilden da keine Ausnahme. Die Kanaks habe ich als freundlich und hilfsbereit erlebt und mein Schulfranzösisch hat ausgereicht, dass sie mir weiterhelfen konnten. Bei Weißen konnte ich jedoch auf keinerlei Unterstützung hoffen, sobald man nicht fließend die Sprache beherrscht. Positive Ausnahmen bestätigen hier leider die Regel.

Durch den starken Wind ist es tagsüber weniger schwül als auf den Nachbarinseln und abends kühlt es auf ca. 20 Grad ab. Auch das Wasser ist relativ kühl und die meisten Leute nutzen auch zum Schnorcheln einen Neoprenanzug. Neukaledonien ist außerdem sehr teuer, egal ob einheimische Produkte im Supermarkt, Hostel- bzw. Hotelzimmer oder SIM-Karten. Die Preise sind wesentlich höher als in Europa und wem Fidschi schon zu hochpreisig ist, sollte einen großen Bogen um Neukaledonien machen.

Über Aircalin

Aircalin (SB) wurde 1983 gegründet und führte zunächst nur Flüge zwischen Noumea (NOU) und Melbourne durch. Ende der 80er kam eine Route nach Wallis & Futuna hinzu. Seit 1993 wird auch Papeete auf Tahiti angeflogen und seit dem Jahr 2000 steht das japanische Osaka auf dem Flugplan. Aircalin gehört keiner Allianz an, steht aber der AirFrance nahe. Der internationale Flughafen von Noumea “La Tontouta” ist der Heimatflughafen der Aircalin, über 50 Kilometer von der Stadt und damit auch vom nationalen Flughafen Magenta entfernt. Der internationale Flughafen von Noumea ist ein echtes Schmuckstück. Nicht gerade groß, aber gut organisiert, sehr sauber und modern.

Zwischen einzelnen Abflügen und Ankünften können mehrere Stunden liegen. Dann schließen die Geschäfte und Cafés im Flughafen und man ist fast ganz alleine im Terminal.

Streckennetz

Die orangefarbenen Linien stellen die Routen dar, die selbst von Aircalin durchgeführt werden. Es werden die wichtigsten Städte in Australien, Auckland in Neuseeland und auch Tokio und Osaka in Japan bedient. Außerdem hat Aircalin (lange exklusiv) den Auftrag, die französischen Überseegebiete untereinander zu verbinden. Daher kann man von Noumea nach Wallis und Futuna sowie Tahiti gelangen. Dazu kommen noch Flüge in die Nachbarländer. Die gestrichelten Linien stellen Flüge mit Air Tahiti Nui dar und die türkisfarbenen Linien sind Codeshare Verbindungen.

Aircalin Streckennetz
Aircalin Streckennetz

Flotte

Da der Flugverkehr innerhalb der Inselgruppe von zwei anderen Airlines (Air Loyaute und Air Caledonie) übernommen wird, benötigt die AirCalin keine kleinen Maschinen und hat daher nur eine Flotte von aktuell vier Flugzeugen:

  • 1 Airbus A330-200
  • 2 Airbus A330neo
  • 2 Airbus A320-200

Vielfliegerprogramm

Aircalin nutzt Flying Blue, das Meilenprogramm von Air France und KLM. So kann man bei über 100 Partnern Meilen sammlen und einlösen. Wer bereits über Air France oder KLM bei Flying Blue registriert ist, kann sehr leicht mit Flügen der Aircalin Meilen sammeln. Auch die Verfügbarkeiten von Prämienflügen bei Aircalin sind – im Vergleich zu anderen Pazifik-Airlines – erstaunlich gut. Ausführliche Information findet ihr in unserem Flying Blue Tutorial.

Eigene Erfahrung mit Aircalin

Auf dem zweistündigen Flug von Noumea nach Nadi (Fischdi) flogen wir mit einem der beiden Airbus A320 der Aircalin. Der Großteil der Passagiere verließ in Nadi nicht die Maschine, sondern wollte weiter nach Wallis & Futuna. Beim Boarding fiel mir sofort das ungewöhnliche, weil sehr flache, Kissen in der Economy Class auf. Ich war tatsächlich nicht sicher, ob es für den Rücken oder als Sitzkissen gedacht war. Ich ließ mich dann von der Flugbegleitern einweisen.

Wie die Air Vanuatu, bietet auch die Aircalin eine App namens Aircalin Player an, auf der man das Inflight Entertainment nutzen kann. Eine Anleitung zur Installation gibt es auf der Aircalin Website. Der Sitzabstand in der Economy Class war ausreichend und das servierte Frühstück wirklich sehr gut. Dementsprechend bietet Aircalin alles, was man für eine Kurzstrecke bzw. Mittelstrecke braucht. Die Business Class bietet den Gästen mehr Komfort in Sesseln.

Wie schon erwähnt, ist der nationale Flughafen von Neukaledonien über 50 Kilometer von Noumea entfernt. Es verkehren öffentliche Busse in die Innenstadt, die nur einen Bruchteil der Kosten eines Taxis ausmachen. Allerdings benötigen die Busse auch doppelt so lange. Am internationalen Flughafen in Noumea gibt es eine Touristeninformationen, an der die Mitarbeiter ansatzweise englisch sprechen und auch einen Fahrplan parat haben. Wer innerhalb eines Tages vom internationalen Flughafen von Neukaledonien zum wesentlich kleineren Flughafen in Magenta möchte, sollte mit mindestens zwei Stunden reiner Fahrtzeit kalkulieren. Ob es einen Transfer zwischen den beiden Flughäfen gibt, der eventuell etwas kürzer unterwegs wäre, weiß ich nicht. Das Nahverkehrsnetz in und um Noumea machte auf mich nicht den Eindruck, dass es auf internationale Fahrgäste Wert legt. Meist waren wir die einzigen Weißen im Bus.

Aircalin und Neukaledonien – Fazit

Das beste Preis-Leistungs-Verhältnis auf Neukaledonien hat tatsächlich die Aircalin geliefert. Bei unserem Abstecher auf die Ile des Pins konnten wir auch einen Blick ins Le Méridien Ile des Pins werfen und kamen zur Überzeugung, dass es sich dort nicht lohnt, 50.000 Marriott Bonvoy Punkte pro Nacht auszugeben. Der internationale Flughafen in Noumea war sehr angenehm und ist somit das Gegenteil vom Inlandsflughafen in Magenta. Packt euer bestes Französisch und jede Menge Geld ein und ihr werdet in Neukaledonien einen schönen Flecken Erde vorfinden.

Generelles Fazit zur Region

Meine Strategie aus Lateinamerika, nämlich kurzfristig Flüge mit Meilen zu buchen, hat im Südpazifik leider gar nicht funktioniert. Obwohl ich durch meine American Express Membership Rewards Punkte zu insgesamt 13 Vielfliegerprogrammen umwandeln kann, hat entweder die nötige Verfügbarkeit gefehlt oder die Meilenpreise waren für die Kurzstrecken zu hoch. Da oft sehr kleines Fluggerät zwischen den einzelnen Insel(-staaten) eingesetzt wird, ist das Preisniveau sehr hoch und keineswegs mit innereuropäischen Kurzstrecken vergleichbar. Deshalb empfehle ich euch, eure Route im Südpazifik schon weit im Voraus zu gestalten und (Prämien-)Buchungen entsprechend zu tätigen.

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