Hainan Airlines ist Teil der Hainan Airlines Group und eine der größten privaten Fluggesellschaften Chinas. Seit 2008 fliegt sie von Berlin nach Peking und verbindet Wien mit der Hightech-Metropole Shenzhen. Deshalb wollen wir einen Überblick über die aktuellen Business-Class-Sitze von Hainan Airlines geben und, da sich die Modelle in der jeweiligen Teilflotte unterscheiden können, auch zeigen, wie man die unterschiedlichen Varianten erkennt.
Hainan Airlines ist in Deutschland weniger bekannt als andere chinesische Fluglinien. Aufmerksamkeit erregte der Lufthansa-Deal mit den fünf „Hainansa“-Dreamlinern. Diese fünf Boeing 787-9 wurden eigentlich für Hainan Airlines und ihre Schwestergesellschaft Suparna Airlines produziert, welche die Flugzeuge jedoch nicht abnahmen. Lufthansa kaufte diese Flugzeuge und entschloss sich dazu, die bereits verbaute Kabine zu behalten und nur das Design der Sitze anzupassen. Recht schnell etablierte sich daher der Spitzname „Hainansa“-Dreamliner, da eben ein Stück Hainan Airlines in den fünf Dreamlinern steckt, die für Lufthansa bzw. für Austrian Airlines unterwegs sind.

Außerdem zählt Hainan Airlines seit 2011 zu den 5-Sterne-Airlines von Skytrax, einer britischen Unternehmensberatung, die sich auf die Bewertung von Airlines und Flughäfen spezialisiert hat. Hainan Airlines ist bislang die einzige chinesische Fluggesellschaft, die diese Auszeichnung erhielt. Allerdings steht die Sternevergabe von Skytrax regelmäßig in der Kritik, u.a. aufgrund intransparenter Bewertungskriterien.
Boeing 787-9 – drei Varianten
In Summe verfügt Hainan Airlines über 28 Boeing 787-9 in ihrer Flotte, die es momentan in drei Varianten gibt. Jede Version verfügt über ein anderes Sitzmodell in der Business Class. Die Boeing 787-9 wird beispielsweise auf den Verbindungen nach Paris und London sowie in die USA eingesetzt.
Variante 1 – “Dream Feather” – Collins Aerospace Super Diamond
Diese Variante ist mit dem Collins Aerospace Super Diamond ausgestattet. Der Super Diamond ist das hochwertigere Modell der Diamond-Reihe. Er kommt stets in einer 1-2-1 Reverse Herringbone Konfiguration. Er bietet durch die Verschalung ausreichend Privatsphäre und auch eine große Ablagefläche. Momentan verfügen drei Boeing 787-9 über diesen Sitz. Sie sind entweder an ihren Kennzeichen (B-208S, B-208T und B-20AL) oder an der Anzahl der Sitze zu erkennen. Diese Variante verfügt insgesamt über 294 Sitze, davon 26 in der Business Class, 21 in der Premium Economy Class und 247 in der Economy Class.

Variante 2 – Safran Cirrus III
Insgesamt 15 Boeing 787-9 haben den Safran Cirrus III in ihrer Business Class. Der Safran Cirrus (ehem. Zodiac Cirrus) war einer der ersten Business Class-Sitze, der schräg zur Flugrichtung ausgerichtet und in einer Reverse Herringbone-Anordnung verbaut ist. Die Reverse Herringbone-Anordnung gestattet eine 1-2-1 Konfiguration, die jedem Passagier einen direkten Zugang zum Gang und gleichzeitig eine gewisse Privatsphäre bietet. Die Besonderheit des Reverse-Herringbone-Layouts: Man sitzt in der Mitte nicht wirklich zusammen, da man durch die breite Mittelkonsole getrennt ist. Der Cirrus-Sitz ist für seine komfortable Liegefläche bekannt. Der Monitor des Inflight Entertainment System lässt sich per Knopfdruck ausklappen. Insgesamt 30 Safran Cirrus III findet man an Bord dieser Flugzeuge und 262 Sitze in der Economy Class.

Variante 3 – Zodiac Aura Lite
Von Variante 3 hat Hainan Airlines zehn Flugzeuge in der Flotte. Sie verfügen über den Aura Lite von Zodiac, das von Safran übernommen wurden. Der Aura Lite ist bei vielen Fluggesellschaften zu finden und ein Stück weit der Inbegriff eines veralteten Business-Class-Sitzes. Bekannt ist der Aura Lite für seine große Beinfreiheit, auch wenn er zu einem fast flachen Bett (177 Grad) ausgefahren wird. Dies ermöglichen die breiten Ottomanen, die auch gleichzeitig viel Stauraum am Platz bieten. Der Nachteil des Sitzes ist die geringe Privatsphäre durch fehlenden Sichtschutz und durch den Umstand, dass der Sitz mindestens in einer 2-2-2 Konfiguration verbaut ist. Dementsprechend ist diese Variante einfach anhand der Seat Map zu erkennen.

Boeing 787-8 – Zodiac Aura Lite
Hainan Airlines verfügt auch über die kleinere Variante des Dreamliners und zwar über zehn an der Zahl. Alle Maschinen dieser Teilflotte sind mit dem Aura Lite ausgestattet, wie er oben beschrieben und abgebildet ist. Die Business-Class-Kabine ist in zwei Teile zu je drei Reihen gegliedert. In Summe sind es 36 Sitze.
Airbus A330-300 – zwei Varianten
Wie die Boeing 787-9 ist auch der Airbus A330-300 in verschiedenen Varianten für Hainan Airlines, z.B. nach Berlin, Prag oder Manchester, unterwegs. Version 1 verfügt über 32 Sitze in der Business Class und 260 in der Economy Class. Als Business-Class-Sitz hat man sich für den Stelia Solstys entschieden. Die Sitze der Solstys-Reihe sind der Bestseller des Unternehmens und in der Ursprungsversion ein Klassiker der gestaffelten (staggered) 1-2-1 Anordnung. In diesem Kabinenlayout befindet sich nur jeder zweite der äußeren Einzelsitze direkt am Fenster. In der Mittelreihe sind die beiden Sitze abwechselnd direkt nebeneinander oder durch die Mittelkonsole getrennt und direkt am Gang. Bekannt ist der Stelia Solstys aber auch für einen recht großen Freiraum an den Füßen und die große Ablagefläche. Die elf Flugzeuge mit dieser Austattung sind an den 32 Sitzen in der Business Class zu erkennen.

Die zweite Variante hat den Collins Aerospace Super Diamond erhalten. Man findet 24 Sitze dieses Modells an Bord. Vom Modell in den Boeing 787-9 kann er sich beim Sitzbezug und dem Design unterscheiden.

Airbus A330-200 – zwei Varianten
Auch den Airbus A330-200 gibt es in zwei Varianten. Drei Maschinen (B-5955, B-5963 und B-5979) bieten den Zodiac Aura Lite. Sie sind, neben dem Kennzeichen, daran zu erkennen, dass sie über 36 Business-Class-Sitze verfügen. Die andere Version hat nur 18 Sitze in der Business Class. Hierbei scheint es sich um sogenannte “angled lie-flat seats” zu handeln, die über einen spürbaren Neigungswinkel verfügen. Womöglich handelt es sich bei dem eingesetzten Modell um eine ältere Variante des B/E Aerospace MiniPod. Von dieser Version hat Hainan Airlines sechs Flugzeuge in der Flotte.

Boeing 737-800 & Boeing 737 MAX 8
Den Abschluss dieser Auflistung machen die Boeing 737-800 sowie Boeing 737 MAX 8. Die Boeing 737-800 gibt es bei Hainan Airlines in insgesamt fünf Varianten. Diese zwei Varianten der 737-800 sowie alle vorhandenen 737 MAX 8 sind mit einer Business Class bzw. einer Domestic First Class ausgestattet, die aus acht Recliner-Sitzen besteht. In der Boeing 737-800 sind dies noch recht opulente Sessel. Das Produkt in der 737 MAX 8 wirkt da etwas “leichter”. Leider gibt es hierzu kein offizielles Bildmaterial der Airline. Diese Flugzeugtypen kommen innerhalb Chinas und zu Reisezielen in der Region, wie z.B. Japan oder Südostasien, zum Einsatz.
Die Hainan Airlines Business-Class-Sitze im Überblick – Fazit
Obwohl Hainan Airlines eigentlich über eine überschaubare Anzahl an Flugzeugtypen in der Flotte verfügt, können sich die eingebauten Bordprodukte in der Business Class erheblich unterscheiden. Für Passagiere macht es jedoch einen deutlichen Unterschied, ob man den interkontinentalen Langstreckenflug in einem modernen Collins Aerospace Super Diamond oder in einem älteren Safran Aura Lite absolviert. Womöglich wird Hainan Airlines älteren Flugzeugen eine neue Kabine verpassen oder sie in den kommenden Monaten und Jahren komplett ausflotten und durch neue Flugzeuge ersetzen. Die neue Flugzeuge sollten dann auch mit neuerer Hardware ausgestattet werden, vor allem, wenn die chinesische Fluglinie den 5. Stern behalten will.
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