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11. November 2019 Mark 0 Status

Neue Statusvergabe bei Miles & More – Das sind die Gewinner und Verlierer

Gestern hat Miles & More angekündigt das System für die Vergabe von Statusmeilen ab 2021 grundlegend umzugestalten. Auch wenn wir die finalen Details noch nicht kennen, so geben doch die vom Handelsblatt veröffentlichten Informationen klar vor in welche Richtung Miles & More sich bewegen wird. Im Gegensatz zu den Änderungen bei der Vergabe von Prämienmeilen Anfang 2018 fallen die Änderungen bei der Statusvergabe zwar deutlich weniger negativ aus, dennoch wird das neue System neben Gewinnern auch Verlierer produzieren.

Die Änderungen an der Statusvergabe lassen sich in wenigen Sätzen zusammenfassen. Das System als Ganzes wird stark vereinfacht. Aus Statusmeilen werden Statuspunkte. Da die Vergabe von Punkten nur auf der Reiseklasse basiert erlangt die Anzahl an Flügen zukünftig wieder deutlich mehr Wichtigkeit. Die Anzahl der Flüge und nicht der Ticketpreis oder Umsatz bestimmen den Status. Miles & More lässt sich damit wieder stärker als Vielflieger- und nicht als Vielzahler-Programm bezeichnen. Mehr dazu in Das sind die neuen Miles & More Statusanforderungen

Gewinner #1] Economy Vielflieger

Klarer Gewinner der Änderungen bei Miles & More sind Economy Reisende. In den vergangenen Jahren wurde diese besonders hart geschröpft und die Meilengutschriften für günstige Tickets in den niedrigen Buchungsklassen immer weiter reduziert. So war es möglich, dass selbst Economy Vielflieger es nicht mehr zum Status schafften. Zukünftig dürfen sich Reisende in der Economy dann über eine Statuspunkte-Gutschrift freuen, die in deutlich gesünderer Relation zu den anderen Reiseklassen steht. So gibt es für einen Economy Flug auf der Kurzstrecke mit 5 Statuspunkten die Hälfte der Punkte eines Business Class Fluges mit 10 Punkten. Auf der Langstrecke stehen 15 Punkte in der Economy Class 50 Punkte in der Business Class gegenüber. Miles & More belohnt also zukünftig Vielflieger in allen Klassen.

Selbst der exklusive HON Status kann ab 2021 mit Economy Flügen erflogen werden. In der Theorie lässt sich der HON dann mit 300 Economy Flügen auf der Kurzstrecke erreichen. Das dürfte zwar in den wenigsten Fällen eine praktikable Lösung sein, doch immerhin können Economy Flüge nun dem HON Statuserwerb “beigemischt” werden. Dass bisher nicht einmal sehr teure Economy Tickets dem Statuserwerb angerechnet werden können dürfte vielen Geschäftsfliegern auf dem Weg zum HON sauer aufgestoßen sein.

Gewinner #2] Angebotsbuchende

Da Statuspunkte ab 2021 unabhängig von der Buchungsklasse und dem Ticketpreis vergeben werden erhalten zukünftig alle Passagiere in einer Reiseklasse (Economy, Premium Economy, Business, First) die gleiche Meilengutschrift. Umsatz und Ticketpreis spielen dagegen überraschenderweise gar keine Rolle. Ein Passagier, der sein Ticket zum Schnäppchenpreis gebucht hat erhält also genau so viele Meilen wie der Geschäftsreisende, der für sein Ticket das 10-fache bezahlt hat. Das gilt für Economy, Premium Economy, Business und First Class Kunden gleichermaßen. Im neuen System wird ein günstiges Ticket im Bezug auf die Statuspunkte-Vergabe in keinster Weise benachteiligt. Miles & More bewegt sich damit stärker in Richtung Vielflieger- statt Vielzahler-Programm. Reisende, die stets nach den besten Schnäppchen in den verschiedenen Reiseklassen Ausschau halten dürfte es freuen.

Verlierer #1] Star Alliance Vielflieger

Das neue Miles & More System für die Statusvergabe legt ganz klar einen stärkeren Fokus auf das Fliege mit den Airlines der Lufthansa-Gruppe und den direkten Miles & More Partnerairlines. Mindestens die Hälfte der erforderlichen Statuspunkte muss zukünftig mit Flügen dieser Airlines erflogen werden. Bisher konnte ein Status dagegen auch ausschließlich mit Star Alliance Flügen erflogen werden. So war es möglich Star Alliance Airlines wie Singapore Airlines oder Thai Airways den Vorzug zu geben und dennoch einen Status bei Miles & More zu erhalten. Zum Teil macht es bisher sogar Sinn nicht nur aufgrund persönlicher Präferenzen einer anderen Airline als Lufthansa den Vorzug zu geben. Je nach Route und Buchungsklasse locken andere Airlines mit einer höheren Statusmeilen-Gutschrift. Ab 2021 heißt es dagegen: Flüge mit Lufthansa und den Premiumairlines geben zwar nicht mehr Statuspunkte als andere Star Alliance Flüge in der gleichen Reiseklasse, doch wer es zum Status bringen möchte, muss mindestens die Hälfte seiner Flüge mit Lufthansa absolvieren. Miles & More legt den Fokus klar auf die Kunden der eigenen Airline bzw. Airlines.

Verlierer #2] Extrem-Optimierer

Wie alle komplexen Regel-System lässt sich auch das aktuelle System für die Vergabe von Statusmeilen optimieren. Neben der Wahl der Star Alliance mit der höchsten Meilengutschrift war insbesondere die lange Gültigkeitsdauer des Status ein großer Anreiz den Status mit einem optimierten Routing anzugehen. So kann es bisher Sinn machen sich den Status im 1. Qualifikationsjahr zu erfliegen, um dann im zweiten, für die Requalifikation überflüssigen (“toten”) Jahr auf ein anderes Vielfliegerprogramm oder sogar Allianz umzuschwenken. Mit der kürzeren Statusgültigkeit schließt man diese Lücke und bewegt Programmteilnehmer dazu Miles & More dauerhaft treu zu sein.

Neue Statusvergabe bei Miles & More – Das sind die Gewinner und Verlierer – Fazit

Überraschenderweise hat Miles & More bei den Änderungen an der Statusvergabe auf eine umsatzbasierte Regelung verzichtet. Jeder Passagier erhält abhängig von der Reiseklasse die gleiche Anzahl an Meilen für seinen Flug. Damit schlägt Miles & More die entgegengesetzte Richtung von United MileagePlus ein. Dort ist ab 2020 der Ticketpreis das wichtigste Kriterium für das Erfliegen eines Status.

In Summe führen die Änderungen sowohl zu Verlieren als auch zu Gewinnern, sodass man hier durchaus ein ausgewogenes Fazit ziehen und nicht von einer klaren Entwertung des Programms entsprechen kann. Klar negativ im Vergleich zum bisherigen System ist aber die Statusgültigkeit zu bewerten. Die Reduktion dieser kommt indirekt einer Erhöhung der Qualifikationsanforderungen und einer Entwertung des Programms gleich. Andererseits dürften wohl die meisten Miles & More Statusinhaber auch im zweiten für die Statusqualifikation unwichtigen Jahr Miles & More und Lufthansa treu geblieben sein.

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