Lufthansa Flugzeuge Flughafen Frankfurt
15. Dezember 2022 Mark 12 Highlights, Miles & More Tutorial, Status

Neue Statusvergabe bei Miles & More ab 2024 – Das sind die Gewinner und Verlierer

Gestern hat Miles & More angekündigt das System für die Vergabe von Statusmeilen ab Januar 2024 grundlegend umzugestalten. Im Gegensatz zu den Änderungen bei der Vergabe von Prämienmeilen Anfang 2018 fallen die Änderungen bei der Statusvergabe zwar deutlich weniger negativ aus, dennoch wird das neue System neben Gewinnern auch Verlierer produzieren.

Die Änderungen an der Statusvergabe lassen sich in wenigen Sätzen zusammenfassen. Das System als Ganzes wird stark vereinfacht. Aus Statusmeilen werden Statuspunkte. Da die Vergabe von Punkten nur auf der Reiseklasse und der Unterscheidung zwischen kontinentalen und interkontinentalen Flügen basiert, erlangt die Anzahl an Flügen zukünftig wieder deutlich mehr Wichtigkeit. Die Anzahl der Flüge und nicht der Ticketpreis oder Umsatz bestimmen den Status. Miles & More lässt sich im Gegensatz zu vielen anderen Programmen als Vielflieger- und nicht als Vielzahler-Programm bezeichnen. Alle Änderungen im Detail könnt ihr in unserem Artikel zum neuen Miles & More Statusprogramm nachlesen.

Gewinner #1] Economy Vielflieger

Ein klarer Gewinner der Änderungen bei Miles & More sind Economy Reisende. In den vergangenen Jahren wurde diese besonders hart geschröpft und die Meilengutschriften für günstige Tickets in den niedrigen Buchungsklassen immer weiter reduziert. So war es möglich, dass selbst extreme Economy Vielflieger es nicht mehr zum Status schafften. Beispiel: Ein innerdeutscher Economy Flug mit Lufthansa in den günstigsten Buchungsklassen (K, L, T) bringt nur 125 Statusmeilen. Ein Frequent Traveller Status (35.000 erforderliche Statusmeilen) ist damit erst nach 280 Flügen erreicht. Ein Senator Status (100.000 erforderliche Statusmeilen) sogar erst nach 800 Flügen. Legt man die teuersten Economy Buchungsklassen zugrunde (B, Y) gibt es 1.000 Statusmeilen pro Flug, sodass der Frequent Traveller Status nach 35 Flügen und der Senator Status nach 100 Flügen erreicht ist.

Ab 2024 dürfen sich Economy Reisende dann über eine Statuspunkte-Gutschrift freuen, die in deutlich gesünderer Relation zu den anderen Reiseklassen steht. So gibt es für einen Economy Flug auf der Kurzstrecke mit 20 Statuspunkten die Hälfte der Punkte eines Business Class Fluges mit 40 Punkten. Auf der Langstrecke stehen 60 Punkte in der Economy Class 200 Punkten in der Business Class und 300 Punkten in der First Class gegenüber.

Im neuen System sind 650 Points (davon mind. 325 Qualifying Points) für den Frequent Traveller Status und 2.000 Points (davon mind. 1.000 Qualifying Points) für den Senator Status notwendig. Fliegt ihr ausschließlich innerdeutsch Economy mit Lufthansa, erreicht ihr den Frequent Traveller somit nach 33 Flügen. Für den Senator Status sind 100 Flüge notwendig. Im Prinzip ist die Gutschrift im neuen System identisch zu jener im alten System für die höchsten Buchungsklassen. In Bezug auf die Sammelrate profitieren also alle Economy Vielflieger auf der Kurzstrecke vom neuen System, niemand verliert.

Selbst die Nutzer des bisherigen 30-Segmente Regelung für den Frequent Traveller würde ich noch als Gewinner bezeichnen. Zwar sind im neuen System mindestens 33 Segmente gültig, doch im Gegenzug bringt einen auch jeder andere Flug näher ans Ziel. Fliegt man beispielsweise einmal interkontinental Business Class (oneway), sind 200 Punkte erflogen, sodass für den Frequent Traveller dann noch 450 weitere Punkte erforderlich sind. 450 Punkte entsprechen 23 Economy Segmenten. Das neue System ist flexibler. Zudem gilt bei der alten Segmente Regelung eine Einschränkung auf Flüge mit Air Dolomiti, Austrian Airlines, Brussels Airlines, Croatia Airlines, Eurowings, LOT Polish Airlines, Lufthansa, Lufthansa Private Jet, Luxair und SWISS. Im neuen System müssen nur 50% aller 650 erforderlichen Statuspunkte für den FTL mit eben diesen Airlines erflogen werden.

Gewinner #2] Angebotsbuchende

Da Statuspunkte ab 2024 unabhängig von der Buchungsklasse und dem Ticketpreis vergeben werden, erhalten zukünftig alle Passagiere in einer Reiseklasse (Economy, Premium Economy, Business, First) die gleiche Meilengutschrift. Umsatz und Ticketpreis spielen dagegen gar keine Rolle, was im Vergleich zum Industrietrend durchaus außergewöhnlich ist. Ein Passagier, der sein Ticket zum Schnäppchenpreis gebucht hat, erhält also genau so viele Statuspunkte wie der Geschäftsreisende, der für sein Ticket das 10-fache bezahlt hat. Das gilt für Economy, Premium Economy, Business und First Class Kunden gleichermaßen.

Im neuen System wird ein günstiges Ticket im Bezug auf die Statuspunkte-Vergabe in keinster Weise benachteiligt. Miles & More bewegt sich damit stärker in Richtung Vielflieger- statt Vielzahler-Programm. Reisende, die stets nach den besten Schnäppchen in den verschiedenen Reiseklassen Ausschau halten, dürfte es freuen.

Verlierer #1] Star Alliance Vielflieger

Das neue Miles & More System für die Statusvergabe legt ganz klar einen stärkeren Fokus auf das Fliege mit den Airlines der Lufthansa-Gruppe und den direkten Miles & More Partnerairlines. Mindestens die Hälfte der erforderlichen Statuspunkte muss zukünftig mit Flügen dieser Airlines erflogen werden. Bisher konnte ein Status dagegen auch ausschließlich mit Star Alliance Flügen erflogen werden. So war es möglich Star Alliance Airlines wie Singapore Airlines oder Thai Airways den Vorzug zu geben und dennoch einen Status bei Miles & More zu erhalten. Zum Teil macht es bisher sogar Sinn nicht nur aufgrund persönlicher Präferenzen einer anderen Airline als Lufthansa den Vorzug zu geben. Je nach Route und Buchungsklasse locken andere Airlines mit einer höheren Statusmeilen-Gutschrift.

Ab 2024 heißt es dagegen: Flüge mit Lufthansa und den Premiumairlines geben zwar nicht mehr Statuspunkte als andere Star Alliance Flüge in der gleichen Reiseklasse, doch wer es zum Status bringen möchte, muss mindestens die Hälfte seiner Flüge mit Lufthansa, SWISS, Austrian Airlines, Brussels Airlines, Eurowings, Eurowings Discover, Air Dolomiti, Croatia Airlines, LOT Polish Airlines und Luxair absolvieren. Miles & More legt den Fokus klar auf die Kunden der eigenen direkt dem Programm zugehörigen Airlines. Zwar kennt man ähnliche Regelungen auch von anderen Vielfliegerprogrammen, wie dem Executive Club oder Aegean Miles+Bonus, aber die Hürde ist hier mit wenigen Flügen pro Jahr deutlich niedriger.

Verlierer #2] Status-Diversifizierer

Wie alle komplexen Systeme lässt sich auch das aktuelle System für die Vergabe von Statusmeilen optimieren. Neben der Wahl der Star Alliance Airline mit der höchsten Meilengutschrift ist bisher insbesondere die 2-jährige Gültigkeitsdauer des Status ein großer Anreiz den Status mit einem optimierten Routing anzugehen. So kann es bisher Sinn machen sich den Status im ersten Qualifikationsjahr zu erfliegen, um dann im zweiten, für die Requalifikation überflüssigen (“toten”) Jahr auf ein anderes Vielfliegerprogramm oder sogar Allianz umzuschwenken. Mit der kürzeren Statusgültigkeit schließt man diese Lücke und bewegt Programmteilnehmer dazu Miles & More und der Lufthansa Gruppe dauerhaft treu zu sein.

lufthansa premium economy
Die Lufthansa Premium Economy wird für Statusjäger uninteressanter

Verlierer #3] Premium Economy Vielflieger

Aktuell bieten Premium Economy Flüge häufig das beste Preis-Leistungsverhältnis, wenn man Statusmeilen-Gutschrift und Preis in Relation zueinander setzt. Denn preislich liegen Premium Economy Tickets meist näher an einem Economy als einem Business Class Ticket. Die Meilengutschrift ist dagegen eher mit einem Business als Economy Ticket vergleichbar. Wer es günstig zum Status bringen möchte, ist mit Premium Economy Tickets oft gut beraten.

Im neuen System ab 2024 ist die Premium Economy Class dagegen alles andere als ein Sweetspot. Die Statuspunkte-Gutschrift ist nur minimal höher als die eines Economy Fluges. Auf der Langstrecke gelten die folgenden Werte:

  • Economy Class: 60 Punkte
  • Premium Economy Class: 80 Punkte
  • Business Class: 200 Punkte
  • First Class: 300 Punkte

Die minimal höhere Meilengutschrift rechtfertigt den Aufpreis zukünftig nicht.

Neue Statusvergabe bei Miles & More – Fazit

Überraschenderweise hat Miles & More bei den Änderungen an der Statusvergabe auf eine umsatzbasierte Regelung verzichtet. Jeder Passagier erhält abhängig von der Reiseklasse die gleiche Anzahl an Meilen für seinen Flug. Damit schlägt Miles & More die entgegengesetzte Richtung von vielen anderen Vielfliegerprogrammen ein. Mittlerweile ist of der Ticketpreis das wichtigste Kriterium für das Erfliegen eines Status.

In Summe führen die Änderungen sowohl zu Verlieren als auch zu Gewinnern, sodass man hier durchaus ein ausgewogenes Fazit ziehen und nicht von einer klaren Entwertung des Programms entsprechen kann. Klar negativ im Vergleich zum bisherigen System ist aber die Statusgültigkeit zu bewerten. Die Reduktion dieser kommt indirekt einer Erhöhung der Qualifikationsanforderungen und einer Entwertung des Programms gleich. Andererseits dürften wohl die meisten Miles & More Statusinhaber auch im zweiten für die Statusqualifikation unwichtigen Jahr Miles & More und Lufthansa treu geblieben sein.

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