Qantas hat ein großes Ziel: Die australische Fluggesellschaft will Australiens Ostküste nonstop mit Europa und der US-Ostküste verbinden. Seit Jahren treibt Qantas daher das Project Sunrise voran, mit dem künftig Ultralangstreckenflüge möglich werden sollen. Nach der Strecke Sydney – London, die ab Oktober 2027 nonstop bedient werden soll, hat die australische Fluggesellschaft nun auch Sydney – New York als zweite Route bestätigt. Die Nonstopverbindung nach New York soll Mitte 2028 starten und die Reisezeit gegenüber heutigen Verbindungen mit Zwischenstopp um mehr als drei Stunden verkürzen.
Qantas bestätigt Sydney – New York ab Mitte 2028
Qantas hat Sydney – New York in einer Pressemitteilung als zweite Route für Project Sunrise bestätigt. Die erste kommerzielle Nonstopverbindung zwischen Australien und New York soll Mitte 2028 starten. Tickets für den Erstflug sollen ab August 2027 in den Verkauf gehen.
Qantas rechnet für die Nonstopverbindung mit einer Flugzeit von rund 18 Stunden. Damit soll sich die gesamte Reisezeit gegenüber den heutigen Verbindungen mit Zwischenstopp um mehr als drei Stunden verkürzen. Derzeit fliegt Qantas täglich von Sydney über Auckland nach New York.
Ein konkretes Startdatum, Flugnummern oder Frequenzen hat Qantas bislang nicht genannt.
Sydney – London startet im Oktober 2027
Als erste Route für die geplanten Ultralangstreckenflüge mit dem Airbus A350-1000ULR hatte Qantas Sydney – London in einer Pressemitteilung bestätigt. Im Oktober 2027 soll die „Kangaroo Route“ erstmals nonstop von Sydney nach London bedient werden. Der Verkauf der ersten Project-Sunrise-Flüge soll im Februar 2027 starten.

Frühere Planungen hatten auch Melbourne stärker in den Fokus gerückt. Die bislang konkret bestätigten Project-Sunrise-Verbindungen starten jedoch beide in Sydney. Einen konkreten Zeitplan für Project-Sunrise-Flüge ab Melbourne hat Qantas bislang nicht bekannt gegeben.
Der Name „Project Sunrise“ ist eine Hommage an die historischen „Double Sunrise“-Flüge der Airline im Zweiten Weltkrieg, die so lange in der Luft blieben, dass die Besatzung zwei Sonnenaufgänge erlebte. Der entscheidende Faktor für die Umsetzung von Project Sunrise ist das eingesetzte Flugzeug. Die Distanzen zwischen der australischen Ostküste und Zielen in Europa oder an der US-Ostküste sind enorm. Der Airbus A350-1000ULR ist dafür auf Nonstopflüge von bis zu 22 Stunden ausgelegt.
Verzögerter Airbus A350-1000ULR verschiebt Project Sunrise
Der Start von Project Sunrise hängt unmittelbar von der Verfügbarkeit des Airbus A350-1000ULR ab. Qantas hatte ursprünglich mit einer früheren Auslieferung gerechnet, doch Lieferkettenprobleme und Verzögerungen bei Airbus haben den Zeitplan nach hinten verschoben. Aktuell soll das erste für den kommerziellen Betrieb vorgesehene Flugzeug im April 2027 an Qantas ausgeliefert werden.
Der im Juni 2026 erstmals geflogene A350-1000ULR mit der Seriennummer MSN 707 ist dabei ein wichtiger Meilenstein für das Programm. Das Flugzeug dient zunächst der Test- und Zertifizierungskampagne. Airbus prüft dabei unter anderem die Leistung des Flugzeugs, das neue Treibstoffsystem, die Kabinenbelüftung und weitere speziell für Ultralangstrecken entwickelte Systeme. Nach Abschluss der Tests soll das Flugzeug auf die Qantas-Konfiguration umgerüstet werden.

Qantas hat insgesamt zwölf Airbus A350-1000ULR für Project Sunrise bestellt. Davon zu unterscheiden sind weitere zwölf Airbus A350-1000LR, deren erste Auslieferung nach aktuellem Plan im australischen Geschäftsjahr 2029 erfolgen soll. Diese zusätzlichen A350 sind nicht Teil des eigentlichen Project-Sunrise-Layouts und dienen vor allem der Erneuerung der Langstreckenflotte.
Kabinenlicht und Wellbeing Zone für die Ultralangstrecken
Eine Flugverbindung ohne Zwischenstopp zwischen Ostaustralien und Europa verkürzt die Reisezeit zwar um bis zu vier Stunden, bleibt aber dennoch eine Herausforderung für Crew und Passagiere. Deshalb hat sich Qantas einige Gedanken bei der Gestaltung der Kabine gemacht und auch Erfahrungen aus den vorhandenen Langstreckenverbindungen zwischen der australischen Westküste und Europa einfließen lassen.
Beispielsweise wird es eine spezielle Kabinenbeleuchtung geben, die sich farblich an der australischen Landschaft orientiert und in Zusammenarbeit mit Airbus, dem Caon Design Office und der Universität Sydney entwickelt wurde. Die Kabinenbeleuchtung soll den Jetlag verringern. Zudem setzt Qantas auf dimmbare Fenster und hat eine spezielle Wellbeing Zone entwickelt, die zwischen der Premium Economy Class und der Economy Class platziert wird. Dieser spezielle Bereich wird allen Passagieren integrierte Stretchgriffe, ein geführtes Trainingsprogramm auf Bildschirmen zum Mitmachen, eine Trinkstation sowie weitere Erfrischungen und Snacks bieten, um die sehr lange Reisezeit angenehmer zu gestalten.
Diese Reiseklassen bietet Qantas beim Project Sunrise
Auch die Zusammensetzung der Reiseklassen und deren Gestaltung sind besonders. Die First Class, die Business Class und die Premium Economy Class machen zusammen mehr als 40 Prozent der Sitze im Airbus A350-1000ULR der Australier aus. Aufgeteilt auf die vier Reiseklassen sind das sechs First Class Suiten, 52 Business Class Suiten, 40 Premium Economy Class Sitze und 140 Economy Class Sitze. Somit befinden sich maximal 238 Passagiere an Bord, obwohl der Flugzeugtyp über eine Kapazität von mehr als 300 Passagieren verfügt.
Qantas Economy Class im A350-1000ULR
Die Economy Class Kabine fällt vergleichsweise klein aus. Die 140 Plätze sind in einer 3-3-3-Konfiguration angeordnet und verfügen über einen Sitzabstand von mindestens 83,82 Zentimeter. Zudem sind sie mit zwei persönlichen USB-C-Anschlüssen, einem 13,3-Zoll-Bildschirm, einer Wadenstütze und ergonomischen Rückenlehnen ausgestattet. Der multifunktionale Tisch bietet zusätzlichen Stauraum.
Qantas Premium Economy Class im A350-1000ULR
Auch die Premium Economy Class verfügt über je zwei persönliche USB-C-Anschlüsse sowie einen 13,3-Zoll-Bildschirm. Außerdem profitieren Passagiere dieser Reiseklasse von drei Verstaumöglichkeiten und einer Beinablage. Der Sitzabstand beträgt 101,6 Zentimeter, und die Plätze sind in einer 2-4-2-Konfiguration angeordnet.
Qantas Business Class im A350-1000ULR
In der Business Class werden die Reisenden von einer Suite profitieren, die sich mit einer Schiebetür schließen lässt. Der 63,5 Zentimeter breite Sitz lässt sich in ein zwei Meter langes Bett ausfahren. Außerdem bietet die neue Business Class Suite von Qantas einen großen Spiegel, verschiedene Stauräume, einen 18-Zoll-Bildschirm, mehrere Ablage- und Lademöglichkeiten sowie einen großen Tisch.
Alle Passagiere der Business Class genießen durch die 1-2-1-Bestuhlung einen direkten Zugang zum Gang. Die Höhe der Trennwände liegt bei knapp 1,20 Metern.
Qantas First Class Suite im A350-1000ULR
Insgesamt werden sechs First Class Suiten im vordersten Teil des Flugzeugs verbaut. Diese Suiten verfügen jeweils über einen verstellbaren Sitz und ein separates, fest verbautes Bett. Ein ähnliches Konzept mit separatem Sitz und Bett bietet auch die Singapore Airlines Suites. Zudem bietet die neue First Class von Qantas einen Schrank, einen Spiegel, mehrere Staumöglichkeiten sowie einen 32-Zoll-Bildschirm. Wer möchte, kann zu zweit am großen Tisch essen oder arbeiten. Außerdem findet man verschiedene Lademöglichkeiten für verschiedene Endgeräte (USB-A, USB-C, Steckdose und Wireless Charging).
Die sechs First Class Suiten lässt Qantas für Project Sunrise in einer 1-1-1-Konfiguration einbauen. Die Wände der Suiten haben eine Höhe von 1,4 Metern. Im Vergleich zur vorhandenen First Class im Airbus A380 verfügt die neue Suite über 50 Prozent mehr Platz.
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