Qantas hat ein großes Ziel: Die australische Fluggesellschaft will von Sydney und Melbourne nonstop nach Europa und an die US-Ostküste fliegen. Seit Jahren treibt Qantas daher das Project Sunrise voran, mit dem künftig Ultralangstreckenflüge möglich werden sollen. Nun hat Qantas Sydney – London als erste Project-Sunrise-Route bestätigt. IM Oktober 2027 soll die “Kangaroo Route” erstmals nonstop von der australischen Ostküste nach London geflogen werden.
Qantas Project Sunrise startet 2027 mit Sydney – London
Qantas macht Project Sunrise konkret. Die australische Fluggesellschaft hat Sydney – London als erste Route für ihre geplanten Ultralangstreckenflüge mit dem Airbus A350-1000ULR in einer Pressemitteilung bestätigt. Im Oktober 2027 soll die “Kangaroo Route” erstmals nonstop von der australischen Ostküste nach London geflogen werden. Der Verkauf der ersten Project Sunrise Flüge soll im Februar 2027 starten. Damit verschiebt sich der Start des Projekts zwar weiter nach hinten, zugleich ist Project Sunrise nun deutlich konkreter als bisher. Nach Sydney – London soll Sydney – New York als nächste Project Sunrise Strecke folgen.
Frühere Planungen hatten auch Melbourne stärker in den Fokus gerückt. In der aktuellen Ankündigung steht jedoch zunächst Sydney im Mittelpunkt. Weitere Project Sunrise Routen ab Melbourne oder zu anderen Zielen sind damit nicht ausgeschlossen, aber derzeit nicht konkret terminiert. Die Entscheidung dürfte stark von der Nachfrage, der Verfügbarkeit der A350-1000ULR und der Wirtschaftlichkeit der einzelnen Strecken abhängen.

Der Name „Project Sunrise“ ist eine Hommage an die historischen „Double Sunrise“-Flüge der Airline im Zweiten Weltkrieg, die so lange in der Luft blieben, dass die Besatzung zwei Sonnenaufgänge erlebte. Der entscheidende Faktor für die Umsetzung von Project Sunrise ist das eingesetzte Flugzeug. Die Distanzen zwischen der australischen Ostküste und Zielen in Europa oder an der US-Ostküste sind enorm. Für die Nonstop-Verbindungen ist eine Flugzeit von bis zu 22 Stunden notwendig.
Airbus A350-1000ULR kommt später als geplant
Der Start von Project Sunrise hängt unmittelbar an der Verfügbarkeit des Airbus A350-1000ULR. Qantas hatte ursprünglich mit einer früheren Auslieferung gerechnet, doch Lieferkettenprobleme und Verzögerungen bei Airbus haben den Zeitplan nach hinten verschoben. Aktuell soll das erste für den kommerziellen Betrieb vorgesehene Flugzeug im April 2027 an Qantas ausgeliefert werden.
Der im Juni 2026 erstmals geflogene A350-1000ULR mit der Seriennummer MSN 707 ist dabei ein wichtiger Meilenstein für das Programm. Das Flugzeug dient zunächst der Test- und Zertifizierungskampagne. Airbus prüft dabei unter anderem die Leistung des Flugzeugs, das neue Treibstoffsystem, die Kabinenbelüftung und weitere speziell für Ultralangstrecken entwickelte Systeme. Nach Abschluss der Tests soll das Flugzeug auf die Qantas-Konfiguration umgerüstet werden.

Qantas hat insgesamt zwölf Airbus A350-1000ULR für Project Sunrise bestellt. Davon zu unterscheiden sind weitere zwölf Airbus A350-1000LR, die Qantas im Rahmen der Flottenerneuerung ab dem australischen Geschäftsjahr 2028 erhalten soll. Diese zusätzlichen A350 sind nicht Teil des eigentlichen Project-Sunrise-Layouts und dienen vor allem der Erneuerung der Langstreckenflotte.
Besonderes Kabinenlicht und Wellbeing Zone sollen Flüge angenehmer machen
Eine Flugverbindung ohne Zwischenstopp zwischen Ostaustralien und Europa verkürzt die Reisezeit zwar um bis zu vier Stunden, bleibt aber dennoch eine Herausforderung für Crew und Passagiere. Deshalb hat sich Qantas einige Gedanken bei der Gestaltung der Kabine gemacht und auch Erfahrungen aus den vorhandenen Langstreckenverbindungen zwischen der australischen Westküste und Europa einfließen lassen.
Beispielsweise wird es eine spezielle Kabinenbeleuchtung geben, die sich farblich an der australischen Landschaft orientiert und in Zusammenarbeit mit Airbus, dem Caon Design Office und der Universität Sydney entwickelt wurde. Die Kabinenbeleuchtung soll den Jetlag verringern. Zudem setzt Qantas auf dimmbare Fenster und hat eine spezielle Wellbeing Zone entwickelt, die zwischen der Premium Economy Class und der Economy Class platziert wird. Dieser spezielle Bereich wird den Passagieren in den niedrigeren Reiseklassen integrierte Stretchgriffe, ein geführtes Trainingsprogramm auf Bildschirmen zum Mitmachen, eine Trinkstation und eine Reihe von weiteren Erfrischungen und Snacks anbieten, um die sehr lange Reisezeit zu meistern.
Diese Reiseklassen bietet Qantas beim Project Sunrise
Auch die Zusammensetzung der Reiseklassen und deren Gestaltung sind besonders. Die First Class, die Business Class und die Premium Economy Class machen zusammen rund 40 Prozent der Sitze im Airbus A350-1000ULR der Australier aus. Aufgeteilt in die vier Reiseklassen sind das sechs First Class Suiten, 52 Business Class Suiten, 40 Premium Economy Class Sitze und 140 Economy Class Sitze. Somit befinden sich maximal 238 Passagiere an Bord, obwohl der Flugzeugtyp über eine Kapazität von mehr als 300 Passagieren verfügt.
Qantas Economy Class im A350-1000ULR
Die Economy Class Kabine fällt vergleichsweise klein aus. Die 140 Plätze sind in einer 3-3-3 Konfiguration angeordnet und verfügen über einen Sitzabstand von 83,82 cm. Zudem sind sie mit zwei persönlichen USB-C-Anschlüssen, einem 13,3-Zoll-Bildschirm, einer Fußstütze und ergonomischen Rückenlehnen ausgestattet. Der multifunktionale Tisch bringt mehr Stauraum mit sich.
Qantas Premium Economy Class im A350-1000ULR
Auch die Premium Economy Class verfügt über je zwei persönliche USB-C-Anschlüsse sowie einen 13,3-Zoll-Bildschirm. Außerdem profitieren Passagiere dieser Reiseklasse von drei Verstaumöglichkeiten und einer Beinablage. Der Sitzabstand beträgt 101,6 cm, und die Plätze sind in einer 2-4-2 Konfiguration angeordnet.
Qantas Business Class im A350-1000ULR
In der Business Class werden die Reisenden von einer Suite profitieren, die sich mit einer Schiebetür schließen lässt. Der 63,5 cm breite Sitz lässt sich in ein zwei Meter langes Bett ausfahren. Damit ist das Bett der Business Class im A350 sogar etwas länger als das Bett in der First Class des Airbus A380 von Qantas. Außerdem bietet die neue Business Class Suite von Qantas einen großen Spiegel, verschiedene Stauräume, einen 18-Zoll-Bildschirm, mehrere Ablage- und Lademöglichkeiten sowie einen großen Tisch.
Alle Business Class-Passagiere genießen durch die 1-2-1 Bestuhlung einen direkten Zugang zum Gang. Die Höhe der Trennwände liegt bei knapp 1,20 Metern.
Qantas First Class Suite im A350-1000ULR
Insgesamt werden sechs First Class Suiten im vordersten Teil des Flugzeugs verbaut. Diese Suiten verfügen jeweils über einen verstellbaren Sitz und ein separates, fest verbautes Bett. Das kennt man eigentlich nur aus der neuen Singapore Airlines Suite im Airbus A380. Zudem bietet die neue First Class der Qantas einen Schrank, einen Spiegel, mehrere Staumöglichkeiten sowie einen 32-Zoll-Bildschirm. Wer möchte, kann zu zweit am großen Tisch essen oder arbeiten. Außerdem findet man verschiedene Lademöglichkeiten für diverse Endgeräte (USB-A, USB-C, Steckdose und Wireless Charging).
Die sechs First Class Suiten lässt Qantas für Project Sunrise in einer 1-1-1 Konfiguration einbauen. Die Wände der Suiten haben eine Höhe von 1,4 Metern. Im Vergleich zur vorhandenen First Class im Airbus A380 verfügt die neue Suite über 50 Prozent mehr Platz.
Das könnte dich auch interessieren:












