Seit Juni 2025 gelten für Prämienflüge mit Lufthansa, SWISS und Austrian dynamische Meilenpreise. Um deren Entwicklung nachvollziehbar zu machen, erheben wir monatlich die Preise für Business Class Prämienflüge ab Frankfurt, München, Zürich und Wien. Der Vergleich von September 2025 und Juli 2026 zeigt eine klare Verteuerung: Auf den 102 direkt vergleichbaren Strecken stieg der durchschnittliche Meilenpreis um 6,8 Prozent, während sich die Zuzahlungen je nach Abflughafen um rund 35 bis 52 Prozent erhöhten. Unter Berücksichtigung von Meilenpreis und Zuzahlungen verteuerte sich der effektive Gesamtpreis – abhängig vom angesetzten Wert einer Miles & More Meile – um etwa 14 bis 25 Prozent.
Wichtig: Die Preise für Miles & More Prämienflüge sind dynamisch und können sich jederzeit ändern.
Vorgehensweise und Grenzen der Analyse
In unseren Miles & More Analysen erheben wir unter anderem monatlich die Preise für Business Class Prämienflüge mit Lufthansa, SWISS und Austrian ab Frankfurt, München, Zürich und Wien. Dabei erfassen wir jeweils den günstigsten angezeigten Meilenpreis für einen Oneway-Prämienflug. Seit Ende Mai 2026 handelt es sich dabei auf vielen interkontinentalen Lufthansa Group-Verbindungen um den neuen Business Light-Tarif . Zuvor war es stets der Business Basic-Tarif.
Für den direkten Vergleich berücksichtigen wir ausschließlich Strecken, für die sowohl im September 2025 als auch im Juli 2026 ein Preis erhoben werden konnte. Das sind 44 Strecken in der Lufthansa Business Class ab Frankfurt, 29 Strecken in der Lufthansa Business Class ab München, 21 Strecken in der SWSS Business Class ab Zürich sowie acht in der Austrian Business Class ab Wien. Insgesamt umfasst der Vergleich damit 102 Hub-Strecken.
Die monatliche Verlaufsgrafik zeigt dagegen den Durchschnittpreis aller im jeweiligen Monat verfügbaren Ziele. Sie eignet sich zur Darstellung des allgemeinen Trends, ist wegen wechselnder Verfügbarkeiten aber nicht mit einem vollständig festen Streckenkorb gleichzusetzen.
Meilenpreise steigen im Durchschnitt um rund 7 Prozent
Für die 102 verglichenen Direktflüge mit Lufthansa, SWISS und Austrian ab Frankfurt, München, Zürich und Wien erhöhte sich der Preis für einen Business Class Oneway-Prämienflug im Durchschnitt von 62.902 auf 67.186 Meilen. Das entspricht einem Anstieg um 6,8 Prozent.
94 der 102 untersuchten Strecken waren im Juli 2026 teurer als im September 2025, nur acht waren günstiger. Unter den vier Hubs verteuerte sich SWISS ab Zürich bezogen auf den Meilenpreis am stärksten. Den geringsten Preisanstieg verzeichnete Austrian ab Wien.
| Hub | Verglichene Strecken | Ø Meilenpreis (Sep. 2025) | Ø Meilenpreis (Jul. 2026) | Veränderung |
|---|---|---|---|---|
| Lufthansa ab Frankfurt | 44 | 59.983 | 63.395 | +5,7 % |
| Lufthansa ab München | 29 | 63.645 | 67.865 | +6,6 % |
| SWISS ab Zürich | 21 | 67.269 | 73.743 | +9,6 % |
| Austrian ab Wien | 8 | 64.803 | 68.357 | +5,5 % |
Der Vergleich ist allerdings nur eingeschränkt tarifgleich. Im September 2025 entsprach der günstigste angezeigte Business Class Prämienflug in der Regel dem damaligen Business Basic-Tarif. Seit Ende Mai 2026 ist auf vielen interkontinentalen Lufthansa Group-Verbindungen dagegen der neue Business Light-Tarif verfügbar. Der neue Tarif umfasst nur noch ein statt zwei Aufgabegepäckstücke bis jeweils 32 Kilogramm. Zudem ist die Sitzplatzreservierung nicht mehr kostenlos und eine Umbuchung kostet 500 statt 300 Euro zuzüglich einer möglichen Tarifdifferenz. Loungezugang, Fast Lane, Priority Boarding und zwei Handgepäckstücke bleiben dagegen enthalten.
Zuzahlungen steigen um bis zu 52 Prozent
Wesentlich deutlicher als die Meilenpreise stieg der Cash-Anteil aus Steuern, Gebühren und Airline-Zuschlägen.
| Hub | Ø Zuzahlungen (Sep. 2025) | Ø Zuzahlungen (Jul. 2026) | Veränderung |
|---|---|---|---|
| Frankfurt (Lufthansa) | 470 EUR | 636 EUR | +35,3 % |
| München (Lufthansa) | 471 EUR | 656 EUR | +39,2 % |
| Zürich (SWISS) | 407 CHF | 587 CHF | +44,1 % |
| Wien (Austrian) | 483 EUR | 735 EUR | +52,1 % |
Die prozentuale Entwicklung zeigt klar: Die Verteuerung fiel bei den Zuzahlungen wesentlich stärker aus als bei den Meilenpreisen. Besonders deutlich war der Anstieg ab Wien, wo sich die durchschnittliche Zuzahlung um mehr als 50 Prozent erhöhte.
Zeitverlauf – Höchststände im April und Mai 2026
Der einfache Vergleich der Preise von September 2025 und Juli 2026 versteckt den Umstand, dass die Meilenpreise ihren Höchststand im April oder Mai 2026 erreichten. Frankfurt und München lagen im Mai 2026 mit durchschnittlich 67.554 bzw. 71.101 Meilen am höchsten. Zürich und Wien erreichten ihren Peak bereits im April 2026 mit 77.064 bzw. 73.708 Meilen.
Bis Juli 2026 lagen die Monatsdurchschnitte wieder rund 4 bis 8 Prozent unter diesen Höchstständen. Dieser Rückgang darf jedoch nicht als reine Preissenkung verstanden werden. Seit Ende Mai 2026 ist auf vielen Strecken der günstigere Business Light-Tarif buchbar, der weniger attraktive Gepäck-, Sitzplatz-, Umbuchungs- und Erstattungsbedingungen aufweist.

Hinweis: Bei der obigen Grafik ist zu beachten, dass hier jeden Monat alle von uns erhobenen Strecken eingeflossen sind. Von Monat zu Monat kann sich die Streckenauswahl aufgrund von Routenänderungen oder Verfügbarkeiten ändern, was dazu führt, dass der Vergleich statistisch nicht ganz so sauber ist wie im ersten Vergleich oben.
Während sich die Preise für Business Class Prämienflüge im Durchschnitt von Monat zu Monat meist um einige wenige Prozentpunkte bewegen, zeigt ein Blick auf einzelne Strecken, dass der Preis oft über längere Zeiträume fast konstant bleibt und dann auf eine neue Stufe springt. Für Business Class Prämienflüge mit Lufthansa ab Frankfurt und München wiesen 480 von 710 beobachteten Preisänderungen zwischen zwei Monatserhebungen einen Preisanstieg von weniger als 0,5 Prozent auf. Viele Preise blieben also über mehrere Erhebungen nahezu unverändert, bevor sie auf eine neue Stufe sprangen.
Vorsicht: Miles & More Prämienflugsuche zeigt verfügbare Tarife nicht immer an
Die größten Preisanstiege und Rückgänge
Die durchschnittliche Verteuerung von 6,8 Prozent verdeckt große Unterschiede zwischen einzelnen Strecken. Die stärksten Preisanstiege entfielen überwiegend auf SWISS-Verbindungen ab Zürich. Delhi verteuerte sich um 26,6 Prozent, Singapur um 22,1 Prozent, Seoul um 21,6 Prozent und Boston um 21 Prozent. Auch Singapur ab Frankfurt und München legte jeweils um 21 Prozent zu.

Größere Rückgänge blieben dagegen die Ausnahme. Am stärksten fiel der Preis für Frankfurt – Teheran von 34.650 auf 27.489 Meilen und damit um 20,7 Prozent. Es folgten Wien – Los Angeles mit einem Minus von sechs Prozent, Frankfurt – Almaty mit minus 5,8 Prozent und Frankfurt – Bengaluru mit minus 4,9 Prozent.
Effektiver Gesamtpreis steigt um etwa 20 Prozent
Um den Preisentwicklung von Miles & More Prämienflügen mit Lufthansa, SWISS und Austrian realistisch bewerten zu können, müssen sowohl die Meilenpreise als auch die Steuern und Gebühren berücksichtigt werden. Erstere stiegen in unserem Vergleich nur moderat, letztere sehr deutlich. Wie also entwickelte sich die Summe aus beiden?
Um einen effektiven Gesamtpreis angeben zu können, setzen wir für den Wert einer Miles & More Meile drei Szenarien an: 1 Cent, 1,5 Cent und 2 Cent. Basierend darauf ergeben sich effektive Preissteigerungen von etwa 14 bis 25 Prozent. Je höher ihr den Wert einer Miles & More Meile ansetzt, desto geringer fällt der effektive Preisanstieg aus, da die Steuern und Gebühren dann weniger ins Gewicht fallen.
Annahme: 1 Meile = 1 Cent
- Lufthansa ab Frankfurt: +18,7 Prozent
- Lufthansa ab München: +20,5 Prozent
- SWISS ab Zürich: +22,6 Prozent
- Austrian ab Wien: +25,4 Prozent
Annahme: 1 Meile = 1,5 Cent
- Lufthansa ab Frankfurt: +15,8 Prozent
- Lufthansa ab München: +17,4 Prozent
- SWISS ab Zürich: +19,5 Prozent
- Austrian ab Wien: +21,0 Prozent
Annahme: 1 Meile = 2 Cent
- Lufthansa ab Frankfurt: +14,0 Prozent
- Lufthansa ab München: +15,4 Prozent
- SWISS ab Zürich: +17,6 Prozent
- Austrian ab Wien: +18,1 Prozent
Hinzu kommt noch die indirekte Entwertung durch die Tarifbedingungen, die hier nicht berücksichtigt ist. Ein niedrigerer Preis ab Juni oder Juli 2026 kann auf den Business Light-Tarif zurückgehen und damit ein anderes Leistungspaket abbilden. Für einen fairen Vergleich müssen deshalb der Gesamtpreis aus Meilen und Steuern und Gebühren, die Tarifbedingungen gemeinsam betrachtet werden.
Wie Vielfliegerprogramme indirekt die Preise für Prämienflüge erhöhen
Ein Jahr dynamische Miles & More Meilenpreise – Fazit
Ein Jahr nach Einführung der dynamischen Meilenpreise fällt die Bilanz für Miles & More Mitglieder ernüchternd aus. Zwar erhöhten sich die Meilenpreise auf den 102 direkt vergleichbaren Strecken im Durchschnitt „nur“ um 6,8 Prozent. Da jedoch 94 dieser Strecken teurer wurden und die Zuzahlungen gleichzeitig um rund 35 bis 52 Prozent stiegen, handelt es sich nicht um einzelne Ausreißer, sondern um eine breite Verteuerung.
Noch deutlicher wird die Entwicklung, wenn Meilen und Zuzahlungen gemeinsam betrachtet werden. Abhängig vom angesetzten Meilenwert erhöhte sich der effektive Gesamtpreis der untersuchten Business Class Prämienflüge um etwa 14 bis 25 Prozent. Hinzu kommt die indirekte Entwertung durch den neuen Business Light-Tarif, der trotz teilweise niedrigerer Meilenpreise weniger Gepäck, eine kostenpflichtige Sitzplatzreservierung und schlechtere Umbuchungsbedingungen bietet.
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