bunq ist eine Direktbank aus den Niederlanden, die sich mit ihren bunq Points in die Riege der Kartenanbieter mit flexibler Punktewährung einordnet. Analog zu den Programmen American Express Membership Rewards und Revolut RevPoints können gesammelte Punkte zu mehreren Vielfliegerprogrammen transferiert werden. bunq setzt dabei ausschließlich auf Debitkarten ohne Kreditrahmen. Doch lohnt sich bunq wirklich zum Sammeln von Meilen?
Hinweis: Die Möglichkeit bunq Points in Meilen umwandeln zu können, wird Mitte April 2026 eingestellt, wie sich der bunq Webseite hier entnehmen lässt.
Was ist bunq und welche Kontomodelle gibt es in Deutschland?
bunq ist eine vollständig app-basierte Direktbank aus den Niederlanden, die ihre Produkte auch in Deutschland anbietet. bunq ist als Bank in den Niederlanden lizenziert und eure Einlagen sind grundsätzlich über das niederländische Einlagensicherungssystem bis 100.000 Euro geschützt. bunq Konten werden als Abo-Modell mit monatlicher Grundgebühr angeboten und richten sich stark an Nutzer, die mobiles Banking bevorzugen – mit virtuellen Karten, mehreren Unterkonten und viel Automatisierung in der App.
Für Privatkunden in Deutschland gibt es aktuell vier Pläne, die sich im Preis und Leistungsumfang unterscheiden. Ein Wechsel zwischen den Plänen ist grundsätzlich jederzeit möglich.
- bunq Free: kostenfrei
- bunq Core: 3,99 Euro/Monat
- bunq Pro: 9,99 Euro/Monat
- bunq Elite: 18,99 Euro/Monat
Je nach bunq-Banking-Abo stehen euch unterschiedlich viele Zusatzfunktionen sowie Konten und Unterkonten zur Verfügung. Zudem ergeben sich unterschiedlich hohe Raten für das Sammeln von Meilen. Mehr dazu unten. 
bunq Points sammeln
„bunq Points“ sind das hauseigene Belohnungssystem von bunq. Jedes Mal, wenn ihr mit eurer bunq-Karte bezahlt, sammelt ihr Punkte, die ihr anschließend für verschiedene Prämien einlösen könnt. Dazu gehört die Möglichkeit, bunq Points in Meilen umzuwandeln.
Das Sammeln von bunq Points ist für Nutzer mit bunq Core/Pro/Elite (und Business-Varianten) verfügbar. Mit bunq Core und Pro erhaltet ihr 1 bunq Point pro 1 Euro Umsatz. Mit bunq Elite sammelt ihr doppelt so schnell – also 2 bunq Points pro 1 Euro Umsatz. Nutzer des kostenlosen bunq Free Tarifs sammeln keine bunq Points. bunq Points lassen sich ausschließlich mit echten Kartenzahlungen sammeln. Daraus ergeben sich folgende effektive Sammelraten:
- bunq Free: Keine bunq Points
- bunq Core (3,99 Euro/Monat): 1 bunq Point pro 1 Euro Umsatz
- bunq Pro (9,99 Euro/Monat): 1 bunq Point pro 1 Euro Umsatz
- bunq Elite (18,99 Euro/Monat): 1 bunq Point pro 0,5 Euro Umsatz
Hinzu kommt die Möglichkeit, mit Aufgaben bunq Points zu sammeln. So gibt es beispielsweise für die Nutzung von bunq als Gehaltskonto 100 bunq Points. Auch das Einladen von Freunden verspricht zusätzliche Punkte.
Wichtig: In der Praxis wird das Sammeln von Punkten stark eingeschränkt. Erstens legt bunq in den bunq Points Geschäftsbedingungen (Link) ein Monatslimit von 10.000 bunq Points fest und weist zweitens darauf hin, dass gesammelte Punkte nach zwei Jahren verfallen. Gleichzeitig schließt bunq mehrere Umsatzarten ausdrücklich vom Punktesammeln aus. Dazu zählen insbesondere Top-ups bei anderen Finanzdienstleistern, Bargeldabhebungen, Geldtransfers, Glücksspiel- und Casinozahlungen sowie bestimmte Finanztransaktionen.
Im Vergleich: Die Sammelraten aller Meilen-Kreditkarten für alle Vielfliegerprogramme
bunq Points in Meilen umwandeln
bunq Points können im Verhältnis 8:1 in Vielfliegermeilen umgewandelt werden. Abhängig vom gewählten Tarif ergeben sich folgende effektive Sammelraten:
- bunq Core: 1 Meile pro 8 Euro (=0,125 Meilen pro 1 Euro)
- bunq Pro: 1 Meile pro 8 Euro (=0,125 Meilen pro 1 Euro)
- bunq Elite: 1 Meile pro 4 Euro (=0,25 Meilen pro 1 Euro)
Eine Meilenumwandlung ist erst möglich, sobald mindestens 8.000 bunq Points gesammelt wurden. Unterhalb dieser Schwelle können Punkte zwar weiter angespart, aber noch nicht transferiert werden. Die Gutschrift der Meilen erfolgt laut bunq in der Regel innerhalb von bis zu 24 Stunden. Die bunq-Helpseite (Link) erklärt die Logik hinter der Umwandlung und schaltet die Meilenumwandlung aktuell nur frei, wenn ihr in Deutschland, den Niederlanden, Frankreich, Irland oder Spanien lebt.
Welche Vielfliegerprogramme sind Transferpartner von bunq?
bunq Points können aktuell zu fünf Vielfliegerprogrammen transferiert werden. Damit ist bunq deutlich weniger flexibel als Revolut RevPoints oder das American Express Membership Rewards Programm, die Transfers zu gut einem Dutzend Vielfliegerprogrammen ermöglichen.
- Air France/KLM Flying Blue: 8 bunq Points = 1 Flying Blue Meile
- British Airways Club: 8 bunq Points = 1 Avios
- Iberia Club: 8 bunq Points = 1 Avios
- Aer Lingus AerClub: 8 bunq Points = 1 Avios
- Vueling Club: 8 bunq Points = 1 Avios
Da Avios kostenlos zwischen dem British Airways Club, dem Iberia Club, Qatar Airways Privilege Club, Finnair Plus, Aer Lingus AerClub und Loganair Loyalty transferiert werden können, kommen weitere indirekte Transferpartner hinzu.
- Finnair Plus: 8 bunq Points = 1 Avios
- Qatar Airways Privilege Club: 8 bunq Points = 1 Avios
- Loganair Loyalty: 8 bunq Points = 1 Avios
Avios transferieren – Transfer zum Iberia Club und Aer Lingus AerClub wieder möglich
Lohnt sich das Sammeln von bunq Points?
Ob sich das Sammeln von bunq Points lohnt, hängt stark davon ab, mit welcher Erwartung ihr an das Produkt herangeht. Als primäres Meilensammel-Tool ist bunq klar limitiert, als ergänzender Meilenkanal im Alltag kann es jedoch sinnvoll sein. Die effektive Sammelrate liegt bei nur 0,125 Meilen pro 1 Euro für bunq Core und Pro bzw. 0,25 Meilen pro 1 Euro für bunq Elite. Im Vergleich mit klassischen Meilen-Kreditkarten, die je nach Produkt meist 0,5 bis 1,2 Meilen pro 1 Euro versprechen, bietet bunq also eine deutlich niedrigere Sammelrate.
Entscheidend ist jedoch nicht nur die theoretische Sammelrate, sondern auch das monatliche Punkte-Limit. Laut den bunq Points Geschäftsbedingungen können maximal 10.000 bunq Points pro Monat gesammelt werden. Das entspricht unabhängig vom Tarif höchstens 1.250 Meilen pro Monat. Während mit bunq Core und Pro rund 10.000 Euro Kartenumsatz nötig sind, genügen bei bunq Elite 5.000 Euro.
Für ambitionierte Meilensammler ist bunq damit kein Ersatz für etablierte Kreditkarten. Im Vergleich zu Meilen-Kreditkarten wie der American Express Gold Card, American Express Platinum Card oder der Miles & More Gold Kreditkarte fällt die Sammelrate deutlich niedriger aus und das Monatslimit von bunq Points begrenzt das Potenzial zusätzlich erheblich.
Meilen sammeln mit bunq – Fazit
Mit bunq gibt es seit einigen Monaten einen weiteren Kartenanbieter mit flexibler Punktewährung. Statt über eine klassische Kreditkarte sammelt ihr Meilen über ein Girokonto mit Debitkarte und könnt die gesammelten bunq Points anschließend in Meilen umwandeln. Die Kehrseite: Die Sammelrate liegt selbst im besten Fall (bunq Elite) bei nur 0,25 Meilen pro Euro. Zusätzlich deckelt ein monatliches Limit von 10.000 bunq Points den maximalen Meilenertrag auf 1.250 Meilen pro Monat. Sinnvoll ist bunq vor allem dann, wenn ihr das Konto aus anderen Gründen ohnehin nutzt und nebenbei Flying Blue Meilen oder Avios sammelt. Wer hingegen schnell größere Meilenmengen aufbauen oder eine möglichst hohe Meilenausbeute pro Euro erzielen möchte, fährt mit klassischen Kreditkartenstrategien in der Regel besser.
Habt ihr bereits Erfahrungen oder Meilen mit bunq gesammelt? Hinterlasst gerne einen Kommentar!
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