Flying Blue führt für Prämienflüge mit Air France und KLM ab dem 8. September 2026 die drei Tarife Light, Standard und Flex ein. Die günstigsten Meilenpreise bleiben zwar erhalten, gelten künftig allerdings für den deutlich eingeschränkteren Light-Tarif. Wer ungefähr den bisherigen Leistungsumfang eines Prämientickets erhalten möchte, muss als Teilnehmer ohne entsprechenden Status mehr Meilen für den Standard-Tarif einlösen.
Light, Standard und Flex starten am 8. September 2026
Wie Flying Blue offiziell mitteilt, stehen bei neuen Prämienticket-Buchungen ab dem 8. September 2026 drei Tarifoptionen zur Auswahl: Light, Standard und Flex. Damit überträgt das Vielfliegerprogramm die bereits von regulären Air France und KLM Tickets bekannte Tarifdifferenzierung auf Prämienflüge. Die neue Struktur gilt nur für Prämienflüge mit Air France und KLM. Partnerairline-Prämien sind davon nicht betroffen. Prämienflüge in Air France La Première sind ebenfalls von der neuen Tarifstruktur ausgenommen.
Light bildet künftig die günstigste Option und soll den bisherigen Einstiegspreis in Meilen beibehalten. Dafür fällt der Leistungsumfang geringer aus. Standard bietet zusätzliche Leistungen und eine gewisse Flexibilität, während Flex den umfangreichsten Leistungsumfang und die flexibelsten Umbuchungs- und Erstattungsbedingungen bietet.
Die Einführung von Light, Standard und Flex ist von der eigentlichen Meilenbepreisung eines Prämienfluges zu unterscheiden. Flying Blue bietet weiterhin unterschiedliche Meilenpreise für denselben Markt beziehungsweise dieselbe Strecke. Sind die günstigsten Prämienplätze nicht mehr verfügbar, können deutlich höhere Preise gefordert werden.
Die neue Tarifwahl kommt anschließend hinzu: Ist beispielsweise ein Business Class Prämienplatz zum niedrigsten Preis von 60.000 Meilen verfügbar, kann dieser künftig als Light gebucht oder gegen zusätzliche Meilen auf Standard beziehungsweise Flex aufgewertet werden. Wie die bisherigen Flying Blue Mindestpreise funktionieren erklären wir in einem separaten Artikel.
Business Light verliert Loungezugang und flexible Stornierung
Besonders deutlich fallen die Unterschiede in der Business Class aus. Nach den von Flying Blue an Head for Points übermittelten Informationen entspricht Business Light beim Meilenpreis dem heutigen günstigsten Prämienticket, bietet dafür jedoch weniger Leistungen.
| Leistung | Business Light | Business Standard | Business Flex |
|---|---|---|---|
| Kleines persönliches Gepäckstück | Ja | Ja | Ja |
| Handgepäck | 2 Stück | 2 Stück | 2 Stück |
| Aufgabegepäck | 1 × 32 kg | 2 × 32 kg | 2 × 32 kg |
| Standardsitzplatzwahl | nicht enthalten | kostenlos beim Check-in | kostenlos bei Buchung |
| Loungezugang | nicht enthalten | enthalten | enthalten |
| SkyPriority | enthalten | enthalten | enthalten |
| Umbuchung | nicht möglich | 70 Euro zzgl. Tarifdifferenz | nur Tarifdifferenz |
| Erstattung | nicht möglich | 70 Euro | kostenlos |
Bislang werden günstige Business Class Prämientickets mit einem Leistungsumfang angeboten, der im Wesentlichen dem künftigen Standard-Tarif entspricht: zwei Aufgabegepäckstücke bis jeweils 32 Kilogramm, Standardsitzplatzwahl beim Check-in, Loungezugang und SkyPriority sowie die Möglichkeit zur Umbuchung oder Erstattung gegen eine Gebühr von 70 Euro.
Business Light behält dagegen zwar SkyPriority und die üblichen Handgepäckleistungen, enthält aber nur noch ein Aufgabegepäckstück. Loungezugang und kostenlose Sitzplatzwahl sind nicht Bestandteil des Tarifs. Besonders relevant ist die fehlende Flexibilität: Eine freiwillige Umbuchung oder Erstattung ist nicht möglich.
Damit entspricht der künftig prominent angezeigte günstigste Tarif nicht mehr dem heutigen Prämienticket. Wer dessen Leistungen weiterhin benötigt, muss auf Business Standard ausweichen und dafür zusätzliche Meilen einsetzen.
Paris – New York: Standard kostet 25 Prozent mehr Meilen
Wie hoch der Aufpreis ausfallen kann, zeigt ein von Flying Blue an Head for Points übermitteltes Beispiel für einen Oneway-Prämienflug in der Business Class von Paris nach New York. Die genannten Werte entsprechen dem günstigsten Preisniveau für dieses Beispiel; bei schlechterer Verfügbarkeit können die erforderlichen Meilen höher ausfallen.
- Business Light: 60.000 Meilen + 527 Euro Zuzahlung
- Business Standard: 75.000 Meilen + 527 Euro Zuzahlung (25 Prozent mehr als Light)
- Business Flex: 110.000 Meilen + 262 Euro Zuzahlung (83 Prozent mehr als Light)
Der wichtigste Vergleich ist Light gegen Standard. Der günstigste Business Class Prämienflug bleibt bei 60.000 Meilen. Wer jedoch die bislang enthaltenen Leistungen wie zwei Aufgabegepäckstücke, Loungezugang sowie die Möglichkeit zur Umbuchung und Stornierung behalten möchte, benötigt im Beispiel künftig 75.000 Meilen. Das sind 15.000 Meilen beziehungsweise 25 Prozent mehr.
Für Business Flex gilt: Der Meilenpreis steigt von 60.000 auf 110.000 Meilen, gleichzeitig sinkt die Zuzahlung von 527 auf 262 Euro. Nutzer können damit einen Teil der Barzuzahlung durch einen deutlich höheren Meileneinsatz ersetzen. Zusätzlich sind Umbuchungen ohne Änderungsgebühr möglich – eine gegebenenfalls bestehende Tarifdifferenz bleibt zu zahlen – und das Ticket kann erstattet werden.
Die Werte lassen sich nicht pauschal auf andere Flying Blue Prämienflüge übertragen. Flying Blue hat bislang keine feste Regel veröffentlicht, nach der Standard beispielsweise immer 25 Prozent und Flex immer 83 Prozent mehr Meilen kostet. Die tatsächlichen Werte werden sich erst bei der jeweiligen Suche ab dem 8. September zeigen.
Statusinhaber gleichen Nachteile von Light teilweise aus
Flying Blue Statusvorteile bleiben auch bei Buchung eines Light-Tarifs bestehen. Damit können Statusinhaber einen Teil der Leistungen, die Flying Blue aus dem günstigsten Tarif entfernt, weiterhin über ihren Status erhalten. Platinum-, Platinum for Life- und Ultimate-Mitglieder behalten zudem den Zugang zu zusätzlicher beziehungsweise günstigerer Prämienflug-Verfügbarkeit. Die neue Tarifstruktur trifft Teilnehmer ohne Status deshalb stärker als Vielflieger mit umfangreichen Statusvorteilen.
Welche Vorteile sich tatsächlich mit Light kombinieren lassen, hängt vom jeweiligen Status ab. Flying Blue Gold beinhaltet beispielsweise bereits SkyTeam Elite Plus und damit unter anderem Loungevorteile, während Platinum und Ultimate zusätzliche Flying Blue Leistungen bieten. Eine vollständige Übersicht findet ihr in unserem Artikel zu den Flying Blue Statusleveln und Experience Points.
Flying Blue Light, Standard und Flex – Fazit
Miles & More hat es vorgemacht. Nun macht es Flying Blue nach: Flying Blue erhöht mit Light, Standard und Flex nicht einfach pauschal die Mindestpreise für Prämienflüge. Stattdessen wird der bisherige günstigste Preis zum eingeschränkten Light-Tarif. Wer ungefähr den bisherigen Leistungsumfang erhalten möchte, muss künftig zusätzliche Meilen für den Standard-Tarif einsetzen. Basierend auf dem Paris – New York Beispiel ergibt sich eine indirekte Preiserhöhung von etwa 25 Prozent. Ob diese Strecke jedoch stellvertretend für andere ist, lässt sich nicht mit Sicherheit sagen.
Flying Blue liefert damit ein weiteres anschauliches Beispiel dafür, wie Vielfliegerprogramme die Preise für Prämienflüge indirekt erhöhen. Der beworbene Einstiegspreis kann unverändert bleiben, während der effektive Preis für ein vergleichbares Produkt durch weniger Leistungen und schlechtere Umbuchungs- und Stornierungsbedingungen steigt.
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